LN vom 26.06.1992

Die 24-jährige Rückraumspielerin Stefanie Bernecker verläßt nach 10 Jahren den Handball-Zweitligisten VfL Oldesloe und schließt sich zusammen mit ihrer Mannschaftskameradin Nicole Röhrs dem SC Rönnau  an. 

LN vom 6.7.1992

Steht dem Handball-Zweitligisten VfL Oldesloe ein Aderlaß bevor? Nun will auch Melanie Bernecker (21) aus beruflichen Gründen den Verein verlassen. Als neuer Verein ist der SC Rönnauim Gespräch, bei dem auch schon ihre Schwester Stefanie und Nicole Röhrs vor Anker gingen 

Segeberger Zeitung vom 8.7.1992

Bernecker-Schwestern  im Rönnauer Trikot

Im Grunde hatte Eberhard Münch, der Trainer der Handballdamen des SC Rönnau 74, seine Personalplanungen für die neue Bezirksliga-Saison bereits abgeschlossen. Neben jungen Talenten hatte er sein Team mit den beiden Bad Oldesloer Zweitligaspielerinnen Stefanie Bernecker und Nicole Röhrs verstärken können.

 

Steffi Bernecker und Röhrs sollten zusammen mit Magdolna Csiha und der wiederge­nesenen Gertrud Lukacs das Gerüst der Mannschaft teilen, die erneut an das Tor zur Oberliga klopfen will.

Aber plötzlich ist noch einmal Bewegung in die Szene gekommen, der Name Melanie Bernecker wird mit dem SCR in Verbindung gebracht.

„Es ist richtig, dass ich mit Melanie ein intensives Gespräch geführt habe“, bekennt Münch, ob sie nun wirklich zu uns kommen wird – da bin ich eher skeptisch.“

Melanie, die 21-jährige Schwester von Steffi, war beim VfL Oldesloe Stammspielerin und hat, nachdem es mit dem Verein und Trainer Claus Schilk Differenzen gab, gekündigt.

Nun , wo bekannt ist, dass die Spielerin auf dem Markt ist, hagelt es Angebote, von de­nen Münch weiß, daß der SC Rön­nau nicht mithal­ten kann und will: „Der Regionalli­gist VfL Schwar­tau beispielsweise hat sicherlich we­sentlich mehr zu bieten als wir. Wir können nicht mit finanziellen Zu­wendungen oder gar Handgeld die­nen. Bei uns gibt es nur Spaß, Lust am Handball und Schweiß."

Münch fiebert der Entscheidung der  Spielerin trotzdem entgegen. Auch wenn er noch nicht so ganz glaubt, dass Melanie Bernecker von der 2. Liga sportlich in die Bezirksliga „absteigen „ wird, ein Fünkchen Hoffnung auf den Coup kann er nicht leugnen: „Ich wäre nicht enttäuscht, wenn sich Melanie für einen höherklassigen Verein entscheidet, sollte sie sich aber ihrer Schwester anschließen und zum SCR wechseln, wäre das eine Riesensache.“

 

Bernecker-Wechsel zum SC Rönnau 74 perfekt

Klein Rönnau (bru) Vollzug mel­dete Eberhard Münch, der Trainer der Bezirksliga-Handbauerinnen des SC Rönnau 74, in Sachen Melanie Bernecker. „Melanies Wechsel vom Zweitligisten VfL Oldesloe zu uns ist perfekt, ihr Spielerpaß liegt vor."

Zwar ist im Dokument noch ein Sperrvermerk, aber dieser sei nicht mehr als eine Formsache. Münch geht fest davon aus, daß Melanie Ber­necker, nach ihrer Schwester Stefa­nie und Nicole Röhrs die dritte ehe­malige Bad Oldesloerin rnit Zweitli­gaerfahrung, die in das Trikot des SCR schlüpft, rechtzeitig zum Start der Punktrunde spielberechtigt sein wird.

LN vom12.07.2012

VfL-Coach Schilk: Keine Krise

Handball-Zweitligist Oldesloe laufen langsam die Spielerinnen weg

 

Die Mei­ster-Mannschaft löst sich auf - doch der Trainer be­hält die Ruhe. „Wir werden eine starke Truppe ins Ren­nen schicken, und wir wer­den wieder ganz oben mit­spielen!" erklärte selbstbewusst Claus Schilk, Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe.

Keine Krise also beim Zweitliga-Meister? Immer­hin haben in den vergange­nen Tagen und Wochen fünf Stammspielerinnen dem Verein Lebewohl gesagt,'nun kündigten auch noch Torhüterin Jeanine Hilde­brandt (will in Rostock stu­dieren) und Britta Peterat ihren Weggang an. Zuvor hatten sich bereits die Ge­schwister Bernecker, Nicole Röhrs, Anette Schumann und Ulrike Rühter vom VfL losgesagt.

Dennoch sieht Schilk kei­nen Grund zur Panik. „Jede einzelne hatte gute und fast immer private Gründe," meint der Trainer der aller­dings einräumt, daß nicht alle Spielerinnen im Frieden gingen: „Manchmal spielte auch das Geld eine Rolle, ei­nige Spielerinnen haben of­fensichtlich sich und ihre Leistung überschätzt." Als Neuzugänge vermeldet der VfL bislang Torhüterin Ale­xandra Hofmann (Eilbek), Ivonn Boßa (Walle Bremen) und Eike Lange (Frankfurt/ Oder)

 

Handball-Bezirksliga: Die Frauen der SGRönnau/Stocksee enorm verstärkt

Drei Oldesloerinnen kamen 

Die Favoriten­rolle in der Handball-Bezirksliga der Frauen dürfte in diesem Jahr eindeutig vergeben sein: Im letz ten Jahr war man noch krasser Außenseiter, jetzt aber ist die HSG Rönnau/Stocksee der Topfavorit in dieser Liga. Nach dem knapp verpaßten Aufstieg in die Oberliga hat sich die Mannschaft um Trai­ner Eddy Münch erheblich ver­stärken können.

Spektakulärste Zugänge bei der HSG Rönnau/Stocksee sind die Geschwister Stefanie und Melanie Bernecker sowie Nicole Röhrs. Alle drei spiel­ten in der letzten Saison noch für den Zweitligisten VfL Ol­desloe. Mit ihnen strebt die HSG zumindest die Aufstiegs­runde zur Oberliga an.

Für dieses Ziel hat Trainer Eddy Münch eine seriöse und harte Vorbereitungsarbeit an­gesetzt; dabei legt der erfolg­reiche Trainer großen Wert auf eine Gleichbehand­lung aller Spielerinnen, um wieder eine Mannschaft ohne Stars aufbieten zu können. Noch fraglich ist. ob Gertrud Lukacs wieder dabei sein wird. derzeit hält sie sich in ihrer ungarischen Heimat auf.

Der Terminplan ist ge­spickt: Neben dem dreimali­gen Training in der Woche -Kondition und Taktik - ste­hen Trainingslager und Freundschaftsspiele auf dem Programm. Der Saisonstart erfolgt am 30. August beim Nachbarn SV Todesfelde.

 

Bild-Zeitung 4. September 1992

Knall-Start in die 2. Bundesliga. Beim Vfl. Bad Oldesloe fliegen die Fetzenl Gegen Harrislee sind nur neun Mädels am Start. Sieben verließen den Klub.

Haupt-Personen im Hand­ball-Krach: Rückraum-Spie­lerin Melanie Bernecker (21) und Trainer Claus Schilck (39). „Meli" floh zum SC Rön­ nau (Bezirksliga). Ihr Begrün­dung: Psycho-Terror durch Schilck. „lm Training flossen Tränen statt Schweiß." Der Coach kontert: „Blödsinn, sie forderte mehr Geld. Wer nächtelang durchmacht und keine Leistung bringt, kriegt Feuer."

Gerichts-Vollzieher Schilck wollte von Rönnau 8 500 Mark Ablöse eintreiben. Weil Melanie noch einen Zweijahres-Vertrag hat. Der SC zahlte nicht. „Mell" spiel­te trotzdem - angeblich mit falschem Paß. Schilck: „Den hat sie sich erschlichen. In­dem sie unsere Freigabe-Verweigerung unterschlug."

Melanie will vor Gericht eine Vertrags-Auflösung durchsetzen. Schilck hölt da­gegen: „Dann verklage ich sie auf 15 000 Mark

 

Segeberger Zeitng vom 4.9.2012

 BerneckermSchwestern lange gesperrt?

HSG Rönnau / Stocksee vor dem Kreisderby gegen SC Kisdorf mit großen Problemen

Wenn nicht noch ein kleins Wunder geschieht, wird Handball Bezirksligist HSG Rönnau/Stocksee die Ex-Oldsloerin Stefanie Bernecker nicht vor dem 1. November, ihre Schwester Melanie in dieser Saison überhaupt nicht einsetzen können. Die Bernecker-Schwestern haben sich in den Fallstricken ihrer Verträge mit dem VfL Oldesloe verfangen.

"Es sieht nicht gut aus," beschreibt der Rönnauer Spartenleiter Hendrik Pflieg­ner die Situation, „rein formal scheint der Bad Oldesloer Verhandslungsführer Clans Schilk im Recht zu sein." Stefanie Berneckern Vertrag mit dem VfL ist .zwar mit dem 30. Juni abgelaufen, aber die der HSG in Juli vorliegende Freigabe war von der Geschäftsstelle des Kreis­handballverbandes irrtümlich erteilt worden.

„Zum 1. Juli konnte Stefanie laut DHB-Satzung gar nicht frei sein, wir ha­ben sie aber in gutem Glauben auf dem Vorbereitungsturnier in Leezen dum­merweise eingesetzt. Dadurch ver­schiebt sich die Spielberechtigung." Oh­ne das Leezener Turnier wäre Stefanie Bernecker zum 1. September frei gewe­sen, so erst zwei Monate später.

Pfliegner. "Stefanie ist zwar von Ver­bandsseite noch nicht offiziell gesperrt, ein Einsatz würde aber allem Anschein nach zu Punktabzügen am grünen Tisch führen."

Offiziell gesperrt ist dagegen Melanie Bernecker. Ihr Vertrag, aus dem sie vor­zeitig ausgestiegen ist, endet erst am 30. Juni 1993. „Niemand kann den VfL zwingen, Melanie vorher die Freigabe zu erteilen", resigniert Pfliegner.

Einzige Möglichkeit sei es, den Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen zu lö­sen. Aber das würde die HSG teuer zu stehen kommen. Die Fronten zwischen Schilk und Spielerinnenvater Bernecker sind verhärtet, nicht zuletzt nach ver­leumderischen Behauptungen Schilks über den Charakter der Benecker‑ Schwestern in der Presse (die Schilk in­zwischen zurücknehmen mußte).

„Mit Oldesloer Entgegenkommen können wir nicht rechnen", weiß Pflieg­ner. Aber selbst wenn die HSG bereit wäre, eine Ablösesumme zu zahlen, wä­re das Problem nicht gelöst: Beide Spie­lerinnen haben erklärt, lieber warten als freigekauft werden zu wollen. Vor allem Melanie will nicht mit dieser Hypothek Handball spielen."

Pfliegner gibt zu, daß die Rönnauer Offiziellen die Probleme unterschätzt hätten: "Ein wenig blauäugig waren wir schon, ausgekannt hat sich in dieser schwierigen Materie keiner. Wir haben uns zwar in die Sache eingearbeitet, der totale Durchblick fehlt jedoch. Aber dar­über sollte uns niemand Vorwürfe ma­chen. Die Sachlage im sogenannten Amateursport Handball ist so diffus, daß es selbst an höchster Stelle im Handball­bund kaum jemandem möglich ist, ver­bindliche Auskunft zu bekommen.

Ohne die Bernecker-Schwestern wird aus dem „Starensemble" HSG Rönnau / Stocksee eine „normale" und damit be­zwingbare Bezirksligamannschaft. Das will am Sonntag im Kreis-Segeberg.Der­by der Neuling SC Kisdorf beweisen.

„Wenn wir Magdolna Csiha, die nicht nur torgefährlich ist, sondern im Angriff fast alle Impulse gibt, in den Griff be­kommen, haben wir eine echte Chance", glaubt SCK-Coach Klaus-Hermann Bornholdt an den Erfolg seiner jungen Truppe. Bornholdt kann, im Gegensatz zu HSG-Trainer Münch, nahezu auf sei­ne Bestbesetzung zurückgreifen, nur Torhüterin Annika Mahn ist außer Ge­fecht. Sie hat sich gegen Mölln das Knie verdreht, sodass mit Tina Holst nur eine Keeperin im Aufgebot stehen wird.

Spielbeginn: Sonntag, 16.15 Uhr, in der Bad Segeberger Halle am Städti­schen Gymnasium.

Der SV Todesfelde hat sich beim 10:11 zum Auftakt gegen die HSG Rönnau / Stocksee glänzend verkauft, stand am Ende allerdings aufgrund einer eklatan­ten Strafwurfschwäche mit leeren Hän­den da. Sonntag wartet mit dem TSV Travemünde der nächste dicke Brocken.

Die Travemünderinnen unterstrichen mit dem 22:15 in Malente, daß sie nicht zu Unrecht als Anwärter auf einen Auf­stiegsrundenplatz gelten. Für das Buch­holz-Ensemble besteht nur dann eine Außenseiterchance, wenn es die glän­zende Abwehrleistung der Vorwoche wiederholen kann.

Spielbeginn: Sonntag, 16.30 Uhr, in Travemünde. 

 

Der Fall Bernecker 

Die Auseinandersetzung zwi­schen dem Vfl, Bad Oldesloe und der ehemaligen Spielerin Melanie Bernecker scheinen einen erneuten Höhepunkterreicht zu haben. Nach­dem Bernecker am 25. Juni erklär­te, aus persönlichen Gründen nicht mehrfürdie Stormarnerinnen spie­len zu wollen und sich der HG Rönnau/Stocksee anschloß, erhebt Schilk jetzt eine Ablöseforderung in Höhe von 8.000 Mark.

Zusätzlich vertritt Schilk den Vorwurf, Bernecker habe sich die Spielberechtigung trotz einer Frei­gabeverweigerung beim Paßwart des KHV geberg Herrn John Fieder, erschlichen.

Der Vertrag von "Melli läuft noch bis zum 30. Juni 1992 und kann nur aufgekündigt werden, wenn der Verein vier Wochen mit seinen Zahlungen im Rückstand ist oder derselbe fristgemäß ausläuft.

Schilk hat gemäß der Satzung und Ordnung Bemecker den DHB­ Paß ausgehändigt und ihr eine Frei­gabeverweigerung erteilt und diese bei der zuständigen Paßstelle hin­terlegt

Trotzdem hat sie bei Fieder die Spielberechtigung beantragt, ohne auf diese Freigabeverweigerung hinzuweisen. "Ich bin von ihr rein­gelegt worden ., gab der Betroffene gegenüber ,Nord Sport" zu.

Fieder hat anschließend vorschnell und ohne die nötige Sorgfalt Bernecken DHB-Paß für ungültig erklärt und Bernecker die Freigabe erteilt.

Die Satzung sieht aber in Paragraph 4 Absatz3 vor, daß bei Vereins wechsel die Spielberechtigung frühestens erteilt wird, sobald die Ab­meldung beim früheren Verein und der bisherige Spielausweis beim DHB vorliegen. Beides ist nicht ein­gehalten worden, da Fieder den Paß erst heute dem DHB zuschicken will.

Der Paragraph 5 Absatz 2 sieht ferner vor, daß bei Vereinswechsel während der Laufzeit eines Vertagen die Spielberechtigung nur ereilt wer­den darf, wenn der Vertrag im bei­derseitigen Einvernehmen aufgelöst odergekündigt worden ist. Auch das ist nicht der Fall gewesen.

_Inzwischen hat Bernecker mit der erschlichenen und unrechtmäßigen Spielberechtigung bereits ein offizielles Spiel für Rönnau absolviert. Ich habe dem Bezirk  bereits mitgeteilt", gab Schilk bekannt. Die Spielberechtigung, die Fieder im guten Glauben und ohne Kennt­nis der Spielordnung gegeben hat, wird durch Paragraph 12 Absatz 2 ungültig. Darin heißt es: Eine Spielberechtigung, die zu Unrecht erwor­ben ist, ist unwirksam. Gegen die Unwirksamkeit schützt auch kein guter Glaube.

 

Markus Naym 

Segeberger Zeitung vom 10.10.1992

Handballerin bis 1994 auf Eis?

Melanie Bernecker ist Streitobjekt zwischen VfL Oldesloe und dem SC Rönnau 74 

Klein Rönnau. Zahlt der SC Rönnau 74 an den VfL Oldes­loe keine Ablösesumme, wird die Handhallerin Melanie Ber­necker in der laufenden Saison wohl kaum für ihren neuen Verein zum Einsatz kommen. Im Extremfall könnte „Mehl" sogar eine Sperre bis in das Jahr 1994 hinein drohen. Für ihre Schwester Stefanie hingegen – ebenfalls vom Vfl, Ol­desloe gekommen – gibt es einen Silberstreif am Horizont. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl von Seiten der Rönnauer Verantwortlichen könnte sie spätestens zum 1. November spielberechtigt sein.

Mit einer Pressekonferenz wollten der SC Rönnau 74 und die Geschwister Ber­necker ihre Sichtweise im Wechsel-Theater verdeutlichen. Aber die Angele­genheit scheint zu einem Trauerspiel zu werden: Der VfL Oldesloe hält speziell im Fall Melanie Bernecker alle Trümpfe in der Hand.

Stefanie (seit zehn Jahren beim VfL) und Melanie (sechs Jahre dabei) waren mit dem Stormarner Verein von Klasse zu Klasse geklettert und hatten ihren ' Anteil daran, daß der VfL Oldesloe in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Ab dieser Spielklasse schreibt der Deutsche Hand­ball-Bund zwingend vor, daß zwischen Verein und Spielern Verträge abge­schlossen werden müssen.

Die meisten Zweitliga-Klubs – so auch der VfL Oldesloe – sind weit davon ent­fernt, unter Profibedingungen zu spielen und ihre Akteure entsprechend zu ent­lohnen. Dennoch mußten die Verträge unterzeichnet werden.

Stefanie unterschrieb bis zum 30. Juni 1992, Melanie sogar bis zum 30. Juni 1993. „Von Seiten des VfL Oldesloe wur­de mir gesagt, die Unterschrift würde keine Konsequenzen haben. Wenn ich einmal gehen wollte, weil sich Spitzen­handball und Privatleben nicht mehr vereinbaren ließen, wäre die Aufhebung nicht mehr als eine Formalität."

Doch diese Unterschrift ist es, die Me­lanie Bernecker am Handballspielen bei der BT hindert. Da hilft es nichts, daß es im Kontrakt nur um Essenzuschüsse bei Auswärtsspielen und Kilometergeld geht, von sonstigen Aufwendungen kei­ne Rede ist und nur von Pflichten der Spielerin, aber nicht des Vereins gespro­chen wird – ihre Unterschrift hat die ge­bürtige Todesfelderin geknebelt.

Das alles ahnte Melanie Bernecker nicht, die zugibt, zumindest leichtsinnig gewesen zu sein: „Als ich beim VfL Ol­desloe unterschrieb, konnte ich nicht ahnen, daß sich bei mir Grundlegendes ändern würde." Die Spielerin geht zur Fachoberschule in Bad Segeberg, der ;fast professionelle Aufwand („Drei bis viermal die Woche zum Training nach Bad Oldesloe, dazu noch die Spiele, die uns auswärts durch die halbe Republik führen") ist ihr eine zu große Belastung.

Zum zweiten ist ihr Verhältnis (auch das ihrer Schwester Stefanie) zu Ex-Trainer Claus Schilk zerrüttet: „Schilk hat uns öffentlich bloßgestellt und syste­matisch fertiggemacht – Handball brachte keinen Spaß mehr."

Melanie kündigte ihren Vertrag mit dem VfL einseitig am 26. Juni. Das Thea­ter begann: Der VfL Oldesloe erkannte die Kündigung nicht an, war aber – in persona Claus Schilk und Spartenleiter Dorn – bereit, den Kontrakt in „gegen­seitigem Einvernehmen" aufzulösen. Im Klartext heißt das: Der VfL Oldes­loe forderte eine Ablösesumme. „Erst waren 8500 DM plus Umsatzsteuer, dann rund 8000DM im Gespräch," nennt SCR-Spartenleiter Hendrik Pfliegner Zahlen.

Der SC Rönnau 74 war nicht bereit, für eine Spielerin, die in der Bezirksliga aufs Feld sollte, solch eine hohe Summe zu zahlen. Melanie selbst wollte auf keinen Fall freigekauft werden. „Ich spiele Handball als Hobby und will nicht mit der Hypothek herumlaufen, in Sportler­kreisen als wandelnder Geldschrank verschrien zu sein."

Der VfL Oldesloe stellt sich stur, pocht zwar nicht darauf, daß Melanie – was nach Lage der Dinge möglich wäre –zum Training in Bad Oldesloe erscheint, bewegt sich aber auch keinen Schritt auf die Rönnauer zu. „Ich habe ein langes, freundschaftliches Gespräch mit Oldes­loes Vorsitzendem Busch geführt, der gleichzeitig 2. Vorsitzender des Lande­sportverbundes ist," betont SCR-Vorsit­zende Conny Albern, aber alle Appelle an Sportsgeist und Fairneß der jungen Sportlerin gegenüber, die zwischen allen Stühlen sitzt, haben nicht gefruchtet. Busch betonte, die Handballsparte sei autonom, er halte sich aus deren Angelegenheiten heraus."

Die Klein Rönnauer haben sich mit der verzwickten Geschichte vor gerau­mer Zeit mit der Bitte um eine Entschei­dung an den Deutschen Handballbund gewandt. Die Antwort aus Dortmund: Der Vertrag kann nur in gegenseitigem Einvernehmen gelöst werden – eine Auskunft, mit der sich die Rönnauer nicht zufrieden geben wollen.

Nun wird der Vertrag von Rechtsan­wälten unter die Lupe genommen. Pfliegner meint Ansatzpunkte zu zivil­rechtlichem Vorgehen gefunden zu ha­ben: „Der Kontrakt ist ein einseitig ge­haltener Knebelvertrag und möglicher­weise auch sittenwidrig.".`

Aber ganz gleich, ob die Rönnauer ge­richtlich vorgehen werden: Die Sache wird jede Menge Zeit beanspruchen, bis ein Urteil gesprochen ist. Zeit, während der Melanie Bernecker nicht Handball spielen darf.

Nur wenn sich die Vereine VfL Oldes­loe und SC Rönnau 74 nun, wo viel Por­zellan zerbrochen wurde, wider Erwar­ten doch noch einigen sollten, bestünde für Melanie Bernecker die Chance, in absehbarer Zeit wieder spielen zu dür­fen. Dann wäre ihre Situation mit der ih­rer Schwester Stefanie nahezu identisch.

Auch Stefanie liegt noch „auf Eis", da sie Mitte August, ebenso wie Melanie,

bei einem Turnier in Leezen schon für den SCR gespielt hat – unberechtigter-weise. Es lag zwar eine Freigabe von Sei­ten des ' Kreishandballverbands­Geschäftsführers John Fieder vor, aber Fieder war ein Irrtum unterlaufen – er hätte die Bemecker-Schwestern gar nicht freigeben' dürfen, noch nicht ein­mal die obligatorische Acht-Wochen­Sperre bei Vereinswechseln war abge­laufen

Das hätten allerdings auch die Spiele­rinnen und SCR-Coach Eberhard Münch wissen müssen, die erst stutzten, als das Kind in den Brunnen gefallen war.        i         :

Aber mit dieser Panne können die Rönnauer leben; für Stefanie verlängert sich – wenn Fieder seinen Fehler korri­gert, als Freigabedatum den (richtigen) 1. September in den Paß einträgt, sich der SCR danach wegen des Einsatzes in Leezen selbst anzeigt und der Vorgang auf Bezirksebene geprüft ist – nur um einen oder zwei Monate. Dann wäre die Sache spätestens am 1. November aus der Welt.

Ähnlich wäre es bei Melanie, wenn der SCR – einen anderen Ausweg, die Spie­lerin freizubekommen, scheint es nicht zu geben – eine Ablösesumme bezahlt. Dann würden wohl auch die Handball­verbände stillhalten, obwohl in Funktio­närskreisen (Fieder: „Eine Riesensaue­rei"; Bezirksspielwart Zeidler: „Nach meinen Informationen könnte der Tat­bestand des Erschleichens gegeben sein") offen davon gesprochen wird, Me­lanie Bernecker habe sich die Freigabe erschleichen wollen, da sie vom Inhalt eines Freigabeverweigerungssehreibens des VfL Oldesloe gewußt, ihn aber Fie­der nicht mitgeteilt habe.

Pfliegner sieht das anders: „Es steht nirgendwo in der Rechtsordnung, daß ein Spieler verpflichtet ist, den Verband von einer Freigabeverweigerung zu un­terrichten. Wohl aber ist in § 12, Ziffer 5 der Spielordnung festgelegt, daß der Verband, bei dem ein Antrag auf eine Spielberechtigung eingeht – in unserem Fall der KHV Segeberg – verpflichtet ist, innerhalb von 14 Tagen beim abgeben­den Verband – KHV Storrnarn – alle Unterlagen, insbesondere Freigabever­weigerungen, anzufordern. Hier werden Ursache und Wirkung in Gegenteil ver­dreht; es wird versucht, Melanie die Schuld für einen schweren Verfahrensfehlers des Kreishandballverbandes zu­zuschieben."

Aber dennoch, auch Pfliegner weiß: Kommt es für Melanie Bernecker ganz dick, könnte sie bis in das Jahr 1994 hin­ein nicht spielen: Vertrag mit dem VfL Oldesloe bis zum 30. Juni 1993 plus zwei Monate Sperre wegen Vereinswechsels plus Urteil wegen Erschleichens einer Spielberechtigung: Strafmaß sechs Mo­nate. 

JÜRGEN BRUMSHAGEN

 

Lübeckerr Nachrichten vom 9.10.1992

Endloses Gerangel um Melanie Bernecker

Das Ge­rangel um die Geschwister Bernecker hält die Hand­ballszene weiter in Bewe­gung. Steht für Stefanie Bernecker die Spielberech­tigung für den Bezirksligi­sten HSG Rönnau/Stock­see unmittelbar ins Haus, bleibt die Lage im Fall der jüngeren Melanie vertrackt.

Zur Erinnerung: Sowohl Stefanie als auch Melanie Bernecker wechselten zu­sammen mit Nicole Röhrs zu Beginn dieser Saison vom Zweitligisten VfL Ol­desloe zur HSG. Allerdings mit unterschiedlichen Vor­zeichen. Stefanies Vertrag beim VfL war ausgelaufen, doch durch einen von HSG­Seiten unbedachten Einsatz vor Ablauf der Wartefrist erhielt sie die jetzt getilgte Sperre. Die jüngere Bernek­ker hat allerdings in Oldes­loe einen Vertrag bis zum 30. Juni 1993 unterschrie­ben. Der Zweitligist, na mentlich Trainer Claus Schilk, pocht auf Einhal­tung des Kontrakts, fordert ersatzweise eine Abfindung von 8000 Mark.

Doch weder der in der HSG federführende SC Rönnau noch Melanie Ber­necker selbst wollen sich auf diesen Kuhhandel ein­lassen. So blauäugig beide auch in die Misere schlid­derten, fühlen sie sich jetzt vom kleingeldgeprägten Profigeschäft überrumpelt.

Hinter den Kulissen wird laut darüber nachgedacht, inwieweit der Zwist mit den Differenzen zwischen VfL-Coach Schilk und Viktor Bernecker, der sich lange beim VfL engagierte, zu­sammenhängen könnte. Leidtragende ist Melanie Bernecker, die schulische Gründe für ihren Vereins­wechsel angab. Der SC Rönnau überlegt, auf zivil­rechtlichem Weg die Freigabe zu erwirken. hol.

 

Stefanie Bernecker spielt ab Mitte November

Verwirrung herrscht beim Frauen­Handball-Bezirksligisten HSG Rönnau / Stocksee um die Freigabe der Bernecker-Schwestern. Während Melanie Wecker weiter auf Eis liegt, gibt es für ihre Schwester Stefa­nie sogar zwei verbindliche Freigabetermine: 1. August und 1. November.

„Das Ganze nimmt groteske Züge an," meint Rönnaus Obmann Hendrik Pflieg­ner und wundert sich über gar nichts mehr: Kreisspielwart John Fieder be­harrt darauf, daß Stefanie schon seit Au­gust hätte spielen können, Jochen Zeid­ler vom Bezirk hat uns ab November grünes Licht gegeben." Um wirklich ganz sicher zu gehen, daß die vom Vfl, Oldesloe gewechselte Rückraumspiele­rin spielberechtigt ist, wird Trainer Eddy Münch Stefanie Bernecker im laufenden Monat Oktober nicht einsetzen: „Weder am Sonntag gegen Groß Grönau noch gegen Mölln werde ich Stefanie bringen; sie gibt ihr Debüt am 15. November ge­gen den VfL Geesthacht."

Ein neues Gesicht wird aber dennoch am Sonntag auflaufen: Madeleine Mig­ge, nach zwei Jahren Handballpause wieder heiß auf das runde Leder, ist für Münch eine echte Alternative auf der bisher nicht optimal besetzten Position am Kreis. „Konditionell hat Madeleine zwar noch erhebliche Defizite, aber spielerisch bringt sie das Zeug dazu mit, un­ser Kreisläuferinproblem zu lösen." Ansonsten vertraut der Trainer auch gegen den Tabellenvierten TSV Groß Grönau - jenes Team, das den Münch­ Schützlingen die bislang letzte Bezirks­liga-Niederlage beigebracht hat - auf die Mannschaft, die stolze 10:0 Punkte sam­melte. Auch Gertrud Lukacs wird auf­laufen, wenn auch ohne intensive Vor­bereitung: Ihr Dienst endet erst eine Viertelstunde vor dem Anpfiff. 

Fax Schilk

Rönnau vor dem Aus? Punktabzüge drohen

Das hatten sich die Verantwortli­chen der HG Rönnau/Stocksee si­cherlich etwas anders vorgestellt. Am Buß- und Bettag reiste der bis dahin noch ungeschlagene Spitzenreiter der Handball Bezirksliga Süd der Frauen zum Spitzenspiel zum Tabellenzwei­ten TSV Travemünde. Nicht nur, daß Rönnau die beiden Punkte und die Tabellenführung an Travemünde ver­lor, sondern jetzt geht es auch noch ans "Eingemachte".

Denn nach dem Spiel beantragte der TSV Travemünde beim Bezirk Süd die Überprüfung der Spielbe­rechtigungen der beiden Neuzugänge Steffi Bernecker und Nicole Röhrs (beide vom VfL Oldesloe). Dieser Antrag wurde schriftlich im Spielbe­richt fixiert und dem Bezirk Süd ebenfalls schriftlich mitgeteilt.

Hintergrund dieses Antrages ist die dubiose Art und Weise, wie beide nach der fristgemäßen Vertragsauflö­sung durch den VfL Oldesloe zum 30. Juni 1992 bereits am 1.8 spielbe­rechtigt waren. Steffi Bernecker, die bereits auf einem Vorbereitungstur­nier in Leezen (Nord Sport berichtete) gespielt hat, erstatte damals Selbstanzeige und wurde folgerichtig weiterhin gesperrt. Für sie war es der zweite Einsatz in der Mannschaft der HG.

Bei Nicole Röhrs geht die Proble­matik noch tiefer. Bei fristgemäßem Auslaufen des Vortages zum 30. Juni  wäre eine Spielberechtigung erst zum 30. August (zwei Monate Sperre bei Vereinswechsel) möglich gewesen.

Diesen Sachverhalt hat jetzt der Bezirk Süd zu prüfen. Sollte tatsäch­lich nachgewiesen werden, daß Röhrs zu Unrecht gespielt hat, dürften alle Punkte, die mit Rörhs erzielt worden sind, aberkannt werden, also aus 16:2 würden 0-.18 Punkte werden. Eine bit­tere Pille für Rönnau, die sich die Verantwortlichen allerdings selbst verabreicht haben. Der Verdacht der Urkundenfälschung, den viele in die­sem Sachverhalt verankert sehen, konnte "Nord Sport" nicht nach re­cherchieren. Jedenfalls sollten die Aufstiegsgedanken schnell abgehakt werden.               

 Markus Naym

 

Segeberger Zeitung vom 12.12.1992 

Für die HSG sind 14 Punkte futsch

Alle Spiele vor dem 1. November, in denen Röhrs mitwirkte, als verloren gewertet

Die Bezirksliga-Handballerinen der HSG Rönnau / Stocksee stehen unter Schock. Am grü­nen Tisch wurden die ersten sieben Saisonspiele der Münch-Schützlinge – alles Siege – in Niederlagen umge­wandelt; der Tabellenzweite ist auf Platz 10 abgestürzt.

Der Grund für die drastische Strafe: Nicole Röhrs, vor Beginn der Serie vom Zweitligisten VfL Oldesloe zur HSG gewechselt, ist nach Auffassung des Bezirksspielwartes Joachim Zeidler (Mölln) vor dem 1. November nicht spiel­berechtigt gewesen.

Die Vertragsauflösung zwischen Ni­cole Röhrs und dem Vertreter des VfL Oldesoe, Claus Schilk, auf den 20. Mai datiert, ist für Zeidler nicht gültig. Und daß John Fieder, Spielwart des Kreises Segeberg, Röhrs sogar (irrtümlich) die Spielberechtigung schon zum 1. Au­gust erteilte, hat für Zeidler auch keine Bedeutung, haftet im Handball doch der Verein für Fehler der spielleiten­den Stellen.

Fakt ist, daß Nicole Röhrs – wie auch Stefanie Bernecker – Mitte August ein Vorbereitungsturnier im Trikot der HSG bestritten hat, zu einem Zeit­punkt, wo die von Fiedler erteilte Frei­gabe vorlag. „Wir hätten über die Spiel­berechtigung stutzen müssen", räumt HSG-Spartenleiter Hendrik Pfliegner ein. Ein wenig naiv, im Glauben an das Satzungswissen der Handball-Geschäftsstelle, seien Nicole Röhrs und Stefanie Bernecker eingesetzt worden, gibt Pfliegner zu.

Den Einsatz von Bernecker hatten die HSG-Offiziellen Zeidler angezeigt, woraufhin dieser – als Strafe für Spie­len ohne Berechtigung – die Wartefrist vom 1. September bis zum 1. Novem­ber verlängert habe. Im Fall Röhrs un­terblieb dieser Schritt, da bei ihr aus Sicht der HSG-Verantwortlichen alle Fristen gewahrt worden waren.

Nach dem Punktspiel am 15. No­vember hat jedoch der TSV Trave­münde die Mitwirkung von Nicole Röhrs zur Anzeige gebracht. Ein Ver­fahren wurde eingeleitet, das jetzt mit dem Urteil Punktabzug endete.

„Zeidler hat mündlichen Aussagen des Bad Oldesloers Schilk mehr Glau­ben geschenkt als dem Auflösungsver­trag, den wir vorgelegt hatten," wun­dert sich Pfliegner, der moniert, daß junge Handballerinen nun dafür be­straft würden, daß sich keine spiellei­tende Stelle – weder auf Kreis- noch Bezirksebene – in der Spielordnung so weit auskenne, um verbindliche Aus­sagen zu machen, an denen sich die Vereine orientieren könnten: „Wir ha­ben uns blauäugig auf die Spielwarte verlassen, nun stehen die Spielerinnen im Regen.« Wiederholt habe die HSG bei Fieder und Zeidler die Überprü­fung der Spielberechtigungen bean­tragt, aber keine Antwort erhalten.

Mit dem Punktabzug ist die Angele­genheit für die HSG noch längst nicht erledigt. Nicole Röhrs, die bisher in al­len Spielen mitwirkte, wurde mit einer Sperre bis zum 17. Januar 1993 be­dacht. Und auch Stefanie Bernecker, die sich mit der verlängerten Wartezeit bis zum 1. November durch das Gewirr hindurchgeschlängelt glaubte, wurde zusätzlich mit einer Sperre bis zum 15. Januar belegt.

„Das verstehe, wer will," sagt Pflieg­ner kopfschüttelnd, „warum Steffanie noch einmal brummen muß, obwohl Zeidler vor Monaten sagte, die Sache sei vom Tisch, ist mir unbegreiflich. Auch dem Schreiben vom Bezirk kann ich keinen Hinweis entnehmen."

Jetzt, wo sich die spielleitende Stelle des Handballbezirkes Süd zum harten Durchgreifen entschlossen zu haben scheint, könnte es für die HSG noch schlimmer kommen. Zeidler hat das Verfahren an die Rechtsstelle weiter­geleitet, wo darüber entschieden wird, ob alle Spiele der HSG als verloren ge­wertet werden.

"Daß solche Dinge im Amateursport möglich sind, geht nicht in meinen Kopf," faßt Pfliegner zusammen, „ein Mann wie der Bad Oldesloer Claus Schilk wirft Spielerinnen, die wech­seln wollen, Knüppel zwischen die Beine. Mit Winkelzügen und Tricks wird versucht, die Spielerinnen auflau­fen zu lassen und so lange wie möglich auf Eis zu legen. Und der Verband macht dieses Spiel mit – mit Sport hat das Ganze nichts mehr zu tun. Die Spielerinnen sind das Opfer übler Ma­chenschaften und persönlicher Ani­mositäten."

Das Urteil akzeptieren wird Pfliegner nicht: „Wir werden Einspruch erheben  und im Bedarfsfall juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, um die­sen bösen Spuk zu beenden." 

Segeberger Zeitung

 

Freifahrtschein für die Funktionäre des Handball-Verbandes

"Wird die Spielberechtigung zu Unrecht erteilt, ist sie unwirksam. Gegen die Unwirksamkeit schützt auch kein guter Glaube", heißt es in § 12 der Handball-Spielordnung.

Anders formuliert bedeutet das: Begeht eine spielleitende Stelle ei­nen Fehler, wird nicht sie bestraft, sondern der Verein oder Spieler, der sich darauf verlassen hat, das alles rechtens war.

Ein Passus, der nachgerade ein ,Persilschein" für die Verbandsfunk­tionäre ist. In der Natur des Men­schen liegt es, Fehler zu machen, doch im Handball müssen dafür an­dere geradestehen.

Auch wenn die Angelegenheit im Fall der HSG Rönnau / Stocksee -der wegen angeblich unberechtigter Mitwirkung einer Spielerin sieben Siege aberkannt wurden - unge­wöhnlich kompliziert lag: Es lag erst einmal eine Spielberechtigung von der Geschäftsstelle des Kreishand­ballverbandes Segeberg vor. Auf wen sollen sich die Vereine denn noch verlassen, wenn nicht auf ihren Ver­band? Sollten sie lieber alle schwieri­gen Fälle selbst abklopfen, um auch wirklich abgesichert zu sein?

Fast scheint es so. Der TSV Lent­föhrden kann ein Lied davon singen. Als dort unlängst Unsicherheit herrschte, ob ein gesperrter Spieler eingesetzt werden darf, wurde -nachdem Geschäftsführer John Fie­der telefonisch nicht erreicht werden konnte - Kreishandballverband­ Rechtswart Uwe Rahf konsultiert. Die Lentföhrdener Mannschaft hörte das Telefongespräch mit, in dem Rahf die Angelegenheit klärte: Der Spieler dürfe eingesetzt werden.

Dem war aber nicht so, entschied die spielleitende Stelle - also Flieder. Die Punkte waren futsch, der Akteur wurde zudem langfristig verknackt.

Lentföhrdens Trainer Schreiber fühlt sich im Stich gelassen: Wenn der Rechtswart nicht kompetent ist und dessen Aussage die Zeit nicht wert war, die das Gespräch gedauert hat, wer ist dann für die Vereine ein geeigneter Ansprechpartner, der ver­bindlich Auskunft geben kann?"

Sowohl der TSV Lentfbhrden als auch die HSG Rönnau / Stocksee wollen die Sache nicht auf sich beru­hen lassen, obwohl sie wissen, daß sie womöglich am kürzeren Hebel sit­zen. Beide wollen Klarheit, notfalls auf juristischem Wege. Vielleicht läuft die Gültigkeit des Freifahrt­scheines für Funktionäre ja eines Ta­ges ab.

JÜRGEN BRUMSHAGEN

 

Leser haben das Wort

Auf unsportliche Weise Vorsprung verschafft

Zu Für die HSG sind 14 Punkte futsch" (18. Dezember).

Wir, die weibliche A-Jugend des SC Rönnau, sind entsetzt, daß bei mangeln­der spielerischer Leistung versucht und durchgeführt wird, daß andere Mann­schaften am grünen Tisch niederge­macht werden!

Nach Auskunft der zuständigen Stel­len waren die Spielerinnen Stefanie Ber­necker und Nicole Röhrs nach ihrem Wechsel vom VfL Oldesloe zur HSG Rönnau / Stocksee ab einem Vorberei­tungsspiel vor Saisonbeginn spielbe­rechtigt. Nach diesem Spiel jedoch wur­de Stefanie Bernecker trotzdem vom 1. September bis 1. November gesperrt.

Als der TSV Travemünde nun Anfang November erkannte, was für einen ge­fährlichen Rivalen er in der Mannschaft der HSG sehen mußte, versucht er jetzt, sich auf unsportliche Weise einen Vor­sprung zu verschaffen.

Warum kam die Eingabe bezüglich Ni­cole Röhrs nicht sofort, sondern erst nach sieben Spielen? Etwa wegen der vierzehn Verlustpunkte für die HSG?

Wir meinen, daß ein solch unsportli­ches Verhalten nicht nötig ist. Kann man Handball nicht einfach als Freizeitver­gnügen mit eventuellen Niederlagen und Enttäuschungen akzeptieren? Au­ßerdem sind wir erschrocken, daß man sich auf die Aussagen der Verantwortli­chen nicht mehr verlassen kann und für deren Falschauskünfte die Konsequen­zen selbst zu tragen hat.

Weibliche A-Jugend des SC Rönnau
Annika Blohm
Theodor-Heuss-Ring 3

2360 Bad Segeberg

 

Segeberger Zeitung vom 15.1.1993

 

Stefanie Bernecker hättezu nicht pausieren müssen

Rechtsausschuß brütet noch über Entscheidung im Fall Röhrs

Bad Segeberg (bru) In der Bezirksliga Süd der  Hdhallerinnen warten alle Vereine darauf, wann der Rechtsausschuß des Bezirks ein endgültiges Urteil über den Einspruch der HSG Rönnau / Stocksee gegen die Sperre von Nicole Röhrs und den Abzug von 14 Punkten fällt. Bislang hat sich in Lübeck noch nichts ge­rührt. Auch weiß die Spielerin nicht, ob sie im Punktspiel gegen den ATSV Stockelsdorf auflaufen darf. Ihre Sperre bis zum Sonntag, 17. Januar, gilt nach Auskunft des Bezirkssspielwartes Jochen Zeidler (Höhn) nicht einschließlich Sonntag, sondern wird morgen um 24 Uhr abgelaufen sein. Es sei denn, der Rechtsausschuß verlängert die Sperre.

Momentan tappen alle Bezirksligisten im Dunklen, hängt von der Entschei­dung doch nahezu alles in der Spielklas­se ab. Bliebe es beim Punktabzug, ergä­be sich ein völlig neues Tabellenbild und die Karten im Rennen um die Oberliga­Aufstiegsrundenteilnahme und gegen den Abstieg würden neu gemischt.

- Vor einer Woche wischte der Rechts­ausschuß mit seiner Entscheidung, die Sperre für Stefanie Bernecker aufzuhe­ben, alle bis dahin getätigten Vorgänge vom Tisch. Im jetzt vorliegenden, fünf­seitigen Schiedsspruch heißt es: "In § 12 Ziffer 10 d der Spielordnung des Deut­schen Handballbundes ist ausgeführt: Die Wartefrist (bei Vereinswechseln) be­ginnt mit dem Tage der schriftlichen Abmeldung als Handballspieler beim bisherigen Verein. Erfolgt die Abmel­dung auf dem Postwege, gilt als Abmel­dedatum das Datum des Poststempels."

Daraus folgt, daß Stefanie Bernecker, deren Abmeldung beim VfL Oldesloe am 2. Juni eintraf, zum 2. August (nach Ablauf der obligatorischen zweimonati­gen Wartefrist) die Freigabe hätte erteilt werden müssen. Sowohl das im DHB­Spielerpaß eingetragene Abmeldedatum 17. Mai als auch die von der Geschäfts­stelle des Kreishandballverbandes  -berg erteilte Spielberechtigung zum 1. August waren demnach unrichtig.

Aus dieser Entscheidung - Spielbe­rechtigung ohne Wenn und Aber zum 2. August - ergibt sich für Stefanie Ber­necker die ganz bittere Tatsache, daß die zwei Sperren, die sie abgesessen hat, zu Unrecht ausgesprochen wurden. Zu­nächst hatte die HSG selbst, in der An­nahme, die Spielerin sei doch nicht spiel berechtigt gewesen, als sie im August bei einem Vorbereitungsturnier in Leezen mitgewirkt hatte, auf Ratschlag von Zeidler Stefanie Bernecker bis zum 1. November freiwillig auf Eis gelegt; spä­ter war die Spielerin von Zeidler - der aus Sicht des Rechtsausschusses jedoch den Sachverhalt falsch beurteilt hatte -noch einmal wegen Spielens ohne Be­rechtigung vom 15. Dezember bis 15. Ja­nuar gesperrt worden. Jetzt - nach zwei Dritteln der Saison - stellt sich heraus: Es wäre gar nicht nötig gewesen.

Im Fall Röhrs gibt es Parallelen: Be­reits am 18. Mai erklärte sie, daß sie ihren Vertrag mit dem Zweitligisten VfL Ol­desloe kündigen wolle. Das ist auf dem DHB-Paß vom VfL Oldesloe als Abmel­dedatum dokumentiert. Darüber hinaus hat Nicole Röhrs per 20. Mai ihren Ver­trag mit dem VfL Oldsloe im gegenseiti­gen Einvernehmen - die Unterschrift des Bad Oldesloer Verhandlungsführers Clans Schilk bestätigt das - aufgehoben.

Für Hendrik Pfliegner, Spartenleiter der HSG, wäre es unlogisch, sollte Nicole Röhrs anders behandelt werden als Ste­fanie Bernecker: "Abmeldung und Auf­hebung des Vertrages - den der Rechts­ausschuß zudem für nicht relevant er­klärt hat - liegen vor. Ich warte täglich auf Nachricht aus Lübeck, daß sich die Angelegenheit erledigt hat."

Segeberger Zeitung vom 9.1.1993

Bernecker-Sperre wieder aufgehoben

Handhallerin Stefanie Bernecker darf im Bezirksli­gaspiel der HSG Rönnau / Stocksee in Neustadt eingesetzt werden. Gestern morgen erhielt Hendrik Pfliegner, der Spartenleiter der HSG, einen für ihn in der Sache zwar zwangsläufigen, zu diesem Zeitpunkt jedoch überra­schenden Anruf des Bezirksspielwar­tes Jochen Zeidler (Mölln), in dem er mitteilte, daß die vierwöchige Sperre gegen Stefanie Bernecker ab sofort aufgehoben sei.

Pfliegner und HSG-Trainer Eber­hard Münch wollen aber erst einmal den schriftlichen Bescheid abwarten, ehe sie die Spielerin auflaufen lassen.

Doch das dürfte eine reine Formsa­che sein: Zeidler hat in Mölln bereits das vom Lübecker Horst-Günter Schneider, dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses des Bezirks Süd, unterschriebene Schriftstück vorlie­gen; per Einschreiben und Rück­schein scheint der Postweg von Lü­beck zu Pfliegner länger zu sein.

Die Entscheidung des Rechtsaus­schusses erlöst Stefanie Bernecker, nicht aber ihre Mitspielerin Nicole Röhrs, die noch ein Spiel auf Eis gelegt bleibt und mit deren Fall nun allein der Abzug von 14 Punkten gegen die HSG verbunden ist.

Für Pfliegner ist es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der Fall Röhrs vom Tisch ist: Bei Nicole ist der Wechsel vom VfL Oldesloe zu uns sogar noch wesentlich durchsichtiger, aus meiner Sicht problemloser, als bei Steffi Bernecker. Alles andere als ein Freispruch und damit die Revidierung des Punktabzugs wäre für mich nicht nachvollziehbar. Es scheint endlich so, als ob sich nach monatelangem unschönen Tauziehen der Sport durchsetzen würde."

Jochen Zeidler unterstreicht, daß er sich für die freigesprochene Spielerin freut, betont aber: „Nach den mir vor­liegenden Unterlagen mußte ich die Sperren aussprechen, die der Rechts­ausschuß nun im Fall Bernecker auf­gehoben hat. Es kann durchaus sein, daß ich einem Trugschluß aufgesessen bin und - wie praktisch alle Beteilig­ten in dieser komplexen Geschichte -fehlerhaft entschieden habe. Ob die HSG gänzlich freigesprochen wird, kann ich nicht beurteilen, da der Rechtsausschuß eine vollkommen un­abhängige Instanz ist."

Für Nicole Röhrs und die HSG geht das Warten vorerst weiter.

 

HSG Rönnau/Stocksee verurteilt

Nicht 14, sondern 10 Punkte weg

Aber Spartenleiter Hendrik Pfliegner wird Einspruch auf Landesebene einlegen

 

Für HSG-Spartenleiter Hendrik Pfliegner ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. Er wird mit anwaltli­cher Unterstützung beim Rechtsaus­schuß des Landesverbandes Ein­spruch einlegen: Das Urteil wider­spricht dem, das vor gerade einer Wo­che im Fall Stefanie Bernecker getrof­fen wurde. Verträge zwischen dem VfL Oldesloe und beiden Spielerinnen wurden für unwirksam und damit für die Spielberechtigungen irrelevant er­klärt, das Datum der Abmeldung soll verbindlich sein. Aber bei Nicole Röhrs zählt plötzlich wieder die schriftliche Kündigung des Vertrages als Abmeldedatum."

Zum Sachverhalt erklärt Pfliegner:' Nicole Röhrs habe dem VfL Oldesloe am 18. Mai mündlich mitgeteilt, daß sie austreten wolle. Das hätten die Bad Oldesloer auf dem DHB-Spielerpaß als Abmeldedatum bestätigt. Auf zwei Tage später sei ein Auflösungsvertrag des Arbeitsverhältnisses", von Röhrs und dem Oldesloer Claus Schilok un­terschrieben, datiert.

Aus Rechtsunsicherheit habe die Spielerin dann den ohnehin zum 30. Juni auslaufenden Vertrag noch ein­mal zusätzlich am 18. Juni schriftlich gekündigt.

Und dieser 18. Juni ist jetzt zum maßgebenden Zeitpunkt der Abmel­dung erklärt worden, was für Nicole Röhrs und die Bezirksliga-Mannschaft der HSG erhebliche Konsequenzen hat.

Röhrs wäre - nach der obligatori­schen zweimonatigen Wechselsperre - am 18. August spielberechtigt gewe­sen, bestritt aber für ihren neuen Ver­ein am 16. August in Leezen ein Vor­bereitungsturnier.

Wegen dieses - nun vom Bezirks­Rechtsausschuß bestätigten - Spie­lens ohne Berechtigung verlängerte sich die Wartefrist, automatisch um zwei Monate.

Alle bis zum 18. Oktober ausgetrage­nen Partien der HSG, in denen die Spielerin ausnahmslos dabei gewesen ist, werden als Siege für die Gegner gewertet.

Für Pfliegner ist der Gedankengang des Rechtsausschusses falsch: Erst werden die Verträge pulverisiert, dann aber eine nur der Form halber nachge­reichte Kündigung - die Spielerin hat-t.- sich bereits lange abgemeldet und der Vertrag war in gegenseitigem Ein­vernehmen gelöst worden - als Stich­tag genommen. Uns lag vom Kreis­handballverband Segeberg eine Spiel­berechtigung zum 1. August vor, dar­an haben wir uns orientiert. Sollte die­se fälschlicherweise erteilt worden sein, wird die HSG die Angelegenheit auf keinen Fall allein ausbaden."

In der Tabelle der Bezirksliga Süd ändert sich trotz des Urteils vorerst nichts - die HSG behält ihre Punkte. , solange nicht alle Rechtsmittel aus­geschöpft sind - und die HSG kann ja Einspruch beim Land einlegen -bleibt alles beim alten," unterstreicht Bezirksspielwart Jochen , Zeidler (Mölln), daß die Angelegenheit noch längst nicht abgeschlossen ist -

Was bleibt, ist Verunsicherung. Im Grunde sind alle zwölf Vereine der Spielklasse nach dem Lübecker Spruch keinen Deut schlauer als vor­her.

 

30.01.1993

Eddy Münch                                                                                Nahe, den 30.1.93 Dorfstr.24

2061 Nahe

Tel.: 04535/8185         D.:040/50704453

KHV-Segeberg Geschäftsstelle Herrn

J.Fieder

Hindenburgallee 9 2351 Bornhöved

Öffentliche Beleidigung des Verbandes. Dein Schreiben an H.Pfliegner vom 22.01.93

Hallo Jonny,

da ich der Verfasser unserer Hallenzeitschrift der " HANDBÖLLER " bin , möchte ich nicht versäumen, Dir direkt zu dem von Dir erhobenen Vorwurf der " Verbandsbeleidigung " zu antworten.

Ich finde es schon bemerkenswert, daß Du bei Deiner wahrscheinlich sehr knapp bemessenen Zeit als vielbeschäftigter Verbandsfunktionär, überhaupt die Zeit hast , einen derartigen " Fall " anzufassen.

Ich meine das wirklich so, da ich selbst seit fast zwanzig Jahren als Verbandsfunktionär tätig bin.

Was ich aber beim besten Willen nicht nachvollziehen kann ist, daß Du Dir diesen Schuh überhaupt anziehst.

Hast Du etwa ein schlechtes Gewissen, ob der vom KHV-Segeberg geleisteten Arbeit im Bezug auf die Freigabe unserer Spielerinnen vom VfL Oldesloe, oder läßt es Dein Funktionärsstolz nicht zu, daß den Verbänden öffentlich , Fehler vorgehalten werden, die nachweisbar begangen worden sind.

Ich persönlich hoffe immer noch inständig darauf, daß Du als erfahrener Funktionär mit Deiner Ersteinschätzung und damaligen Freigabe der Spielerinnen zum 1.8.92 im Recht warst.

Aber unstrittig ist doch wohl, daß nach erstinstanzlicher Ansicht (H.Zeidler mit seinen Sperren und Punktabzügen) , eine Richtigstellung durch den Rechtswart des Bezirkes Süd erfolgen mußte, der uns in Teilbereichen wieder Recht gab und Deine Einschätzung der Freigabe zum 1.8.92 bzw. nach dem dann erfolgten Urteil dann zum 2.8.92 im Fall Stefanie Bernecker , sogar bestätigte.

Und das genau ist der Punkt, wo meine Kritik ansetzt, es kann nicht angehen, daß nach monatelangem Schweigen der Verbände , wo nur taktiert und laviert wurde, dann ein deratig , für mich unqualifiziertes Urteil gefällt wird, daß bereits in der ersten Rechtsinstanz wieder revidiert werden muß. Hier ist für mich eindeutig der Tatbestand fehlerhafter Arbeit , ich wiederhole -- schlampiger – Arbeit gegeben !

Ich bin der Meinung, daß in diesem Ausdruck nichts ehrenrühriges, oder gar ein anzeigenswertes Verhalten liegt.

- Hier muß auch ein Verband bzw. seine Funktionäre einsehen, sich nicht so verhalten zu haben, wie es der Kunde dieses Verbandes, also die betroffene Spielerin bzw. der betroffene Verein, erwarten konnte.

Ich bin der Meinung, daß ein Verband und seine dazugehörigen Funktionäre, die Pflicht haben für Ihre Vereine da zu sein und ihnen zu helfen und alles in Ihrer Macht stehende zu tun um Schaden von ihnen abzuwenden. Sollte diese Einstellung aber nicht von den Funktionären geteilt werden, ist die Frage erlaubt, aus welchen Grund ist jemand Funktionär?

Etwa zum Selbstzweck ??

Nein, solche Funktionäre brauchen wir im Sport nicht

Gerade in der heutigen Zeit, in der den Mannschaftssportarten die Menschen weglaufen, sollten die verantwortlichen Funktionäre, mit den Sportlern, die noch in Ihren Reihen organisiert sind, sorgsam und dem Sportsgeist dienend umgehen.

Ich räume jedem Menschen das Recht auf Fehler ein, nur man muß sie aufzeigen dürfen, ohne daß sie gleich als Beleidigungen ausgelegt werden. Die Zeiten sind ja wohl ein für allemal vorbei, in denen man kritiklos und kommentarlos die Meinung von Institutionen hinnehmen musste!

Ich hoffe sehr, daß in Zukunft wieder etwas mehr Sachlichkeit in Dein Verhältnis zum SC RÖNNAU 74 einkehrt. Das dient der Sache.

Um Dir einen Eindruck der von mir gemachten Ausführungen im betreffenden "HANDBÖLLER" zu geben, habe ich als Anlage den " Stein des Anstoßes beigelegt.

Solltest Du nach der Lektüre dieser dort gemachten Ausführungen, immer noch der Meinung sein, eine Untersuchung o.Ä. einleiten zu müssen, sehe ich der Sache mit Ruhe und Gelassenheit entgegen.

Wir werden uns mit unserer bewundernswert kämpfenden Mannschaft auch nicht im mindesten von unserem Ziel abbringen lassen, doch noch einen Platz in der Oberliga-Aufstiegsrunde zu erreichen.

Abschließend möchte ich Dir ausdrücklich anbieten, wenn es auch von Dir gewünscht wird, ein persönliches Gespräch zu führen, um in Zukunft wieder zu einem normalen Miteinander zu kommen.

Ich persönlich, sowie alle Verantwortlichen der HSG Rönnau/Stocksee sind jederzeit zu einem solchen Gespräch bereit.

Ein Terminvorschlag kann von Verbandsseite ausgehen.

Mit sportlichen Grüßen
Eddy Münch –Trainer

 

HSG Rönnau/Stocksee endgültig verurteilt — 10 Punkte weg — Aus der Traum von der Oberliga

Die Handballmannschaft der HSG Rönnau/Stocksee wird nicht die Chance erhalten, als Vertreter des Handballbezirks Süd an der Aufstiegs­runde zur Frauen-Oberliga teilzunehmen. Das ist die Konsequenz der mündlichen Berufungsverhandlung vor dem Landesrechtsaussehuß in Kiel um den Abzug von zehn Punkten. Der Vorsitzende Richter Matzen zerstörte bereits in seiner einleitenden Darstellung des Sachver­halts im Fall um den unberechtigten Einsatz der Spiele­rin Nicole Röhrs die Hoffnungen der angereisten HSG'er, daß der vom Rechtsaussehuß des Südbezirkes ausgespro­chene Punktabzug widerrufen würde. Daraufhin zog die HSG Rönnau/Stocksee ihren Berufungsantrag resigniert zurück. 

Ohne Zeugenvernehmung – auf die 0die HSG nach dem Eingangsplädoyer , des Ankläger und Richterin einer Per­son vereinenden Matzen verzichtet hatte – machte der Verhandlungsvor­sitzende deutlich, warum der Ein­spruch der HSG keine Erfolgsaussich­ten haben könne. Die auf Mai datierte schriftliche: Auflösung des Zweitliga-Vertrages zwischen Nicole Röhrs und dem VfL Oldesloe spiele ebenso wenig eine Rolle wie der von Oldesloe auf dem DHB-Spielerpaß vermerkte (und ebenfalls auf Mai datierte) Vereinsaus­tritt.

Der Ausschuß machte jenes Datum zur Grundlage, an dem Nicole Röhrs dem VfL Oldesloe schriftlich ihren Vereinsaustritt mitgeteilt hatte. So be­gann die obligatorische Wartefrist von zwei Monaten erst am 18. Juni.

Diesen Sachverhalt hatten die HSG­ Vertreter falsch eingeschätzt, viel­leicht auch falsch einschätzen müssen. Immerhin hatte Röhrs drei Monate nicht mehr für den VfL gespielt, ihr Vertrag war aufgelöst und der Austritt im Mai dokumentiert. Zudem war vom Kreishandballverband Segeberg eine Spielberechtigung zum 1. August erteilt worden.Als verhängnisvoll hat sich für die HSG Rönnau/Stocksee schließlich die

Teilnahme' von Nicole Röhrs an einem Vorbereitungsturnier am 16. August in Leezen erwiesen. Für den Verein gab es damals keine Zweifel, daß die Sache ihre Ordnung habe. Doch das hat sich als fataler Irrtum erwiesen: Spielbe­rechtigt wäre Röhrs, gemäß Urteil auf Bezirks- und Landesebene, erst zwei Tage später gewesen – nur 48 Stun­den, doch für den Handball-Bezirksli­gisten bedeuten sie den Verlust einer ganzen Saison.

HSG-Spartenleiter Hendrik Pfliegener kann- bis heute nicht verstehen, wie der Spielerin eine Spielberechti­gung erteilt werden konnte, die sich später als fehlerhaft erwies: „Fehler können vorkommen, aber ich kann nicht einsehen, daß niemand vom Verband dazu steht und wir als Verein die Sache allein ausbaden müssen, während der Verband seine Hände in Unschuld wäscht."

Den schnellen Rückzug des Beru­fungsantrages begründet Pfliegner da­mit, daß sich die HSG keine Chancen mehr ausgerechnet habe, bis zum Mel­dedatum für die Aufstiegsrunde – An­fang März – ein letztinstanzliches Ur­teil zu erwirken: „Uns wurde signali­siert, daß das Verfahren womöglich auch noch auf die zivilrechtliche Schiene ausgedehnt werden könnte' und bis zum DHB-Urteil so viel Zeit verstreichen würde, daß es für die Auf­stiegsrundenteilnahme ohnehin zu spät wäre. Vor diesem Hintergrund konnten wir uns weitere Mühen und Kosten ersparen." Der ganze Rechtsstreit habe, so Wolfgang Paul, Sportwart des SC Rön­nau 74, ohnehin schon gut 2000 DM gekostet, eine Entscheidung auf DHB­ Ebene würde weitere 5000 DM ver­schlingen. Warum sollen wir das Geld aus dem Fenster werfen, wenn es der Mannschaft – ganz gleich ob wir vom Deutschen Handball-'Bund Recht er­halten oder nicht, doch nicht mehr hilft?" fragt Paul.

Für den Sportwart war die Verhandlung ohnehin eine Farce: „Unsere Ar­gumente und Fakten waren völlig irre­levant, das Urteil stand vorher fest. Es herrschte eine Atmosphäre, in der ich den Eindruck gewonnen habe, daß wir, der kleine Verein ganz unabhän­gig vom Sachverhalt dafür vorgeführt werden sollten, daß wir es gewagt haben, den hohen Herren der Funktio­närsebene Kopfzerbrechen zu berei­ten. Daß es sich dabei auf Seiten des Rechtsausschusses um Leute handel­te, die im Sinne des Sports entschei­den wollten, dieser Eindruck ist mir nie gekommen."

„Die Mannschaft und ich kommen' uns vor wie ein Ballon; der mit einer Nadel zerstochen worden ist"; be­schreibt Trainer Eberhard Münch die Stimmung innerhalb seiner Mann­schaft, „am Sonntag haben wir gegen Travemünde eindrucksvoll demon­striert, das stärkste Team im Bezirk zu sein, und nun sind wir eiskalt ausge­bootet worden. Ich weiß nicht, wie ich die Mädchen für die restlichen drei Saisonspiele motivieren soll."

Auch „Eddy" Münch ist sauer auf die Verbandsfunktionäre. Von Anfang an habe enger Kontakt zwischen der HSG, der spielleitenden Stelle des Be­zirks in Mölln und der des Kreises in Bornhöved bestanden-, „wir haben so­wohl vom Möllner Jochen Zeidler als auch von John Fieder grünes Licht bekommen, und nun stehen wir im Regen."

Für Fieder, Geschäftsführer des Kreishandballverbandes, ist die Sache abgeschlossen, er wollte sich zu die­sem Thema nicht mehr äußern. Zeid­ler jedoch verweist darauf, daß er erst nach der vom TSV Travemünde er statteten Anzeige am 18. November auf den „Fall Röhrs" aufmerksam die aus seiner Sicht nötigen Schritte eingeleitet habe: „In den Gesprächen. ging es nie um Nicole Röhrs. Ich habe der HSG Tipps gegeben, wie sich sich bei Stefanie Bernecker verhalten soll­te. Der Name Nicole Röhrs war mir überhaupt kein Begriff."

Zeidler bedauert, daß die HSG nun bestraft worden sei – er weiß, daß es im Grunde weniger um den Sport als ums Geld ging. Diese' Einschätzung teilt auch Pfliegner: „Hätten wir damals die vom Bad Oldesloer Claus Schilck ge­forderte Ablösesumme von 8500 DM plus Umsatzsteuer für Melanie Ber­necker" – sie ist immer noch gesperrt; Schwester Stefanie nach einem Urteil des Bezirksgerichtes spielberechtigt –„bezahlt, wäre alles glatt gelaufen. Niemals wäre uns dann von Oldesloer Seite die Falle gestellt worden, in die wir mit Hilfe von Verbandsseite getappt sind."

Nutznießer des Punktabzuges wird der SC Kisdorf sein, der für die HSG in die Aufstiegsrunde nachrückt. Kisdorfs Trainer Klaus-Hermann Born­holdt: „Sportlich ist es für die stärkste Bezirksliga-Mannschaft traurig, daß die Oberligatür zugeschlagen wurde. Ob zu Recht oder zu Unrecht, kann ich aus meiner Sicht nicht beurteilen." An einen Verzicht auf die Qualifikations­spiele verschwendet er keinen Gedan­ken: „Das wäre meinen Spielerinnen schwer zu verkaufen und auf andere Weise unsportlich."

Als skandalös betrachtet Bornholdt – und damit stimmt er mit den Vertre­tern der HSG überein – die Art und Weise, wie es überhaupt zum Fall Röhrs gekommen ist: „Soweit ich es beurteilen kann, hat Claus Schilck die HSG auf unsportlichste Weise bewußt auflaufen lassen."

 

Kommentar

 

Der Sport blieb auf der Strecke

 

Die Würfel sind gefallen, der HSG Rönnau/Stocksee zehn Punkte aber­kannt. Doch die Schadenfreude hält sich, auch bei denen, die der Hand­ball-Spielgemeinschaft nicht unbe­dingt wohlgesonnen sind, in Gren­zen. Es bleibt ein fader Nachge­schmack. Die HSG und ihre Spielerin Nicole Röhrs sind geleimt worden. Es wurde getrickst und gemauschelt, um dem Handball-Bezirksligisten den Wechsel von drei Spielerinnen zu versauern, die vom VfL Oldesloe kamen.

Fakt ist, daß der Stein erst ins Rol­len kam, nachdem der Bad Oldesloer Trainer Claus Schilck Konkurrenz­vereine auf die Möglichkeit hinge­wiesen hatte, der HSG Knüppel zwi­schen die Beine zu werfen. In Trave­mündes Coach Alexander Brandeis fand Schilk jemanden, der darauf einging und Nicole Röhrs bei der spielleitenden Stelle des Handballbe­zirks anzeigte.

Seitdem wurde gesperrt und wie­der freigegeben, wurden der HSG Punkte ab- und teilweise wieder zu­erkannt – ein Szenario, das monate­lang nicht nur über dem Team von Rönnau/Stocksee, sondern der gan­zen Bezirksliga wie ein Damokles­schwert schwebte.

In Kiel wurde am Dienstag ein Schlußstrich gezogen. Zu spät schriftlich ausgetreten, um rechtzei­tig zum Vorbereitungsturnier in Lee­zen spielberechtigt zu sein, hieß letzt­lich die Urteilsbegründung. Aufhe­bungsvertrag und mündlicher Ver­einsaustritt vom Mai – von Bad 0ldesloer Seite bestätigt und auf dem DHB-Spielerpaß vermerkt – seien ohne Bedeutung, die obligatorische Wartefrist bei Vereinswechseln habe erst mit dem schriftlichen Austritt am 18. Juni begonnen.

Bitter für Nicole Röhrs und ihre Mitpielerinnen, aber noch bitterer für den Handballsport. Denn nicht nur Schilck und Brandeis, sind die bösen Buben. Seit Monaten scheiden sich die Geister daran, wie Nicole Röhrs ein zum Zeitpunkt ihres verhängnis­vollen Turniereinsatzes, in Leezen gültiger Spielerpaß ausgestellt wer­den konnte.

Ungeklärte ist auch, ob es Aufgabe eines Vereins ist, alle im Fall eines Vereinswechsels möglichen Even­tualitäten abzuklären, oder ob sich die spielleitenden Stellen (wofür sind die eigentlich da?) schlaumachen müssen, bevor einem Paß der Gültig­keitsstempel aufgedrückt wird.

Der Landesrechtsausschuß schob den schwarzen Peter einzig und al­lein der HSG Rönnau/Stocksee zu, beim Verband ist niemand mitver­antwortlich für den sportlichen Alp­traum des Bezirksligisten. Aber letzt­lich haben doch alle verloren: Der Sport an sich ist auf der Strecke ge­blieben.

JÜRGEN BRUMSHAGEN

 

Eddy Münch                                                  Nahe, den 20.2.93 Dorfstr.24

2061 Nahe

Tel.-04535/8185

Vorsitzender KHV-Segeberg Herrn

Manfred Frank

Am Burggraben 1

2361 Seedorf

Arbeitsweise des Kreisspielwartes J.Fieder

Spielerpass der HSG Rönnau/Stocksee Spielerin Nicole Röhrs geb.20.1.70 Pass Nr. 15015

Lieber Manni,

ich möchte Dich mit diesem Schreiben bitten, John Fieder zu ordnungsgemäßer und vor allen Dingen richtiger Arbeit anzuhalten.

Wie Du leicht aus dem im Original beiliegenden Spielerpass ersehen kannst, ist der Pass, der uns nach dem nun abgeschlossenen " Fall Röhrs " vom Bezirksspielwart Zeidler zugeschickt worden ist, fehlerhaft und unvollständig ausgefüllt.

Wie leicht zu erkennen ist, fehlt nicht nur der Stempel des KHV-Segeberg in dem Abschnitt " Spielberechtigt für obigen Verein ", nein und das ist ja wohl nun wirklich der Beweis von absolut schlampiger Arbeitsweise die Spielberechtigung ist mit Datum vom 18.08.93 !!! dokumentiert.

Da das Dokument die Originalunterschrift von Fieder ausweist, frage ich mich natürlich , ist das nun ein Test ist ob wir lesen können, oder habe ich bei dem ganzen Theater um die Sperren etwas falsch verstanden ( die Verbände und Gerichte haben ja lange genug gebraucht , bis wir nun endlich unsere Punkte los waren}, oder ist das einfach ein Arbeitsfehler ?

Wenn ja, dann bitte ich Dich höflich, schleunigst für Abhilfe zu sorgen.

Wir haben in dieser Serie genug für die Arbeitsfehler von Fieder gebüßt. Ich finde eine entgangene Bezirksmeisterschaft, verursacht durch Funktionärsfehler wiegen bei uns schwer.

Ich wundere mich natürlich auch, daß der Bezirksspielwart, der den Paß ja schließlich über einen Monat in seinen Händen gehalten hat, diesen Fehler nicht bemerkt hat, obwohl er überall seine große Satzungsfestigkeit rühmt, die mir zwar auch nicht so toll erscheint, da er uns im ersten Ansatz erst mal 14 Punkte abzog, was ja die Rechtsinstanz dann auf 10 Punkte reduzierte. Aber was solls, es hat ja gelangt um uns aus dem Rennen zu werfen.

Ich sende Dir also das Originaldokument zu, mit der Bitte es schleunigst und richtig ausgefüllt an mich oder unseren Spartenleiter Hendrik Pfliegner , zurück zu senden.

Vorsorglich mache ich jetzt schon darauf aufmerksam , daß wir keine Strafgelder wegen fehlender Pässe zahlen werden, da es sich auch hier um einen Fehler des Verbandes handelt. Das Porto das wir für diesen Quatsch aufwenden müssen, zahle ich aus meiner Tasche, da ich die anderen Vereine die ja für den Etat des KHV aufkommen müssen , damit nicht belasten möchte.

Abschließend möchte ich sagen, es ist schon traurig, mit derart unqualifizierten Funktionären zu tun zu haben.

Ich erwarte höflichst  Deine Antwort, ab wann Nicole Röhrs denn nun nach Meinung des KHV-Segeberg spielberechtigt ist.

Mit freundlichen Grüßen

E. Münch

Anlage : Originalspielerpass Nr. 15015

Verteiler-Vorstand des SC Rönnau 74

Spartenleiter Hendrik Pfliegner

Nicole Röhrs

Akte

Nord Sport am 22.02.1993

Für Rönnau kam das Aus am grünen Tisch

Für die HSG Rönnau-Stocksee wird der 16. Februar 1993 lange in Erinnerung bleiben. Denn an diesem Tage wurde der bis dahin stärksten Mannschaft der Hand­ball Bezirksliga Süd der Damen zehn Punkte am grünen Tisch ab­erkannt. Damit kam bei drei noch auszutragenden Spielen gleichzei­tig das Aus. Der Traum von der Oberliga Aufstiegsrunde ist damit ausgeträumt.

Hintergrund dieses Urteils ist, daß die Spielerin Nicole Röhrs, ­sie wechselte vom VfL Bad Ol­desloe zur HSG- zu Unrecht ein­gesetzt worden ist. Der Vertrag mit dem VfL Bad Oldesloe soll am 20. Mai von der Spielerin gekündigt worden sein. Am glei­chen Tag, so Hendrik Pfligner von der HSG Rönnau/Stocksee, soll ein Aufhebungsvertrag von Claus Schilk unterschrieben worden sein. Schilk allerdings bestreitet, diesen Aufhebungsvertrag unter­schrieben zu haben. Schilk: "Zu diesem Zeitpunkt war ich nicht ortsanwesend!'

Für den Bezirk Süd ist das Da­tum der schriftlichen Abmeldung entscheidend. Und diese erfolgte erst am'18. Juni. Folglich lief die Sperre von Nicole Röhrs bis zum 19. August 1993. Doch bereits am 16. August hat Röhrs auf einem Vorbereitungsturnier in Leezen für den neuen Verein gespielt.  Folglich verlängert die War­tefrist und alle Punkte, die mit Ni­cole Röhrs erzielt wurden, muß­ten aberkannt werden.

Auf der mündlichen Verhand­lung wurde den Vertretern der HSG gleich klargemacht, daß ihr Einspruch gegen das Urteil ohne jede Aussicht auf Erfolg ist. Rönnau verzichtete aus zeitlichen Gründen auf eine Weiterführung der Verhandlung und ergab sich in sein Schicksal. Allerdings se­hen die Verantwortlichen der IHSG nach wie vor nicht ein, daß die Niederlage am grünen Tisch zu Recht erfolgte. Für Oldesloe-Trainer Claus Schilk war dieses Urteil nur allzu berechtigt.

"Nord Sport" hat an dieser Stelle auf eine detaillierte der Dar­stellung aller der Redaktion be­kannten Fakten verzichtet. Eine Veröffentlichung dieser Fakten hätte für einige beteiligte Perso­nen, vornehmlich aus dem Lager der HSG Rönnau/Stocksee, schlimme zivilrechtliche Folgen haben können. Wir waren der Meinung, daß solche Fakten nichts in einer Sportzeitung zu su­chen haben. Schließlich geht es sowohl den Rönnauern als auch den Oldesloern um den Sport. Und der ist auch Thema unserer Zeitung.

 

 

Eddy Münch                                    Nahe. den 24.2.93 Dorfstr.24

2061 Nahe

Tel.: 04535/8185 D.: 040/50704453

Redaktion                                                  Telefax 0451/895521 Nord-Sport

Spengler Str. 43

2400 Lübeck

Leserbrief zu Ihrem Artikel in der Ausgabe vom 22.2.93 des Redakteurs Markus Naym

" Für Rönnau kam das Aus am grünen Tisch "

Sehr geehrter Herr Naym,

ich habe lange gezögert, ehe ich mich entschlossen habe auf Ihren am Schluss des Berichtes , sehr unsachlichen Artikel einzugehen.

Ich wundere mich natürlich, daß Sie der nicht bei der Verhandlung zugegen waren, in Ihrer abschließenden Beurteilung zu dem Fazit kommen, es gehe ja den Rönnauern und den Oldesloern um den Sport.

Sie als Hofberichterstatter des Herrn Schilk, müssen doch wohl am besten Wissen, daß es für den Oldesloer Trainer in jeder Phase des Geschehens nur ums Geld ging!

Wie können Sie es wagen, öffentlich so zu tun, als wenn bei der Veröffentlichung Ihnen bekannter Fakten, der SC Rönnau oder die Offiziellen sogar mit zivilrechtlichen Folgen zu rechnen haben.

Das ist kein Stil!

Mir als Trainer dieser von allen Seiten betrogenen und hintergangenen Mannschaft ist nichts von derartigen Fakten bekannt.

Mir ist nur bekannt, das der Kreisspielwart des KHV-Segeberg nachweislich eine Spielberechtigung ausgestellt hat die falsch war. D.h. die Mannschaft der HSG Rönnau /Stocksee die Folgen eines Funktionärsfehlers, den des in meinen Augen unfähigen Jonny Fieder ausbaden muß.

Auch der Spielwart des Bezirkes Süd Jochen Zeidler hat sich nicht gerade als großer Fachmann erwiesen, als er uns z.B. im Falle der von Ihm gesperrten Stefanie Bernecker den Rat gab sie acht Wochen nicht einzusetzen und sie dann als wir sie einsetzten noch einmal sperrte. Hier wird man den Verdacht nicht los, daß es wohl erhebliche " Seilschaften " untereinander gab, die dazu beigetragen haben, daß letztendlich nur einer verlieren konnte, nämlich der Sport!

Zu der von Ihnen erwähnten " Verhandlung " vor dem Rechtsausschuss des Landes kann man wirklich nichts mehr sagen als ein Wort das Ganze war eine Lachnummer. Ich habe eine derartige Arroganz noch nicht erlebt. Hier wurde ganz klar von Anfang an darauf hingewiesen, daß wir ohne jede Chance währen. Ich frage mich natürlich wieso es dann überhaupt zu einer mündlichen Verhandlung gekommen ist?

Ich bin jedenfalls der Meinung, daß Sie als Redakteur nicht das Recht haben uns in der Öffentlichkeit als moralisch Schuldige hinzustellen, es sei den Sie können den Beweis antreten!!

Ich wünsche jedenfalls der fairen und sportlichen Mannschaft des TSV Travemünde für die Oberliga-Aufstiegsrunde alles Gute .Dem Trainer Brandeis , dem wir bewiesen haben, wer der moralische Meister der Bezirksligasaison 92/93 ist, wird wohl noch nicht einmal bei seiner', Meisterschaftsfeier " der Sekt schal schmecken, denn er hat ja sein Ziel erreicht.- Da muß einem doch der Bissen im Halse stecken bleiben wenn man an die Betrogenen denkt.

Aber wir freuen uns schon auf die Spiele der nächsten Saison, die sicherlich wieder zu den Höhepunkten der Spielserie werden.

Einen Kommentar zu Ihrem Freund Claus Schilk verkneife ich mir , er wird es hinnehmen müssen, daß Ihn Spielerinnen freiwillig verlassen und er keine müde Mark dafür sieht.

Nur sie dann noch öffentlich zu verleumden ist kein Stil.. So nicht Herr Schilk !!

Wir jedenfalls fühlen uns von den Verbandsorganen, die uns nicht geholfen haben, schmählich im Stich gelassen und betrogen!

Wir werden aber im nächsten Jahr einen neuen Versuch unternehmen um in die Oberliga-Aufstiegsrunde zu kommen.

Ich hoffe Sie haben den Mut diesen Brief ungekürzt zu veröffentlichen .

Mit freundlichen Grüßen

Eddy Münch

Trainer 1.Mannschaft HSG Rönnau/Stocksee

 

 

Segeberger Zeitung vom 23.2.1993

Kommentar

Im Zweifelsfall büß der Angeklagte

HSG Nicht erst das Verfahren gegen die H Rönnau / Stocksee hat den Un­mut über den Paragraphen 12 in der Handball-Spielordnung geschürt, in dem es heißt: „Wird die Spielberechti­gung zu Unrecht erteilt, ist sie unwirk­sam. Gegen die Unwirksamkeit schützt auch kein guter Glaube."

Beim „großen Bruder" Fußball da­gegen heißt es in § 29, Absatz 2, der Spielordnung: „Ist die Spielberechtigung irrtümlich erteilt und trifft den Verein keine Schuld an diesem Irr­tum, so wird das Spiel wiederholt, wenn der Verein, bei dem der nichtbe­rechtigte Spieler mitgewirkt hat, ge­wonnen hat."

Der Unterschied liegt auf der Hand. i Handball - ganz gleich ob ein Feh­ler, der bei aller Akribie unterlaufen kann, vom Verband oder vom Verein gemacht wird - trägt die Folgen im­mer der Verein. Im Fußball dagegen wird geprüft, ob die "Schuld" beim Verein oder beim Verband zu suchen ist; ist der Verein unschuldig, gibt es keinen Punktabzug, sondern Wieder­holungsspiele.

Wie verzwickt die Sachlage gerade in punkto Spielberechtigung sein kann, verdeutlicht eine Aussage von Bezirksspielwart Jochen Zeidler aus Rechtskenner im Handball-Bezirk Süd: „Ich habe den Eindruck, mitun­ter wäre Nachhilfeunterricht ange­bracht. Aber eine Gewähr für meine Darstellungen würde auch ich nicht geben können."

Bestätigt wird Zeidler durch ein ak­tuelles Urteil des DHB-Gerichts. Der SC Empor Rostock verlor am grünen Tisch die Punkte aus der gegen den TV Großwallstadt mit 25:23 gewonne­nen Erstligapartie. Und das, obwohl DHB-Männerspielwart Fritz Facklam den Rostockern grünes Licht gegeben hatte, den Spieler Holger Langhoff nach einer roten Karte wieder einzu­setzen. Auch dort büßt ein Verein für die falsche Auskunft eines Funktio­närs, der eigentlich hätte wissen müs­sen, was Sache ist.

Daß der Deutsche Handballbund hier gnädig die Kosten des Verfahrens übernahm, kann für die Rostocker kein Trost sein.

Die Handballer - von der Basis bis zur Bundesliga - müssen sich überle­gen, ob sie weiterhin mit der Einseitig­keit des Paragraphen 12 ]eben und völlig unabhängig von der Fehlerquel­le die Konsequenzen tragen wollen. Manches Zähneknirschen könnte un­terbleiben, würde der § 12 möglichst bald überarbeitet. Geschieht das in Anlehnung an die Fußballer, würden die Vereine nicht mehr für die Fehler des Verbandes haften, und es bliebe die Möglichkeit, wie vor ordentlichen Gerichten nach dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten" zu han­deln.

JÜRGEN BRUMSHAGEN schilk als manager hat sich zsuzsan nyari 

Ein e persönliche Anmerkung

 

der VfL stand unmittelbar vor dem Aufstieg in die 1. Liga, als dem Trainer Schilk in der 2. Halbzeit Fehler unterelaufen sind und Mel und Steff falsch oder gar nicht eingestzt wurden ich war bei dem spiel in frankfurrtndabei. er hat ihnen aber die schuld an der niederlage gegeben

das die beuden den verein verlassen wollten, kann ich sehr nachvolluziehen. das vertrauen war weg. nebenbei muss man wissen, das die staspielerin zsuzsa nyari mangeks fehkender gelder irgendwo untergebracht werden mußte. da ist viktor , der vater  von den beiden eingesprungen. zum zeitpunkt dieses eklats wohnte die ungarind dri jahre im haus bernecker, ohne das dafür kosten entstanden sind. und dann reißt schilk so ein fass auf.

ich war zu diesem zeitpunkt beruflich in frankfurt unterwegs und habe das alles viel mspäter mitbekommen. ich habe den vfl bisn1999 unterstützt, wenn ich das damals mitbekommen hätte, wäre ich direkt aus dem projekt ausgestiegen.

 

 

 

 

 

 

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