Berichte aus dem 1. Halbjahr 1991-92 2. Bundesliga Nord
rauen-Handball im VfL Oldesloe
Spielzeit 1991/92 – Zweite Bundesliga
Freitag, 12. Juli 1991
Handball zweite Liga
Dauerkarten für den VfL
(us). Einen besonderen Service bietet die Handballabteilung des VfL Oldesloe für die neue Saison an: Wer keines der elf Heimspiele der VfL-Damen in der zweiten Bundesliga versäumen will, kann sich schon jetzt eine Dauerkarte besorgen.
Zum Preis von 80 Mark genießt der Kartenbesitzer manche Vorteile: Ihm wird ein fester Sitzplatz in der Stormarnhalle garantiert. Bis zehn Minuten vor Spielbeginn ist der Platz reserviert. Schüler, Studenten und Rentner sind schon mit 40 Mark dabei.
Einige Dauerkarten sind schon verkauft, aber noch sind genügend vorhanden. Die Karte ist auch auf eine andere Person übertragbar. Wer Interesse hat, sollte den Betrag auf das Konto 14845 bei der Kreissparkasse Stormarn überweisen (Bankleitzahl 23051610), Stichwort: „Handball-Damen“. Die Dauerkarte wird per Post zugeschickt, also bitte den Absender gut leserlich vermerken.
STORMARNER TAGEBLATT vom 12.7.1991
Freitag, 16. August 1991
Roswitha Bein toll in Form
(mth). Roswitha Bein, Neuzugang bei Zweitbundesliga-Aufsteiger VfL Oldesloe, kann zur Zeit zwar nicht am Training ihrer neuen Mannschaft – die ist von ihrem Trainingsaufenthalt in Ungarn, an dem allerdings nur ein Teil der Mannschaft dabei sein konnte, zurück und bereitet sich jetzt intensiv auf die Ende September beginnende Saison vor – teilnehmen, aber in Oldesloe darf man sich dennoch auf die Hamburgerin freuen.
Sie bereitet sich mit der deutschen Nationalmannschaft auf die in Kürze beginnende Junioren-Weltmeisterschaft vor und stellt sich dabei in prächtiger Form vor. Beim 27:21-Erfolg in einem Testspiel in Ahlen gegen Frankreich gehörte sie mit fünf Toren zu den stärksten deutschen Spielerinnen
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.8.1991
Sonntag, 18. August 1991
VfL-Damen in Lüneburg überlegen Turniersieger
(mth). Seit Anfang letzter Woche hat für die Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe die heiße Phase in der Vorbereitungszeit auf die erste Saison in der zweiten Bundesliga begonnen.
Der Aufenthalt vorher in Ungarn, an dem nur ein Teil der Mannschaft hatte teilnehmen können, war noch mehr Spaß, Urlaub und Erholung gewesen. Wiewohl Trainer Claus Schilk auch dort schon Trainingseinheiten durchgezogen hatte und mit einem Rumpfteam zwei Testspiele bestritt, die gegen ungarische Erstligisten verloren wurden.
Jetzt aber sind die Zügel angezogen worden. Am Wochenende weilte die Mannschaft zu einem kleinen Trainingslager in Lüneburg, zu dessen Abschluß sie an einem Turnier von Eintracht Lüneburg teilnahm. Als das am Sonntagmittag begann, hatten die Oldesloerinnen schon reichlich Trainingseinheiten hinter sich.
Die letzte, mit mehreren Steigerungsläufen, war dabei erst unmittelbar vor Turnierbeginn abgeschlossen. Neuzugang Ulrike Rühter (von HT 16) war davon so „geschlaucht“, daß sie wegen Muskelkaters für das Turnier passen mußte. Auch sonst hatte der VfL-Coach noch nicht alles an Bord.
Roswitha Bein (ebenfalls von HT 16 zum VfL gekommen) weilt noch bei der Junioren-Nationalmannschaft, mit der sie Ende August die Weltmeisterschaft in Frankreich bestreiten wird, und Nicole Röhrs und Annette Schümann waren wegen Krankheit nicht einsatzbereit.
Dazu wird Neuzugang Birte Stooß (von TuS Alstertal) ja voraussichtlich erst zu Beginn des nächsten Jahres für den VfL spielberechtigt. Ähnlich verhält es sich bei Britta Peterat, einem weiteren Neuzugang, den Claus Schilk erst in den letzten Tagen „an Land gezogen“ hat.
Eine Ablöse von mehreren tausend Mark will und kann der VfL dafür aber nicht an den MTV Marne zahlen, so daß sie, genau wie Birte Stooß, eine Sperre in Kauf nehmen muß, um ablösefrei wechseln zu können.
Aber die Oldesloerinnen ließen sich durch diese Ausfälle beim Turnier ebensowenig bremsen wie von den langsam schwindenden Kräften im Verlauf der Spiele. Zunächst wurde Gastgeber Eintracht Lüneburg in zweimal 20 Minuten mit 25:7 förmlich überrollt. Gegen den gleichen Gegner war der VfL ja noch vor kaum mehr als zwei Jahren in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gescheitert. Auch daran kann man ablesen, welche rasante Entwicklung die Mannschaft seither durchgemacht hat.
Auch der Hamburger Oberligist TSV Ellerbek blieb mit 8:18 gegen die Stormarnerinnen ohne Chance und schließlich wurde auch Holstein Kiel, ein Konkurrent in der kommenden Saison in der zweiten Bundesliga, glatt mit 18:12 bezwungen.
Damit war der VfL, für den Jeanine Hildebrand und Martina Pusch im Tor, Melanie Bernecker, Marion Werner, Andrea Hasenberg, Stefanie Bernecker, Dörte Knickrehm, Babette Bischof und Zsuzsa Nyari zum Einsatz kamen, überlegen Turniersieger geworden.
Für die kommenden Wochen ist das Programm dichtgedrängt. Nächster Test ist am Freitag um 20 Uhr in Trittau das Freundschaftsspiel gegen die Oberliga-Truppe der GHG Hahnheide.
Am Sonnabend und Sonntag folgt dann ein Turnier in Adelby. Bei dem trifft der VfL auf MTV Tostedt, TH Eilbek und SG Adelby in der Vorrunde. Bei einem Vordringen in Halbfinale oder Endspiel sind dann SG Jarplund-Weding, SC Neubrandenburg, Holstein Kiel oder DJK Kiel mögliche Gegner. Nicht weniger gut ist das Turnier am 31. August in Wismar besetzt, wo die Schilk-Truppe auf TC Wismar (erste Bundesliga), Hastedter TSV (zweite Liga) und MTV Marne (Regionalliga) trifft.
Einen Tag später soll um 11 Uhr dann in der Stormarnhalle der erste Auftritt vor eigenem Publikum in der Stormarnhalle erfolgen. Gegner in einem Benefizspiel (der Erlös soll der Stadt Bad Oldesloe für Spielgeräte in der Innenstadt zur Verfügung gestellt werden) ist dann der VfL Bad Schwartau.
Absoluter Härtetest für die Oldesloerinnen in der Vorbereitung ist dann am 7. und 8. September ein Turnier in Bremerhaven. Dort sind dann die Bundesliga-Spitzenteams TuS Walle Bremen (Deutscher Meister), SV Buxtehude, SC Empor Rostock und der Oldenburger SV am Start. Dazu kommen noch Bundesliga-Aufsteiger TSV Nord Harrislee und Borussia Dortmund.
Vorgesehen ist dort auch die Teilnahme von Europapokalsieger Dynamo Kiew. Nach der aktuellen politischen Entwicklung in der Sowjetunion aber bleibt natürlich abzuwarten, ob die auch Auswirkungen auf den Sportverkehr russischer Mannschaften nach sich zieht. Insofern steht natürlich auch ein Fragezeichen hinter dem Gastspiel der Kiewer Startruppe, das für den 10. September in der Stormarnha1le eigentlich fest vereinbart war.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.8.1991
Freitag, 23. August 1991
Heute 20 Uhr in Trittau
Duell von Stormarns besten Handhallteams
(mth). Früher gehörten diese Spiele zu den Höhepunkten des Handballjahres in Stormarn: Wenn sich die Damen-Mannschaften der SG Großensee/Möhnsen (heute GHG Hahnheide) und des VfL Oldesloe in der Oberliga gegenüberstanden, dann knisterte es nicht selten vor Spannung und bisweilen flogen auch einmal ein wenig die Fetzen. Sonderlich „grün“ waren sich zu den Zeiten die beiden Mannschaften nicht.
Das aber ist Vergangenheit. Als sich der VfL in Richtung höhere Klassen verabschiedete, entkrampfte sich das Verhältnis beider Teams. Nicht zuletzt auch, weil die beiden Trainer, hier Ingo Naths (GHG), dort Claus Schilk (VfL), beide ja von einigem Temperament und Ehrgeiz, sich offensichtlich zusammengerauft haben.
Jetzt kann es schon einmal vorkommen, daß sich beide kurzfristig mit ihren Teams zu einem Trainingsspiel verabreden, weil die eine oder andere Mannschaft, aus welchem Grund auch immer, Spielpraxis benötigt.
Das Spiel der beiden Rivalen, das heute um 20 Uhr in der Sporthalle in Trittau stattfindet, allerdings ist nicht kurzfristig anberaumt worden. Vielmehr ist es länger vorgeplant und hat fast offiziellen Charakter. Es ist nämlich das Ablösespiel von Marion Werner. Die Jugend-Nationalspielerin ist ja bekanntlich von der GHG zum VfL gewechselt.
Natürlich wird sich die Naths-Truppe heute wieder besonders reinhängen. Nicht, weil sie es ihrer bisherigen Mannschaftskollegin besonders zeigen will, wohl aber in dem legitimen Anliegen, den „großen“ Nachbarn ein wenig ärgern zu wollen.
Außerdem ist das Spiel für die GHG letzter großer Test für die Punktrunde, denn die Oberliga beginnt mit ihren Pflichtspielen schon eine Woche später. Da hat der VfL noch ein wenig mehr Zeit, ehe es für ihn ernst wird. Aber auch er will heute nichts verschenken, denn ein wenig Prestige steht im Stormarner Handball-„Gipfeltreffen“ immer noch auf dem Spiel.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.8.1991
Freitag, 23. August 1991
GHG Hahnheide – VfL Oldesloe 15:37 (10:17)
Sieg des VfL im Ablösespiel für Marion Werner
Letzter Test der GHG Hahnheide
(nu). Eine Woche vor dem Startschuß in der schleswig-holsteinischen Handball-Regionalliga der Damen bot die GHG Hahnheide ihrem Anhang Bundesliga-Handball in der Trittauer Sporthalle. Mit dem Neu-Zweit-Bundesligisten VfL Oldesloe präsentierte sich in Trittau ein ehemaliger Oberliga-Konkurrent.
Für die GHG Hahnheide war diese Partie gleichzeitig der letzte Test vor dem Punktspielstart am nächsten Sonnabend (17 Uhr) vor heimischer Kulisse gegen den TSV Neustadt. Vier Testspiele – überwiegend gegen Regional- und Zweit-Bundesligisten – haben die GHG-Damen bestritten, keins gewonnen.
Zwei Tage hatten die Handballerinnen der GHG Hahnheide Zeit gehabt, sich vom harten Vorbereitungs- und Trainingsprogramm zu erholen. Schon deswegen war die Testbegegnung, ein Ablösespiel für die zum VfL Oldesloe gewechselte Junioren-Nationalspielerin Marion Werner, für GHG-Trainer Ingo Naths besonders wichtig: „Jetzt wissen meine Frauen, wo sie stehen, nur mit hundertprozentiger Konzentration können die nötigen Punkte in der Oberliga eingefahren werden.“ Dabei war das Ergebnis von 15:37 (10:17) vollkommen nebensächlich.
Die GHG Hahnheide spielte zumindest in den ersten 30 Minuten gegen den VfL Oldesloe, der Aufsteiger präsentierte sich erstmals in den neuen lilafarbenen Trikots, ·super mit. VfL-Neuzugang Marion Werner, sie wurde freundlich von Hallensprecher Helge Naths (33) und den 200 Besuchern mit viel Applaus an ihrer alten Wirkungsstätte empfangen, entwickelt sich beim Zweit-Bundesliga-Aufsteiger VfL Oldesloe zur Torjäger Nummer ein: Mit insgesamt sechs Treffern hatte die Jugend-Nationalspielerin wesentlichen Anteil am VfL-Sieg.
Dank einer großartigen spielerischen und kämpferischen Leistung hielt der Oberligist GHG Hahnheide, der zwar mit allen Neuzugängen, aber ohne Angela Gläser (beruflich in Frankfurt) angetreten war, im ersten Spielabschnitt sehr gut mit. Nach dem Wechsel stotterte der GHG-Motor allerdings und war dem VfL-Tempo nicht mehr gewachsen.
„Der Punktspielstart kommt für uns zwei Wochen zu früh. Konditionell sind einige Damen noch nicht so weit. Ferner haben wir nach wie vor Probleme mit dem offensiven Deckungsverhalten“, resümierte Ingo Naths. Und Trainerkollege- Claus Schilk meinte: „Nach der Pause wurden wir nicht mehr gefordert. Meine Damen waren gieriger, machten kaum noch Fehler.“
Andrea Ketzel, Margitta Koops und Birgit Podratz (2) vergaben allein vier Siebenmeter. „Das zeugt von der Klasse der VfL-Torhüterinnen“, lobte GHG-Trainer Ingo Naths.
Die treffsicherste Torschützin der GHG Hahnheide war an diesem Abend Margitta Podratz mit fünf Toren, sie zählte neben Torhüterin Ramona Grau zu den besten GHG-Akteurinnen.
Bei VfL-Coach Claus Schilk standen insbesondere die neuen Spielerinnen Ulrike Rühter (HT 16), Babette Bischof (Eintracht Groß Grönau), Marion Werner (GHG Hahnheide) und Rückraumspielerin Britta Peterat (TV Marne) auf dem Prüfstand. Die elffache Junioren-Nationalspielerin Birte Stooß fehlte ebenso wie Nicole Röhrs (Fieber) und Rückraumspielerin Roswitha Bein (Junioren-WM in Frankreich). Dennoch kann sich VfL-Trainer Claus Schilk glücklich schätzen: „Wir verfügen über zwölf wirklich gleichwertige Spielerinnen.“
Als Erfolg bezeichnete Trainer Claus Schilk schon vor dem Freundschaftsspiel den neuen Werbevertrag mit der Stadt Ahrensburg. Ein Ortsschild mit der Bezeichnung „Stadt Ahrensburg“ ziert künftig die Brust der VfL-Handball-Damen auf T-Shirts und Pullover. Im Gespräch war zunächst auch ein ·Werbevertrag mit der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK). „Die GOK zeigte aber nur geringes Interesse“, kommentierte Claus Schilk. Die ehemalige VfL-Spielerin Heinke Juds wird in der nächsten Saison das Trikot von Olympia Neumünster tragen.
Die Tore für die GHG Hahnheide erzielten Margitta Koops (5/1), Andrea Ketzel (3), Karen Willers (3), Birgit Podratz (2), Valentine Dukanovic (1) und Bettina Scheidt (1). Für den VfL Oldesloe waren Marion Werner (6/1), Melanie Bernecker (6/2), Stefanie Bernecker (6), Zsuzsa Nyari (5/1), Andrea Hasenberg (4), Britta Peterat (4/2), Dörte Knickrehm (2/2), Babette Bischof (2) und Ulrike Rühter (2) erfolgreich.
STORMARNER TAGEBLATT vom 26.8.1991
Sonntag, 25. August 1991
Turniersieg in Adelby
(mth). Die glänzende Frühform der Handball-Damen des VfL Oldesloe hält weiter an. Beim Turnier in Adelby am Sonnabend und Sonntag wurde die Truppe von Claus Schilk überlegen Turniersieger. Mit Siegen über Gastgeber SG Adelby (24:9) und Zweitbundesliga-Konkurrenten TH Eilbek (16:12) wurde der VfL zunächst klarer Gruppensieger.
Im Halbfinale am Sonntagmorgen hatte dann Holstein Kiel (ebenfalls Konkurrent in der zweiten Liga) keine Chance und unterlag dem VfL mit 12:21 (4:12) bei einer Spieldauer von zwei Mal 20 Minuten. Im Finale ging es dann erneut gegen die Eilbekerinnen, die im anderen Halbfinale die SG Neubrandenburg bezwungen hatten.
Mit 17:14 behielt die Schilk-Truppe erneut die Oberhand, wobei ihr Erfolg nach einer 11:6-Halbzeitführung nie ernsthaft in Gefahr war.
STORMARNER TAGEBLATT vom 26.8.1991
Freitag, 30. August 1991
Benefizspiel gegen VfL Bad Schwartau
Erster Heimauftritt der Bundesliga-Truppe
(mth). Im Monat August hat sich die Handball-Bundesliga-Mannschaft des VfL Oldesloe in ihrer Heimatstadt noch rar gemacht. Aber sie ist deswegen beileibe nicht untätig gewesen, sondern sie hat in verschiedenen Spielen und Turnieren deutlich gemacht, daß sie sich gewissenhaft auf ihre erste Bundesliga-Saison vorbereitet.
Dabei ist sie auch schon hervorragend in Form gekommen, wie die Turniersiege in Lüneburg und Adelby und der haushohe Sieg über den alten Kreisrivalen GHG Hahnheide zeigten. Und das obwohl Claus Schilk bislang noch nicht auf seinen gesamten neuen Kader zurückgreifen konnte. Birte Stooß und Britta Peterat sind noch nicht für den VfL freigegeben und Roswitha Bein weilte bislang mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Junioren-WM in Frankreich beziehungsweise in Vorbereitungsphasen dazu.
Sie stößt aber in diesen Tagen wieder zum Kader, wird allerdings in den Spielen des Wochenendes noch nicht zum Einsatz kommen. Für das hat sich der VfL wieder einiges vorgenommen.
Am Sonnabend ist die Truppe Gast bei einem Turnier in Wismar. Mit Gastgeber TC Wismar trifft der VfL dabei auf einen Erstligisten, dem Hastedter TSV auf einen Mittbewerber in der zweiten Liga und den MTV Marne, der in die Regionalliga aufgestiegen ist. Nach dem überlegenen Turniersieg am letzten Wochenende in Adelby, bei dem die Gegner von ähnlichem Kaliber waren, rechnet sich der VfL auch in der Hansestadt etwas aus.
Ein paar Kräfte aber wollen sich die Spielerinnen um die ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyan noch für den Sonntag aufbewahren, denn dann stellen sie sich um 12 Uhr in der Stormarnhalle dem eigenen Publikum vor. Gegner ist dann der alte Rivale VfL Bad Schwartau.
Mit denen hat es im letzten Jahrzehnt ja manche spannende Auseinandersetzung gegeben, wobei Erfolge mal hier und mal dort zu verzeichnen gaben. Natürlich haben die Oldesloerinnen im Moment die Nase vorn, was Ligazugehörigkeit und Besetzung angeht, aber zu unterschätzen sind die Schwartauerinnen auf keinen Fall. Sie sind wieder in die Regionalliga aufgestiegen und haben sich, für diese Saison noch verstärkt, um dort eine gute Rolle spielen zu können.
Wie schon in der letzten Saison, als beide Mannschaften zugunsten eines Altenheimes spielten, kommt auch der Erlös aus dem Spiel am Sonntag einem guten Zweck zugute. Der VfL stiftet ihn als Dank für erhaltene Unterstützung der Stadt Bad Oldesloe für die Aufstellung von Spielgeräten in der Innenstadt. Schon allein das sollte ein guter Grund sein, den Weg in die Stormarnhalle zu
finden.
Die wird sicher am 10. September proppenvoll sein, wenn Europacup-Sieger Spartak Kiew zum versprochenen Gastspiel kommt. Um der erwarteten Kartennachfrage Herr werden zu können, wird die Handballabteilung am Sonnabend auf einem Informationsstand in der Fußgängerzone am Mühlenplatz einen Kartenvorverkauf einrichten. Dort gibt es auch Spielpläne, Dauerkarten und weiteres Informationsmaterial für die Bundesliga-Saison, die ja drei Wochenenden später beginnt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.8.1991
Sonnabend, 31. August 1991
VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau NN
Freitag, 6. September 1995
Härtetest in der Vorbereitung
Vollgas für die zweite Liga
In dem schmucken Audi des Autohauses Bargteheide hat die Bundesliga-Mannschaft des VfL Oldesloe nicht Platz, aber das Autokennzeichen war extra passend für ein Mannschaftstoto eingerichtet. „OD VfL 91“ soll in der kommenden Saison ein Markenzeichen in der zweiten Bundesliga, Gruppe Nord, werden. Mit der vielfachen ungarischen Nationalspielerin Zsuzsa Nyarl am Steuer, wie auf unserem Bild, auf dem lediglich Junioren-Nationalspielerin Roswitha Bein (sie stößt an diesem Wochenende aber auch zu ihrer neuen Truppe) fehlt, sollte dabei nichts schiefgehen.
(mth). Mit Vollgas geht die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in die letzte Vorbereitungsphase für ihre erste Saison in der zweiten Liga. Innerhalb der nächsten vier Tage unterzieht sich die Truppe von Trainer Claus Schilk einem Härtetest. Am Sonnabend und Sonntag beteiligt sie sich an einem hochkarätig besetzten Turnier in Bremerhaven.
Der Deutsche Meister TuS Walle Bremen, Bundesliga-Vizemeister SV Buxtehude, der SC Empor Rostock und der Oldenburger SV sind dabei einige von den möglichen VfL-Gegnern. Dazu kommt noch als besonderer Knüller Europapokalsieger Spartak Kiew, die unbestritten beste Vereinsmannschaft im Damenhandball.
Ob der VfL in Bremerhaven auf die Startruppe aus der Ukraine trifft, ist noch ungewiß. Sicher aber ist, daß Spartak Kiew am Dienstag kommender Woche um 20 Uhr in der Oldesloer Stormarnhalle seine Visitenkarte abgibt.
Die Oldesloer Glaxo-Werke, einer der Sponsoren der VfL-Truppe, hat diesen Leckerbissen für die Oldesloer Sportfreunde mit seinem Engagement möglich gemacht. Gewissermaßen als Einstand für die in 14 Tagen beginnende Punktrunde, bei dem die Zuschauer dafür in die richtige Stimmung gebracht werden. Eigens für dieses Spiel ist die Stormarnhalle mit zusätzlicher provisorischer Beleuchtung ausgestattet worden, da die reguläre neue Lichtanlage noch auf sich warten läßt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.9.1991
Sonntag, 8. September 1991
VfL-Damen Sieger im B-Pokal
Für das Schlagerspiel (Kiew) bestens gerüstet
(mth). Die Handball-Bundesliga-Mannschaft des VfL Oldesloe (zweite Liga) ist für das Schlager-Freundschaftsspiel am Dienstag um 20 Uhr in der Stormarnhalle gegen Europapokalsieger Spartak Kiew bestens gerüstet. Beim hochkarätigen Turnier in Bremerhaven jedenfalls hinterließ die Damentruppe von Trainer Claus Schilk einen glänzenden Eindruck und wurde am Ende Gewinner des B-Pokals.
Gleich zum Beginn des Turnieres trafen die VfL-Damen, gerade dem Reisebus entstiegen, auf die Spitzenmannschaft aus der Ukraine. Mit 11:17 zogen sie sich dabei glänzend aus der Affaire. Daran müssen sie auch im zweiten Spiel gegen den Bundesligisten TSV Nord Harrislee noch zu lange gedacht haben, denn gegen den gab es mit 13:15 anschließend im zweiten Spiel eine eher überflüssige Niederlage.
Die Stormarnerinnen waren damit aus dem Rennen für den A-Pokal des Hauptturnieres, hielten sich dafür aber im letzten Gruppenspiel gegen die Zweitligatruppe von Borussia Dortmund mit einem 21:13-Erfolg schadlos.
Am Sonntag im der k.o.-Runde der acht schlechteren Mannschaften des hochkarätig besetzten Turniers – es gewann schließlich der Deutsche Meister TuS Walle Bremen vor dem Oldenburger SV, SG Frankfurt/Oder, SV Buxtehude, Spartak Kiew und dem SC Empor Rostock – waren die Oldesloerinnen dann wieder prächtig in Schuß.
Zunächst wurde SG Jarplund-Weding (in zwei Wochen erster Punktspielgegner) mit 14:8 bezwungen. Anschließend hatte eine Bremerhavener Auswahl (vorher Sieger gegen TuS Alstertal) bei einer 4:15-Niederlage keine Chance und im Endspiel um den B-Pokal des Turnieres schlug der VfL den Zweitligarivalen SV Hastedt mit 15:11.
Da dürfen sich die Oldesloer (und Stormarner) Handballfreunde für die, von Sponsor Glaxo ermöglichte Schlagerpartie gegen Spartak Kiew auf einiges gefaßt machen. Die Ukrainerinnen wurden in Bremerhaven sicher etwas unter Wert geschlagen, weil sie in der Endrunde (ebenfalls im k.o.-System) gleich auf TuS Walle Bremen trafen, und werden in der Stormarnhalle sicher noch zulegen können.
Das erhofft sich für ein weiteres ehrenvolles Abschneiden seiner Truppe auch Claus Schilk. Der schonte beim Turnier nämlich Melanie Bernecker, Dörte Knickrehm und Marion Werner. Sie waren alle leicht angeschlagen, werden Dienstag aber mit von der Partie sein.
Dabei ist dann auch wieder Torhüterin Jeanine Hildebrand, die nur am Sonnabend in Bremerhaven spielte und dann aus beruflichen Gründen nach Hause fuhr. Dabei ist erstmalig in Oldesloe dann auch Junioren-Nationalspielerin Roswitha Bein, die am Wochenende einen tollen Einstand in der VfL-Mannschaft feierte.
Dabei schließlich sollten auch alle Handballfans sein. Bei einem solchen Schlagerspiel müßte die Stormarnhalle eigentlich aus allen Nähten platzen. Solche sportlichen Leckerbissen werden in Bad Oldesloe schließlich nicht alle Tage geboten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.9.1991
Dienstag, 10. September 1991
Europapokalsieger Spartak Kiew prüft die VfL-Damen
(mth). Nicht weniger als 13mal hat die Mannschaft von Spartak Kiew in der Vergangenheit den Europapokal der Landesmeister gewonnen und gilt deshalb mit einiger Berechtigung als die beste Vereinsmannschaft der Welt im Damenhandball.
Heute um 20 Uhr tritt diese mit Nationalspielerinnen gespickte Mannschaft in der Oldesloer Stormarnhalle in einem Freundschaftsspiel gegen den VfL Oldesloe, seines Zeichens Aufsteiger in die zweite Bundesliga, an.
Das wird ganz sicher einer der Höhepunkte im Stormarner Sportjahr 1991. Die Mannschaft aus der Ukraine befindet sich zur Zeit auf einer Deutschland-Tournee. Am letzten Freitag spielte sie beim Deutschen Meister TuS Walle Bremen, am Wochenende beim glänzend besetzten Turnier in Bremerhaven, an dem ja auch die VfL-Damen teilnahmen und sich als Gewinner des B-Pokals prächtig schlugen, und gestern beim Deutschen Vizemeister SV Buxtehude.
Das heutige Spiel in Oldesloe ist der Abschluß der Tournee durch Norddeutschland. Die Mannschaft ist dabei zur Zeit ein wenig im Umbruch.
Ein paar Leistungsträgerinnen sind mit der schlagartigen Einführung marktwirtschaftlicher Praktiken in den „goldenen Westen“ gewechselt (beispielsweise nach Buxtehude und Bremen), aber hochkarätiger Nachschub steht bereit. Nicht weniger als fünf Spielerinnen gehörten zu der UdSSR-Nationalmannschaft, die Ende August in Frankreich Juniorinnen-Weltmeister wurde.
An dieser Weltmeisterschaft war ja mit Roswitha Bein auch eine Spielerin des VfL mit von der Partie. Sie hat deshalb auch einen Großteil der Saisonvorbereitung der Truppe von Trainer Claus Schilk nicht mitmachen können, ist aber heute zum Abschluß und Höhepunkt dieser Phase erstmals in Oldesloe mit von der Partie, wie mutmaßlich alle Spielerinnen aus dem VfL-Kader.
Bei dem Turnier in Bremerhaven ist der VfL ja schon einmal auf die Kiewer Star-Truppe getroffen und zog sich dabei mit einer 11:17-Niederlage hervorragend aus der Affäre. Dabei konnte Claus Schilk dort noch nicht einmal seine Bestbesetzung aufbieten. Mit ihr hofft er, auch heute ordentlich mit dem großen Gegner mithalten zu können.
Mit diesem Knüller sollen die Oldesloer Handballfans auf die Bundesliga-Saison, die in elf Tagen mit dem Heimspiel gegen die SG Jarplund-Weding beginnt, eingestimmt werden. So jedenfalls hat sich das die Firma Glaxo, einer der Hauptsponsoren der VfL-Damen für ihr Bundesliga-Abenteuer, gedacht, die mit ihrem Engagement die Verpflichtung der Kiewer Mannschaft überhaupt erst möglich machte.
Der Europapokalsieger wird am Nachmittag aus Buxtehude kommend in der Stormarner Kreisstadt eintreffen und wird vor dem Spiel um 16 Uhr von der Stadt Bad Oldesloe im Rathaus empfangen.
Da für das Spiel mit großem Andrang an Besuchern gerechnet wird, wird die Abendkasse in der Stormarnhalle schon um 18.30 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt acht, für Jugendliche vier Mark.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.9.1991
Dienstag, 10. September 1991
Empfang für Spartak Kiew
„Große Ehre für unsere kleine Stadt“
(us). Sie machten schon einen etwas müden Eindruck, als sie am Nachmittag aus dem Bus kletterten: Seit acht Tagen sind Spielerinnen und Betreuer des mehrfachen Handball-Europapokalsiegers Spartak Kiew in Deutschland und haben in dieser kurzen Zeit nicht weniger als acht Spiele bestritten.
Die letzte Begegnung stand nun in der Stormarnhalle gegen den frischgebackenen Zweitligisten VfL Oldesloe an. Auch die Stormarner Kreisstadt erwies der weltbesten Vereinsmannschaft die Ehre und lud zum Empfang ins Rathaus ein.
Die stellvertretende Bürgerworthalterin Elisabeth Scherrer (sie vertrat den erkrankten Bürgermeister Ulrich Gudat) begrüßte die Gäste aus der ukrainischen Hauptstadt herzlich in der Stormarner Kreisstadt.
„Es ist für uns eine große Ehre, daß ein europäisches Spitzenteam zu Gast in unserer kleinen Stadt ist“, sagte sie in ihrer kurzen Ansprache.
Sprachliche Probleme gab es keine, denn die charmante Dolmetscherin Irina Jablotschkowa aus Kiew übersetzte schnell und perfekt vom Deutschen ins Russische. Walter Busch, Vorsitzender des VfL Oldesloe, der sich über das „herausragende Sportereignis“ freute, bedankte sich bei Irina galant mit einem Handkuß.
Sowohl Elisabeth Scherrer als auch Walter Busch zeigten sich optimistisch, daß es in Zukunft noch mehr Kontakte zwischen deutschen und sowjetischen Sportlern geben werde. „Die politische Entwicklung in Ihrem Land hat solche Begegnungen gefördert“, meinte Walter Busch.
Die Delegation aus Kiew überreichte Elisabeth Scherrer einen Vereinswimpel und einen handbemalten Zierteller. Auch für die Gäste gab es ein Präsent: Sie erhielten einen Trinkbecher mit dem Oldesloer Stadtwappen. Frau Scherrer würdigte das Engagement der Sponsoren, ohne deren Engagement der Besuch nicht zustande gekommen wäre und bedankte sich diesbezüglich ausdrücklich bei Dr. Sabine Feder von der Firma Glaxo.
Die verbliebene Zeit bis zum Spielbeginn in der Stormarnhalle nutzten die Gäste dann nach der kleinen Feierstunde zu einem ausgedehnten Stadtbummel durch die Oldesloer Innenstadt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.9.1991
Dienstag, 10. September 1991
VfL Oldesloe – Spartak Kiew 21:27 (12:14)
Mehr als 400 Zuschauer erlebten in der Stormarnhalle den Handball-Leckerbissen
21:27. Der VfL Oldesloe zog sich gegen Europapokalsieger Spartak Kiew glänzend aus der Affaire
(mth). „Jetzt kann der TSV Jarplund-Weding kommen. Wir sind für den Start in der zweiten Bundesliga gerüstet.“ Claus Schilk, engagierter Trainer und „Macher“ der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe, war nach dem letzten Vorbereitungsspiel seiner Truppe vor dem Punktspielstart am 21. September – die Partie wird dann in der Heinrich-Vogler-Halle ausgetragen, weil die Installation der neuen Lampen in der Stormarnhalle auch dann noch nicht abgeschlossen sein wird – rundherum zufrieden.
Obwohl seine Mannschaft mit 21:27 (12:14) eine Niederlage kassiert hatte, und davon hat es in der langen Vorbereitungsphase ja nur ganz wenige gegeben. Aber der Gegner in der Stormarnhalle war ja auch nicht irgendwer, sondern die erfolgreichste Vereinsmannschaft der Welt im Damenhandball, der 14malige Europapokalsieger Spartak Kiew.
Die Sponsoren der VfL-Mannschaft, insbesondere die Firma Glaxo, aber auch die Kornbrennerei August Ernst, hatten diesen sportlichen Knüller in der Stormarner Kreisstadt möglich gemacht. Als Einstand gewissermaßen, und um die Oldesloer Handballfans „lecker“ auf kommende Großereignisse in der zweiten Bundesliga zu machen.
Das Vorhaben ist voll gelungen. Mehr als 400 Zuschauer hatten sich in der Stormarnhalle, die eigens für dieses Spiel mit einer Notbeleuchtung ausgerüstet worden war, eingefunden und sie wurden Zeuge einer tollen Handballdemonstration. Natürlich in erster Linie von den Aktiven aus der ukrainischen Hauptstadt. Die Mannschaft befindet sich zur Zeit zwar im Umbruch und hat ein paar spielerische Bravourstücke, die ihr früher locker von der Hand gegangen sein sollen – so behaupten jedenfalls Kenner der Handballszene –, nun nicht mehr am Fließband auf Lager.
Um die Oldesloer Handballfans in Erstaunen und Entzücken zu versetzen, ja sie für eine Stunde zu faszinieren, reichte ihr Repertoire allemal aus. Verwirrende Paßfolgen, Spielzüge und Kombinationen wurden teilweise in atemberaubendem Tempo vorgeführt. Dazu sind alle handballerischen
Grundbegriffe und Standards den Spielerinnen in Fleisch und Blut übergegangen und werden mit geradezu
traumwandlerischer Sicherheit zelebriert.
Das kommt nicht von ungefähr. Immerhin sechs der in Oldesloe aufgetretenen Spielerinnen – Swetlana Morosowa, Natalia Derepassko, Raissa Machmutowa, Irina Rajenko, Natalija Derjugina und Lilja Rybolko – sind gerade Ende August in Frankreich mit dem sowjetischen Nationalteam Juniorinnen-Weltmeister geworden, und die anderen sechs – Tatjana Woroshzowa, lnna Spatschenko, Tatjana Stephan, Lena Putrja, Lena Rasborskaja und Larissa Achramzewa – waren, sind oder werden mit Sicherheit Nationalspielerinnen.
Daß das Spiel zu einem Handballfest wurde, war nicht nicht allein das Verdienst der ukrainischen „Star-Truppe“ (ohne die Allüren einer solchen). Dazu hat einen gehörigen Anteil auch die VfL-Truppe beigetragen. Sie hielt sich gegen den übermächtigen Gegner wirklich achtbar und zog sich prächtig aus der Affaire.
Die Oldesloer Handballfans können der Zukunft der Mannschaft in der zweiten Liga beruhigt und erwartungsfroh entgegensehen. Die Truppe um die vielfache ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari wird in der neuen Spielklasse in der gezeigten Verfassung mit Sicherheit bestehen und eine gute Rolle spielen können.
Womit wir beim Spiel wären: Der VfL begann gegen den Europapokalsieger wahrlich respektlos. Nach vier Minuten führte er mit 3:1, wobei Zsuzsa Nyari zwei tolle Kabinettstückchen mit unnachahmlicher Schlitzohrigkeit gezeigt hatte. Eine Führung behaupteten die Oldesloerinnen immerhin bis zur 10. Minute (6:5 und 6:6), weitere acht Minuten einen Gleichstand (bis zum 9:10).
Dann zogen die Gäste auf 13:9 (25.) davon, aber bis zur 28. Minute hatte der VfL noch einmal auf 12:13 verkürzt, ehe Kiew der 14:12-Pausenstand gelang. Nach dem Wechsel zog der Gast bis zur 41. Minute auf 21:14 davon und mancher der Oldesloer Zuschauer meinte nun, die VfL-Damen bekämen noch eine derbe Lektion erteilt.
Nicht so eine zahlenmäßig kleine, dafür aber unermüdliche und lautstarke Fangruppe. Und die sollte recht behalten mit ihrem Optimismus. Die Schlachtrufe von ihnen: „Kämpfen Mädels, kämpfen!“ und „Attacke!“ fielen bei Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg und Co. Auf fruchtbaren Boden.
Insbesondere auch Roswitha Bein, die von HT 16 zum VfL gekommene Junioren-Nationalspielerin, ging nun voll aus sich heraus und Torfrau Annette Schümann, die schon vor der Pause gehalten hatte, was bei den präzisen Würfen zu halten gewesen war (unter anderem sogar einen Siebenmeter in der 19. Minute), wuchs, als sie erneut für Janine Hildebrand (hatte sich bei einer Aktion weh getan) eingewechselt wurde, nun mehrfach über sich hinaus.
So vergrößerte sich der Vorsprung der Kiewerinnen in den letzten 20 Minuten nicht mehr. Ja, er verringerte sich einmal sogar noch auf vier Tore (20:24 in der 53. Minute), und er war schließlich auch beim Endstand von 21:27 in ebenso achtbarem, wie erträglichem Rahmen.
Für den VfL waren in dieser denkwürdigen Partie Roswitha Bein (7 Tore, davon drei verwandelte Siebenmeter), Zsuzsa Nyari (5/3), Ulrike Rühter (4), Dörte Knickrehm (2/1), Andrea Hasenberg, Babette Bischof (je 1), Stefanie Bernecker (1/1), Nicole Röhrs, Ingrid Schilk und die beiden genannten Torhüterinnen im Einsatz.
Die leicht angeschlagenen Spielerinnen Melanie Bernecker und Marion Werner schonte Claus Schilk in diesem Spiel lieber noch, um für die Zukunft keine unnötigen Risiken einzugehen, und die dritte Torhüterin Martina Pusch mußte ebenso auf der Bank verharren wie Britta Peterat und Birte Stooß, die noch nicht für den VfL spielberechtigten Neuzugänge.
Das Schiedsrichtergespann Brück/Rutsch aus Henstedt-Ulzburg schien bisweilen ein wenig überfordert, aber das sollte man dem bemühten Team, das sonst auf Bezirksebene pfeift, nachsehen. Verpfiffen jedenfalls haben sie die überwiegend faire Partie mit nur je einer Zeitstrafe hüben und drüben nicht.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.9.1991
Dienstag, 10. September 1991
Kiew setzt auf die Jugend
Härtetest für den Europapokalsieger
(us). Viel Zeit zum Ausruhen haben die Spielerinnen von Spartak Kiew bei ihrem Deutschland-Besuch nicht. In acht Tagen hat der 13malige Europapokalsieger acht Spiele in Bremen (gegen TuS Walle), Bremerhaven (Turnier) und Buxtehude bestritten. Nach dem Spiel in Bad Oldesloe treten die Ukrainerinnen wieder die Rückreise an.
Eine unangenehme Überraschung gab es für die Handballerinnen bei der Anreise: Da die polnische Grenze gesperrt war, mußte der Troß aus Kiew sage und schreibe 14 Stunden im Bus warten, bis es endlich weiterging. Der guten Laune hat das aber keinen Abbruch getan.
„Ein solches Programm ist für uns die beste Vorbereitung auf die kommende Meisterschaftssaison“, sagt Viktor Karassew, Manager von Spartak Kiew. Am 19. September beginnen die Punktspiele in der Sowjetunion. Der vielfache Landesmeister mußte sich in der abgelaufenen Saison mit Platz zwei begnügen und hat sich für dieses Jahr viel vorgenommen.
Auch wenn einige erfahrene Spielerinnen den Verein in Richtung Westen verlassen haben, ist Viktor Karassew guten Mutes, eine schlagkräftige Truppe präsentieren zu können. Dabei setzt er besonders auf die Jugend. Die jüngste Spartak-Spielerin ist gerade 15 Jahre alt.
Das Team befindet sich im völligen Neuaufbau. Der scheint aber erfolgreich zu verlaufen, denn fünf Aktive gehörten zur sowjetischen Juniorinnen-Nationalmannschaft, die bei der WM in Frankreich den Titel holte. Der eigene Nachwuchs wird in einem Sportinternat gefördert.
„Wir haben wirtschaftliche Probleme“, gibt Viktor Karassew zu, „obwohl uns unser Sponsor, ein großes Unternehmen aus Kiew, sehr unterstützt“. Die Deutschland-Tournee wird nicht zuletzt zur Aufbesserung der Finanzen genutzt. So wird das Team von Spartak unter anderem mit einem neuen Minibus in die ukrainische Hauptstadt zurückkehren.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.9.1991
Freitag, 20. September 1991
TSV Jarplund-Weding morgen erster Bundesliga-Gegner
„Jetzt geht endlich die Post ab!“
VfL-Damen heiß auf erstes Punktspiel
(mth). Jetzt geht es endlich los! Am Ende einer langen Vorbereitungsphase waren die Spielerinnen der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe und ihr Trainer Claus Schilk, aber auch Leute aus dem Verein und dem Umfeld langsam unruhig und ungeduldig geworden. Das Abenteuer zweite Bundesliga in der Stormarner Kreisstadt aber kann nun beginnen. Morgen ist um 19.30 Uhr der TSV Jarplund-Weding erster Gegner des VfL in der neuen Spielklasse.
Gespielt wird ausnahmsweise in der Heinrich-Vogler-Halle. In der Stormarnhalle nämlich, eigentlich als Schauplatz für die Bundesliga-Spiele vorgesehen, ist die neue Lichtanlage noch immer nicht fertiggestellt. Die Notbeleuchtung mochte für ein Freundschaftsspiel, so gegen Europapokalsieger Spartak Kiew, ausreichen, für Bundesliga-Spiele genügt sie den Ansprüchen auf keinen Fall.
Aber der Umzug in die Vogler-Halle muß und soll für den VfL kein Nachteil sein. Das Terrain ist den Damen vom Training her ohnehin geläufig und auch an Zuschauerunterstützung soll es nicht mangeln. Die Tribüne bietet zwar nur sehr begrenzt Platz für Fans, aber eigens für das· Spiel werden mehrere Stuhlreihen auf beiden Seiten des Spielfeldes in der Halle aufgestellt.
So werden mehrere Hundert Besucher, wenn sie denn wie erhofft ab 18.15 Uhr (Öffnungszeit der beiden Abendkassen in der Halle) das Spiel hautnah – näher vielleicht gar als in der Stormarnhalle – miterleben können. Und natürlich sitzen die Dauerkartenbesitzer auch dort in der ersten Reihe.
„Ein Platz in der ersten Reihe“ das ist auch das hohe Ziel, das sich der VfL für seine erste Bundesliga-Saison vorgenommen hat. Das mag einem Außenstehenden für einen Klassenneuling als reichlich hochgegriffenes Ziel erscheinen.
Aber zu falscher Bescheidenheit besteht bei der Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg kein Anlaß. Die Truppe, die ja schon in der Regionalliga, angeführt von der vielfachen ungarischen Nationalspielerin Zsuzsa Nyari, hervorragenden Handball demonstriert hat, ist noch um einiges stärker geworden.
Das hat sie in der Vorbereitung wieder und wieder unter Beweis gestellt. Obwohl die Mannschaft nicht einmal in Bestbesetzung hat spielen können, hat sie reihenweise tolle Spiele hingelegt und glänzende Resultate dabei erzielt.
Ganz von ungefähr kommt das nicht. Schließlich ist die Truppe der letzten Saison bis auf Martina Gliewe und Heinke Juds komplett zusammen geblieben. Und dazu hat die Mannschaft sich außerordentlich gut verstärkt und ergänzt.
Von den Neuzugängen haben Jugendnationalspielerin Marion Werner (von der GHG Hahnheide/vormals Großensee/Möhnsen), Ulrike Rühter (von HT 16) und Babette Bischoff (aus Groß Grönau) voll eingeschlagen. Roswitha Bein (ebenfalls von HT 16, in der vergangenen Saison Hauptrivale in der Regionalliga) hat durch ihren Einsatz bei der Juniorinnen-Weltmeisterschaft noch nicht übermäßig viel mit ihrer neuen Mannschaft trainieren und spielen können, dann aber immer angedeutet, daß sie in der Truppe ein Hauptleistungsträger sein wird.
Mit Birte Stooß (von TuS Alstertal) und Britta Peterat (vom MTV Marne), die beide für den VfL noch nicht spielberechtigt sind, hat Trainer Claus Schilk für die Zukunft ja noch weitere Trümpfe im Ärmel.
Auch darauf begründet sich sein Optimismus für das morgige erste Spiel und die gesamte Saison. „Jetzt kann und wird die Post abgehen“, ist er sich sicher. Dabei will er den TSV Jarplund-Weding nicht unterschätzen und gering achten.
Schließlich kennt es die Truppe wie seine Westentasche. Dort spielte schließlich bis zu ihrem Wechsel zum VfL vor zweieinhalb Jahren seine Frau Ingrid, die sich bei den Oldesloerinnen zwar aus der ersten Reihe zurückgezogen hat, wenn es nötig ist, aber weiter zur Verfügung steht.
1ngrid Schilk hat in Jarplund von jüngster Jugend an im TSV Handball gespielt und hat mit der Damenmannschaft den Siegeszug von der Kreis- bis zur Bundesliga mitgemacht. In die Bundesliga ist der TSV Jarplund-Weding nicht weniger als dreimal aufgestiegen. Dort hat er sich einmal für zwei Jahre halten können, war ansonsten aber „Fahrstuhlmannschaft“, für die zweite Liga zu gut, für die Bundesliga nicht stark genug.
In dieser Saison zählt die Truppe aus dem Flensburger Vorort nicht unbedingt zu den Favoriten der zweiten Liga. Das wurde auch bei Vorbereitungsturnieren deutlich. So bei dem in Adelby, in ihrer Heimhalle, bei dem sie über den letzten Platz nicht hinauskamen. Der VfL dagegen hat dieses Turnier, ohne auf Jarplund-Weding zu treffen, sicher gewonnen.
Beim besonders hochkarätig besetzten Turnier in Bremerhaven trafen die beiden morgigen Gegner auch direkt aufeinander. Der VfL gewann sicher mit 14:8 und wurde später B-Pokalsieger. Auch das stärkt natürlich seine Zuversicht für den Punktspielauftakt. Wiewohl er auch zum Start nicht alle Spielerinnen dabei hat. Melanie Bernecker, die schon in Bremerhaven und gegen Kiew nicht spielen konnte, muß weiter zuschauen, da sich ihre Muskelverhärtung in der Schulter zu einer Entzündung verschlimmert hat.
Aber auch beim TSV Jarplung/Weding ist nicht sicher, ob alle Leistungsträgerinnen mitwirken können. Ute Kern, die Rückraumspielerin, mit der schon Ingrid Schilk lange zusammen gespielt hat, trainiert nach einem Kreuzbandriß inzwischen zwar wieder, aber es ist nicht sicher, ob sie auch für den Ernstfall schon gerüstet ist. So wird noch mehr Verantwortung auf die 200fache bulgarische Nationalspielerin Marina Nikolova zukommen, die trotz ihrer schon 35 Jahre Kopf der Mannschaft ist.
Zu den Stützen des Teams gehört auch die wendige Torhüterin Silke Callsen, Rückraumspielerin Gaby Möhlmann und die Kreisläuferinnen Christina Büschen und Andrea Hansen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.9.1991
Sonnabend, 21. September 1991
Heute um 19.30 Uhr in der Heinrich-Vogler-Halle
Für die VfL-Damen beginnt das Bundesliga-Abenteuer
(mth). Heute ist es endlich soweit: Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe startet um 19.30 Uhr in der Heinrich-Vogler-Halle ihr Bundesliga-Abenteuer. Gegner im ersten Heimspiel ist der TSV Jarplund-Weding.
In die Vogler-Halle hat das Spiel verlegt werden müssen, weil die neue Lichtanlage in der Stormarnhalle, in der normalerweise die Spiele der zweiten Bundesliga stattfinden sollen, noch immer nicht fertig ist.
Aber auch für die Partie an ungewohntem Ort herrscht beim VfL große Zuversicht. Für die Truppe von Trainer Claus Schilk ist es in den Vorbereitungsspielen glänzend gelaufen. Zu den Mannschaften, die dabei geschlagen wurden, zählte neben vielen anderen künftigen Konkurrenten aus der zweiten Liga auch der heutige Gegner.
Natürlich hat sich die Mannschaft um die vielfache ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari vorgenommen, den glatten 14:8-Sieg vom Turnier in Bremerhaven vor zwei Wochen auch heute zu wiederholen.
Nach dem Durchmarsch in der Oberliga und in der Regionalliga in den beiden letzten Jahren und mit den namhaften Verstärkungen, die man für die neue Saison hat für sich gewinnen können, im Rücken hat sich die Mannschaft auch für die zweite Bundesliga viel vorgenommen.
„Mauerblümchendasein“ fristen, sondern vielmehr oben an der Tabellenspitze mitmischen. Neben einer guten Portion Selbstbewußtsein, die sich die Mannschaft in der Vorbereitung erspielt hat, hofft sie dabei auf lebhafte Unterstützung der Stormarner und speziell der Oldesloer Handballfans.
Für die wird auch in der Vogler-Halle durch zusätzliche Bestuhlung eigens für dieses Spiel genügend Platz vorhanden sein.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.9.1991
Sonnabend, 21. September 1991
VfL Oldesloe – TSV Jarplund-Weding 31:15 (17:7)
Zsuzsa Nyari tanzte mit Jarplund-Weding feurigen Csardas
VfL-Handball-Damen gelang ein Bundesliga-Auftakt nach Maß / Erster Tabellenführer
(mth). So kann es weitergehen! Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe erwischte in der zweiten Bundesliga, Gruppe Nord, einen Punktspielstart nach Maß. Der TSV Jarplund-Weding, im deutschen Damenhandball ja kein ganz unbeschriebenes Blatt, denn die Truppe spielt seit gut einem Jahrzehnt in den Bundesligen (viele Jahre davon sogar in der ersten Liga) mit, hatte in der Heinrich-Vogler-Halle gegen den Neuling aus Stormarn nicht den Hauch einer Chance und wurde im VfL-Angriffswirbel förmlich „aus der Halle gefegt“.
Am Ende hatte die Mannschaft von Trainer Claus Schilk mit 31:15 (17:7) gewonnen. Damit hat sie sich auch in der zweiten Liga gleich wieder dort etabliert, wo sie in den beiden letzten Jahren – erst in der schleswig-holsteinischen Oberliga, dann in der Regionalliga – stets zu finden war: An der Tabellenspitze.
Ähnlich deutlich nämlich hat am ersten Spieltag der neuen Saison keine andere Mannschaft gewinnen können. Am nächsten kam dem VfL noch der BSV Frankfurt/Oder, der den SSV Schwedt mit 22:10 bezwang. Deutlich (19:9) fiel auch der Erfolg des ebenfalls zum Favoritenkreis gezählten Hastedter SV/Bremen gegen Motor Henningsdorf/Berlin aus.
Ein glatter Sieg gelang mit 21:12 auch dem nächsten Gegner des VfL, KSV Holstein Kiel, bei Fiko Rostock. Überhaupt zählten die nächsten Gegner der Oldesloerinnen zu den Gewinnern des ersten Spieltages. TuS Alstertal, am 6. Oktober nächster Heimgegner (dann voraussichtlich wieder in der Stormarnhalle), behielt im Hamburger Lokalderby bei TH Eilbek im engsten Spiel des Tages mit 16:13 die Oberhand, und in einem vorgezogenen Spiel hatte der SSV Neubrandenburg, bei dem der VfL am 13. Oktober sein erstes Gastspiel in einem der neuen Bundesländer gibt, bei Grün-Weiß Schwerin schon vor einer Woche sicher mit 21:14 gewonnen.
Dem VfL kann diese Ausgangsposition im Grunde nur recht sein. Der Mannschaft wird es sicher eher gut tun, wenn sie nun bald auch in den Punktspielen richtig gefordert wird. Am Sonnabend nämlich war die Auftaktpartie für die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg kaum eine ernste Prüfung.
Mancher der gut 300 Zuschauer – 243 hatten an der Abendkasse eine Karte gelöst, dazu kamen die Dauerkartenbesitzer und Ehrengäste – war am Ende des Spiels im Zweifel, ob denn der VfL das Spiel für sich so klar entschieden hatte, weil er so stark gewesen war, oder weil er es mit einem besonders harmlosen Gegner zu tun hatte.
Richtig ist von beiden Ansätzen sicher einiges. Der TSV Jarplung/Weding, diese Prognose ist sicher trotz des frühen Zeitpunktes in der Saison nicht zu voreilig, wird in seiner augenblicklichen Zusammensetzung es ganz, ganz schwer haben, sich weiter in der zweiten Liga zu behaupten.
Die Mannschaft hat den Abgang der beiden Andresen-Schwestern vor dieser Saison nicht kompensieren können. Die Randlage der Grenzstädterinnen und die unmittelbare Konkurrenz mit dem TSV Nord Harrislee (ist in die erste Bundesliga aufgestiegen) sind ganz offensichtlich für die eingesessene Bundesliga-Truppe negativ durchgeschlagen.
Die Mannschaft wirkt eher hausbacken und ist harmlos, wenn man ihre Spielmacherin, die 200fache bulgarische Nationalspielerin Marina Nikolova, abschirmt und ausschaltet. Diese Erkenntnis hatte Claus Schilk auf den Vorbereitungsturnieren in Adelby und Bremerhaven gewonnen und setzte sie konsequent um.
In Bremerhaven noch hatte der VfL beim direkten Aufeinandertreffen die 35jährige Bulgarin schalten und walten lassen. Auch da hatte der VfL bei verkürzter Spielzeit ja schon mit 14:8 gewonnen. Zum Punktspielauftakt aber trat der VfL den Jarplunderinnen nicht mehr mit einer 6:0-Deckung, sondern mit einer 5:1-Formation entgegen.
Zsuzsa Nyari kümmerte sich dabei liebevoll um ihre Kollegin vom Balkan, die durch Begegnungen zwischen der ungarischen und bulgarischen Nationalmannschaft seit gut einem Jahrzehnt bestens kennt, und ließ der nicht die Spur einer Chance.
Damit sind wir auch schon bei der überragenden Spielerin des Spiels. Die Ungarin, die sich ja in der letzten Saison in die Herzen der Stormarner Handballfans gespielt hatte, sprühte vor Spiellaune und brannte ein wahres Handballfeuerwerk ab.
Sie alleine tanzte mit den Gästen einen feurigen Csardas, das denen Hören und Sehen verging. Dabei spielt Zsuzsa trotz der Fülle ihrer Tricks, Ideen und Einfälle nie den Part einer Alleinunterhalterin. Vielmehr hat sie immer die ganze Mannschaft im Auge, setzt mit wunderbarem Blick und Ballgefühl ihre Mannschaftskolleginnen großartig ein und startet zu Einzelaktionen eigentlich nur dann, wenn sie meint, daß ihre Mannschaft Motivations-Anstöße oder Beruhigungspillen nötig hat.
Gegen Jarplund war das nur in den ersten Minuten vonnöten, als beim VfL deutlich eine Spur Nervosität zu erkennen war. In der 1. und 3. Minute ging der Gast sogar zweimal (1:0 und 2:1) in Führung, aber damit hatte er sein Pulver auch schon verschossen.
Schon nach. sieben Minuten führte der VfL mit 5:2. Den Rest von Nervosität hatten die Oldesloerinnen nach zehn Minuten abgelegt. Jetzt wurde der Gast regelrecht vorgeführt. Von 7:4 (11. Minute) baute der VfL seinen Vorsprung bis zur 21. Minute auf 13:4 aus und da war das Spiel natürlich längst entschieden. Als das hervorragende Schiedsrichtergespann Alich (Wittenberg/Piesteritz)/Dr. Conrad (Neugattersleben) aus Sachsen-Anhalt zur Pause pfiff, führte der VfL 17:7. Niemand mochte es den Schilk-Schützlingen verdenken, daß sich angesichts dieses haushohen Vorsprungs im zweiten Spielabschnitt gelegentlich ein paar Nachlässigkeiten einschlichen.
Dennoch wuchs der Vorsprung noch weiter an und erreichte beim 30:13 nach 55. Minuten seinen höchsten Stand. Hätte der VfL voll durchgezogen, wäre am Ende sogar noch ein weit deutlicherer Sieg als das 31:15, das unter dem Strich herauskam, möglich gewesen.
Dennoch oder gerade deswegen, ist der VfL sicher noch weiter steigerungsfähig. So spielt Junioren-Nationalspielerin Roswitha Bein (2 Tore) noch bei weitem nicht an ihrer Leistungsgrenze. Auch Marion Werner (ebenfalls 2 Tore) hat mit Sicherheit noch zuzulegen, ebenso wie Dörte Knickrehm (3/2), deren Spielanteile sicher im Lauf der Zeit noch größer werden.
Schließlich fehlte, abgesehen von den noch gesperrten Neuzugängen Birte Stooß und Britta Peterat, auch noch die verletzte Melanie Bernecker. Aber die Haupttorjägerin der letzten Jahre wird sich, wenn sie wieder fit ist, gewaltig ins Zeug legen müssen, wenn sie wieder in der Stammsieben stehen will. Ulrike Rühter (5) nämlich ist schon in toller Verfassung und auch Babette Bischof (4) hat sich trotz des Sprungs über mehrere Klassen (in der letzten Saison noch in der Bezirksliga) prächtig eingefunden.
Dazu spielt Melanies Schwester Stefanie (2) so stark wie nie zuvor in ihrer Laufbahn und Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg (3) ist mit ihrer Abwehrstärke und ihrem Kampfgeist ohnehin eine sichere Bank. Im Tor glänzte Jeanine Hildebrand 40 Minuten mit tollen Reflexen, aber als dann Annette Schümann für sie zwischen die Pfosten ging, wurde es im VfL-Kasten um keinen Deut schlechter. Auch dort ist der VfL optimal besetzt und Trainer Claus Schilk hat die Qual der Wahl.
Die wird, wenn denn erst alle Spielerinnen an Bord sind, sicher nicht mehr stets auf Nicole Röhrs fallen. Aber die kleinste VfL-Spielerin wird, wenn sie gefordert wird, auch in der zweiten Bundesliga wacker ihren Mann stehen. Ihr erstes Bundesliga-Tor verpaßte sie nur ganz knapp, als sie in der 59. Minute am Pfosten scheiterte.
Übertroffen aber wurden alle, wie schon erwähnt, von Zsuzsa Nyari, die ihre tolle Leistung auch als mit Abstand erfolgreichste Torwerferin des Spiels krönte. Sie war zehnmal erfolgreich, wobei sie auch zwei Siebenmeter schlitzohrig verwandelte.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.9.1991
Freitag, 27. September 1991
VfL-Handball-Damen am Sonntag in der Landeshauptstadt
VfL Oldesloe will in Kiel den ersten Tabellenplatz behaupten
(mth). Auch im zweiten Spiel der Saison in der zweiten Bundesliga hat die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe es mit einem schleswig-holsteinischen Gegner zu tun. Die Truppe von Trainer Claus Schilk tritt am Sonntag um 16.30 Uhr beim KSV Holstein Kiel an. Gespielt wird in der Tallinhalle im Stadtteil Wik am Elendsredder.
Der Einstieg in die Bundesliga ist den Oldesloerinnen ja ganz nach Wunsch geglückt. Gegen den TSV Jarplund-Weding spielte die Mannschaft wie aus einem Guß und stürmte mit dem 31:15-Erfolg gleich an die Tabellenspitze. So ganz von ungefähr kam der Erfolg natürlich nicht.
Die Oldesloerinnen hatten schließlich schon in den Vorbereitungsspielen mit glänzenden Ergebnissen angedeutet, daß sie nicht gewillt sein würden, in der zweiten Bundesliga ein „Mauerblümchen-Dasein“ zu fristen. Nach dem tollen Start sind sie nun um so mehr entschlossen, sich in der Tabelle nicht etwa nach unten, sondern nach oben zu orientieren.
Aber man hebt beim VfL deswegen nicht ab, sondern bleibt mit beiden Füßen auf der Erde. Der gute und erfolgreiche Verlauf der Vorbereitungsspiele und des ersten Punktspiels haben natürlich das Selbstbewußtsein der Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg gestärkt, aber „abheben“ will beim VfL deswegen niemand.
Natürlich: In der Saisonvorbereitung ist der VfL zweimal auf die Kielerinnen gestoßen und hat sie zweimal besiegt. Zunächst beim Turnier des Lüneburger SK mit 17:14, eine Woche später dann gar mit 21:12 beim Turnier in Adelby.
Aber so ganz schlüssig ist man sich beim VfL nicht, wie denn diese Siege zu gewichten sind. Das Spiel in Lüneburg stand für beide Teams unter besonderen Vorzeichen. Die Kielerinnen bestritten es ebenso wie die Oldesloerinnen mitten in einem Trainingslager, wobei sie auch an beiden Turniertagen neben den Spielen noch Trainingseinheiten durchzogen und mithin beim direkten Aufeinandertreffen kräftemäßig ganz schön „auf dem Schlauch“ standen.
Das war in Adelby dann nicht mehr der Fall, aber auch dort gab es Besonderheiten. Dort nahm erstmals Thorsten Preer engere Tuchfühlung mit der Kieler Mannschaft auf und ist seither neuer Trainer der Mannschaft. Anschließend verlautete kaum noch etwas über die Saisonvorbereitung der Holstein-Mannschaft.
Aber sie scheint unter ihrem neuen Coach die Zeit sinnvoll genutzt zu haben. Zum Saisonstart bei SG Fiko Rostock jedenfalls war die Mannschaft ganz offensichtlich voll da und landete mit 21:12 ebenfalls einen hohen Anfangserfolg. VfL-Coach Claus Schilk ist sich deshalb nicht so ganz schlüssig, wie er den Sieg der Kielerinnen in Rostock einstufen soll.
Haben die Holsteinerinnen in den Vorbereitungsspiel etwa geblufft, so seine eine mögliche Erklärung. Oder ist Fiko Rostock so schwach, daß die Mannschaft zu den sicheren Abstiegskandidaten der Liga gezählt werden müssen, Siege gegen sie also nicht allzu hoch einzustufen sind, so eine zweite mögliche Schlußfolgerung.
Eine Antwort darauf wird es wohl erst nach den 60 Minuten in der Tallinhalle geben. Kein Geheimnis allerdings ist für Claus Schilk, wo denn die Stärken der Holstein-Mannschaft liegen. Natürlich weiß er, daß er besonderes Augenmerk auf Beeke Gödecke wird legen müssen, die in Rostock achtmal ins Schwarze traf.
Dazu haben sich die Kielerinnen gegenüber den beiden Begegnungen in der Vorbereitungsphase durch Juniorinnen-Nationalspielerin Mandy Heinelt verstärken können, die seinerzeit noch bei der WM in Frankreich spielte. Aber das trifft auf Roswitha Bein im VfL-Dress ja auch zu.
Dazu wird sich bei der Truppe aus der Landeshauptstadt sicher noch Stefanie Nowatzki gegen den VfL ganz besonders ins Zeug legen. Sie stand im Frühjahr kurz vor einem Wechsel nach Oldesloe und will dem VfL sicher beweisen, daß er mit ihr einen „guten Fang“ gemacht hätte, hätte er sie denn unter Vertrag genommen.
Schon allein deswegen sollten die Oldesloerinnen ihren Gegner mit Respekt angehen. Aber natürlich ohne Ehrfurcht oder gar Ängstlichkeit. Dazu hat die Mannschaft nach ihren letzten tollen Leistungen keine Veranlassung.
Auch wenn Claus Schilk seine erfolgreiche Mannschaft vom letzten Wochenende wird verändern müssen. Ulrike Rühter, die auf der halblinken Rückraumposition ein so glänzendes Punktspieldebut im VfL-Dress feierte, steht wegen eines Seminars nicht zur Verfügung.
Für sie wird mutmaßlich Ingrid Schilk, die bei ihrem Rücktritt aus der VfL-Truppe ja immer ihre Bereitschaft bekundet hatte, weiter auszuhelfen, wenn es nötig ist, den Kader auf die Sollstärke von zwölf Spielerinnen aufzustocken. Melanie Bernecker nämlich wird mutmaßlich wegen ihrer Schulterverletzung noch immer nicht zur Verfügung stehen.
Aber wenn Zsuzsa Nyari, Stefanie Bernecker, Babette Bischoff, Andrea Hasenberg und die beiden Torhüterinnen Annette Schümann und Jeanine Hildebrand zu ähnlicher Glanzform wie gegen Jarplund-Weding auflaufen und sich Dörte Knickrehm, Roswitha Bein, Marion Werner und Nicole Röhrs noch wie erhofft zu steigern wissen, dann müßte der VfL auch in Kiel gut bestehen können.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.9.1991
Freitag, 27. September 1991
Wer will mit nach Kiel?
(mth). Für Fans der Damen-Bundesliga-Mannschaft des VfL Oldesloe besteht Gelegenheit, die Mannschaft zu ihrem ersten Auswärtsspiel in Kiel zu begleiten. Ein Reisebus der Firma Autokraft fährt am Sonntag um 13.30 Uhr vom Parkplatz an der Stormarnhalle zum Spiel. Noch sind einige Plätze darin frei. Wer Lust hat, die Fahrt gegen eine Kostenbeteiligung von 15 Mark mitzumachen, sollte sich möglichst umgehend mit VfL-Abteilungsleiter Jürgen Dorn unter der Oldesloer Telefonnummer 5108 in Verbindung setzen oder sich, dann auf gut Glück, rechtzeitig zur Abfahrtzeit am Sonntag an der genannten Sammelstelle einfinden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.9.1991
Freitag, 27. September 1991
Knüller im DHB-Pokal
(mth). Der nächste große Handball-Knüller in der Stormarnhalle zeichnet sich schon ab: In der ersten Runde des Pokalwettbewerbs des Deutschen Handballbundes
(DHB), die am 26./27. Oktober ausgetragen wird, hat die Damenmannschaft des VfL Oldesloe den einzigen Erst-Bundesligisten, der im Nordbereich schon mit im Topf war, die „etablierten“ Bundesliga-Mannschaften greifen erst in der zweiten Runde auf Bundesebene in den Wettbewerb ein, Aufsteiger TSV Nord Harrislee zugelost gekommen. Zweifellos eine ebenso schwere wie lukrative und attraktive Aufgabe für die Damen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg.
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.9.1991
Sonntag, 29. September 1991
Holstein Kiel – VfL Oldesloe 20:21 (7:10)
Stefanie Bernecker besorgte den entscheidenden Treffer
21:20. Die Entscheidung für die VfL-Damen fiel erst in letzter Sekunde
(mth). Als das Schiedsrichtergespann Tschirne/Schwark aus Rendsburg um 17.41 Uhr das Spiel der zweiten Handball-Bundesliga der Damen in der Kieler Tallinhalle zwischen dem KSV Holstein Kiel und dem VfL Oldesloe abpfiff, ließen sich die 13 Aktiven, die gerade auf dem Parkett standen, wo sie gingen oder standen fallen.
Sechs Kielerinnen brachen in Tränen aus und konnten ihr Unglück nicht fasssen, sieben Oldesloerinnen waren schier fassungslos vor Glück und Freude. Sekundenbruchteile vorher erst war ein wahrer Handball-Krimi zugunsten der Stormarnerinnen entschieden worden.
Im Mittelpunkt der Ovationen ihrer Mannschaftskameradinnen, der Betreuer und der Oldesloer Fans, die unter den rund 150 in der kaum bundesligatauglichen Halle nicht eben in der Minderheit waren, stand, als die erste Fassungslosigkeit vorbei war, Stefanie Bernecker. Sie nämlich hatte buchstäblich in letzter Sekunde das 21:20 für ihre Mannschaft erzielt und damit den Aufsteiger allein an die Tabellenspitze der zweiten Bundesliga Gruppe Nord bugsiert.
Aber ihr Treffer war nur das Tüpfelchen auf dem „i“ einer wahrlich hochdramatischen Schlußphase. Nur 15 Sekunden vorher hatte es so ausgesehen, als sollten die Kielerinnen das bessere Ende für sich haben. Da nämlich war Jutta Gold beim Stande von 20:20 plötzlich mutterseeelenallein am Kreis des VfL aufgetaucht und überwand Annette Schümann im VfL-Tor.
Aber Schiedsrichter Tschirne hatte gesehen, was den meisten Beobachtern verborgen geblieben war. Die kräftige Kielerin hatte sich ihre tolle Ausgangsposition durch eine unsportliche Aktion „erschleichen“ wollen. Sie hatte Dörte Knickrehm am Trikot festhaltend außer Gefecht gesetzt.
Die Konsequenz: Der Unparteiische ließ die Zeit zwölf Sekunden vor dem Abpfiff anhalten, annullierte den vermeintlichen Treffer und bestrafte die Kielerin obendrein wegen Unsportlichkeit noch mit einer zweiminütigen Zeitstrafe.
Die Entscheidung war in doppelter Hinsicht bemerkenswert. So konsequent sind Schiedsrichter in solch prekärer Situation, gerade wenn es gegen Heimmannschaften geht, nur selten. Beim Gespann Tschirne/Schwark mußte das doppelt verwundern, denn sie gebärdeten sich ansonsten eher als typische „Heimschiedsrichter“. Mit ihrer doch etwas einseitigen Regelauslegung zugunsten der sehr körperbetont spielenden Kielerinnen hatten sie vorher nämlich Anteil an der Wende der Partie im letzten Drittel der 60 Minuten gehabt.
Mehr als 40 Minuten nämlich hatte es so ausgesehen, als könnte der VfL auch sein zweites Spiel der neuen Saison eher sicher und ruhig nach Hause schaukeln. Wenn auch beileibe nicht so deutlich wie das Heimspiel eine Woche zuvor gegen den TSV Jarplund-Weding.
Dazu war die Gegenwehr der robusten Holsteinerinnen zu stark und die Ausgangsposition für den VfL zu ungünstig gewesen. Die nämlich hatte sich 24 Stunden vor dem Spiel verschärft, als plötzlich zu der beruflich verhinderten Ulrike Rühter und der mutmaßlich noch länger verletzten Melanie Bernecker, Trainer Claus Schilk rechnet mit noch drei bis vier Wochen, auch noch Torhüterin Jeanine Hildebrand mit einer Blinddarm-Operation ausfiel.
Aber auf Annette Schümann ist ja gerade in Stress-Situationen eigentlich immer Verlaß und für den Fall der Fälle stand ja auch noch Martina Pusch bereit. Dennoch nahm der VfL in Kiel sofort das Heft in die Hand, führte nach sechs Minuten mit 3:0 und nach neun Minuten mit 4:1. Dabei hatte die wieder in toller Spiellaune befindliche Zsuzsa Nyari in zwei Aktionen noch reichlich Pech. Ansonsten hätte es vielleicht für die Holsteinerinnen ein ähnliches Debakel wie am Vorsonntag für Jarplund geben können.
Aber so kam der Gastgeber langsam besser ins Spiel und hatte bis zur 15. Minute auf 4:4 gleichgezogen. Vor allem dank drei Treffer von Beeke Gödecke, um die sich fortan Zsuzsa Nyari „liebevoll“ in der Deckung kümmerte. Das hatte den Erfolg, daß die Kieler Haupttorjägerin bis zum Schluß nicht noch einmal erfolgreich war und entnervt gar einen Siebenmeter (33.) verwarf.
Bis dahin war der VfL über einen Halbzeitvorsprung von 10:7 wieder mit 11:8 in Führung gegangen. Aber dann begann die große Zeit von Juniorinnen-Nationalspielerin Mandy Heinelt. Vorher abwechselnd von Babette Bischof und Marion Werner glänzend abgeschirmt, war sie in der zweiten Halbzeit von beiden einfach nicht mehr zu halten. Ihre sieben Tore, allesamt nach der Halbzeit erzielt, sorgten maßgeblich für die Wende im Spiel.

In der 41. Minute noch lag der VfL mit 14:11 vorn, neun Minuten später führte plötzlich der Gastgeber mit 16:14. Aber die Stormarnerinnen wissen auch zu fighten. Sie glichen innerhalb der nächsten drei Minuten wieder aus (16:16) und beantworteten die folgenden vier Treffer der Kielerinnen, mit denen die immer in Front gingen, jeweils postwendend.
Toll dabei das 17:17 von Dörte Knickrehm mit einem Rückhandwurf vom Kreis, toll aber auch der Einsatz von Roswitha Bein, die am Ende zusammen mit Zsuzsa Nyari mit je sechs Toren erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft war.
Den Rest teilten sich Marion Werner (3), die aber noch nicht beständig und mannschaftsdienlich genug spielt, Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, Dörte Knickrehm und Stefanie Bernecker (je 2). Babette Bischof blieb ohne Treffer, Nicole Röhrs wurde wie Torhüterin Martina Pusch nicht eingewechselt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.9.1991
Freitag, 4. Oktober 1991
TuS Alstertal Sonntag um 16 Uhr Gast in der Stormarnhalle
Claus Schilk: Mit einem dritten Sieg können wir uns in der Spitzengruppe fest etablieren
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe kehrt am Sonntag zu ihrem zweiten Heimspiel in der zweiten Bundesliga wieder an ihren angestammten Platz zurück. Die Reparatur- und Renovierungsarbeiten an der Beleuchtungsanlage der Stormarnhalle sind endlich soweit abgeschlossen, daß dort wieder Sport betrieben werden kann, auch wenn das Tageslicht nicht mehr allein ausreicht.
Als ersten Gegner dort empfangen die Schützlinge von Trainer Claus Schilk dort um 16 Uhr den TuS Alstertal. Spiele zwischen Handballmannschaften dieser beiden Vereine sind ja nicht ohne Tradition. Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre dominierten beide Vereine bei der weiblichen A-Jugend.
Nicht nur in Norddeutschland, sondern im gesamten Gebiet der damaligen Bundesrepublik. Dabei schlug der VfL auf dem Weg zu seiner zweiten Deutschen Meisterschaft in Folge auch die Hamburgerinnen. Die revanchierten sich dafür ein Jahr später und folgten den Oldesloerinnen damals nicht nur als Norddeutscher sondern auch als Deutscher Meister.
Spielerinnen von damals sind hüben und drüben kaum noch übrig geblieben. Beim VfL nur Martina Pusch, die nach einer längeren Pause ja wieder in ihrem Stammverein aktiv geworden ist. Eigentlich als dritte Torhüterin, aber jetzt, da Jeanine Hildebrand nach einer Blindarmoperation vorerst ausfällt, als zweite Wahl im VfL-Tor hinter Annette Schümann.
Aber die Erfolge von damals im Jugendbereich waren Ausgangspunkt für Aufschwünge der Damenmannschaften beider Vereine in der Folgezeit. Als der VfL erstmalig in die Regionalliga aufstieg, kreuzten sich seine Wege im ersten Jahr auch mit den Alstertalerinnen. Die setzten ihren Höhenflug dann sogar bis in die erste Bundesliga fort.
Jetzt aber begegnen sich die beiden Teams durch den Aufstieg des VfL in die zweite Liga erneut. Dabei hat es bislang den Anschein, als könnten nun die Oldesloerinnen die Hansestädterinnen überflügeln. Ihnen ist schließlich ein Punktspielstart nach Maß gelungen. Insbesondere natürlich denkt man dabei an den furiosen Heimauftakt vor 14 Tagen gegen den TSV Jarplund-Weding, den Zsuzsa Nyari und Co. mit 31:15 förmlich aus der Vogler-Halle fegten.
Wie hoch dieser Erfolg einzuschätzen war, wurde erst eine Woche später deutlich, als die Jarplunderinnen ihrerseits den SC Neubrandenburg, einen der Sieger vom ersten Spieltag und ein vermeintlicher Mitfavorit auf den Meistertitel, deklassierten. Der VfL seinerseits gewann auch sein zweites Spiel. Allerdings mit einer gehörigen Portion Glück mit 21:20 in der Schlußsekunde bei KSV Holstein Kiel.
Aber Glück hat auf die Dauer bekanntlich nur der Tüchtige und es war beileibe nicht so, als hätte die Schilk-Sieben in der Landeshauptstadt das Glück nicht verdient gehabt. Auch gegen die Kielerinnen, die für manche etwas überraschend stark spielten und in der Form auch ganz oben in der Tabelle ein Wort mitzureden haben, bot der VfL eine tolle kämpferische Leistung, obwohl er durch die Ausfälle von Melanie Bernecker, Jeanine Hildebrand und Ulrike Rühter sichtlich gehandicapt war.
Letztere ist am Sonntag in der Stormarnhalle wieder mit von der Partie. Nicht zuletzt deshalb sieht VfL-Coach Claus Schilk der Aufgabe auch durchaus optimistisch entgegen. „Wir können auch diese Aufgabe lösen,“ ist er überzeugt, „und mit dann drei Siegen im Rücken hätten wir uns in der Spitzengruppe der zweiten Bundesliga erst einmal festgesetzt.“
Sein Optimismus rührt dabei nicht nur von den guten Vorstellungen seiner eigenen Truppe her. Er hat, zusammen mit der ganzen Mannschaft im übrigen, ein Video vom Spiel des TuS Alstertal gegen Fiko Rostock am letzten Wochenende studiert. Dabei hat er eine Hamburger Mannschaft gesehen, die zwar technisch sehr guten und flotten Handball spielt, die aber bei weitem nicht die körperliche Robustheit mit ins Spiel bringt, die dem VfL in Kiel so zu schaffen machte.
Das mehr als die nicht unbedingt erwartete 20:22-Niederlage des TuS, der vorher das Lokalderby bei TH Eilbek auch etwas überraschend mit 16:14 für sich entschieden hatte, bestärkte Schilk in seiner Zuversicht.
Wiewohl er auch große Stärken bei den Alstertalerinnen gesehen hat. So verfügen sie mit Erika Stüven über eine tolle Torhüterin, mit Ursula Behnert über eine starke Linkshänderin und mit Alexandra Will und Petra Hie! Über zwei überdurchschnittlich gute Rückraumspielerinnen.
Die erfolgreich zu bekämpfen, wird die Hauptaufgabe seiner Schützlinge sein. Das wird sicher um so besser gelingen, wenn die Mannschaft von den Rängen entsprechend Zuspruch und Unterstützung erfährt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.10.1991
Sonntag, 6. Oktober 1991
VfL Oldesloe – TuS Alstertal 31:21 (16:11)
Auch gegen TuS Alstertal gelang den Schilk-Schützlingen 31 Tore
31:21. Zsuzsa Nyari und Co. gelang auch der dritte Streich
(mth). Mit der Rückkehr an die gewohnte Heimstätte – die Stormarnhalle, in der die Lichtprobleme endlich behoben sind – nimmt jetzt auch der Zuschauerzuspruch für die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe die für die zweite Bundesliga erhoffte und verdiente Dimension an. Zum zweiten Heimspiel der Schützlinge von Trainer Claus Schilk waren rund 500 Zuschauer (460 zahlende) in die Halle gekommen und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen.
Den Damen um den ungarischen Publikumsliebling Zsuzsa Nyari gelang auch der dritte Streich im dritten Spiel der neuen Saison. Die renommierte Truppe des TuS Alstertal wurde vom VfL mit 31:21 (16:11) auf die Heimreise geschickt. Der Bundesliga-Neuling aus Stormarn blieb damit weiter an der Tabellenspitze und dürfte sich in der Spitzengruppe für längere Zeit festgesetzt haben.
Anfangs sah es so aus, als könnten die Oldesloerinnen die Hanseaten ebenso widerstandslos abfertigen wie vor zwei Wochen in der Vogler-Halle den TSV Jarplund-Weding. Die Basis legte dazu mit drei Treffern in den ersten fünf Minuten wieder die schlitzohrige Ungarin.
Dann scheiterte Roswitha Bein zwar mit einem Siebenmeter an der mit Abstand besten Gäste-Spielerin, der bundesligaerfahrenen Torhüterin Erika Stüven, aber davon ließ sich der VfL-Express nicht aufhalten. Insbesondere Babette Bischof und Ulrike Rühter auf dem linken Flügel trafen fast nach Belieben.
Da dazu die VfL-Deckung, in der Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg wie gewohnt ganze Arbeit verrichtete, die Alstertalerinnen überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließ, sah es bald nach einem Debakel für die Gäste aus. Sage und schreibe 13:4 führten die Oldesloerinnen nach 22 Minuten und die Stormarnhalle stand Kopf.
Aber der haushohe Vorsprung war offensichtlich auch der Mannschaft zu Kopf gestiegen. Sie wurde plötzlich nachlässig in ihren Aktionen, stand in der Abwehr nicht mehr sicher, griff nicht mehr konsequent zu und brachte so die Gegnerinnen mehr und mehr ins Spiel.
Die konnten, gestützt auf nun immer mehr tolle Reaktionen von Erika Stüven, die vor allem Roswitha Bein offensichtlich völlig ausgerechnet hatte, sich nun auch nach vorne mehr und mehr in Szene setzen. Dabei profitierten sie gelegentlich auch davon, daß das ansonsten überzeugende Schiedsrichtergespann aus Sachsen-Anhalt, Graf und Mahlich, es bei Schrittfehlern nicht so genau nahm.
Mehr noch aber schlug zu Buche, daß es nun Lücken in der VfL-Deckung gab und Annette Schümann offensichtlich nicht ihren besten Tag erwischte. Bis zur Halbzeit war TuS Alstertal beim Stand von 11:16 aus ihrer Sicht schon wieder ein gutes Stück herangekommen.
Das setzte sich in der zweiten Halbzeit noch gut zehn Minuten fort. Ja, nun geriet vorübergehend sogar der Erfolg des VfL noch einmal in Gefahr. Plötzlich nämlich lag der VfL nur noch mit 18:16 in Führung und manchen Aktiven auf dem Spielfeld und manchem Fan auf den Rängen „ging nun die Muffe“.
Aber die Oldesloer Mannschaft ist schon gefestigt genug, auch solche Krisen zu überwinden. Eine Periode in Überzahl – plötzlich häuften sich die Zeitstrafen, wobei die Gäste drei innerhalb von drei Minuten kassierten, während der VfL mit einer von Dörte Knickrehm glimpflich davon kam – schlug zwar noch nicht übermäßig zu Buche, aber dann hatte der VfL sein Visier wieder richtig eingestellt und spätestens mit dem 22:16 per Siebenmeter von Dörte Knickrehm in der 48. Minute war das Spiel endgültig entschieden.
Nun spielte der VfL streckenweise wieder so begeisternd auf wie am Anfang – allerdings mit deutlichen Abstrichen in der Abwehr –, nun hatte auch Annette Schümann ihre ansonsten eher spärlichen Highlights und nun wuchs auch der Vorsprung wieder kontinuierlich an.
Am Ende gab es stehende Ovationen für die Oldesloerinnen für ihren 31:21-Erfolg. Die 31 Tore teilten sich dabei Zsuzsa Nyari (7/davon zwei Siebenmeter), Ulrike Rühter, Babette Bischof (je 6), Dörte Knickrehm (4/1), Stefanie Bernecker (3/1), Marion Werner (2) und Andrea Hasenberg (1).
Martina Fusch und Nicole Röhrs kamen nicht zum Einsatz und Melanie Bernecker fehlte ebenso erneut wie die noch gesperrten Neuzugänge Birte Stooß, die natürlich gerade gegen ihre bisherigen Mannschaftskameradinnen gerne dabei gewesen wäre, und Britta Peterat.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.10.1991
Freitag, 11. Oktober 1991
Die VfL-Damen wollen ihren Spitzenplatz auch in Neubrandenburg behaupten
(mth). Bislang hat sich die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga ja noch auf bekanntem Terrain bewegt. Von den drei Heimspielen hat sie ja zwei ohnehin in eigenen Hallen austragen können und Reisen nach Kiel (wenn auch nicht zu Punktspielen gegen KSV Holstein Kiel I) gehörten ja sogar schon in der Oberliga zum Alltag der Mannschaft.
Aber die erste Saison in der zweiten Bundesliga bleibt für die Oldesloerinnen nicht auf Dauer eine Rechnung mit nur bekannten Gegnern, zu denen man mit etwas Wohlwollen, weil doch aus der näheren Umgebung stammend, auch die Heimgegner TSV Jarplund-Weding und TuS Alstertal zählen kann.
An diesem Wochenende nun betritt die Truppe von Trainer Claus Schilk erstmals wirklich Neuland. In doppeltem Sinne des Wortes. Beim Auswärtsspiel bei SV 1950 Neubrandenburg am Sonntag um 14.30 Uhr bestreitet der VfL nicht nur sein erstes Pflichtspiel in einem der neuen Bundesländer, zu einem Freundschaftsspiel weilte sie ja schon vor Saisonbeginn in Wismar, er betritt auch sportlich damit Neuland.
Vom Gegner weiß er fast ausschließlich Hörensagen. Und davon ist vieles inzwischen Geschichte. So die Erfolgsstatistik der Neubrandenburger Mannschaft. Die stieg schon 1975 in die DDR-Liga (zweithöchste Klasse der damaligen DDR) und zwei Jahre später in die Oberliga (höchste Spielklasse ebendort) auf.
Stützen konnte sie sich dabei auf eine umfangreiche Nachwuchsförderung. In allen Altersklassen beim weiblichen Handball-Nachwuchs spielte der Verein, damals noch unter dem Namen BSG Einheit Neubrandenburg, nicht nur in den nördlichen Bezirken (jetzt das Bundesland Mecklenburg/Vorpommern) eine führende Rolle, sondern belegte auch im Vergleich über die gesamte DDR Spitzenplätze.
Dabei sind reichlich Nationalspielerinnen aus dem Verein hervorgegangen, auch wenn die später überwiegend in anderen Vereinen spielten, weil die allmächtigen Urheber des Delegierungsverfahrens es so wollten.
Mit der Wende wurde der Verein dann nicht nur in seinen heutigen Namen umbenannt, es gab auch sportlich einen Umbruch. In der letzten Saison wurden zwar noch ordentliche Placierungen errungen, aber die Damenmannschaft brach dann doch ziemlich auseinander. Nicht weniger als zehn Spielerinnen haben den Verein vor dieser Saison verlassen.
Aber jetzt zahlt sich natürlich die breite Nachwuchsarbeit aus. Die Lücken hat man überwiegend aus dem eigenen Verein geschlossen. Man ist sich bewußt, daß man deshalb in der zweiten Liga wohl nicht zu hohe Ziele anpeilen kann, hofft aber, den Klassenerhalt erreichen zu können, um dann mit den dann immer erfahrener werdenden Nachwuchsleuten weiter durchstarten zu können.
Der Saisonstart ist dabei den Neubrandenburgerinnen durchaus geglückt. Nach drei Spielen weist die Mannschaft 4:2 Punkte auf. Dabei hat sie ihre Auswärtsspiele in Schwerin und Rostock gewinnen können kam dafür aber im Heimspiel gegen TH Eilbek ziemlich unter die Räder. Das wollen sie gegen den VfL nun natürlich nach Möglichkeit ausbügeln.
Aber die Stormarnerinnen wollen voll dagegenhalten. Sie möchten auch nach dem vierten Spieltag noch Tabellenführer sein und dafür wird wohl ein Sieg in Neubrandenburg nötig sein. Trainer Claus Schilk hat den Gegner in Schwerin einmal unter die Lupe nehmen können.
„Die Mannschaft ist ein unbequemer Gegner“, ist er sich sicher. Die vielen jungen Spielerinnen werden geschickt von ein paar ganz erfahrenen Haudegen, so die 34jährige Polin Bozena Bachen, die schon 37jährige frühere DDR-Nationalspielerin Liane Michaelis und die 34jährige Torhüterin Rosemarie Meyer, geführt2; warnt Schilk seine Truppe vor der Aufgabe.
Aber er ist dennoch auch zuversichtlich: 2Wenn es uns gelingt, viel Tempo ins Spiel zu bringen, dann können wir auch unser viertes Spiel in der zweiten Liga gewinnen.2
Der VfL wird die Aufgabe in der Stadthalle in Neubrandenburg mit dem gleichen Aufgebot wie beim Sieg gegen TuS Alstertal angehen. Torhüterin Jeanine Hildebrand ist noch nicht wieder einsatzfähig und auch für Melanie Bernecker, die gerade erst das Training wieder aufgenommen hat, käme ein Einsatz noch zu früh.
Mit ihr rechnet Schilk erst zum Pokalspiel am 27. Oktober gegen den Bundesligisten TSV Nord Harrislee wieder. Bis dahin ist der VfL ohne Pflichtspiel. Er gönnt deshalb seiner Mannschaft, die seit Anfang August im Dauerstress steht, in der ersten Ferienwoche auch eine Trainingspause.
Davor aber geht die Truppe die Aufgabe in Neubrandenburg mit allem Ernst an. Abreise der Truppe ist schon am Sonnabend um 17 Uhr. Übernachten und letzte Vorbereitungen für das Spiel vornehmen wird sie im ehemaligen Neubrandenburger Sport-Internat, was ihr freundlicherweise vom Gegner vermittelt wurde.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.10.1991
Sonntag, 13. Oktober 1991
SV Neubrandenburg – VfL Oldesloe 13:20 (6:12)
VfL-Damen siegten auch in Neubrandenburg und bleiben Tabellenführer der zweiten Liga
(mth). Der Höhenflug der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga hält weiter an. Auch ihr viertes Spiel gewannen die Schützlinge von Trainer Claus Schilk. Beim SV 1950 Neubrandenburg behielt der VfL mit 20:13 (12:6) die Oberhand und bleibt damit weiter Tabellenführer.
Bei Punktgleichheit mit dem Hastedter SV, der Grün-Weiß Schwerin mit 25:15 besiegte, haben die Oldesloerinnen nun allerdings nur noch denkbar knapp die Nase vorn. Die Truppe aus der Bremer Vorstadt weist nun nämlich auch die gleiche Tordifferenz (34) wie der Neuling aus Stormarn auf, hat aber erheblich weniger Treffer selbst erzielt.
Der VfL, der zu seinem ersten Punktspiel in einem der neuen Bundesländer schon am Sonnabend angereist war und sich im Sport-Internat in Neubrandenburg auf die Partie vorbereitet hatte, erwischte wie in allen bisherigen Spielen in der zweiten Liga einen blendenden Start.
Angetrieben von der wieder überragenden ungarischen Nationalspielerin Zsuzsa Nyari führten die Stormarnerinnen schon nach vier Minuten mit 4:0, nach neun Minuten mit 8:1 und nach zwölf Minuten mit 10:2. Die Gastgeber aus Mecklenburg wußten kaum wie ihnen geschah und die nur knapp 100 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. So hätte es nach dem Willen der Oldesloer natürlich gern weiter gehen können, aber das wollten unter anderem die Schiedsrichter Brügmann und Sahlmann aus Berlin nicht.
Zu diesem zugespitzten Urteil über das folgende Geschehen kamen nicht etwa allein die Oldesloer, auch Neubrandenburgs Manager Rainer Wendelstorf kam zu diesem für die Unparteiischen vernichtenden Schluß. Die beiden Herren in Schwarz verpfiffen das Spiel von dem Zeitpunkt an auf der ganzen Linie.
Letztlich ist dabei unter dem Strich der VfL wohl eine Spur schlechter herausgekommen, wann je hat die Mannschaft, die ja nicht gerade Beispiel für körperbetonte Gangart ist, sonst in einem Spiel schon einmal 14 Zeitstrafen gegen sich verbuchen müssen. Der Gastgeber kam da mit vieren noch glimpflich davon.
Bei Siebenmetern war das Verhältnis umgekehrt, wenn auch beileibe nicht so krass. Ver VfL bekam sieben zugesprochen, die Neubrandenburgerinnen deren vier. Mit vier Treffern daraus war die Ausbeute der Stormarnerinnen nicht eben üppig, aber immer noch weit besser als die der Mecklenburgerinnen, die nur ein Siebenmetertor zustande brachten.
Aber diese beiden Statistiken waren Neben-, nicht Hauptsache. Gravierend war vielmehr, daß das Spiel unter dieser Pfeiferei merklich litt und völlig zerfahren war. Zum Nachteil des VfL und zum Vorteil des Gastgebers. Der fand über großen Kampfgeist schließlich auch zu seinem Spiel und konnte den hohen Anfangsrückstand ständig verkürzen.
Auf 6:12 war er zur Pause herangekommen und als der VfL in der 51. Minute nur noch mit 15:13 führte stand die Partie gar auf der Kippe. Aber die Neubrandenburgerinnen hatten sich bei ihrer Aufholjagd kräftemäßig wohl übernommen. In der Schlußphase dominierte wieder der VfL und schraubte durch fünf Treffer in Folge den Vorsprung noch wieder auf 20:13.
Die 20 Tore teilten sich dabei Zsuzsa Nyari (7/1), Stefanie Bernecker (3), Babette Bischof, Andrea Hasenberg (je 2), Dörte Knickrehm (2/1), Roswitha Bein (2/2), Marion Werner und – mit ihrem ersten Zweitligator – Nicole Röhrs. Ulrike Rühter ging diesmal leer aus.
Im Tor hinterließ Annette Schümann einen weit besseren Eindruck als am Vorwochenende. Auch sie zählte im übrigen zu den Opfern der Unparteiischen. Sie kassierte kurz nach der Pause ebenfalls eine Zeitstrafe, was Martina Pusch zum ihrem ersten Kurzeinsatz in der zweiten Liga kommen ließ.
STORMARNER TAGEBLATT vom 14.10.1991
Freitag, 18. Oktober 1991
VfL-Damen: Zwischenbilanz mit tollen Perspektiven
(mth). Ohne sich dagegen wehren zu können, könnte die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe an diesem
Wochenende in der zweiten Bundesliga die Tabellenführung verlieren. Die Truppe von Trainer Claus Schilk nämlich ist am Wochenende spielfrei.
Da die Stormarnhalle anderweitig besetzt ist (Hockeyturniere), findet ihr für den fünften Spieltag vorgesehenes Heimspiel gegen Motor Henningsdorf erst im Januar statt.
Überholt können die Oldesloerinnen allerdings bestenfalls vom Hastedter SV werden, der dafür aber im schweren Auswärtsspiel bei TH Eilbek mindestens einen Punkt holen muß.
Schon allein das zeigt, wie prächtig der VfL, der ja Neuling in der zweiten Liga ist, sich dort zurechtgefunden hat. Zieht man nach vier Spieltagen eine erste Zwischenbilanz, auch unter Berücksichtigung von Quervergleichen, kommt man kaum umhin zu vermuten, die Mannschaft um Spielführerin Andrea Hasenberg werde auch am Ende der Saison ganz oben in der Tabelle mitmischen.
Ja, der VfL könnte nach der Punktrunde durchaus den ersten oder zweiten Rang belegen. Das muß nicht zwingend so kommen, und verlangen sollte das von der Truppe auch niemand. Aber als realistische Möglichkeit kann man das auch jetzt schon in Betracht ziehen.
Träte dieser Fall ein, dann wäre die Mannschaft qualifiziert für eine Relegationsrunde zur ersten Bundesliga. An der nehmen gleich im Anschluß an die Punkrunde die jeweils Erst- und Zweitplacierten der drei zweiten Bundesligen sowie die Siebten und Achten der beiden ersten Bundesligen teil.
Die Sieger von zwei Fünfergruppen aus diesen Teams sind dann für die zukünftig wieder eingleisige erste Bundesliga qualifiziert.
Natürlich ist das noch alles Zukunftsmusik und niemand weiß, für wessen Ohren sie letztlich bestimmt ist. Aber es ist nicht nur legitim, sondern geradezu notwendig, sich in Oldesloe Gedanken für den „Fall der Fälle“ zu machen.
Klar ist, daß die Mannschaft dann noch mehr Unterstützung und Hilfe benötigen wird, wenn das Abenteuer gut ausgehen soll. Hilfe natürlich durch weitere Unterstützung von den Zuschauern, aber auch Verein, Handballabteilung und Sponsoren, neue sind da immer herzlich willkommen, werden sich dann noch mehr ins Zeug legen müssen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.10.1991
Freitag, 25. Oktober 1991
Bundesligist TSV Nord Harrislee Gast in der Stormarnhalle
Oldesloer Handball-Damen auch gegen höhere Gegner nicht chancenlos
(mth). Als Claus Schilk, Trainer und Macher der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe, vom Los für seine Mannschaft in der ersten Pokal-Hauptrunde auf DHB (Deutscher Handballbund)-Ebene erfuhr, war er nicht restlos zufrieden. Der Grund: Mit dem TSV Nord Harrislee hatte seine Truppe den einzigen aktuellen Erst-Bundesligisten, der in dieser Runde schon dabei ist, zugelost bekommen.
Die anderen Erstligisten nämlich greifen erst in der zweiten Runde in das Pokalgeschehen ein. Das hat seine Ursache darin, daß die Qualifikation für den Wettbewerb noch aus der letzten Saison herrührt. Die Harrisleerinnen, die in der Bundesliga ja Neuling sind, werden im Pokalwettbewerb quasi noch als Zweitligist geführt, der VfL entsprechend als Regionalligist.
Da klassenniedere Mannschaften in diesen Runden des Pokalwettbewerbes grundsätzlich Heimrecht haben, war dem VfL ein Heimspiel in der Stormarnhalle also ziemlich gewiß. Regionalligisten – „echte“ und solche per Definition – waren sonst kaum im Lostopf, so daß es viele denkbare leichtere Gegner hätte geben können.
„Auf einen Bundesligisten wären wir gern erst in späteren Runden getroffen“, lautete Schilks erster Kommentar zur Harrislee-Auslosung. Inzwischen aber gewinnt er auch diesem Los bessere Seiten ab. „Auch beim TSV Nord Harrislee wird nur mit Wasser gekocht. Wir haben in heimischer Halle auch gegen diesen Gegner eine realistische Chance“, macht er sich und seiner Mannschaft Mut für das Spiel, das am Sonntag um 16.30 Uhr in der Stormarnhalle beginnt.
Seinen Optimismus nährt er dabei aus mehreren Quellen. Da ist zum einen die prächtige Form der eigenen Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß der VfL auf diesem Leistungsstand nicht auch im Pokalspiel wird agieren können.
Im Gegenteil: Das Aufgebot des VfL kann sogar noch aufgestockt werden. Nach langer Verletzungspause nämlich wird Melanie Bernecker wieder zur Mannschaft stoßen. Sie hat ja schon die letzten Vorbereitungsspiele nicht mitmachen können und fehlte wegen ihrer Schulterverletzung auch in allen Punktspielen. Jetzt aber ist sie wieder fit und hofft, wieder die Rolle in der Mannschaft einnehmen zu können, die sie in den letzten Jahren inne hatte. In denen ist sie immerhin erfolgreichste Torwerferin ihrer Mannschaft gewesen.
Ein weiterer Grund für die Zuversicht Schilks rührt aus einer Begegnung beider Teams in der Saisonvorbereitung her. Beim Turnier in Bremerhaven verlor der VfL bei verkürzter Spielzeit zwar mit 13:15, aber „diese Niederlage war überflüssig und unnötig“, so der VfL-Coach.
Die Chance, dafür Revanche nehmen zu können, sieht er auch deshalb als gegeben an, weil nach seiner Einschätzung Harrislee zu der Zeit in einer Form spielte, die die Mannschaft dann in den Bundesliga-Punktspielen zunehmend nicht mehr bestätigen konnte.
Der Neuling rangiert zur Zeit in der ersten Liga auf dem drittletzten Platz und wird sich strecken müssen, will er sein Saisonziel – Platz sechs oder zumindestens ein Rang in der Relegation – noch erreichen.
Gut möglich, daß die Mannschaft deshalb auf den Pokalwettbewerb auch keinen gesteigerten Wert legt, zumal sie am Vortag in Berlin noch ein Punktspiel zu bestreiten hat. Aber darauf, einen nicht sonderlich engagierten Gegner zu haben, will und kann der VfL nicht bauen. Schließlich geht es auch um das Prestige und viel Geld, das in Zukunft noch im Pokal zu verdienen ist.
Ein gutes Geschäft müßte auch das Spiel am Sonntag eigentlich schon werden. Die Stormarnhalle, damit rechnen wir nach der Begeisterung, die die letzten Erfolge der VfL-Mannschaft in Stormarn auslöste, müßte auch beim Pokalknüller wieder bis zum Bersten gefüllt sein.
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.10.1991
Sonnabend, 26. Oktober 1995
VfL-Damen fordern Bundesliga-Mannschaft
(mth). Für Schlagerspiele und tolle sportliche Kabinettstückchen sorgt die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe bei ihrem Siegeszug durch die zweite Liga ja am laufenden Band. Morgen um 16.30 Uhr aber kommt es in der Stormarnhalle zu einem Knüller.
In der ersten Runde des Pokalwettbewerbes auf Bundesebene stellt sich mit dem TSV Nord Harrislee sogar eine Mannschaft aus der ersten Bundesliga in der Stormarner Kreisstadt vor. Der muß als klassenhöhere Mannschaft natürlich als Favorit angesehen werden. Aber chancenlos dürfte die VfL-Truppe um die vielfache ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari auch in dieser Partie nicht sein, wenn sie an ihre letzten prächtigen Leistungen anknüpfen kann.
Schon gar nicht, wenn das Oldesloer Publikum wie zuletzt wie ein Mann hinter der eigenen Mannschaft steht. Der VfL rechnet wieder mit einer bis zum letzten Platz gefüllten Stormarnhalle.
Dauer- und Ehrenkarten haben für das Pokalspiel, das ist Vorschrift vom Handballverband, keine Gültigkeit. Deren Besitzer aber können sich bei VfL-Abteilungsleiter Jürgen Dorn heute Plätze für den Knüller reservieren. Bis 13 Uhr telefonisch unter der Oldesloer Telefonnummer 5108 oder ab 14 Uhr in der Stormarnhalle.
STORMARNER TAGEBLATT vom 26.10.1991
Sonntag, 27. Oktober 1991
VfL Oldesloe – TSV Nord Harrislee 16:26 (11:12)
(1. Runde DHB-Pokal)
Rote Karte für Zsuzsa Nyari wirkte wie ein Keulenschlag
Gehöriger Dämpfer für die VfL-Damen
Im Pokal klar am Bundesligisten TSV Nord Harrislee gescheitert
(mth). Die erste Reaktion von Trainer Claus Schilk, als er vor gut sechs Wochen vom Pokallos seiner Mannschaft erfahren hatte, war treffend und passend gewesen. „Das ist kein gutes Los für uns. Der TSV Nord Harrislee war der einzige Bundesligist im Topf für die erste Runde. Gegner diesen Kalibers hätte ich mir lieber für spätere Runden gewünscht“, war sein erster Kommentar dazu.
Den hat er später, als seine Mannschaft in der zweiten Bundesliga von Erfolg zu Erfolg eilte, abgemildert und letztlich gab er sich vor dem Spiel sogar ziemlich optimistisch. Aber mit seiner ersten Ahnung hat es dann doch den richtigen Instinkt gehabt.
Vor wieder rund 500 Zuschauern – die Stormarnhalle wird mit ihrem begrenzten Fassungsvermögen langsam wirklich zu klein für die Handball-Spitzenereignisse am laufenden Band – gab es für die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe einen herben Dämpfer. Mit einer zumindestens in dieser Höhe unerwarteten 16:26-Niederlage sind die Stormarnerinnen gegen den einzigen schleswig-holsteinischen Erst-Bundesligisten im Damen-Handball aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden.
Das mag auf der einen Seite für die Oldesloerinnen ein Dämpfer gerade zur rechten Zeit gewesen sein. Die Einsicht, daß Bäume nicht in den Himmel wachsen, hat sportlichen Höhenfliegern eigentlich noch nie geschadet. Auch für die Handball-Damen des VfL ist diese Erkenntnis für die kommenden Aufgaben in der zweiten Bundesliga sicher eher von Nutzen, denn von Schaden.
Wenn die Stimmung in den Reihen des VfL und auch bei seinem Anhang dennoch am Ende ziemlich gedrückt und auch reichlich gereizt war, dann hatte das andere Ursachen. Wobei die Gründe für Wehmut und Gereiztheit oder gar Zorn ziemlich dicht beieinander lagen.
Schlüsselszene dafür waren die Ereignisse in der 43. Minute. Zsuzsa Nyari, Star des VfL-Ensembles, der allerdings nicht wie gewohnt glänzen konnte, bekam für ein vermeintliches Foul an Brit Krüger eine Zwei-Minuten-Strafe zudiktiert. Wie sie fand, ohne triftigen Grund.
Das machte sie der Schiedsrichterin – sie spricht noch nicht recht fließend Deutsch – mit einer barschen Geste deutlich. Die Ungarin deutete pantomimisch an, die Dame in Schwarz solle besser eine Brille tragen, um solche Situationen besser zu durchblicken. Die faßte das – eine immerhin mögliche Interpretation – als Schiedsrichterbeleidigung auf. Die Folge: Zsuzsa Nyari bekam die rote Karte gezeigt.
Das zieht natürlich weitere Konsequenzen nach sich. Sie wird dem VfL in nächster Zukunft nicht zur Verfügung stehen. Wenn alles für den VfL gut geht, nur für ein Punktspiel. Das wäre, da mit dem SSV Schwedt am nächsten Sonnabend ein vermeintlich leichter Gegner auf die Schilk-Truppe wartet, vielleicht noch zu verschmerzen. Bitter aber wäre eine Spielsperre für die Ungarin darüber hinaus. Dann nämlich kommt der Hastedter TSV zum Spitzenspiel in die Stormarnhalle und in das ginge der VfL ohne seinen Star doch mit reichlich verminderten Chancen.
So oder so aber kommt es bei dem Spiel für die Stormarnerinnen, ob mit oder ohne Zsuzsa Nyari, zu einer Konfrontation, der Mannschaft, Trainer, Umfeld und Zuschauer nunmehr mit reichlich gemischten Gefühlen entgegenfiebern. Nach Plan nämlich ist dann wieder das Schiedsrichtergespann Möller/Sauerbeck aus Hamburg mit von der Partie und den beiden jungen Damen ist man beim VfL nun gar nicht mehr grün.
Schon in der ersten Halbzeit, die durchweg auf des Messers Schneide stand – am Ende dieses Spielabschnittes führte der Bundesligist mit 12:11, wobei zwischenzeitlich zum 1:0 und später zum 8:7 (18. Minute) auch der VfL gelegentlich die Nase vorn gehabt hatte –, fühlten sich die Stormarnerinnen benachteiligt.
Reichlich viele ihrer Angriffe wurden mit den Begründungen „Stürmerfoul“, „Schrittfehler“ oder „Übertritt“ abgepfiffen. Das hätte noch angehen mögen, wäre auf der anderen Seite mit gleicher Elle gemessen worden, aber die Harrisleerinnen bekamen von den Schiedsrichterinnen einen deutlichen Bundesliga-Bonus bei der Regelauslegung.
Zsuzsa Nyari wurde dabei von ihnen ganz besonders aufs Korn genommen, was bei ihr einen Wutstau ausgelöst haben muß. Der schwoll nach der Pause bei ihr ganz gewaltig an, denn nun hatten die Schiedsrichterinnen diesbezüglich jede Scheu verloren und pfiffen dem VfL ab, egal, was er noch versuchte. Das entlud sich dann in der schon geschilderten Situation in der 43. Minute.
Die Partie war da bei einer Führung von 17:12 für den Gast aus Harrislee im übrigen praktisch schon entschieden. Danach baute der Gast seine Führung beständig noch weiter aus bis zum Endstand von 26:16. Der hätte auch noch deutlicher ausfallen können, hätte nicht wenigstens Roswitha Bein in der Schlußphase für den VfL noch ein paarmal getroffen.
Aber: Schiedsrichterleistung hin, Schiedsrichterleistung her! Ein paar sportliche Gründe hat es für das Pokal-Aus
der VfL-Damen auch gegeben. Zwischen erster und zweiter Bundesliga, das wurde deutlich, gibt es doch noch deutliche Unterschiede.
Nicht zuletzt in physischer Hinsicht. Der TSV Nord Harrislee hinterließ in Oldesloe einen kompakten Eindruck. Die Mannschaft ist konditionell wirklich in beachtlicher Verfassung. Ihr merkte man in der Stormarnhalle zu keiner Phase an, daß sie keine 24 Stunden zuvor in Berlin ein schweres Punktspiel absolviert hatte, das sie nach hartem Kampf mit 22:20 bei Preußen Berlin für sich entschied, und noch dazu eine strapaziöse Anreise verkraften mußte.
Beim VfL dagegen lief manches nicht so rund, wie vor den Herbstferien. Das lag sicher auch am Format des Gegners, hatte aber auch mit fehlender Form der Mannschaft zu tun. Aber das muß man der Truppe ja auch einmal zugestehen. Die Gelegenheit, die Form zu verbessern, hat die Mannschaft ja schon am Dienstag, wenn sie unter dem Markennamen „Kreisauswahl Stormarn“ um 20 Uhr in der Stormarnhalle auf den ungarischen Erstligisten Banyasz Borsodi Miscolc trifft.
Für den VfL kamen Annette Schümann, Martina Pusch (beide im Tor), Andrea Hasenberg, Melanie Bernecker (1 Tor nach langer Verletzungspause), Babette Bischof, Ulrike Rühter (2), Roswitha Bein (6), Marion Werner (2), Dörte Knickrehm (1), Stefanie Bernecker (2) und Zsuzsa Nyari (2) zum Einsatz.
STORMARNER TAGEBLATT vom 28.10.1991
Dienstag, 29. Oktober 1991
VfL-Damen spielen als Stormarner Kreisauswahl
Ungarischer Erstligist heute in der Stormarnhalle
(mth). Die Handball-Großereignisse in Stormarn folgen zur Zeit Schlag auf Schlag. Zwei Tage nach dem Pokal-Schlagerspiel zwischen den Damen des VfL Oldesloe und dem Erst-Bundesligisten TSV Nord Harrislee, das für den Stormarner Zweitligisten ja unerwartet deutlich mit 16:26 verloren ging, steigt heute um 20 Uhr in der Stormarnhalle der nächste Knüller. Dann gibt der ungarische Erstligist Banyasz Borsodi Miskolc dort seine Visitenkarte ab.
Sein Gegner läuft unter dem Namen „Stormarner Kreisauswahl“, ist aber mit der VfL-Truppe identisch. Den Etikettenwechsel hat man, mit offizieller Billigung, vorgenommen. damit bei den Oldesloerinnen auch die Neuzugänge Birte Stooß (von TuS Alstertal) und Britta Peterat (von MTV Marne) mitwirken können, die für Pflichtspiele der VfL-Bundesliga-Truppe ja noch gesperrt sind.
Einsetzen könnte VfL-Coach Claus Schilk, wenn er es denn wollte, auch seinen ungarischen Star Zsuzsa Nyari. Die muß für ihre rote Karte im Pokalspiel mit einer Sperre von zwei Punktspielen rechnen, wovon Auswahlspiele aber nicht betroffen wären. Aber Claus Schilk wird auf sie wohl verzichten. Schon allein, um für die beiden nächsten Spiele, in denen es ja auch ohne sie gehen muß, den Ernstfall zu testen.
Nicht mit von der Partie wird auch weiterhin Jeanine Hildebrand sein. Sie wird nach ihrer Blinddarmoperation Ende dieser Woche wieder ins Training einsteigen. Dabei hätte sie gegen die Ungarinnen natürlich besonders gern gespielt. In eben dem Club hat sie ja vom Herbst 1989 bis zum Sommer 1990 gespielt.
Der ungarische Erstligist weilt zur Zeit in einem Trainingslager in Bad Segeberg. Vor Monaten (Anm.: am 9. November 1990 22:25) hat der VfL schon einmal gegen ihn in der Stormarnhalle gespielt. Da konnte er streckenweise gut mithalten, ohne aber am Ende eine Niederlage vermeiden zu können.
Sich ähnlich aus der Affaire zu ziehen, ist Ziel der Oldesloer Truppe für heute. „Zu gewinnen wird es für uns kaum etwas geben“, macht sich Claus Schilk keine Illusionen, „aber sicher können wir von solch starken Gegnern noch eine Menge lernen.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 29.10.1991
Dienstag, 29. Oktober 1991
Kreisauswahl – Banyasz Borsodi 28:24 (14:10)
Toller 28:24-Sieg gegen ungarischen Erstligisten
(mth). Die unerwartet krasse Pokalniederlage gegen den Erst-Bundesligisten TSV Nord Harrislee hat die Damen-mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe offensichtlich gut verwunden.
Formell hat sie zwar in der Stormarnhalle das Spiel gegen den ungarischen Erstligisten Banyasz Borsodi Miscolc nicht bestritten, aber bei Lichte besehen war die „,Stormarner Kreisauswahl“ natürlich identisch mit der Zweitliga-Truppe des VfL, und die landete nach einem munteren Spiel vor leider nur rund 150 Zuschauern – Stormarns Handballszene scheint überfüttert zu sein – gegen die Truppe vom Balkan einen 28:24 (14:10)-Erfolg.
Der wiegt umso schwerer, als die Stormarnerinnen ohne ihren ungarischen Star Zsuzsa Nyari antraten. Der sah im Pokalspiel ja bekanntlich die rote Karte und muß deshalb mutmaßlich in den beiden nächsten Punktspielen zuschauen. Die Mannschaft aber hat dieser gewichtige Verlust offensichtlich nicht in ihren Grundfesten erschüttert.
Sie ging gegen die Ungarinnen, die allerdings nicht so stark und kompakt wie bei ihrem ersten Gastspiel vor gut einem Jahr wirkte, ohne Hemmungen zur Sache und hatte sich den Sieg redlich verdient.
In Führung lag der VfL dabei abgesehen von den ersten 14 Minuten ständig. Er konnte sich dabei auch relativ früh (12:6 nach 23 Minuten) deutlich vom Gegner absetzen, so daß der für die Moral der Truppe vor den beiden nächsten Punktspielen, die er beim SSV Schwedt (am Sonnabend dieser Woche) und eine Woche später im Spitzenspiel der zweiten Liga gegen den Hastedter TSV voraussichtlich ohne Zsuzsa Nyari wird bestreiten müssen, Sieg eigentlich nie in Gefahr geriet.
Dann werden auch Britta Peterat und Birte Stooß, die beiden Neuzugänge, die für die Punktspiele erst im Dezember beziehungsweise Januar für den VfL spielberechtigt werden, noch nicht mit von der Partie sein. Aber auch ohne sie, die später, was sich deutlich offenbarte, sicher das Team noch verstärken können, geht der VfL mit guten Chancen in die Spiele.
Die 28 Tore teilten sich bei den Sieggerinnen Melanie Bernecker (5/davon vier verwandelte Siebenmeter), Nicole Röhrs, Roswitha Bein (je 4/2), Ulrike Rühter (4), Dörte Knickrehm (3), Stefanie Bernecker, Marion Werner (je 2/1), Andrea Hasenberg, Babette Bischof, Birte Stooß (je 1) und Britta Peterat (1/1). Im Tor wechselten sich Anette Schümann und Martina Pusch (sie hielt unter anderem zwei Siebenmeter) ab.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.10.1991
Freitag, 1. November 1991
VfL-Handball-Damen treten ihre weiteste Auswärtsreise der Saison an
In Schwedt ist VfL auch ohne Zsuzsa Nyari Favorit
(mth). Der Chronist muß es schamhaft bekennen: Von der Existenz der Stadt Schwedt an der Oder hat er bis zum Sommer diesen Jahres nicht die Spur einer Ahnung gehabt. Nicht vor der Wende, aber auch nicht danach, wiewohl es jetzt doch Stadt in der Bundesrepublik Deutschland ist.
Erst als die Klasseneinteilung der neuen zweiten Bundesligen im Damenhandball publik wurde, ist er darauf mit der Nase gestoßen worden: Und die hat er auf der Suche danach reichlich weit recken müssen. Die Stadt von immerhin mehr als 50.000 Einwohnern liegt direkt an der Oder, etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Frankfurt und Stettin im südöstlichen Teil der Uckermark.
Laut Meyers Lexikon eine Industriestadt, zugehörig jetzt zum Land Brandenburg mit Schwerpunkten in der petrochemischen Industrie, einem Papier- und Zellstoffwerk und der Rohtabakverarbeitung. Dazu Standort einer im 12. Jahrhundert erbauten Burg, die ein Jahrhundert lang als Sitz einer brandenburgischen Linie derer von Hohenzollern diente.
Was es mit diesen Angaben auf sich hat, davon können sich die Oldesloer Handball-Damen an diesem Wochenende überzeugen. Wenn sie denn dazu neben dem Spiel am Sonnabend um 17 Uhr in der Schwedter Sporthalle Zeit und Muße finden. Denn an diesem Wochenende starten sie zu ihrer weitesten Auswärtsreise der Saison.
Fans können sie dazu im übrigen begleiten. Für eine Gebühr von 20 Mark (einschließlich Eintrittskarte in Schwedt) geht es am Sonnabend um 9.30 Uhr los. Interessenten sollten sich rechtzeitig vor der Abfahrt an der Stormarnhalle einfinden, oder sich telefonisch bei VfL-Abteilungsleiter Jürgen Dorn unter der Oldesloer Telefonnummer 5108 anmelden.
Die Gelegenheit, in Sachen Handball noch einmal nach Schwedt zu kommen, wird sich für Oldesloer sicher nicht so bald wiederholen. Der SSV Schwedt nämlich ist in dieser Saison bislang über die Rolle eines Punktelieferanten nicht hinausgekommen. Er ziert noch ohne Punktgewinn das Tabellenende, während die Oldesloerinnen noch eine weiße Weste haben, die sie bis zum Spitzenspiel gegen den Hastedter TSV eine Woche später gern fleckenlos behielten.
Natürlich sind sie auch ohne ihren Star Zsuzsa Nyari, der nach der roten Karte im Pokalspiel in jedem Fall für dieses Wochenende, mutmaßlich aber auch für das Spitzenspiel gesperrt ist, favorisiert. Die Pokal-Schlappe hat die Truppe ganz offensichtlich gut verdaut, wie sie am Dienstag (unter dem Namen „Stormarner Kreisauswahl“) im Freundschaftsspiel gegen Banyasz Borsodi (Erstligist aus Ungarn) deutlich machte.
Bei dem 28:24-Sieg waren mit Birte Stooß und Britta Peterat zwar zwei Spielerinnen mit von der Partie, die in Schwedt wie Zsuzsa Nyari fehlen dafür aber fährt erstmals nach ihrer Blinddarmoperation Stammtorhüterin Jeanine Hildebrand wieder mit und wird voraussichtlich auch zum Einsatz kommen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 1.11.1991
Sonnabend, 2. November 1991
SSV Schwedt – VfL Oldesloe 17:27 (9:11)
27:17-Erfolg
Die VfL-Damen ließen auch nach langer Anreise nichts anbrennen
(mth). Ein wenig abenteuerlich ist sie schon gewesen, die Anreise zum entferntesten Auswärtsspiel der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe. Ziel war die Industriestadt Schwedt direkt an der Oder in der südöstlichen Uckermark im Lande Brandenburg.
Und ganz sicher auch etwas strapaziös, vor allem im Hinblick darauf, daß die VfL-Damen ja Leistungssport treiben. Für den ist eine fünfstündige Anreise auch in einem modernen Reisebus nicht gerade förderlich, zumal größere Teile der Strecke nicht auf der Autobahn, sondern auf Bundes- und Landestraßen zu absolvieren waren. Da wird man in den neuen Bundesländern noch immer reichlich durchgeschüttelt.
So ganz konnten die Oldesloer Damen die Strapazen dann in ihrem Spiel beim SSV Schwedt auch nicht abschütteln. Aber letztendlich haben sie dann doch nichts anbrennen lassen und mit 27:17 gegen das Schlußlicht der Tabelle den erwartet deutlichen Sieg gelandet.
Mit ihm liegen die Schützlinge von Trainer Claus Schilk weiter auf dem zweiten Platz in der Tabelle der zweiten Bundesliga Gruppe Nord. Wie Spitzenreiter TSV Hastedt/Bremen sind sie noch ohne jeden Punktverlust, so daß das Zusammentreffen beider Mannschaften am Sonnabend dieser Woche um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle ein echtes Schlagerspiel zu werden verspricht.
Natürlich wird sich der VfL, will er in dem erfolgreich bestehen, gegenüber dem Spiel in Schwedt erheblich steigern müssen. Vor allem gegenüber dem, was er in der ersten Halbzeit zeigte. Da lief bei den Stormarnerinnen nur ganz wenig zusammen. Abgesehen vom 3:2 in der 8. Minute lagen die Gastgeberinnen zwar nie in Führung, aber absetzen konnte sich der hohe Favorit nie um mehr als zwei Tore, die er im übrigen auch erst in den letzten sieben Minuten dieses Spielabschnittes bis zum Pausenstand von 11:9 ziemlich konstant hatte.
Daran hatte Babette Bischof mit Abstand den größten Anteil. Sie erzielte von der Linksaußenposition vor der Pause allein fünf Treffer und war auch am Ende mit sechs Treffern erfolgreichste VfL-Werferin. Für die bis dahin ansonsten nicht so überzeugende Leistung der Oldesloerinnen gab es eine ganze Reihe von Gründen. Neben den angesprochenen Strapazen waren es weitere äußere Umstände.
Der Parkettboden in der reichlich engen, veralteten Halle war außerordentlich glatt, so daß kaum eine Spielerin ordentlichen Halt fand. Auf der anderen Seite schlugen personelle Lücken beim VfL deutlich zu Buche. Kompensieren konnte der VfL natürlich nicht den Verlust seines gesperrten Ungarn-Stars Zsuzsa Nyari – die Dauer ihrer Sperre und damit die Antwort auf die Frage, ob sie denn im Spitzenspiel wird mitwirken können oder nicht, ist immer noch nicht „amtlich“ übermittelt. Dazu fehlte auch Kreisläuferin Dörte Knickrehm und auch aus dem erhofften ersten Einsatz von Jeanine Hildebrand nach überstandener Blinddarmoperation wurde nichts. Sie plagen nun Rückenprobleme, die einen Einsatz in Schwedt (mitgereist war sie) nicht möglich machten.
Ihre Vertreterinnen Annette Schümann und Martina Pusch sind leider zur Zeit nicht gerade in Bestform. Beide deuten nur gelegentlich ihre Fähigkeiten an und kassieren unter dem Strich zu viele Gegentore, wie nicht nur Trainer Schilk bemängelt. Annette Schümann ist dabei ziemlich deutlich in einem Formtief, während man Martina Pusch doch deutlich die fehlende Spielpraxis nach jahrelanger Abstinenz im Handballtor anmerkt.
Trotz der erkennbaren Mängel in der ersten Halbzeit aber war der Sieg des VfL in Schwedt nie wirklich ernsthaft in Gefahr. Schon garnicht, als sich die Mannschaft im zweiten Spielabschnitt doch deutlich zu steigern wußte. Nun setzte sie sich relativ schnell (bis zur 45. Minute führte sie mit 17:12) vom allerdings ziemlich hausbackenen Gegner ab, und als bei dem in der Schlußphase auch die Kondition nachließ, konnte der VfL sogar noch etwas fürs Torverhältnis tun.
Dabei war er noch nicht einmal sonderlich konsequent – er vergab unter anderem vier Siebenmeter und brachte selbst einige Tempogegenstöße nicht unter –, aber es reichte schließlich zum 27:17-Endstand.
Zu dem steuerten mit Babette Bischof (6), Ulrike Rühter (5), Marion Werner (4), Stefanie Bernecker (4/1), Melanie Bernecker (3/1), Andrea Hasenberg (2), Roswitha Bein (2/1) und Nicole Röhrs (1) sämtliche eingesetzten Feldspielerinnen Tore bei.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.11.1991
Freitag, 8. November 1991
Morgen Spitzenspiel in der Stormarnhalle
Auch ohne Zsuzsa Nyari: VfL will wieder an die Spitze
(mth). Schlagerspiel in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord der Handball-Damen: Am Sonnabend um 19.30 Uhr treffen in der Stormarnhalle in Bad Oldesloe der mit 12:0 Punkten die Tabelle anführende TSV Hastedt/Bremen und der Tabellenzweite VfL Oldesloe aufeinander.
Auch die Oldesloerinnen sind noch ohne Punktverlust. Sie haben ja die ersten vier Spieltage die Tabelle angeführt und mußten sie praktisch kampflos an die Truppe aus der Bremer Vorstadt abgeben, da ihr Spiel der fünften Runde gegen Motor Henningsdorf erst im Januar stattfinden kann. Jetzt will sich die Truppe von Trainer Claus Schilk vor eigenem Publikum die Tabellenführung wieder zurückholen.
Und sie glaubt an ihre Chance, obwohl sie gehandicapt in das Schlagerspiel geht. Was seit der roten Karte im Pokalspiel gegen den TSV Nord Harrislee vor 14 Tagen befürchtet wurde, ist inzwischen amtlich: Zsuzsa Nyari,
die vielfache ungarische Nationalspielerin im Dress des VfL ist für das „Gipfeltreffen“ der zweiten Liga noch gesperrt.
Das ist natürlich eine klare Schwächung des Klassenneulings. Aber der muß deswegen den Kopf nicht hängen lassen. In der Mannschaft steckt auch ohne ihren ungarischen Star genügend spielerische Substanz, um mit den Hastedterinnen mithalten zu können. Natürlich werden nun andere Spielerinnen mehr Verantwortung in der Mannschaft übernehmen müssen.
Aber es gibt keinen ernsthaften Zweifel, daß Spielerpersönlichkeiten wie Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, Junioren-Nationalspielerin Roswitha Bein, Ulrike Rühter und Stefanie Bernecker dazu in der Lage sind. Dazu sind bei Melanie Bernecker, die nach langer Verletzungspause erst langsam in die Mannschaft zurückfindet, bei Jugend-Nationalspielerin Marion Werner und auch bei Kreisläuferin Dörte Knickrehm, wieder mit von der Partie sein wird, sicher noch Steigerungen gegenüber den letzten Spielen möglich. Wenn dann dazu noch Babette Bischoff, die sich als ehemalige Bezirksliga-Spielerin ganz toll in der Bundesliga behauptet, an die Form der ersten Halbzeit in Schwedt anknüpfen kann, und Nicole Röhrs so engagiert und couragiert wie im Freundschaftstest gegen Borsodi Banyacs zur Sache geht, braucht den VfL-Fans eigentlich nicht bange zu sein.
Die sind natürlich auch gefordert: Es würde die Mannschaft mit Sicherheit beflügeln, wenn sie von den Rängen von Anfang an Unterstützung erführe. Das umso mehr, als die Hastederinnen stets einen Pulk stimmkräftiger Anhänger zu Auswärtsspielen mitbringen.
Denen die Lust zu lautstarker Unterstützung zu nehmen, wollen sich auch Annette Schümann und Martina Pusch im VfL-Tor nach Kräften mühen. Sie waren zuletzt ja nicht in Bestform, aber auf ihren Schultern ruht auch diesmal wieder Verantwortung, denn Jeanine Hildebrand ist noch nicht wieder dabei. Sie plagen nach überstandener Blinddarmoperation nun Rückenprobleme, die sie unter Umständen länger ausfallen lassen.
Gefordert ist natürlich aber auch VfL-Trainer Claus Schilk. Er hat den Gegner zweimal in Punktspielen unter die Lupe genommen und ihn natürlich auch beim Vorbereitungsturnier in Bremerhaven (da gewann der VfL den direkten Vergleich bei verkürzter Spielzeit mit 18:15) eingehend studiert. Aufgefallen sind ihm dabei vor allem Neuzugang Heike Winselmann (kam vom SC Empor Rostock und war auch beim VfL im Gespräch) im Rückraum, die blitzgefährliche Linkshänderin Ulrike Hagestedt auf der Rechtsaußenposition und die starke Torhüterin Birgit Addix.
Gegen die, und alle anderen Hastedterinnen, die richtigen Mittel zu finden, wird sicher nicht ganz leicht sein. Aber wie wir den rührigen VfL-Coach kennen, wird er sich schon etwas einfallen lassen.
Um eine Lösung ist er ja auch bei der problematischen Schiedsrichteransetzung für das morgige Spiel nicht verlegen gewesen. Eigentlich sollte das Hamburger Gespann Möller/Sauerbeck, das den VfL vor zwei Wochen im Pokal so übel behandelte, morgen wieder in der Stormarnhalle pfeifen. Das hat Schilk aber abbiegen können. Stattdessen kommt nun das Gespann Alich/Dr. Conrad aus Sachsen-Anhalt.
An die hat der VfL ja weit bessere Erinnerungen. Das Gespann nämlich pfiff die Stormarnerinnen beim Saisonauftakt gegen den TSV Jarplund-Weding und das Spiel konnte der VfL ja haushoch gewinnen. Das müßte doch eigentlich ein gutes Omen sein.
STORMARNER TAGEBLATT vom 8.11.1991
Sonnabend, 9. November 1991
VfL Oldesloe – Hastedter TSV 23:14 (10:10)
Der bisherige Spitzenreiter wurde in der Stormarnhalle auseinandergenommen
23:14 im Schlagerspiel
Die VfL-Damen brachten die Stormarnhalle zum Kochen
(mth). War das ein Handballspiel! Knapp 500 Zuschauer – mit 490 zahlenden Besuchern war die Stormarnhalle restlos ausverkauft – spendeten der Damen-Mannschaft des VfL Oldesloe stehende Ovationen, nachdem schon der Schlußpfiff des Schiedsrichtergespanns Dr. Conrad/Alich aus Wittenberge im Jubelsturm der Stormarner Handballfans fast untergegangen war. Die Truppe von Trainer Claus Schilk war im Spiel gegen den Hastedter TSV förmlich über sich hinausgewachsen und hatte mit einem wirklich tollen 23:14-Erfolg sich die Tabellenführung in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord zurückerobert.
Kein Zweifel: Der VfL hat in der Stormarnhalle seine bislang beste Saisonleistung geboten. Und das ohne seinen ungarischen Star Zsuzsa Nyari, der wegen seiner roten Karte im Pokalspiel gegen Nord Harrislee noch gesperrt war für das Schlagerspiel. Kein Zweifel, daß genau diese Tatsache der Erfolg über Hastedt doppelt wertvoll macht.
Kein ernsthafter Zweifel kann auch mehr darüber bestehen, daß die VfL-Damen als Aufsteiger nicht von ungefähr an der Spitze der zweiten Liga stehen. Sie ist alles andere als eine „Eintagsfliege“ an der Tabellenspitze. Vielmehr ist sie mutmaßlich das bestbesetzte und durchschlagkräftigste Team der Klasse. Nicht nur der Gewinn der Halbzeitmeisterschaft durch die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ist nun mehr als wahrscheinlich.
Die Mannschaft hat auch das Zeug zu einem „Durchmarsch“ in der zweiten Liga. Man darf sich im Verein und in der Stadt darauf einrichten, daß der VfL im nächsten Frühjahr um den Einzug in die erste Bundesliga spielen wird. Mit welchem Ausgang in der Relegationsrunde auch immer.
Zum Spitzenspiel: Beide Mannschaften waren beim Anpfiff in der brodelnden Stormarnhalle bis in die Haarspitzen motiviert. Das lähmte anfangs sogar ein wenig den Spielfluß. In den ersten zehn Minuten fielen ganze vier Tore. Drei davon für die Gäste, die eindeutig den besseren Start erwischten.
Dabei wurde ihre Haupttorwerferin, die aus Rostock nach Hastedt gekommene Junioren-Nationalspielerin Heike Winsemann, von der ersten Minute an von Roswitha Bein, ja ebenfalls Junioren-Nationalspielerin, in kurze Deckung genommen. Das war, wie sich später herausstellte, ein mitentscheidender Schachzug von VfL-Coach Claus Schilk. Heike Winsemann war am Ende mit vier Treffern zwar noch immer erfolgreichste Werferin ihres Teams, aber das liegt weit unter ihrem sonstigen Level.
Wie sehr sie von „Rossi“ ausgeschaltet wurde, belegt eine Statistik ihrer Treffer. Einer fiel durch einen verwandelten Siebenmeter, zwei durch Freiwürfe, bei denen Mannschaftskolleginnen sie erfolgreich freisperrten und nur einer direkt aus dem Spiel heraus.
Per Tempogegenstoß im übrigen. Das war bezeichnend für die erste Spielphase, denn damit war der von einer kleinen Fangruppe fanatisch angefeuerte Gast mehrfach erfolgreich. Aber das beindruckte den VfL nach knapp
einer Viertelstunde, als Hastedt 5:2 und 6:3 führte, nicht mehr.
Von nun an wurde im offenen Schlagabtausch zurückgefightet. Dabei gewann die VfL-Abwehr mehr und mehr an Stabilität. Ein Grund dafür ganz sicher auch: Torhüterin Annette Schümann, zuletzt nicht gerade in Bestform, bot nach anfänglichen Unsicherheiten ihre mit Abstand beste Saisonleistung und wurde im Verlauf des Spiels zu einem sicheren Rückhalt.
Das beflügelte natürlich auch ihre ohnehin hochmotivierten Vorderleute. Die waren beim 6:6 in der 17. Minute wieder am Gegner dran und gingen in der 20. Minute erstmals selbst in Führung (8:7). Aber noch wogte das Spiel hin und her und bei Halbzeit wagte kaum einer eine Prognose über den Ausgang. 10:10 stand es nach wahrlich hochklassiger Partie und es sah nicht so aus, als würde einer der Kontrahenten wanken.
100 Sekunden nach Wiederbeginn kamen gar beim Oldesloer Anhang heftige Zweifel auf einen günstigen Ausgang auf, denn wieder hatte der Gast den besseren Start erwischt und führte mit 12:10. Aber auch das schockte den VfL nicht. Keine drei Minuten später hatte er wieder zum 12:12 ausgeglichen. In der Abwehr spielte er fortan völlig fehlerlos. In den letzten 28 Minuten ließ er nur noch zwei Gegentore zu. Die fielen (zum 13:17 in der 44. und zum 14:22 in der 55. Minute) im übrigen, als die Entscheidung längst gefallen war. Die ließ sich auf exakt 60 Sekunden zwischen der 39. und 40. Minute terminieren. Drei Treffer zum 15:12 warf der VfL in diesem Zeitraum und damit hatte er dem Gegner endgültig den Nerv geraubt.
Der TSV Hastedt resignierte fortan mehr und mehr – Ausnahme war Torhüterin Birgit Addix, die von Anfang an prächtig hielt (unter anderem drei Siebenmeter) und am Ende eine noch klarere Demontage ihrer Mannschaft verhinderte – und in gleichem Maß steigerte sich der VfL in einen wahren Spielrausch. Am Ende hatte der VfL deutlich mit 23:14 die Oberhand und sich ganz sicher erneut in die Herzen seiner Fans hineingespielt.
Dabei gab es bei den Oldesloerinnen keinen Schwachpunkt. Von der tollen Leistungssteigerung von Annette Schümann war schon die Rede. Andeutungsweise auch von der Superleistung von Roswitha Bein. Deren Aktionsradius aber beschränkte sich wahrlich nicht auf die Defensive, sie war auch im Angriff 60 Minuten eine treibende Kraft. Und erfolgreichste Torwerferin mit sechs Toren (davon 4 Siebenmeter) oberdrein.
Es folgten gleich fünf Spielerinnen mit drei Treffern. Neben Babette Bischof, Marion Werner, Dörte Knickrehm und Ulrike Rühter war das auch Melanie Bernecker, die sich mehr und mehr ihrer früheren Form nähert und sicher ganz bald wieder eine Leistungsträgerin im Team sein wird.
Das ist ohne Frage Andrea Hasenberg, die Mannschaftsführerin, wann immer sie spielt. In der Abwehr ist ihre Erfahrung unverzichtbar und auch vorn reißt sie in nimmermüdem Einsatz viele Lücken. Dazu traf auch sie zweimal ins Schwarze.
Kaum glänzen konnte Stefanie Bernecker. Sie war nur am Anfang für ein paar Minuten im Spiel und wurde nach zwei weniger glücklichen Aktionen ausgewechselt. Sie hatte unter einer besonderen Tugend der gesamten Truppe zu leiden: Alle VfL-Spielerinnen haben eine tolle Kondition – dem TSV Hastedt waren sie in dieser Beziehung klar überlegen – und stehen einen 60-Minuten-Einsatz durch. Da wird dann ohne Veranlassung später vom VfL-Coach kein Risiko eingegangen.
Diese Einstellung traf auch Nicole Röhrs und die Torhüterinnen Martina Pusch und (die noch nicht ganz fitte) Jeanine Hildebrand, die abgesehen von letzterer bei einem Siebenmeter überhaupt nicht ins Spiel kamen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 11.11.1991
Sonntag, 17. November 1991
SV Grün-Weiß Schwerin – VfL Oldesloe 12:31 (5:15)
31:12. In Schwerin spielten die VfL-Damen um trainingsfreie Tage
(mth). Die Karten vor dem Punktspiel der zweiten Bundesliga der Handball-Damen zwischen Grün-Weiß Schwerin und dem VfL Oldesloe waren von vornherein ungleich verteilt. Die Gastgeber standen in der imponierenden Sport- und Kongresshalle der mecklenburgischen Landeshauptstadt – in ihr haben knapp 6000 Zuschauer Platz, jetzt verloren sich dort ein paar Dutzend Besucher, die zum weit überwiegenden Teil aus Oldesloe angereist waren – von Anfang an auf verlorenem Posten.
Die junge Schweriner Truppe hat aus den bekannten Gründen – nach der Wende steht in den neuen Bundesländern Sportförderung gerade von Leistungsmannschaften bei der Fülle der anfallenden Aufgaben nicht mehr im Vordergrund – bei weitem nicht mehr die Stärke früherer Jahre.
Sie kann dem VfL Oldesloe, so wie der sich in seiner ersten Zweitligasaison seit Beginn an präsentiert, weder in spielerischem Vermögen noch in Erfahrung das Wasser reichen. Das war allen Beteiligten vorher klar.
Um für seine Mannschaft dennoch einen Anreiz zu schaffen, hatte VfL-Coach Claus Schilk in Aussicht gestellt, in der kommenden Woche der Mannschaft ein Training zu schenken, wenn sie denn einen besonders hohen Sieg erringen würde. Er hatte dabei als Limit an einen Sieg mit mindestens zehn Treffern Differenz gedacht.
Die Mannschaft allerdings konnte ihn vor dem Spiel auf acht Tore Differenz herunterhandeln. Ihr Argument: „Bei der Größe der Halle sind Tempogegenstöße nur selten möglich, müssen doch die Torhüterinnen, wenn ein Wurf daneben gegangen ist (oder dorthin von ihnen abgelenkt wurde), erst weite Wege zurücklegen, ehe sie den Ball wieder ins Spiel zurückbringen können.“
Aber Claus Schilk hätte auch gern hart bleiben können in der Angelegenheit. Das Dienstag-Training, um das es vornehmlich ging, war schon beim Halbzeitpfiff des Berliner Schiedsrichtergespanns Siegert/Wunderlich so gut wie gestrichen. 15:5 führte der VfL schon zu diesem Zeitpunkt.
Dabei hatte er es weiß Gott langsam angehen lassen, denn bis zur 10. Minute stand es erst 2:2, ehe der Spitzenreiter das Tempo anzog. Alles weitere ging dann ohne größere Anstrengung bis zum schon erwähnten 15:5-Halbzeitstand. Die Luft war damit praktisch schon raus, aber Schilk entschloß sich bei seinen Motivierungsversuchen zu einer Zugabe.
Er stellte auch noch das Donnerstag-Training zur Disposition. Seine neue Vorgabe: Auch das zweite Training in der Woche wird gestrichen, wenn die Mannschaft die Quote der Gegentreffer unter zehn würde halten können.
Ein großes Risiko ging der VfL-Coach mit beiden Angeboten nicht ein. Schließlich ist die Mannschaft, die konditionell ja glänzend drauf ist, am kommenden Wochenende ohne Punktspiel, so daß eine trainingsfreie Woche eher einer willkommenen Verschnaufpause denn einem Substanzverlust gleichkommt.
Die Chance, auch am Donnerstag nicht trainieren zu müssen, bestand immerhin bis zur 52. Minute. Bis dahin hatten die Stormarnerinnen ihren Vorsprung auf 25:9 erhöht, wobei sie es nach einem Zwischenspurt bis zum 24:8 in der 42. Minute noch einmal zehn Minuten hatten ruhiger angehen lassen.
Dann aber ereilte die VfL-Damen doch das Schicksal. Grün-Weiß Schwerin kam erst auf 10:25, 60 Sekunden später gar auf 12:25 heran. Den Spaß aber ließen sich die Oldesloerinnen auch durch die Aussicht, in der Woche nun doch einmal Schweiß vergießen zu müssen, nicht verderben.
Auch nicht von den Schiedsrichtern, die in der Schlußphase vermehrt, gelegentlich aber auch schon vorher, etwas merkwürdige Entscheidungen trafen. Hüben und drüben im übrigen, was aber letztlich auf Spielverlauf und Ergebnis keinen nennenswerten Einfluß hatte. Am Ende hatte schließlich der VfL mit 31:12 haushoch gewonnen und erwartungsgemäß souverän die Tabellenführung verteidigt.
Weitere Erkenntnisse aus diesem Spiel: Der VfL hat die Spiele ohne seinen Star Zsuzsa Nyari ja ohne Schaden überstanden. Gleiches läßt sich von der ungarischen Nationalspielerin sagen. Sie glänzte im ersten Spiel nach ihrer Rotsperre in gewohnter Manier und war mit neun (davon vier verwandelte Siebenmeter) Toren auch erfolgreichste Werferin. Endgültig überwunden hat, so die zweite wichtige Erkenntnis, Torhüterin Annette Schümann ihre zwischenzeitliche Formkrise. Sie hielt 50 Minuten wirklich prächtig.
Die weiteren Tore teilten sich: Melanie Bernecker (6/1), Roswitha Bein (4/1), Ulrike Rühter, Marion Werner (je 3), Dörte Knickrehm (3/1), Andrea Hasenberg (2) und Stefanie Bernecker (1). Nicole Röhrs, die ebenso wie Torhüterin Martina Pusch erst in den letzten Minuten zum Einsatz kam, ging leer aus. Babette Bischof und Jeanine Hildebrand wurden wegen noch nicht hundertprozentig auskurierter Verletzungen in Schwerin geschont.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.11.1991
Freitag, 6. Dezember 1991
VfL-Damen Gast beim Tabellenachten
Rostock ein unorthodoxer, aber schlagbarer Gegner
(mth). Die Stimmung in der Damen-Bundesliga-Mannschaft des VfL Oldesloe ist zur Zeit nicht optimal. Dabei sind es nicht Fehlleistungen oder Zerwürfnisse innerhalb der Mannschaft, die an den Nerven zerren. Vielmehr ist es die Ungewißheit über ihre „Heimstätte“, die Stormarnhalle.
Wegen der hat ja auch das Punktspiel am letzten Wochenende gegen TH Eilbek ausfallen müssen. Das hat die Mannschaft zum zweiten Mal in dieser Saison kampflos die Tabellenführung gekostet, denn der Hastedter TSV konnte nach spannendem Spiel bei KSV Holstein Kiel mit 14:11 gewinnen und zog damit erneut an der Truppe von Trainer Claus Schilk vorbei.
Der mutmaßlich härteste Meisterschaftskonkurrent hat jetzt schon zwei Spiele mehr als der VfL absolviert. Das macht die Spielerinnen um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg langsam ein wenig ungeduldig. Das eine Wochenende ohne Punktspiel nach dem letzten Sieg in Schwerin kam der Mannschaft zwar sehr gelegen, die unfreiwillige Verlängerung der Pause darüber hinaus aber war ihr eindeutig zu lang.
Aber die wird nun morgen ja vorbei sein und in diesem Jahr wird die Mannschaft mutmaßlich noch dreimal die Chance haben, sich den leichten Frust von der Seele zu spielen, um dann doch als Spitzenreiter in die Weihnachtspause zu gehen. Das Spiel gegen TH Eilbek wird nun nämlich voraussichtlich doch nicht erst am 4. Januar nachgeholt, sondern schon am 21. Dezember.
Sicherlich in der Stormarnhalle, wenn die bis dahin für den Sportbetrieb wieder freigegeben ist, oder sonst in der Heinrich-Vogler-Halle. Die Hamburgerinnen hatten sich gegen den Dezember-Termin eigentlich gesperrt, der Deutsche Handballbund aber besteht darauf, das Spiel noch vor den Weihnachtsferien auszutragen.
Bevor es aber so weit ist, haben die Schilk-Schützlinge noch zwei andere Aufgaben zu 1ösen. Am Sonnabend müssen sie erneut nach Mecklenburg reisen. Um 16 Uhr treffen sie dann in der Sporthalle Marienehe auf die SG Fiko Rostock. Das ist für den VfL sicher eine lösbare Aufgabe. Die Rostockerinnen belegen zur Zeit in der Tabelle den achten Rang.
Zuletzt kassierten sie am letzten Wochenende eine knappe 13:14-Heimniederlage gegen Blau-Weiß Frankfurt/Oder, jene Mannschaft, die dann eine Woche später Gast in der Stormarner Kreisstadt ist. Für das Spiel ist vorsorglich schon die Vogler-Halle „gebucht“ worden, so daß die Partie auf jeden Fall wird stattfinden können.
VfL-Coach Claus Schilk hat Fiko Rostock in dieser Saison zweimal beobachten können. „Gegen die Mannschaft zu
spielen, wird nicht ganz unkompliziert, denn sie pflegt einen sehr unorthodoxen Stil. Aber sie ist sicherlich für uns schlagbar, wenn wir zu unserer Normalform finden“, gibt er sich zuversichtlich.
Sein Optimismus beruht auch darauf, daß er personell kaum Sorgen hat. Lediglich auf Torhüterin Jeanine Hildebrand, die ja nur zum Punktspielauftakt gegen TSV Jarplund-Weding zur Verfügung stand, dann mit einer Blinddarmoperation und anschließenden Rückenbeschwerden ausfiel, wird in Rostock mutmaßlich fehlen. Mit ihr rechnet Schilk für dies Jahr kaum noch.
Dafür kann er aber erstmals Britta Peterat in einem Pflichtspiel einsetzen. Die Wechselsperre der Marnerin ist mit Beginn dieses Monats abgelaufen. Sie hat ja bei einem Freundschaftsspiel gegen den ungarischen Erstligisten Borsodi Banyasz Miskolc gezeigt, daß sie für den VfL durchaus noch eine weitere Verstärkung ist.
Mit dabei ist auch Dörte Knickrehm, die sich in Schwerin verletzt hatte. Sie wird den VfL definitiv zum Ende des Jahres verlassen. Sie zieht aus privaten und beruflichen Gründen zum Ende des Jahres nach Mainz und wird sich dann aller Voraussicht nach dem Bundesligisten Grün-Weiß Frankfurt/Main anschließen.
Sie wird im VfL, dem sie ja seit der Jugend angehört, sicher eine Lücke hinterlassen, die man aber durch Birte Stooß (vorher TuS Alstertal), die mit Beginn des nächsten Jahres für die Oldesloerinnen spielberechtigt wird, hofft schließen zu können.
Zum Spiel in Rostock wird der VfL wieder mit einem Bus fahren. Abfahrt ist um 11.15 Uhr an der Stormarnhalle. Schlachtenbummler haben Gelegenheit, die Mannschaft in die mecklenburgische Hafenstadt zu begleiten. Sie sollten sich rechtzeitig vor Abfahrt des Busses an der Stormarnhalle einfinden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1991
Sonnabend, 7. Dezember 1991
SG Fiko Rostock – VfL Oldesloe 21:26 (12:13)
Britta Peterat mit tollem Einstand beim sonst etwas mühsamen Sieg des VfL
(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe bleibt in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord weiter ohne jeden Punktverlust und ist nach dem 26:21 (13:12)-Erfolg bei der SG Fiko Rostock weiterhin erster Anwärter auf den Gewinn der (inoffiziellen) Halbzeitmeisterschaft.
Auch wenn sie zur Zeit „nur“ auf dem zweiten Platz rangiert, weil Hauptkonkurrent TSV Hastedt (gewann 18:15 gegen TuS Alstertal) schon zwei Spiele mehr hat austragen können und deswegen neben zwei Minuspunkten auch zwei Pluspunkte mehr auf dem Konto hat. Der Rückstand an ausgetragenen Spielen war mittelbar sicher auch eine der Ursachen dafür, daß es bei den Stormarnerinnen in Rostock nicht so ganz rund lief.
Durch die Sperrung der Stormarnhalle und den damit
verbundenen Ausfall der Partie gegen TH Eilbek, war die Spielpause für die Schilk-Truppe offensichtlich ein wenig zu lang gewesen. Sie ist deswegen zwar nicht völlig von der Rolle wohl aber etwas aus dem Spielrhythmus gekommen.
Dazu war die Vorbereitung am Spieltag selbst alles andere als ideal. Der Mannschaftsbus war sicherlich rechtzeitig von Oldesloe in Richtung Rostock in Bewegung gesetzt worden. Aber natürlich forderte der starke Verkehr am verkaufsoffenen Adventssonnabend seinen zeitlichen Tribut.
Der wäre, auch wenn er noch dadurch verstärkt wurde, daß in Rostock zeitgleich zum Handballspiel die Fußball-Bundesliga-Begegnung zwischen dem FC Hansa Rostock und Bayern München mit ausverkauftem Ostseestadion stattfand, was in der Hafenstadt fast chaotische Verkehrsverhältnisse nach sich zog, wohl noch wegzustecken gewesen.
Zu allem Überfluß aber hatte noch ein „Scherzbold“ an der Halle im Ortsteil Marienende einen Zettel angeklebt, der besagte, das Spiel könne nicht dort, sondern müsse in der Messe- und Kongresshalle am anderen Ende der Stadt ausgetragen werden. Das hatte eine „VfL-Vorhut“ gelesen, prompt den Mannschaftsbus in der Nähe der Stadtgrenze abgefangen und umgeleitet.
Das erwies sich im Nachhinein als falsch und überflüssig, zog aber eine Irrfahrt durch die Stadt von gut eineinhalb Stunden nach sich, so daß die Mannschaft kaum eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn in der Halle (eben doch die in Marienende) eintraf. Da war es nicht unverständlich, daß sich die Oldesloerinnen eine gute Viertelstunde reichlich schwer taten.
Das hatte aber auch damit zu tun, daß die SG Fiko Rostock stärker als erwartet spielte. Die Mannschaft ließ den Ball in sicherem Kombinationsspiel über viele Stationen schnell laufen, war dabei aggressiv im Zweikampf und verwirrte so die nicht ganz sattelfeste VfL-Deckung mehr als der lieb war. In Führung gingen die Rostockerinnen dabei zwar nur zweimal (1:0 in der 2. und 5:4 in der 13. Minute).
Aber das hatte seine Ursache nicht zuletzt darin, daß Annette Schümann im Oldesloer Tor als eine der wenigen VfL-Spielerinnen sofort voll im Bilde war. Sie bot 60 Minuten lang eine hervorragende Leistung, was auch in fünf abgewehrten Siebenmetern seinen Niederschlag fand.
Das Feldspiel der Stormarnerinnen wurde erst nach 17 Minuten besser. Das hing ursächlich auch mit der Einwechslung von Britta Peterat zusammen. Die vom MTV Marne über Eintracht Lüneburg zum VfL gekommene Spielerin feierte in ihrem ersten Punktspiel – sie ist erst seit Anfang Dezember für den VfL spielberechtigt – einen Einstand nach Maß.
Am Ende war sie mit sieben Toren nicht nur erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft, sie hatte auch spielerisch ihren Trainer, ihre Mannschaftskollegen und die Oldesloer Zuschauer, die unter den knapp 100 Besuchern bei weitem in der Mehrheit waren, überzeugt.
Ihre Mannschaftskolleginnen konnten das immer nur für kurze Zwischenpassagen. Nach dem 6:6 in der 16. Minute zog der VfL bis zur 22. Minute zwar auf 11:6 davon, aber dann ließ er die Zügel wieder schleifen, produzierte auf dem glatten Parkettboden außergewöhnlich viele Fehler und wurde unmittelbar vor der Pause von den Rostockerinnen beim 12:12 wieder gestellt, ehe Zsuzsa Nyari den 13:12-Halbzeitstand besorgte.
Die zweite Halbzeit verlief ähnlich wie die erste. So richtig in Gefahr geriet der VfL zwar niemals, aber er brachte auch nie die Konzentration auf, den Gegner ganz an die Wand zu spielen. Der kämpfte im übrigen wacker bis zum Schlußpfiff des unsicheren Berliner Schiedsrichtergespanns Paulsen/Range und konnte so in Schwächephasen des VfL seinen Rückstand immer in erträgliche Rahmen bringen. Besonders auch in der Schlußphase der zweiten Halbzeit, als er in den letzten 150 Sekunden aus dem höchsten Rückstand (17:25) noch den 21:26 Endstand machte.
Für die Oldesloerinnen waren neben Britta Peterat noch Roswitha Bein (6/4), Zsuzsa Nyari (5) und Ulrike Rühter (4) als Haupttorschützen erfolgreich. Den Rest teilten sich Melanie Bernecker (2/1), Dörte Knickrehm und Marion Werner. Andrea Hasenberg, Babette Bischof und Nicole Röhrs blieben ohne Torerfolg. Torhüterin Martina Pusch kam nicht zum Einsatz.
Auffällig waren noch viele (8) Zeitstrafen gegen den VfL. Über deren Berechtigung konnte man sicher geteilter Meinung sein, zumal die Unparteiischen oft mit zweierlei Maß arbeiteten. Aber gerade im Unterzahlspiel zeigte sich, daß der VfL-Sieg, so viel Sand auch immer im Getriebe war, nie ernsthaft in Gefahr war. Immer dann nämlich spielte die Mannschaft konzentrierter und regelmäßig dann erzielte sie mehr Tore als der Gegner.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.12.1991
Freitag, 13. Dezember 1991
Dörte Knickrehm wird beim VfL verabschiedet
Bundesliga-Spiel gegen BW Frankfurt/Oder findet am Sonnabend nun doch in der Stormarnhalle statt
(mth). Das Hick-Hack um den Austragungsort der Begegnung zwischen dem VfL Oldesloe und Blau-Weiß (BW) Frankfurt/Oder in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen ist nun endlich beendet. Die Partie am Sonnabend um 19.30 Uhr findet nun doch nicht in der Heinrich-Vogler-Halle, sondern in der wieder freigegebenen Stormarnhalle statt.
Eigentlich war es, als am Mittwochvormittag die Sperrung der Stormarnhalle von der Stadt Bad Oldesloe wieder aufgehoben wurde, für eine neuerliche Verlegung des Spiels schon zu spät. Die Plakate für das Spiel, die natürlich für die Vogler-Halle werben, waren schon verteilt, die Programmhefte gedruckt und auch in der Vogler-Halle selbst hatte man sich ganz auf die Austragung des Bundesliga-Spiels eingestellt.
Dazu ist es nicht ganz leicht, beim Deutschen Handballbund (DHB) Bundesliga-Spiele zu verlegen. Der DHB ist schließlich, wie es sich für einen echten deutschen Verband gehört, durch und durch bürokratisch organisiert. Da war selbstverständlich schon die erste Verlegung von der Stormarnhalle in die Vogler-Halle mit reichlich Aufwand verbunden gewesen.
Um da nicht in irgendwelche bürokratischen Fallstricke zu geraten, war man bei den VfL-Handballerinnen der Meinung, an der einmal vollzogenen und abgewickelten Verlegung nicht mehr zu rütteln. Allein, ohne Wissen ihr hatte am Mittwoch das Sport- und Kulturamt der Stadt Bad Oldesloe, das für die Belegung beider Objekte letztlich zuständig ist, den Hallentausch wieder rückgängig gemacht. In der – objektiv ja richtigen – Ansicht, die Stormarnhalle sei der bessere Rahmen für das Großereignis.
Damit aber hatte man Claus Schilk, den Trainer und Manager der VfL-Damen, in Verlegenheit gebracht. Der hatte große Mühe, bei seinem Verband die neuerliche Verlegung durchzudrücken. Letztlich ist das auch nur mit Auflagen gelungen. Zu einem Rundschreiben an alle beteiligten Stellen sah sich der DHB nicht mehr in der Lage. Der VfL ist jetzt gehalten, am Spieltag an der Vogler-Halle und gegebenenfalls auch an Zufahrtsstraßen „Wachen“ aufzustellen, um Beteiligte von Irrwegen abzuhalten und sie mit Kopien eines „amtlichen“ DHB-Schreibens davon zu überzeugen, daß es mit der Rückverlegung in die Stormarnhalle seine Ordnung hat.
Hoffen wir, daß das Hin und Her auch von den Oldesloer Zuschauern geschluckt wird und die Partie am Sonnabend den erwarteten Zuspruch findet. Das „Handballfieber“, das in Oldesloe nach dem tollen Sieg der VfL-Damen im letzten Heimspiel gegen den Hastedter TSV ausgebrochen war, ist sicher etwas abgeebbt. Immerhin liegt das schon fünf Wochen zurück, und die zwischenzeitlichen Siege in Schwerin und Rostock sind ja vielerorts als Selbstverständlichkeit abgehakt worden. Was den VfL-Damen sicherlich nicht ganz gerecht wird. Sie sind schließlich Klassenneuling in der zweiten Liga und für einen solchen ist eine Serie von acht Siegen in Folge (fünf davon auswärts) ja wirklich eine fast einmalige Sache.
Anlaß für die Stormarner Handballfans, in großen Scharen in die Halle zu kommen und dort ähnlich tolle Stimmung wie beim Hastedt-Spiel zu verbreiten, besteht auch noch aus einem anderen Grund. Die Partie gegen die Frankfurterinnen nämlich ist das offizielle Abschiedsspiel für Dörte Knickrehm, auch wenn sie aller Voraussicht nach noch am 21. Dezember im Nachholspiel gegen TH Eilbek (dieser Termin in der Stormarnhalle ist inzwischen auf Druck des DHB auch amtlich) mitwirken wird.
Die Kreisläuferin, die 1983 noch als Jugendliche vom VfL Rethwisch nach Oldesloe wechselte, die zu den Publikumslieblingen innerhalb des VfL-Teams gehört, wird den Verein zum Ende des Jahres definitiv verlassen. Sie zieht aus privaten und beruflichen Gründen nach Mainz und wird sich sportlich womöglich dem Bundesligisten GW Frankfurt/Main anschließen.
Natürlich möchte sie gegen BW Frankfurt/Oder noch einmal im VfL-Dress glänzen, was mit entsprechender Unterstützung der Zuschauer für sie und ihre Mannschaft sicher leichter fallen wird.
Natürlich sind die Oldesloerinnen für das morgige Spiel Favorit. Die Frankfurterinnen haben, wie fast alle Mannschaften aus den neuen Bundesländern, große Schwierigkeiten, in den neuen Klassen Fuß zu fassen. Sie müssen das auch vor der Saison schon geahnt haben. Als Meister der zweiten Liga in der ehemaligen DDR haben sie freiwillig auf einen Aufstieg in die erste Liga verzichtet. Dort nimmt statt ihrer Chemie Guben die Rolle des Prügelknaben ein.
Das Schicksal bleibt den Frankfurterinnen in der zweiten Liga erspart, aber Bäume reißen sie dort auch nicht aus. Alles andere als ein Sieg der Truppe von Trainer Claus Schilk, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, wäre deshalb eine Riesenüberraschung.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.12.1991
Sonnabend, 14. Dezember 1991
VfL Oldesloe – Blau-Weiß Frankfurt/O. 35:21 (15:11)
Der Siegeszug der Oldesloer Damen ist nicht zu bremsen
Gegen Blau-Weiß Frankfurt gelang Sieg in Rekordhöhe
(mth). Am Ende konnte einem der SV Blau-Weiß (BW) Frankfurt richtig leid tun. Gut sechs Stunden hatte die überwiegend junge Mannschaft von der Oder für die Hinfahrt nach Bad Oldesloe gebraucht. Dort wehrte sie sich eine Zeit lang gegen den VfL Oldesloe ganz beachtlich. Ja, sie spielte, wie zuletzt schon andere Mannschaften aus den neuen Bundesländern, in der wiedereröffneten Stormarnhalle besser als man es nach dem Tabellenstand und dem Ruf, der ihr vorausgeeilt war, hatte vermuten können.
Aber um eine deftige Niederlage kamen sie gegen eine streckenweise wie entfesselt aufspielende Oldesloer Mannschaft nicht herum. Die fiel schließlich sogar in Rekordhöhe aus. Die Truppe von Trainer Claus Schilk blieb auch in ihrem neunten Spiel in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen ohne jeden Punktverlust und gewann schließlich mit 35:21, nachdem es zur Pause bei einem Stand von 15:11 für den VfL noch nach einer glimpflichen Niederlage für die Frankfurterinnen ausgesehen hatte.
Mit dem 35er-Pack ging es für sie mit dem – keineswegs sonderlich komfortablen – Reisebus gleich wieder in Richtung Heimat. Mutmaßlich noch einmal sechs Stunden war die Truppe auf Achse, ohne dabei den Trost wenigstens eines Achtungserfolges zu haben.
Eigentlich hatte die Mannschaft sich solche Torturen ja ersparen wollen. Deshalb hatte sie ja auf eine Eingliederung in die erste Bundesliga verzichtet, die ihr als Meister der zweiten Liga in der ehemaligen DDR zugestanden hatte. Sicherlich rührte diese Bescheidenheit nicht zuletzt aus der Erkenntnis, selbst in der Heimatstadt im Damenhandball nur die zweite Geige zu spielen, denn in der ersten Liga spielt ja bereits – bislang mit durchschlagendem Erfolg der ASK Vorwärts Frankfurt.
Das es für den Gast in der Stormarnhalle eine Niederlage geben würde, stand eigentlich nie in Zweifel. Der VfL, der in Bestbesetzung antreten konnte, spielte vor den wieder rund 400 Zuschauern von Anfang an ehrgeizig und engagiert. Das ist bei ihm zwar meistens der Fall, hatte aber diesmal noch einen besonderen Grund.
Vor dem Spiel wurde Dörte Knickrehm, die zum „Urgestein“ des erfolgreichen Teams zählt, offiziell aus der Mannschaft verabschiedet. Achteinhalb Jahre hat sie im VfL mitgemischt, sich dabei in der Mannschaft, im Verein und nicht zuletzt bei den Fans viel Sympathie und Zuneigung erspielt und erkämpft.
Mit Beginn des neuen Jahres aber zieht sie aus beruflichen und privaten Gründen nach Mainz um und steht dann dem VfL nicht mehr zur Verfügung. Ihr wollten ihre Mannschaftskolleginnen natürlich einen zünftigen und erfolgreichen Abschied bereiten.
Auch wenn es für die kräftige Kreisläuferin noch nicht der endgültige Abschied war. Sie wird auch am nächsten Sonnabend, wenn das vor zwei Wochen ausgefallene Spitzenspiel gegen TH Eilbek in der Stormarnhalle nachgeholt wird, noch einmal den VfL-Dress tragen. Da es um das Spiel aber allerlei Wirbel und Fragezeichen gegeben hatte – Eilbek hatte ursprünglich nicht mehr vor Weihnachten, sondern erst im neuen Jahr spielen wollen,
wurde dann aber durch den Deutschen Handballbund (DHB) eines besseren belehrt – hatte man beim VfL, der sicher gehen wollte, das Ereignis nicht zu verpassen, das Frankfurt-Spiel als Abschiedsspiel fest eingeplant.
Dörte Knickrehm selbst trumpfte in ihrem Abschiedsspiel auch noch einmal tüchtig auf. Obwohl sie gewß auch ein wenig gerührt und nervös war. Das merkte man bei einem Tempogegenstoß in den ersten Minuten, als sie den Ball nicht unter Kontrolle brachte. Ansonsten aber demonstrierte sie nicht nur ihre Stärke in der Deckung, sie bewies mit ihren vier Toren auch ihre Torgefährlichkeit.
Damit aber war sie bei weitem nicht die beste Werferin ihrer Mannschaft. Als die Mannschaft erst einmal warm geworden war, feuerte sie aus allen Rohren, so daß den Frankfurterinnen Hören und Sehen verging. Allen voran wieder die ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari, die wieder jede Menge technischer Kabinettstückchen zeigte, und, obwohl sie mannschaftsdienlich wie kaum eine zweite spielt und immer versucht ist, Nebenspielerinnen in Position zu bringen, mit neun Toren (davon zwei verwandelte Siebenmeter) auch erfolgreichste Werferin ihres Teams war.
Sechs blitzsaubere Treffer markierte Melanie Bernecker, die langsam aber sicher ihrer Bestform nahe kommt und ihr altes Selbstbewußtsein zurückgewinnt. Sechs Tore (drei Siebenmeter) warf auch Roswitha Bein, der Babette Bischof (5) kaum nachstand.
Den Rest teilten sich Stefanie Bernecker, Ulrike Rühter (je 2) und Britta Peterat (1). Die beiden letzteren fanden ebenso wie Marion Werner nicht so recht Zugang zum Spiel ihrer Mannschaft. Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg trat ebenfalls nicht ganz wie gewohnt in Erscheinung, was aber sicher auch damit zu tun hatte, daß sie diesmal aus freien Stücken Dörte Knickrehm den Part als erste Kreisläuferin abtrat.
Im Tor spielten Annette Schümann und Jeanine Hildebrand je eine Halbzeit. Dabei konnten beide deutlich machen, daß von einem Torhüterinnenproblem beim VfL, das in der ersten Saisonphase zu befürchten war, inzwischen keine Rede mehr sein kann.
Mit dem Sieg über BW Frankfurt/Oder ist der VfL den Gewinn der Halbzeitmeisterschaft ein gutes Stück näher gekommen. Die Verfolger nämlich ließen am letzten Hinrundenspieltag – jetzt stehen nur noch zwei Nachholspiele (beide mit dem VfL) aus – Federn. So kam der Hastedter TSV beim SC Neubrandenburg über ein 20:20 nicht hinaus, und TH Eilbek, nächster Gegner des VfL am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle, verlor gar mit 15:19 bei Holstein Kiel. Schon ein Punkt aus den letzten beiden Spielen reicht dem VfL jetzt, um bei Halbzeit die Nase vorn zu haben.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.12.1991
Freitag, 20. Dezember 1991
VfL-Handball-Damen zum Jahresabschluß morgen in der Stormarnhalle (19.30 Uhr) gegen TH Eilbek
Bei einem Sieg oder Punktgewinn ist die Schilk-Truppe Tabellenführer und·Halbzeitmeister
(mth). Mit dem Spiel der zweiten Bundesliga Gruppe Nord morgen um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle gegen TH Eilbek geht für die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe ein denkwürdiges Jahr zuende. Schon vor einem Jahr war die Bilanz der Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ja positiv wie selten zuvor ausgefallen.
Das Team hatte Oberliga-Meisterschaft und Aufstiegsrunde erfolgreich unter Dach und Fach gebracht und war in der Regionalliga trotz schwachen Starts (2:4 Punkte nach drei Spielen) in die Spitzengruppe vorgedrungen.
Optimisten rechneten schon damals damit, daß der Weg direkt in die zweite Bundesliga führen würde. Und sie sollten recht behalten. Aber auch sie konnten damals nicht ahnen, welche Ausmaße die Erfolgsserie der Schilk-Truppe noch annehmen würde.
Das Jahr 1991 wurde für die VfL-Damen zu einem Siegeszug ohnegleichen. Bis zum heutigen Tag hat sie in diesem Kalenderjahr nicht ein einziges Punktspiel verloren. Ja, sie hat überhaupt nur ein einziges Mal dabei einen Punkt abgegeben. Das war beim 20:20 im März bei der HT 16, bei der damals noch Roswitha Bein und Ulrike Rühter, die heute inzwischen zu den festen Stützen des VfL-Teams zählen, spielten. Aber auch dieses Remis kam praktisch einem Sieg gleich, war damit seinerzeit praktisch der Meistertitel in der Regionalliga und der Aufstieg in die zweite Liga perfekt.
Natürlich will die Mannschaft alles daransetzen, diese tolle Serie nun nicht kurz vor Jahresschluß abreißen zu lassen. Zumal sie mit einem Sieg oder auch nur mit einem Remis wieder etwas „perfekt“ machen könnte. Sie wäre dann vorzeitig/nachträglich (ganz wie man will, denn für den VfL wäre es vorzeitig, weil er die Hinrunde auch dann noch nicht abgeschlossen hat – er hat am 11. Januar, also eine Woche vor dem offiziellen Rückrundenbeginn, gegen Motor Hennigsdorf/Berlin noch ein weiteres Nachholspiel der Hinrunde auszutragen –, für alle anderen nachträglich, weil die Hinrunde ansonsten schon am letzten Wochenende offiziell abgeschlossen war) Halbzeitmeister.
Das ist zwar nur ein inoffizieller Titel, aber bei dem Vorsprung, den die Oldesloer Mannschaft dann schon hätte, wäre das sicher eine gute Basis, 1992 die Aufstiegsrunde zur ersten Bundesliga anzupeilen. Das aber ist nicht der einzige Grund für den VfL, besonders ehrgeizig in das morgige Spiel zu gehen. Um die Austragung der Partie hat es im Vorfeld einige Aufregung gegeben. Vor drei Wochen hat das Spiel ja wegen der Sperrung der Stormarnhalle ausfallen müssen. Als Ausweichtermine hatte der VfL daraufhin den 21. Dezember und den 4. Januar vorgeschlagen.
Die Hamburgerinnen wollten dabei den Dezember-Termin nicht akzeptieren, weil angeblich schon mehrere Spielerinnen auf Weihnachtsurlaub wären. Also schien der 4. Januar der geeignete Termin zu sein. Das aber akzeptierte der Deutsche Handballbund (DHB) nicht. Er bestand auf einer Austragung noch in diesem Jahr. Das kreideten die Hamburgerinnen dann dem VfL übel an, obwohl der dafür so wenig konnte, wie für die Hallensperrung, hinter der Eilbeker Verantwortliche auch schon einen „Trick“ vermutet hatten.
Das wiederum hat den VfL ein wenig in Harnisch gebracht. Er brennt nun darauf, es den Hamburgerinnen morgen besonders zu zeigen. Dabei warnt Claus Schilk seine Schützlinge, die er im übrigen alle an Bord haben wird, davor, den Gegner zu unterschätzen. Trotz der 15:19-Niederlage am letzten Wochenende in Kiel, so Schilk, zählt TH Eilbek zu den stärksten Teams der Liga, das entschlossen um seine vermutlich letzte Chance, die Aufstiegsrunde zur ersten Bundesliga zu erreichen, kämpfen wird.
Eine Spielerin in Reihen des TH Eilbek wird dabei auch für das Oldesloer Publikum keine unbekannte sein. Martina Gliewe warf ja bis zum Sommer diesen Jahres ihre Tore noch für den VfL. Klar, daß sie gegen ihre ehemaligen Mannschaftskolleginnen besonders ehrgeizig sein wird.
Martina Gliewe ist im übrigen nicht die erste Spielerin, die den Weg von Oldesloe nach Eilbek fand. Anfang der 80er Jahre wechselte auch Meike Schäfer aus der zweiten A-Jugend-Meistermannschaft des VfL dorthin und spielte dort in Regionalliga, zweite Liga und Bundesliga mit ebenso großem Erfolg wie später für ein paar Jahre Torhüterin Gudrun Fandrey, die Mitte der 80ger Jahre den gleichen Weg ging.
Und noch einen anderen Grund hat das VfL-Team, sich morgen besonders ins Zeug zu legen. Nachdem am letzten Sonnabend schon Klaus Schröder (F.D.P.), der Vorsitzende des Finanzausschusses in der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung, und Dr. Bernd Blank, der Leiter des städtischen Bauamtes, Gast eines VfL-Spiels waren – beide (Schröder mehr, Dr. Blank gedämpfter) äußerten sich in der Tendenz positiv hinsichtlich der Wünsche des VfL, die Stormarnhalle bundesligatauglich zu machen – sind für diese Partie noch einmal die Spitzen der Stadtverwaltung und der im Stadtparlament vertretenen Parteien extra zu einem Bundesliga-Spiel eingeladen worden.
Mit einer überzeugenden Leistung, einem vollen Haus und toller Stimmung in der Halle, so die Rechnung des Vereins, wird man die für die notwendigen Entscheidungen so gewichtigen Leute vielleicht eher dazu bringen können, die Weichen für eine Bundesliga-Zukunft in der Stormarner Kreisstadt stellen zu können.
Die Zeit dazu drängt, denn die Ausnahmegenehmigung für die Stormarnhalle läuft mit Saisonende ab, und die Fristen für die Anmeldung zur neuen Saison, egal ob für die erste oder zweiten Liga, sind in ein paar Wochen abgelaufen. Spätestens dann wird der DHB genaue Auskunft über seine Zukunftsperspektiven haben wollen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1991
Sonnabend, 21. Dezember 1991
VfL Oldesloe – TH Eilbek 22:14 (9:5)
Auch TH Eilbek konnte den Siegeszug der Stormarnerinnen nicht stoppen
22:14. VfL-Handball-Damen blieben 1991 in Punktspielen ungeschlagen und sind Halbzeitmeister der zweiten Bundesliga
(mth). Eine echte Überraschung war es zum jetzigen Zeitpunkt schon nicht mehr, weil sich das Ereignis in den letzten Wochen schon abzuzeichnen begann.
Aber als Gesamtleistung ist es schon etwas wirklich Tolles und unter dem Strich auch eine Sensation: Mit einem 22:14 (9:5)-Erfolg im Nachholspiel gegen TH Eilbek sicherte sich die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der wieder bis auf den letzten Platz gefüllten Stormarnhalle als Neuling die Halbzeitmeisterschaft in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord.
Das ist jetzt amtlich, obwohl die Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg ja am 11. Januar noch ein weiteres Nachholspiel gegen Motor Henningsdorf auszutragen hat. In dem ist sie selbstverständlich auch klarer Favorit (Henningsdorf rangiert zur Zeit nur auf dem zehnten Rang und sollte keine große Hürde darstellen), aber sie ist vom Hastedter TSV, egal wie das Spiel auch ausgehen mag, in der Hinrunde nicht mehr einzuholen.
Aber es ist nicht nur der (inoffizielle) Herbstmeistertitel, der die Erfolgsserie des VfL in so hellem Licht erstrahlen läßt. Andere Bilanzen sind nicht weniger imponierend. Die Truppe von Trainer Claus Schilk steht in ihrer ersten Bundesliga-Saison mit blütenweißer Weste da. Alle ihre zehn Spiele hat sie für sich entscheiden können. Knapp ist es dabei nur ein einziges Mal (beim 21:20-Sieg bei Holstein Kiel, wobei die Oldesloerinnen in einer dramatischen Schlußphase das Glück auf ihrer Seite hatten) gewesen. Ansonsten hat die Mannschaft alle ihre Gegner klar und deutlich besiegt.
Und mehr noch: Der VfL hat im gesamten Jahr 1991 nicht ein einziges Punktspiel verloren. Nur ein einziges Mal hat sie dabei überhaupt einen Punkt (im März bei HT 16) abgegeben. Das ist für die Zukunft kaum noch steigerungsfähig. Zumal der Druck, den eine solche Erfolgsserie auslöst und der auf der Mannschaft lastet, von Spiel zu Spiel zunimmt.
Das mag auch die Ursache dafür gewesen sein, daß sich das Team gegen Eilbek phasenweise ein wenig schwer tat. Aber dafür gab es auch noch ein paar andere Erklärungen. Zunächst einmal gehört der TH Eilbek sicher zu den spielstärksten Konkurrenten in der zweiten Liga. Dazu gingen die Hamburgerinnen noch besonders motiviert in die 60 Minuten.
Im Vorfeld des Spieles, das wegen der Sperrung der Stormarnhalle ja hatte verlegt werden müssen, war es zwischen beiden Vereinen zu Unstimmigkeiten gekommen. Insbesondere zwischen den beiden Trainern. Claus Schilk, der Oldesloer Coach, fühlte sich dabei von seinem Hamburger Kollegen Joachim Restorff unsportlich behandelt und hatte seinem Unmut darüber im Programmheft deutlich Luft gemacht.
Das schürte natürlich das Feuer und schien die Aktionen der VfLerinnen ein wenig zu lähmen. Durch zwei Tore von Zsuzsa Nyari führten die Oldesloerinnen zwar nach fünf Minuten mit 2:0, aber so richtig absetzen konnte er sich lange Zeit nicht von seinem Gegner.
Das lag zum einem daran, daß der VfL oft Schwierigkeiten hat mit Gegnern, deren Außenspielerinnen konsequent einlaufen. Dazu war die Deckung der Eilbekerinnen robust und stabil – sie stand konsequent mit allen Spielerinnen am Kreis –, und dahinter standen abwechselnd mit Sabine Comes und Alexandra Hoffmann zwei Torhüterinnen, die über glänzende Reflexe verfügen. Die waren bei ein paar Tempogegenstößen ebenso auf der Hut wie bei Siebenmeterwürfen.
Von denen hielten sie in der ersten Halbzeit gleich drei (gegen Zsuzsa Nyari, Roswitha Bein und Britta Peterat). Dennoch führte der VfL bis zur Pause mit 9:5, weil auch seine Abwehr weit konzentrierter und geschlossener arbeitete als in den letzten Wochen und weil Jeanine Hildebrand ihren Torhüterkolleginnen nicht nachstand.
Aber gelaufen war auch mit dem Vier-Tore-Vorsprung zur Pause noch nicht alles. Die Eilbekerinnen, in deren Reihen die frühere VfLerin Martina Gliewe eine gute Rolle spielte, auch wenn sie gegen ihre ehemaligen Mannschaftskolleginnen ohne Tor blieb, gaben sich noch lange nicht auf.
Sie kamen mehrfach bis auf zwei Tore an die Stormarnerinnen heran und es gab dabei Situationen, in denen man als neutraler Beobachter durchaus den Eindruck haben konnte, die Partie könne noch kippen. Immer dann aber sprangen VfLerinnen mit Einzelleistungen in die Bresche.
Zunächst Melanie Bernecker, die mit Mut und Zielstrebigkeit die Siebenmetermisere überwand. Sie war mit Strafwürfen viermal erfolgreich, ehe sie in der 43. Minute mit ihrem fünften Versuch scheiterte und dann die Verantwortung an andere Schützen weitergab. Denen (Zsuzsa Nyari, Dörte Knickrehm und Britta Peterat) hatte sie mit ihrer Serie soviel Selbstvertrauen eingeflößt, daß nun auch sie mit Strafwürfen trafen.
Enorm wichtig waren auch die beiden Feldtore von Britta Peterat zum 12:9 (41.) und 14:11 in der 47. Minute. Die endgültige Entscheidung schließlich erzwang in ihrem nun definitiv letzten Spiel im VfL-Dress Dörte Knickrehm mit einem Doppelschlag in der 48. und 49. Minute zum 15:12 und 16:12. Sie löste damit großen Jubel, aber auch etwas Wehmut über ihren Abgang, beim wieder toll mitgehenden Publikum aus.
Davon konnten sich die Hamburgerinnen nicht mehr erholen, zumal sich nun zeigte, daß sie dem VfL konditionell nicht gewachsen waren. Der konnte seinen Vorsprung bis zum Schluß noch auf 22:14 ausbauen.
An den Treffern waren alle eingesetzten VfL-Feldspielerinnen beteiligt. Vorweg Melanie Bernecker mit 5 (davon 4 Siebenmeter) Toren gefolgt von Britta Peterat (4/1), Zsuzsa Nyari (4/2), Dörte Knickrehm (3/1), Ulrike Rühter, Roswitha Bein (je 2), Andrea Hasenberg und Babette Bischof.
Im Tor löste Annette Schümann Jeanine Hildebrand nach 40 Minuten ab. Sie wußte sich nach kurzer Anlaufzeit ebenfalls glänzend in Szene zu setzen. Dazu fanden Stefanie Bernecker und Nicole Röhrs keine Gelegenheit, denn sie wurden nicht eingesetzt. Auf Marion Werner hatte Claus Schilk wegen einer leichten Verletzung verzichtet.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.12.1991



