Berichte aus dem 2. Halbjahr in der Saison 19978989- 2. Bundesliga Nord der Frauen

Sonnabend, 9. Januar 1999

Zweite Handball-Bundesliga: VfL in Magdeburg

Schlechte Bilanz in Sachsen-Anhalt

(Manfred Thomsen). Keine guten Erinnerungen an den ersten Gegner im neuen Jahr haben die Zweitliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe. Bei der SG Niederndodeleben/Magdeburg, bei der sie am Sonntag um 16 Uhr antreten müssen, haben die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari in den vergangenen drei Jahren keinen Sieg erringen können. Ein Unentschieden bei zwei Niederlagen war die magere Ausbeute. Auch vor dem morgigen Gastspiel sind die Voraussetzungen für den VfL nach Ansicht ihrer ungarischen Trainerin nicht besonders günstig. Spielmacherin Roswitha Bein und Mannschaftsführerin Birgit Walter haben wegen Arbeits- und Prüfungs-Stress nicht am in dieser Woche wieder aufgenommenen Training teilnehmen können. Beide werden morgen in der Wartberg-Halle aber mit von der Partie sein.

Nicht mehr dabei ist dagegen die kroatische Nationalspielerin Erzika Bakai. Sie ist von ihrem Heimaturlaub nicht wieder nach Bad Oldesloe zurückgekehrt. Der Vertrag mit ihr ist, so Zsuzsa Nyari, aufgelöst worden. Diesen Schritt hatte die Ungarin vor der Weihnachtspause angekündigt. Über die näheren Umstände der Trennung aber mochte die VfL-Trainerin sich nicht äußern. Die Mannschaft tritt die Reise nach Sachsen-Anhalt am Sonntag um 10.30 Uhr an. Schlachtenbummler, die das Team begleiten wollen, sollten sich rechtzeitig an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.1.1999

 

Sonnabend, 9. Januar 1999

Finanzprobleme weiter ungelöst

Oldesloer Frauen warten noch immer auf ihr Geld

(sg). Neues Jahr, alte Sorgen. Eigentlich hatten die Verantwortlichen für den Bundesliga-Handball im VfL Oldesloe gehofft, daß die Finanzmisere zum Jahreswechsel weitgehend überwunden sei. Doch weit gefehlt. Als sich das Frauenteam am Montag zum ersten Training nach der Weihnachtspause traf, beklagten die Spielerinnen, die seit Oktober auf zugesagte Aufwandsentschädigungen und angefallene Fahrgelder warten, daß seitens der Marketing-Gesellschaft OSM noch keine Zahlungen erfolgt sind. Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beim HC Niederndodeleben/Magdeburg herrscht daher gereizte Spannung.

Vergeblich warteten die Spielerinnen bislang auf ein klärendes Wort von Manager Wilfried Koslowski, der öffentlich vor einigen Wochen zur Jahreswende eine Problemlösung in Aussicht gestellt hatte. Hinter vorgehaltener Hand wächst spürbar die Kritik am Manager, der sich rar gemacht hat. Beruflich ist Koslowski sehr viel unterwegs und für die Spielerinnen kaum noch zu erreichen. Auch die „Ahrensburger Zeitung“ versuchte vergeblich, eine Stellungnahme von ihm zu erhalten.

„Die Situation ist vertrackt. Zwar hatten wir im Januar regelmäßig gewisse Zahlungsprobleme, aber diesmal wird es extrem schwer, sie zu lösen“, mag der Bundesliga-Beauftragte und OSM-Hauptgesellschafter, Jürgen Dorn, noch keine Entwarnung geben. Die Hoffnungen des pensionierten Prokuristen ruhen vor allem darauf, daß die Sponsoren dem notleidenden Bundesliga-Handball unter die Arme greifen. Signale dafür gibt es aber kaum, für die Sponsorenbetreuung ist bisher in erster Linie der Manager zuständig.

Altschulden aus der Saison 1997/98 und Fehler beim Abschluß neuer Leasing-Verträge für die Fahrzeuge haben offensichtlich zu der Deckungslücke im Etat geführt. Angesichts dieser finanziell angespannten Situation erscheint es Spielerinnen und treuen VfL-Anhängern im nachhinein umso unverständlicher, warum mit Erzika Bakai unmittelbar vor Saisonbeginn noch eine teure Ausländerin verpflichtet wurde.

Von der ehemaligen kroatischen Nationalspielerin, die sportlich enttäuschte, hat sich der VfL Oldesloe inzwischen getrennt. Allerdings hat sie den Aufhebungsvertrag nicht unterschrieben, bevor sie zu Weihnachten in ihre Heimat gereist ist, möglicherweise droht noch ein Rechtsstreit. „Wir wissen nicht einmal, wo Erzika steckt“, sagte Trainern Zsuzsa Nyari.

Die Spielerinnen versuchen sich trotz der Misere auf Handball zu konzentrieren. „Auf ewig kann dieser Zustand aber nicht andauern“, mahnte Mannschaftsführerin Birgit Walter Zukunftsperspektiven an. Dafür hat Jürgen Dorn volles Verständnis. „Natürlich haben die Spielerinnen ein Recht darauf, daß die Zusagen eingehalten werden.“ Nur, wie sich das bewerkstelligen läßt, weiß im Moment offenbar niemand so recht. Eines scheint aber sicher: Sollte sich bis Ende Januar keine Lösung abzeichnen, dann droht dem Bundesliga-Handball das Aus. „Das Abmelden der Mannschaft wäre die letzte Konsequenz. Soweit wird es aber hoffentlich nicht kommen“, so Dorn.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 9.1.1999

 

Sonntag, 10. Januar 1999

SG Niederndodeleben – VfL Oldesloe 25:22 (11:13)

22:25-Niederlage im Auftaktspiel 1999 in Niederndodeleben

Fehlstart für das VfL-Team

(mth). Die Wartberg-Halle im Magdeburger Vorort Niederndodeleben bleibt für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe ein zu heißes Pflaster. Zum vierten Mal in Folge konnte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari dort keinen Sieg landen. Im ersten Spiel 1999 kassierte es gegen die SG Niederndodeleben/Magdeburg eine 22:25 (13:11)-Niederlage.

Vor 300 Zuschauern stand das Spiel bis zum 22:22 in der 57. Minute auf des Messers Schneitle. Eine dreiviertel Stunde lang hatten fast durchweg die Oldesloerinnen die Nase vom gehabt. Allerdings gelang es ihnen zu keinem Zeitpunkt, sich von den Anhaltinerinnen entscheidend abzusetzen.

6:4 (14.) und der Halbzeitstand (13:11) waren vor der Pause die einzigen Spielstände, bei denen der VfL einmal auf einen Zwei-Tore-Vorsprung davonziehen konnte. Als die Führung unmittelbar nach dem Seitenwechsel auf 14:11 und 15:12 (34.) anwuchs, stiegen die Hoffnungen auf einen Auswärtssieg. Aber der Gastgeber war sechs Minuten später wieder gleichauf (15:15), und das 17:16 (45. Minute war die letzte Führung für den VfL in der Partie.

Dann schienen den Stormarnerinnen, bei denen Torhüterin Petra Küsel, Kreisläuferin Eike Lange (2 Treffer) und Sandra Koslowski (3) den stärksten Eindruck hinterließen, die Felle davonzuschwimmen. Magdeburg zog auf 21:18 (51.) davon. Noch einmal raffte sich der VfL auf und glich in der 57. Minute zum 22:22 aus, hatte in der Schlußphase aber nichts mehr zuzusetzen.

Neben einem nach dem nur unzureichenden Training (Bein, Walter) verständlichen Kräfteverschleiß, machte Trainerin Zsuzsa Nyari dafür auch eine „unterdurchschnittliche Schiedsrichterleistung“ verantwortlich. „Verdient war der Sieg der Magdeburgerinnen dennoch“, wollte sie aber deshalb nicht nach einer billigen Entschuldigung suchen.

Die weiteren Tore für den VfL Oldesloe teilten sich Roswitha Bein (5/3), Jeanette Marquardt (5/1). Dana Kretschmann (4), Birgit Walter, Martina Kattner und Stephanie Struppek (je 1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.1.1999

 

Sonnabend, 16. Januar 1999

Nord Harrislee heute in der Stormarnhalle

Landesderby hat an Reiz verloren

(mth). Noch vor zwei, drei Jahren gehörten Begegnungen in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen zwischen dem VfL Oldesloe und dem TSV Nord Harrislee zu den absoluten Schlagerspielen der Klasse. Da ging es nicht selten um Meistertitel oder Aufstieg in die erste Liga. Auf die Begegnung heute um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle will so keines der Prädikate aus der Vergangenheit mehr passen.

Beide Mannschaften sind zwar wieder die bestplazierten schleswig-holsteinischen Teams in der Liga, aber mit Meisterschaft und Aufstieg haben sie in dieser Saison nichts am Hut. Eine interessante Partie könnte es dennoch gaben, denn zwischen beiden Clubs gibt es eine über Jahre gewachsene besondere Rivalität. Dabei hat der Heimvorteil für beide Teams fast durchweg gegriffen, VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari hofft, daß sich das auch heute nicht ändert.

Sie hat allerdings in der Woche nur einmal mit ihren Schützlingen trainieren können. Am Dienstag fiel das Training aus. weil die auswärtigen Spielerinnen den Weg nach Oldesloe wegen des winterlichen Wetters scheuten.

Auf zwei Trainingsabende pro Woche hat die Mannschaft ihr Pensum ohnehin reduziert. Grund: Entgegen der vollmundigen Erklärung von Manager Wilfried Koslowski vor dem letzten Heimspiel vor der Weihnachtspause ist eine Besserung der Finanzlage des Stormarner Zweitligisten noch nicht in Sicht.

Das bedeutet: Die Spielerinnen haben ihre Aufwandsentschädigung, die seit Oktober aussteht, noch immer nicht ausgezahlt bekommen. Neue Gelder von alten und neuen Sponsoren zu bekommen, müht sich nun eine fünfköpfige Gruppe (Jens Willhöft, Knut Kupper, Jork Reppin, Peter Stäcker, Silke Schwöbken), die den Manager, der kaum noch Zeit für den VfL erübrigen kann, unterstützen soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.1.1999

 

Sonnabend, 16. Januar 1999

VfL Oldesloe – TSV Nord Harrislee 25:18 (14:8)

„Der Wille versetzt Berge“

VfL Oldesloe bleibt landesbestes Frauenteam

(Sönke Schulenburg). Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe bleiben die Nummer eins in Schleswig-Holstein. Zum Abschluß der Hinrunde in der zweiten Bundesliga Nord gewann das VfL-Team von Trainerin Zsuzsa Nyari das Landesderby gegen den TSV Nord Harrislee mit 25:18 (14:8) und behauptete sich auf dem vierten Tabellenplatz.

Rund 300 Zuschauer in der Stormarnhalle sahen eine großartige Energieleistung der Gastgeberinnen, allerdings auch einen kämpferisch enttäuschenden TSV Nord Harrislee. Weder Finanzmisere noch Verletzungspech schien den Oldesloerinnen etwas anhaben zu können. Mit nur sechs Feldspielerinnen, also ohne die Chance zum Auswechseln, dominierte das Rumpf-Team des VfL die Partie souverän. Grund für die zahlenmäßige Unterlegenheit war eine Grippe von Sandra Koslowski (saß mit Fieber auf der Bank) und eine Verletzung von Stephanie Struppek, die sich schon nach fünf Minuten das Knie verdrehte.

Doch die Personalnöte schweißten das VfL-Team zusammen. Herausragend: Mannschaftsführerin Birgit Walter, die sich mit acht sehenswerten Toren als ungewöhnlich treffsicher erwies. Und hätte sie nicht noch Pech bei zwei Lattenwürfen gehabt, hätte ihre persönliche Erfolgsquote sagenhafte 100 Prozent betragen. Selbst VfL-Trainerin Nyari staunte über Walters Variationsreichtum: „Ich wußte nicht, in welche Ecke sie wirft.“ In bester Torlaune präsentierte sich auch Jeanette Marquardt, die es ebenfalls auf acht Treffer brachte.

Gäste-Trainer Peter-Heinrich „Heie“ Jacobsen zeigte sich von der leidenschaftslosen Vorstellung seiner Mannschaft, besonders der Routiniers Petra Schulz und Brit Nielsen, schwer enttäuscht. Der „Dinosaurier“ unter den Frauentrainern Schleswig-Holsteins, seit 29 Jahren im Amt, strich verärgert das gemeinsame Essen im Anschluß an eine Auswärtspartie, sonst ein Ritual beim TSV Nord Harrislee. Jacobsen sah in seinen beiden Torhüterinnen Uta Petersen und Eileen Japsen eine „Achillesferse“. „Da haben sie stundenlang per Video die Wurfbilder der Oldesloerinnen studiert, und stehen doch in der falschen Ecke.“

Was Jacobsen, der nach zweimaligem Bundesliga-Aufstieg (1991 und 1994) vor drei Jahren einen erfolgreichen Neuaufbau mit jungen Talenten gestartet hat, innerlich besonders aufgebracht hat, war die unbestrittene Überlegenheit des VfL Oldesloe in kämpferischer Hinsicht. Nach Jacobsens Philosophie hätte sich sein Team eigentlich dieses Prädikat verdienen müssen, denn beim TSV Nord Harrislee gibt es mangels Sponsoren nur geringfügige finanzielle Unterstützung, Eigenmotivation heißt das Zauberwort. Doch ausgerechnet die „Besserverdiener“ vom VfL Oldesloe, die seit Monaten auf vertraglich zugesicherte Aufwandentschädigungen warten, erteilten dem Rivalen von der dänischen Grenze eine Lehrstunde in Sachen Engagement. „Der Wille versetzt Berge, das hat der VfL Oldesloe heute bewiesen. Meine Mannschaft hat das Spiel offenbar schon vorher als Sieg abgehakt, anders kann ich mir diese Vorstellung nicht erklären“, so Jacobsen, sonst nie um Erklärungen verlegen.

Seine Kollegin Zsuzsa Nyari hörte den weitschweifigen Analysen still schmunzelnd zu. „Es stimmt, wir haben mit viel Herz gespielt“, sagte sie zufrieden. Das ist auch dem VfL-Vorsitzenden Jan Rambke nicht entgangen. Der Vorsitzende des rund 3500 Mitglieder zählenden Gesamtvereins weilte unter den Zuschauern, nahm nach dem Sieg an einem Krisengespräch mit Spielerinnen und dem neuen Manager-Quintett in der Kabine teil, um sich persönlich ein Bild vom Ausmaß der Finanzmisere zu machen. „Ich bin froh, daß unser Bundesliga-Handball organisatorisch auf eine breitere Basis gestellt wurde“, begrüße Rambke das Engagement von Silke Schwöbken, Knut Kupper, Jork Reppin, Jens Willhöft und Peter Stäcker.

Über die Höhe der Deckungslücke im Etat wird öffentlich weiter Stillschweigen bewahrt. Doch am Mittwoch sind die Bundesliga-Verantwortlichen Jürgen Dorn, Holger Orlowski sowie Manager Wilfried Koslowski beim Gesamtvorstand zu Gast, um über die konkreten Probleme zu berichten. Hintergrund: Der Gesamtverein bürgt mit 40.000 Mark für den Bundesliga-Spielbetrieb. Im Falle einer Abmeldung des Teams würde der Deutsche Handballbund (DHB) dem VfL Oldesloe diese Summe abfordern.

Daß dieser Fall nicht eintritt, da sind alle Beteiligten guten Mutes. Es gebe erste, positive Signale von den Sponsoren, verlautete aus dem neuen Managerkreis. Der in die Kritik geratene Manager Wilfried Koslowski sieht nach eigenen Angaben keine Probleme, seine Aufgaben künftig aufzuteilen. Er stellte zwei neue Sponsoren in Aussicht. Koslowski, sichtlich angespannt, sparte nicht mit Selbstkritik. „Sportlich sind wir Zweitliga-tauglich, organisatorisch waren wir es zuletzt nicht.“

Die weiteren Oldesloer Treffer gegen den TSV Nord Harrislee erzielten: Dana Kretschmann (4), Roswitha Bein (3/davon ein Siebenmeter) und Eike Lange (2).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 18.1.1999

 

Sonnabend, 23. Januar 1999

Zum Rückrundenauftakt erwartet der VfL Oldesloe die TSG Wismar

Vereinsdarlehen beendet Finanzkrise

(sg). Frohe Kunde für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe: Vor dem heutigen Heimspiel gegen die TSG Wismar (19.30 Stormarnhalle) ist eine kurzfristige Lösung der Finanzprobleme in Sicht. Mit einem zinslosen Darlehen hilft der Gesamtvorstand des VfL Oldesloe dem in Nöte geratenen Zweitliga-Handball aus der Patsche. In Kürze dürften nun die seit Oktober ausstehenden Aufwandsentschädigungen und Fahrgelder auf den Konten der Spielerinnen eingehen.

Dieses Ergebnis erbrachte eine Vorstandssitzung, bei der die Bundesliga-Beauftragten Jürgen Dorn und Holger Orlowski sowie VfL-Manager Wilfried Koslowski das oberste Vereinsgremium über die aktuellen Probleme informierten. „Wir haben uns ein genaues Bild machen können. Die Situation ist ernst, aber nicht dramatisch, die Schwierigkeiten sind lösbar“, sagte der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, der die Höhe des Darlehens allerdings nicht preisgeben wollte.

Auch über die Höhe der Deckungslücke im Saisonetat haben die VfL-Verantwortlichen weiterhin Stillschweigen vereinbart. Sicher ist nur, daß sie im fünfstelligen Bereich liegen dürfte. Mit Hilfe von Gönnern und Sponsoren soll der Etat schon demnächst nachträglich aufgestockt und das Darlehen zurückgezahlt werden. Ein Fünfer-Gremium, das sich neuerdings zusammen mit Manager Koslowski um die Sponsorenbetreuung kümmert, hat bereits vielversprechende Vorgespräche geführt. In der kommenden Woche steht nun ein Sponsorentreffen in größerer Runde auf dem Programm.

Angesichts dieser intensiven Bemühungen geht der VfL-Vorsitzende Rambke davon aus, daß die finanziellen Schwierigkeiten schon bald der Vergangenheit angehören werden. „Wir wollen auch in Zukunft erstklassigen Zweitliga-Handball, er hat seinen festen Platz in Bad Oldesloe“, sagte Rambke. Seit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga vor acht Jahren unterstützt der VfL-Vorstand die Handballerinnen kontinuierlich. So steht der Gesamtverein auch in dieser Serie wieder mit der vom Deutschen Handballbund (DHB) geforderten Bürgschaft in Höhe von 25.000 Mark dafür gerade, daß die Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt. Ein vorzeitiger Rückzug hätte den Verlust der Bürgschaft zur Folge.

Während sich für die wirtschaftlichen Probleme Lösungen abzeichnen, stehen die Zweitliga-Handballerinnen heute abend im ersten Rückrundenspiel sportlich auf dem Prüfstand. Der Tabellendritte TSG Wismar hatte das Hinspiel knapp und ein wenig glücklich mit 25:24 für sich entschieden. Der VfL Oldesloe hat seinen Fehlstart (0:6 Punkte) aber inzwischen vergessen gemacht und sich auf den vierten Rang vorgekämpft. Ein möglicher Vorteil für die Stormarnerinnen: TSG-Rückraumspielerin Antonina Lissewitsch, die vor ihrer Hochzeit unter ihrem Mädchennamen Tschibangu eine der erfolgreichsten Torjägerinnen der zweiten Bundesliga war, legt derzeit eine Schwangerschaftspause ein und steht ihrem Team nicht mehr zur Verfügung. Beim VfL Oldesloe hofft Trainerin Zsuzsa Nyari darauf, daß Sandra Koslowski ihre Grippe auskuriert und Stephanie Struppek ihre Knieverletzung überwunden hat.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 23.1.1999

 

Sonnabend, 23. Januar 1999

VfL Oldesloe – TSG Wismar 19:26 (9:11)

19:26-Niederlage des VfL Oldesloe gegen Wismar

Der erwartete Einbruch

(Sönke Schulenburg). Zum Auftakt der Rückrunde rächten sich für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe die „Sünden“ der Vergangenheit. Im Zweitliga-Duell mit dem Tabellendritten TSG Wismar hatten die Gastgeberinnen vor rund 300 Zuschauern nichts zu bestellen. Am Ende schmeichelte den deprimierten Oldesloerinnen sogar noch die 19:26 (9:11)-Niederlage.

Körperlich, vor allem aber nervlich waren die Stormarnerinnen nach gut 40 Minuten restlos am Ende (11:19-Rückstand in der 42. Minute). Schon häufiger hatte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari auf die unzureichende Trainingsbeteiligung ihres gerade zehn Spielerinnen umfassenden Kaders hingewiesen. Erkrankungen, Verletzungen, Examensstreß (Roswitha Bein, Birgit Walter), und nicht zuletzt die jüngst beigelegte Finanzkrise, hatten seit Wochen für eine Reduzierung des Übungsprogramms gesorgt.

Bislang hatten die Oldesloerinnen körperliche und spielerische Defizite stets mit bravourösem Kampfgeist kaschiert. Aber ein- bis zweimaliges Training, das zeigte sich gegen einen Spitzenklub wie die TSG Wismar, reicht offenbar nicht, um konditionelle Probleme ständig zu übertünchen.

Da zudem Sandra Koslowski (fiebrige Grippe) erneut nicht zur Verfügung stand, konnte VfL-Trainerin Nyari nur sieben Feldspielerinnen aufbieten. Und die wurden von Wismars guten Torhüterin Marina Bratenkowa fast systematisch zur Verzweiflung getrieben.

Die 1,86 Meter große Weißrussin vollbrachte zwischen den Pfosten Grandioses. Sie parierte an die 30 Bälle, leitete mit traumhaft präzisen Pässen erfolgreich Gegenstöße ein und glänzte zudem noch als zweifache Torschützin, aus der Distanz von 40 Metern.

Sowohl Petra Küsel als auch Silke Dumjahn hatten das Nachsehen, die VfL-Keeperinnen, die zu allem Überfluß beide keinen guten Tag erwischten, standen zu weit vor dem eigenen Tor. „Das ist immer ein Vabanque-Spiel. Gegenstöße lassen sich so gut unterbinden“, sagte Petra Küsel, „aber wenn die gegnerische Torfrau so zielen kann, sieht man natürlich alt aus.“

Einseitige Schuldzuweisungen in Richtung Oldesloer Torhüterinnen verbaten sich jedoch: Die stets anfällige VfL-Deckung trug einen gehörigen Teil zum Erfolg der Gäste bei, der unerwartet deutlich ausfiel, denn auch die TSG Wismar trat mit Personalsorgen an: Neben Torjägerin Antonina Lissewitsch (Schwangerschaftspause) fehlte die angestammte Spielmacherinnen Leila Fust (Blinddarm-Operation) sowie deren verletzte Vertretern Mirka Obst.

Doch mit der ausgezeichneten Torfrau und der lautstarken Unterstützung von rund 50 Fans im Rücken drohte sich das Rumpfteam aus der Hansestadt in einen wahren Spielrausch zu spielen, zwischenzeitlich führte die TSG Wismar schon 24:13 (52. Minute). Katerstimmung herrschte dagegen im VfL-Angriff. Verzweifelt trommelten Roswitha Bein, Jeanette Marquardt und Martina Kattner mit den Fäusten auf den Hallenboden, weil sie wiederholt an TSG-Keeperin Bratenkowa scheiterten. „Wir hatten genug Chancen, um das Spiel spannend zu gestalten“, monierte VfL-Trainerin Nyari die mangelhafte Trefferquote. Doch sie übte auch Selbstkritik: „Ich hätte unsere Abwehr eher umstellen müssen.“

Immerhin: Für Stephanie Struppek, die dank intensiver medizinischer Betreuung von Physiotherapeut Malte Gericke binnen nur einer Woche ihre Knieverletzung auskuriert hatte, war es kein völlig verlorener Abend. Der Nachwuchsspielerin (zwei Tore) gelang das Kunststück, Wismars Keeperin mit einem Heber zu überwinden, und das gelang sonst niemand.

Die Treffer für den VfL Oldesloe erzielten: Jeanette Marquardt (6/3), Birgit Walter (5), Martina Kattner (3), Stephanie Struppek, Dana Kretschmann (je 2), Roswitha Bein (1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 25.1.1999

 

Sonnabend, 30. Januar 1999

In Rostock gab es bisher wenig zu holen

(sg). Eigentlich könnten sich die Handball-Frauen des VfL Oldesloe die heutige Fahrt nach Rostock fast ersparen. Gewonnen haben sie beim derzeitigen Tabellenzweiten HC Empor in der zweiten Bundesliga noch nie. Nur ein einziges Mal, 1991, triumphierte der VfL Oldesloe in der Hansestadt (allerdings in anderer Halle) und besiegelte damals den Bundesliga-Abstieg des Rostocker Traditionsvereins. Vielleicht ist das der tiefere Grund, warum der HCE gegen Bad Oldesloe stets hochmotiviert zur Sache geht. Denn vergessen ist dieser Abstieg nicht: Trainerin ist heute wie damals Ute Lemmel. Und mit Beate Liermann (31) und Petra Weidemann (34) haben auch die beiden HCE-Spielmacherinnen diese Schlappe miterlebt. Die Siegchancen dürften auch heute (16 Uhr) nicht sonderlich günstig sein. Zum einen muß VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari weiter mit nur sieben Feldspielerinnen auskommen, zum anderen patzte Rostock in der Vorwoche bei Schlußlicht Kiel (21:21) und will diese Scharte auswetzen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 30.1.1999

 

Sonnabend, 30. Januar 1999

HC Empor Rostock – VfL Oldesloe 27:20 (14:11)

Der viel zu kleine Kader ist das größte Handikap

(sg). Im Osten nichts Neues. Wieder einmal gab es für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in den neuen Bundeländern nichts zu holen: Mit 20:27 (11:14) unterlagen die Stormarnerinnen beim Zweitliga-Konkurrenten HC Empor Rostock. Doch im Gegensatz zur 19:26-Heimpleite gegen die TSG Wismar konnten die Oldesloerinnen diesmal mit ihrer Vorstellung in der zur Sportstätte umfunktionierten, ehemaligen Fischauktionshalle in Rostock-Marienehe recht zufrieden sein.

Im ausgeglichenen ersten Durchgang führten die Gäste aus dem Kreis Stormarn sogar mit 8:7, bis zur 45. Minute (14:16) hielten der VfL Oldesloe wacker und aussichtsreich mit. Doch dann sollte sich der kleine VfL-Kader von nur sieben Feldspielerinnen als größtes Handikap in einer kräftezehrenden und kampfbetonten Partie erwiesen.

Schon vor der Halbzeitpause war Stephanie Struppek unglücklich auf die Wurfhand gestürzt, damit war an ein Weitermachen der einzigen Auswechselspielerin überhaupt nicht mehr zu denken. Als dann auch noch die treffsichere Dana Kretschmann (5 Tore/davon ein Siebenmeter) unglücklich mit dem Fuß umknickte, mußte Torfrau Petra „Piet“ Küsel für einige Minuten als Linksaußen agieren. Wohlweislich trägt sie seit geraumer Zeit die nachträglich aufgeklebte Ziffer zwölf auf ihrem Torwarttrikot, so fungiert sie offiziell als Feldspielerin.

„Der Kräfteverschleiß und die vielen Zeitstrafen waren unsere größten Probleme“, sagte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari, die mit dem Einsatzwillen und dem spielerischen Geschick ihres Teams aber zufrieden war. Acht Zwei-Minuten-Strafen kassierten die Stormarner Gäste insgesamt in Rostock, zuviel für den Oldesloer Geschmack, zumal die Hansestädterinnen in ihrer aggressiven Abwehr nicht mit Härten sparten.

Hart werden könnte für den VfL Oldesloe die Fortsetzung der Rückrunde. Sollten sich die Verletzungen von Dana Kretschmann und Stephanie Struppek als schwerwiegend erweisen, bleibt Trainerin Nyari wohl keine Wahl, als bei der zweiten Mannschaft um „Aushilfen“ zu bitten. Allerdings, das zweite Team des VfL Oldesloe spielt in der Kreisliga.

Die Treffer für den VfL Oldesloe in Rostock erzielten: Jeanette Marquardt (5), Dana Kretschmann (5/ein Siebenmeter), Roswitha Bein (4/1), Eike Lange (3), Birgit Walter (2) und Martina Kattner (1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 1.2.1999

 

Sonnabend, 6. Februar 1999

Personalnöte ohne Ende

Und der stille Abschied des VfL-Managers

(Sönke Schulenburg). Im Hinspiel wurden die Handball-Frauen des VfL Oldesloe vom Zweitliga-Aufsteiger Wambeler SV auf dem „falschen Fuß“ erwischt. Mit 24:23 feierte der Neuling in Dortmund einen überraschenden Heimerfolg. Danach glückte den Nordrhein-Westfalen – inzwischen Drittletzter der Tabelle – nur noch ein einziger Sieg gegen Marne. Ob es dem VfL Oldesloe gelingt, heute gegen Wambeler SV erfolgreich Revanche zu nehmen (19.30 Uhr, Stormarnhalle), darf jedoch bezweifelt werden.

Denn die Personalsituation ist so angespannt, daß Trainerin Zsuzsa Nyari schon eine Spielverlegung ins Auge gefaßt hatte. Doch das Reglement des Deutschen Handballbundes (DHB) läßt kurzfristige Absagen aus Verletzungs- und Krankheitsgründen kaum zu. „Dafür hätten wir uns beim Mannschaftsessen wohl schon eine gemeinschaftliche Lebensmittelvergiftung einhandeln müssen“, hat die Trainerin diese Idee wieder verworfen.

So bleibt ihr nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, daß sich die eine oder andere Spielerin doch noch gesund meldet. Geregelter Trainingsbetrieb war kaum möglich, denn am Dienstag fehlten gleich fünf von acht Feldspielerinnen: Sandra Koslowski, Jeanette Marquardt (beide fiebrige Grippe), Stephanie Struppek (Handverletzung), Dana Kretschmann (Fuß umgeknickt) und Birgit Walter (Examen). Der kleine Kader, so scheint es, könnte nach der ansatzweise überwundenen Finanzkrise nun das nächste große Problem für den VfL Oldesloe werden. Vorsichtshalber hat Zsuzsa Nyari schon bei der zweiten Mannschaft (Kreisliga) wegen Verstärkungen angefragt. Möglich, daß die ehemalige VfL-Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg am Sonnabend ihr Zweitliga-Comeback feiert. „So schlimm war die Personalnot noch nie“, sagt Jens Willhöft.

Der ehemalige Torwarttrainer der Frauen (heute bei den Bezirksliga-Männern aktiv) gehört als steilvertretender Spartenchef zum neuen Fünfer-Gremium, das sich hinter den Kulissen mit den Bundesliga-Beauftragten Jürgen Dorn und Holger Orlowski um Sponsorenbetreuung, Haushaltsplanung und Zukunftsperspektiven für den Zweitliga-Spielbetrieb kümmert.

Willhöft wird am Sonnabend nach dem Spiel zum zweitenmal die Pressekonferenz leiten. Diese Aufgabe hat er vom bisherigen Manager Wilfried Koslowski übernommen, dessen Zeit beim VfL Oldesloe nach drei Jahren abgelaufen zu sein scheint. Von einem Rauswurf mag beim VfL Oldesloe offiziell zwar niemand reden, aber Koslowski – so heißt es diplomatisch – lasse seine Aufgaben vorerst ruhen, weil er beruflich und privat stark eingespannt sei. Ein schleichender Abschied?

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 6.2.1999

 

Sonnabend, 6. Februar 1999

VfL Oldesloe – HSG Wambel-Körne 21:19 (12:9)

Nur 200 Fans in der Stormarnhalle

Konkurrenz durch „König Fußball“

VfL Oldesloe besiegt Wambeler SV

Comeback von Andrea Lüneburg

(Sönke Schulenburg). Die Fußball-Nationalmannschaft machte den Handball-Frauen des VfL Oldesloe ganz offensichtlich Konkurrenz. Nur gut 200 Anhänger fanden sich in der Stormarnhalle ein, um das hart erkämpfte 21:19 (12:9) gegen den Wambeler SV zu verfolgen. Die Oldesloer Fans sahen kein schönes, aber zumindest ein spannendes und erfolgreiches Zweitliga-Duell. Selbst der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, eigentlich eher dem Fußball zugeneigt, hatte den richtigen „Riecher“ bewiesen und unterstützte lieber live das heimische Handball-Team statt sich zeitgleich vor dem Fernsehschirm über die DFB-Kicker bei der 0:3-Schlappe gegen die USA zu ärgern.

Dabei gab es durchaus Parallelen zwischen Erich Ribbecks Mannen und Zsuzsa Nyaris Frauen: In beiden Teams sollte ein 37jähriger Routinier die Abwehr organisieren. Doch was Lothar Matthäus mit dem Bundesadler auf der Brust mißlang, machte Andrea Lüneburg (ehemals Hasenberg) deutlich besser. Die einstige Kreisläuferin, die vor fast sechs Jahren (am 1. Mai 1993) ihr letztes Zweitligaspiel im Oldesloer Dreß bestritten hatte, wußte bei ihrem – unfreiwilligen, weil aus der Personalnot geborenen – Comeback als Abwehrchefin auf Anhieb zu überzeugen. Und das, obwohl sie sich fünf Spielklassen tiefer in der Kreisliga-Mannschaft des VfL Oldesloe II mit nur geringem Trainingsaufwand fit hält.

„Ich bin froh, daß Andrea heute eingesprungen ist. Sie hat ihre Sache gut gemacht“, lobte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari ihre „Aushilfe“, die im zweiten Durchgang nur in der Deckung zum Einsatz kam. Während Nyari mit der Defensivleistung ihrer Mannschaft noch halbwegs zufrieden war, bereitete ihr das Angriffsverhalten fast schon körperliche Beschwerden. Das Verhältnis von 35 Fehlversuchen gegenüber nur 21 erzielten Treffern gegen den Drittletzten aus Dortmund spiegelte eine für Zweitliga-Verhältnisse fast schon katastrophale Wurfausbeute wider.

Vor allem der angeschlagenen Dana Kretschmann (elf Fehlwürfe/vier Tore) und der grippekranken Jeanette Marquardt (zehn Fehlversuche/fünf Tore) war das fehlende Training anzumerken. Sandra Koslowski (Viruserkrankung) war gegen den Wambeler SV gar nicht erst aufgelaufen, und Stephanie Struppek (drei Fehlwürfe/ein Treffer) nahm erstmals nach ihrer schweren Handprellung den Ball in die Hand.

Für VfL-Trainerin Nyari ist das Thema „Übungsabende“ inzwischen fast schon zum Glücksspiel nach dem Motto „wer kommt denn heute?“ geworden. Erst hatten die Spielerinnen wegen Examensvorbereitungen und der Finanzkrise den Aufwand von drei auf zwei wöchentliche Einheiten reduziert, jetzt dezimieren permanent Verletzungen und Krankheiten den ohnehin sehr kleinen Kader.

„Ohne Training geht es nicht“, sagte Zsuzsa Nyari und war am Ende heilfroh, daß es gegen den Wambeler SV zu einem doppelten Punktgewinn und einer gelungenen Revanche für die 23:24-Hinspielpleite reichte.

Ausschlaggebend für den VfL-Erfolg – und hier unterscheiden sich die Handballerinnen von den Nationalkickern – waren vor allem Kampfgeist und die größere Cleverneß. Mit vier Treffern in vier Minuten wendeten die Stormarnerinnen die Partie Mitte der zweiten Halbzeit entscheidend zu ihren Gunsten und machten aus einem 15:17-Rückstand eine 19:17-Führung (48. Minute).

Die Tore: Roswitha Bein (6/davon drei Siebenmeter), Jeanette Marquardt (5), Dana Kretschmann (4), Martina Kattner, Eike Lange (je 2), Birgit Walter, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.2.1999

 

Sonnabend, 13. Februar 1999

VfL Oldesloe tritt heute im Landesderby bei der HSG Holstein Kiel/Kronshagen an

Entspannung in der Personalmisere

(sg). Das ursprünglich für Donnerstag geplante Freundschaftsspiel gegen die HT 16 Hamburg haben die Handball-Frauen des VfL Oldesloe vorsichtshalber abgesagt. „Mit so wenig Spielerinnen macht das keinen Sinn. Sollte sich wieder jemand verletzen, mache ich mir hinterher Vorwürfe“, begründete VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari ihren Entschluß.

Vor dem heutigen Auswärtsspiel der Oldesloerinnen beim Schlußlicht HSG Holstein Kiel/Kronshagen (17.45 Uhr) zeichnet sich aber eine Entspannung der Personalmisere ab. Sandra Koslowski konnte am Donnerstag nach überstandener, dreiwöchiger Viruserkrankung erstmals wieder mittrainieren. Auch Stephanie Struppek (schwere Handprellung) ist inzwischen wieder fast beschwerdefrei und wird mitwirken können. Nur Dana Kretschmann (umgeknickter Knöchel) mußte sich bei den Übungsabenden noch ein wenig schonen.

Keine Schonung erwartet der VfL Oldesloe heute im Landesderby. Obwohl die Stormarnerinnen (Platz sechs) nominell als Favorit anreisen, hält sich der Optimismus bei Trainerin Nyari in engen Grenzen. Zum einen überraschte das bisher weitgehend enttäuschende Schlußlicht aus Kiel vor zwei Wochen mit einem 21:21-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten HC Empor Rostock. Zum anderen, und daran erinnert sich Trainerin Nyari aus ihrer aktiven Zeit nur zu gut, gab es gegen Holstein Kiel in früheren Jahren einige Niederlagen, selbst als der VfL Oldesloe um den Titel mitspielte. „Das waren meistens sehr kampfbetonte Partien“, so Nyari.

Hinter den Kulissen des VfL Oldesloe geht derweilen der Kampf gegen die Finanzkrise weiter. Das zinslose Darlehen des Gesamtvereins hat die ärgsten Liquiditätsprobleme behoben, die Spielerinnen haben ausstehende Fahrgelder und Aufwandsentschädigungen erhalten. Für die Zukunft bastelt das neue Fünfergremium nun an einem tragfähigen Konzept.

Die Problematik dabei: Zum einen müssen noch Altschulden beglichen werden, zum anderen muß ein zweitligatauglicher Etat für die Saison 1999/2000 aufgestellt werden. Ob sich in nennenswertem Umfang neue Sponsoren finden, ist ebenfalls zweifelhaft. Daher ist anzunehmen, daß finanzielle Anreize wie Fahrgelder und Aufwandsentschädigungen schrumpfen werden.

Bis zu welcher „Schmerzgrenze“ die Spielerinnen den sich abzeichnenden Sparkurs mittragen werden, ist noch offen. Immerhin: Positive Signale gibt es von den bisherigen Hauptsponsoren. So überreichte das Einzelhandels-Unternehmen Plaza einen Scheck über 1000 Mark. Das Geld war bei einer Tombola zugunsten des Zweitliga-Handballs in der Oldesloer Filiale zusammengekommen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 13.2.1999

 

Sonnabend, 13. Februar 1999

HSG Holstein Kiel/Kronshagen – VfL Oldesloe 19:20 (10:10)

Eike Lange: Siegtor zehn Sekunden vor dem Abpfiff

(ka). Das schleswig-holsteinische Landesderby zwischen den Handball-Frauen der HSG Holstein Kiel/Kronshagen und dem VfL Oldesloe entwickelte sich wie in all den Jahren zuvor zu einem besonders kampfbetonten Spiel. Der Gastgeber und Tabellenletzte aus Kiel kämpfte ums Überleben in der zweiten Bundesliga, und das bekamen die Oldesloerinnen deutlich zu spüren. Und fast wäre den Kielerinnen ein Punktgewinn gelungen, wenn nicht zehn Sekunden vor dem Abpfiff die aufmerksame VfL-Abwehr einen Angriff abgefangen und Eike Lange den Tempogegenstoß zum entscheidenden 20:19 (10:10)-Erfolg verwandelt hätte.

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe und ihre 50 mitgereisten Fans, die für eine Heimspielatmosphäre sorgten, lagen sich nach diesem knappen Sieg jubelnd und glücklich in den Armen, während die Spielgemeinschaft aus Kiel am Boden zerstört war. „Es war das erwartet schwere Spiel“, sagte denn auch Trainerin Zsuzsa Nyari, die mit der Leistung ihres Teams keineswegs zufrieden war. Lediglich den Kampfgeist ihrer Spielerinnen, die gute Arbeit im Deckungsverband und die Tatsache, beide Punkte errungen zu haben, hob sie positiv hervor. Kritisch merkte Zsuzsa Nyari das schwache Wurfverhalten an. Die VfL-Trainerin begründete dies mit Defiziten in der Trainingsarbeit. Krankheiten, Verletzungen, berufliche Verpflichtungen und nicht zuletzt die Finanzkrise des VfL ließen in den vergangenen Wochen kein geregeltes Training zu. „Da müssen wir in den nächsten Wochen noch einiges nachholen“, sagte die Trainerin.

Die Personalsituation beim VfL Oldesloe hatte sich entspannt, doch unmittelbar vor der Begegnung mußte Birgit Walter (40 Grad Fieber) passen. Dafür kam Sandra Koslowski wieder zum Einsatz, hatte eine optimale Wurfausbeute: zwei Chancen, zwei Tore. Am treffsichersten erwies sich Jeanette Marquardt mit neun Treffern.

Mehr Treffsicherheit erhofft sich Trainerin Nyari auch in der kommenden Woche, wenn es im DHB-Pokalwettbewerb der vierten Runde gegen den Tabellenführer der zweiten Liga Süd, die HSG Albstadt, geht (19.30 Uhr, Stormarnhalle). Weiterkommen möchte der VfL schon, zumal in der nächsten Runde die Erstligaklubs dazukommen.

Die Tore: Jeanette Marquardt (9), Eike Lange (3)‚ Dana Kretschmaim, Roswitha Bein, Sandra Koslowski (je 2), Martina Kattner, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 15.2.1999

 

Sonnabend, 20. Februar 1999

Pokal: Kann der VfL Oldesloe wieder Geschichte schreiben?

(ka). Wenn die Handball-Frauen des VfL Oldesloe heute abend in der vierten Runde des deutschen Pokalwettbewerbs die HSG Albstadt besiegen sollten, werden sie wieder ein Stückchen Vereinsgeschichte geschrieben haben. Die fünfte Pokalrunde nämlich hat noch nie ein Team aus dem Kreis Stormarn erreicht. Allerdings spricht das kleine Wörtchen „wenn“ dagegen. Denn mit der HSG Albstadt kommt eine ambitionierte Mannschaft in die Oldesloer Stormarnhalle (Anwurf um 19.30 Uhr), die als Tabellenzweiter zu den stärksten in der zweiten Liga Süd zählt und den Erstligaaufstieg anstrebt. Bei der Videoanalyse hat Trainerin Zsuzsa Nyari vor allem Stärken auf der linken Angriffsseite ausgemacht. Dennoch, Ziel der Oldesloerinnen ist, die Vereinschronik des VfL ein wenig lebhafter zu gestalten. Und vielleicht wartet in der nächsten Runde ja auch ein attraktiver Pokalgegner aus der ersten Bundesliga? Den zusätzlichen Geldsegen jedenfalls könnten die Stormarnerinnen nach ihrer Finanzkrise gut gebrauchen. Personell sieht es beim VfL Oldesloe wieder besser aus. Bis auf Birgit Walter (nach wie vor Fieber) kann die Trainerin auf alle Akteurinnen zurückgreifen. Und auch die Trainerin selbst ist wieder fit. Erst am Mittwoch wurde Zsuzsa Nyari in Ahrensburg am Meniskus operiert, verfolgte den Eingriff per Video. Die Operation war allerdings kein Grund, auf das Training zu verzichten. Einen Tag vorher und auch am Donnerstag stand sie wieder in der Halle und bereitete ihr Team auf die heutige, schwere Pokalaufgabe vor.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 20.2.1999

 

Sonnabend, 20. Februar 1999

VfL Oldesloe – HSG Albstadt 21:26 (13:13)

(Achtelfinale DHB-Pokal)

Aus in der vierten Runde für den VfL Oldesloe

Stormarner Zweitligist unterlag in der Stormarnhalle HSG Albstadt 21:26

Handballerischer Glanz fehlte

(ka/nup) „Kein handballerischer Glanz, es war eben ein Pokalspiel!“ Mit diesem Satz traf Trainer Jörg Plankenhorn bei seiner Spielanalyse den Nagel auf den Kopf. Beim Nord-Süd-Gipfel in der vierten Runde des deutschen Handball-Pokalwettbewerbs zwischen den beiden Zweitliga-Teams VfL Oldesloe und der HSG Albstadt sahen 200 Fans in der Stormarnhalle eine nahezu ausgeglichene Partie, in der vor allem kämpferische Tugenden im Mittelpunkt standen. Und mit der HSG Albstadt aus Schwaben fand die Begegnung einen verdienten Sieger. 26:21 (13:13) hieß es am Ende für die weit angereisten Gäste.

„Besser war die HSG Albstadt allerdings nicht“, stellte Oldesloes Trainerin Zsuzsa Nyari sachlich fest. Mit einer gut linken Angriffsseite, einer Torhüterin, die in entscheidenden Momenten wichtige Bälle hielt, und viele technische Fehler ihrer eigenen Mannschaft hätten das Nord-Süd-Treffen zugunsten der HSG Albstadt entschieden.

Das Oldesloer Spiel litt vor allem unter einem zu schwachen Rückraum. Besonders der Ausfall von Mannschaftsführerin Birgit Walter konnte nicht kompensiert werden. Die Spielerin liegt nach wie vor mit Fieber im Bett und hat vom Arzt ein zehntägiges Sportverbot erhalten, Damit fallt Birgit Walter auch beim nächsten Auswärtsspiel am Sonnabend beim SV Garßen-Celle aus. Im VfL-Aufgebot fehlte auch Torhüterin Petra Küsel (Urlaub), dafür sprang erneut Andrea Lüneburg (frühere Hasenberg) aus der zweiten Mannschaft in die Bresche und konnte sich besonders in der Abwehrarbeit auszeichnen.

Fehlende Kondition aufgrund mangelnden Trainings in den vergangenen Monaten nach der Finanzkrise, ein zu kleiner Kader und Spielerinnen, die sich über ihre Zukunft und die des VfL Oldesloe Gedanken machen, sind für Zsuzsa Nyari entscheidende Gründe für das Ausscheiden in der vierten Runde. Mit einem Sieg hätten die VfL-Damen in Bad Oldesloe ein Stückchen Handball-Geschichte schreiben können, denn bisher war ein Team aus Stormarn im Pokal noch nie so weit gekommen.

Kritik gab es vom Albstädter Trainer Plankenhorn, der von einer unfairen Anstoßzeit sprach. „Trotz mehrerer Telefonate mit dem VfL wurde der Termin nicht verlegt“, sagte er verärgert, „und das ist nicht korrekt.“ Die Mannschaft aus der Nähe von Stuttgart mußte mit dem langsameren D-Zug die Heimreise antreten, weil nachts keine ICE-Züge fahren. Überhaupt war die HSG Albstadt lange unterwegs, fast 24 Stunden dauerte die Pokalreise nach Bad Oldesloe.

Die Tore: Jeanette Marquardt (7, davon vier Siebenmeter), Dana Kretschmann (5), Stephanie Struppek ()‚ Eike Lange, Martina Kattner (je 2), Roswitha Bein (2/1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 22.2.1999

 

Sonnabend, 27. Februar 1999

Zsuzsa Nyari weiter mit dünner Decke

(mth). Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe müssen sich personell weiter nach der Decke strecken. Auch für die Partie heute um 19.30 Uhr beim SV Garßen Celle kann Trainerin Zsuzsa Nvari nicht aus dem Vollen schöpfen. Mit Sicherheit fällt Mannschaftsführerin Birgit Walter mit Grippe weiter aus. Auch der Einsatz von Stephanie Struppek, die im Pokalspiel am vergangenen Sonnabend ihre Knieverletzung wieder spürte, ist ungewiß.

Auf einen erneuten Einsatz von Andrea Lüneburg (geborene Hasenberg) will Zsuzsa Nyari dennoch, wenn es irgend geht. verzichten. „Hasi“ wäre dann bei uns festgespielt und könnte nicht mehr in der zweiten Mannschaft mitspielen“, will sie das Kreisliga-Team nicht ohne Not schwächen. Wenn dessen Saison Ende März abgeschlossen ist, steht weiteren Einsätzen der altgedienten VfLerin nichts im Wege.

Unabhängig von der personellen Situation sieht Zsuzsa Nyari ihr Team in Celle nur in der Außenseiterrolle: „Wir haben bei dem Mitbewerber um Rang vier nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.“ Der Mannschaftsbus, in dem auch Fans mitreisen können, fährt um 15.30 Uhr an der Stormarnhalle ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.2.1999

 

Sonnabend, 27. Februar 1999

SV Garßen Celle – VfL Oldesloe 27:25 (10:14)

25:27-Niederlage in Celle

Es fehlten die Kraftreserven

(sg). Härte, Hektik und zwei verlorene Punkte. Mit betrübten Gesichtern kletterten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe kurz nach Mitternacht aus dem Bus. Das 25:27 (14:10) beim Zweitliga-Konkurrenten SV Garßen-Celle steckte den Stormarnerinnen noch schmerzend in den Knochen. Da trösteten die Worte vom Oldesloer Bundesliga-Beauftragten Jürgen Dorn nur wenig, der befand: „Kämpferisch hat das Team alles gegeben. Aber am Ende reichte die Kraft nicht ganz, um den Sieg perfekt zu machen.“

Vor mehr als 500 Zuschauern erwiesen sich die Gäste in Celle über weite Strecken als die spielerisch dominierende Mannschaft. Bis zur 40. Minute (18:14) hatte der Oldesloer Vier-Tore-Vorsprung Bestand, noch acht Minuten vor Schluß stand es 22:22. Doch dann zeigte sich, daß der Aufsteiger aus Celle aufgrund seiner gut besetzten Ersatzbank die größeren Kraftreserven mobilisieren konnte. Beim VfL Oldesloe, der wieder einmal nur mit sieben nominellen Feldspielerinnen angereist war (Mannschaftsführerin Birgit Walter mußte wegen fiebriger Grippe pausieren), fehlte in der hektischen Schlußphase Martina Kattner, die nach einer angeblichen Tätlichkeit die rote Karte sah. Nicht nur diese Schiedsrichterentscheidung brachte den VfL-Anhang auf die Palme. Die Unparteiischen, die mit der an Nickligkeiten reichen Partie große Mühe hatten, verteilten insgesamt sechs Zeitstrafen an die Gäste, aber nur drei an den SV Garßen-Celle. Aus Oldesloer Sicht ein spielentscheidendes Mißverhältnis, denn das Unterzahlspiel wirkte sich zusätzlich kraftraubend aus. So schickte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari in der Schlußphase sogar Torhüterin Petra Küsel aufs Feld, um ihren Leistungsträgerinnen Atempausen zu verschaffen. Zwischen den Oldesloer Pfosten bot Silke Dumjahn über 60 Minuten eine sehr zuverlässige Partie.

Die Schlappe in Celle läßt den VfL Oldesloe auf Platz sechs abrutschen. Und nun droht den Stormarnerinnen plötzlich wieder Gefahr, daß der VfL Bad Schwartau ihnen doch noch den Rang als Nummer eins in Schleswig-Holstein ablaufen könnte. Das zu verhindern, haben die Oldesloerinnen allerdings selbst in der Hand: Am Sonnabend kommt es in der Stormarnhalle zum direkten Vergleich der benachbarten Rivalen (19.30 Uhr).

Ein Duell mit Brisanz, denn hartnäckige Gerüchte besagen, daß der VfL Bad Schwartau an der Verpflichtung von Jeanette Marquardt interessiert sei. Marquardt, mit neun Treffern in Celle erfolgreichste VfL-Torschützin, hat sich aber noch nicht entschieden. Sie wartet ab, denn in den kommenden zwei Wochen wird sich klären, ob Zweitliga-Handball beim VfL Oldesloe fortgeführt wird. Derzeit arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck an einem personell und wirtschaftlich tragfähigen Konzept.

Die Treffer: Jeanette Marquardt (9/davon drei Siebenmeter), Dana Kretschmann (6), Roswitha Bein (4/1), Martina Kattner, Sandra Koslowski (je 2), Eike Lange, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 1.3.1999

 

Sonnabend, 6. März 1999

Finanzkrise lodert wieder auf

(sg). Wenn heute die Handball-Frauen des VfL Oldesloe auf den benachbarten Zweitliga-Rivalen vom VfL Bad Schwartau treffen (19.30 Uhr, Stormarnhalle), geht es nicht nur um die prestigeträchtige Vormachtstellung im Frauen-Handball Schleswig-Holsteins.

Nach der Dramatik versprechenden Partie wird sich das Oldesloer Team erneut mit der VfL-Spartenführung zusammensetzen müssen. Thema: das liebe Geld. Denn die bereits überwunden geglaubte Finanzkrise lodert beim VfL Oldesloe wieder auf. Obwohl einige Sponsoren „nachgebessert“ haben und der Gesamtverein den Handballerinnen ein zinsloses Darlehen in Höhe von 25.000 Mark gewährt hat, klafft offenbar weiterhin ein erkleckliches Loch im laufenden Etat. Weitere Sparmaßnahmen scheinen unvermeidbar, auch die Spielerinnen werden wohl Zugeständnisse machen müssen. Wie verzweifelt die Lage ist, zeigt sich daran, daß die Handballsparte inzwischen sogar Spendenkonto zugunsten des Zweitliga-Handballs eingerichtet hat (Sparkasse Stormarn, BLZ: 23051610, Konto-Nummer: 22905). Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, daß Torjägerin Jeanette Marquardt angeblich ein lukratives Angebot vom VfL Bad Schwartau erhalten haben soll. Marquardt hat sich aber noch nicht entschieden.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 6.3.1999

 

Sonnabend, 6. März 1999

VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau 22:24 (9:13)

22:24 gegen den VfL Bad Schwartau

Vormachtstellung im Norden Adieu

(Sönke Schulenburg). Bislang hatten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe allen Widrigkeiten getrotzt. Ob Finanzkrise oder Verletzungsnöte – ihre Vormachtstellung im Frauen-Handball Schleswig-Holsteins wurde von den Oldesloerinnen wacker behauptet. Doch damit ist es seit dem Wochenende vorerst vorbei: Mit 22:24 (9:13) unterlag der VfL Oldesloe vor rund 350 Zuschauern in der Stormarnhalle gegen den VfL Bad Schwartau. Die Gäste verdrängten den VfL Oldesloe vom sechsten Tabellenplatz und sind damit die neue Nummer eins im Norden.

Der Rivale aus der Nachbarschaft, ohne seine etatmäßigen Rückraum-Asse Dagmar Elsholz und Kirsten Karrock nur mit einer „Verlegenheits-Formation“ angetreten, legte von Beginn an die Tugend an den Tag, die den VfL Oldesloe sonst ausgezeichnet hatte: Willenskraft gepaart mit energischem Kampfgeist. Und so erwischten die Gäste zurecht einen Auftakt nach Maß: 6:0 stand es nach wenigen Minuten. Bis dahin war für die fahrig wirkenden und pomadig spielenden Oldesloerinnen keine auch nur halbwegs gelungene Aktion zu verzeichnen.

Dieser ernüchternde Auftakt erwies sich für den VfL Oldesloe als der Anfang vom Ende. Der Frust brach sich schnell seine Bahn und gipfelte darin, daß VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari nach sechs Minuten die entnervte Spielmacherin Roswitha Bein vom Feld nahm und die angeschlagene Jeanette Marquardt brachte. Bein übernahm zwar später wieder die Regie, aber die Verkrampfung angesichts der drohenden Schlappe vermochten die Stormarnerinnen bis zum Schluß nicht mehr abzulegen.

„Diese frühe 6:0-Führung hat uns sehr viel Sicherheit gegeben. Allerdings muß ich zugeben, daß der VfL Oldesloe uns den traumhaften Start sehr einfach gemacht hat. Das war nicht unser Verdienst“, stimmte Schwartaus Trainer Rainer Niemand bei seiner Analyse weitgehend mit seiner Kollegin Nyari überein. „Wir haben den Gegner zu locker genommen, weil ihm zwei wichtige Spielerinnen gefehlt haben. Die Folgen waren verkrampfte Einzelaktionen und hektische Ballvorträge“, bemängelte Nyari die Einstellung ihres Teams, „heute waren wir keine Mannschaft.“

Daß die unsichere Zweitliga-Zukunft und die vorher angekündigten Sparmaßnahmen ihre Spielerinnen negativ beeinflußt hätten, schloß die VfL-Trainerin kategorisch aus. Dennoch wirkte zumindest die dreifache Torschützin Dana Kretschmann, die hartnäckigen Gerüchten zufolge vor einem Wechsel zum TSV Ellerbek steht, so, als hätte sie das Kapitel VfL Oldesloe schon abgeschlossen. Jeanette Marquardt (5 Treffer) hingegen war anzumerken, daß sie sich trotz Knieverletzung gegen ihren Ex-Klub viel vorgenommen hatte. Ob sie zum VfL Bad Schwartau zurückkehrt, will sie demnächst Woche entscheiden. Peter Brandt, der dort organistorisch die Fäden zieht, ist zuversichtlich: „Wir sind uns mit Jeanette weitgehend einig.“

Die weiteren Treffer für den VfL Oldesloe erzielten: Roswitha Bein (7/2), Eike Lange (4), Martina Kattner (2), Birgit Walter (1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.3.1999

 

Montag, 8. März 1999

Am Rande des Ruins

Birgit Walter: „Möglich, daß dies unser letztes Spiel war“

(sg). Nun ist es doch so weit gekommen. Der Zweitliga-Handball beim VfL Oldesloe steht sieben Spieltage vor dem Saisonende vor dem unmittelbaren Aus. Ob das aktuelle Frauen-Team am kommenden Sonnabend die Auswärtsfahrt zu Tasmania Neukölln (Berlin) überhaupt noch antreten wird, ist sehr fraglich. „Möglich, daß die Partie gegen den VfL Schwartau unser letztes Spiel war“, sagte Mannschaftsführerin Birgit Walter gestern im Gespräch mit der „Ahrensburger Zeitung“.

Hintergrund: Das Defizit im Zweitliga-Etat ist trotz einiger Spenden und eines 25.000-Mark-Darlehens des Gesamtvereins weiterhin bedrohlich groß. Die Leasing-Raten für die insgesamt sieben Fahrzeuge der Spielerinnen sind schon überfällig. Doch auf die vorgeschlagene Abschaffung der (vertraglich zugesicherten) Autos und des Benzingeldes mögen sich die VfL-Frauen nicht einlassen. „Das ist organisatorisch nicht machbar“, sagte Birgit Walter und erinnerte daran, daß drei Akteurinnen in Hamburg und zwei in Kiel wohnen.

Eine Krisensitzung mit dem Team und der Vereinsführung am späten Sonnabend brachte keine Lösung. „Die Mannschaft will nicht draufzahlen“, stellte Jens Willhöft sachlich ein Scheitern der geplanten Sparmaßnahmen fest. Der Bankkaufmann und 2. Vorsitzende der Handballsparte war kürzlich mit einigen engagierten Sportlern als „troubleshooter“ eingesprungen. Doch die Finanzmisere, die der gescheiterte Manager Wilfried Koslowski hinterlassen hat, ist schlimmer, als anfangs befürchtet. Die Leasing-Unternehmen fordern vertraglich zugesicherte Zahlungen oder die Autos zurück. Und die Spielerinnen glauben nicht mehr an die einst zugesagten Aufwandsentschädigungen. So bleibt Willhöft und seinen Mitstreitern nichts anderes, als nochmals bei den Hauptsponsoren einen „Nachschlag“ zu erbeten. Kein leichter Gang für Leute, die an der Etatplanung nicht beteiligt waren.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.3.1999

 

Sonnabend, 13. März 1999

Zweitliga-Handball in Oldesloe: Vier Spielerinnen trennen sich vom VfL, aber das Team spielt Saison zuende

Nach Berlin nur noch ein Rumpf-Team

Der VfL Oldesloe bricht die Saison in der Handball-Bundesliga der Frauen nicht ab. Trainerin Zsuzsa Nyari kann aber bis zum Saisonende nur auf ein Rumpf-Team zurückgreifen. Vier Spielerinnen haben sich vom VfL getrennt.

(Manfred Thomsen). Die Zweitliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe werden die Saison zuende spielen. Das verkündete der Vereinsvorsitzende Jan Rambke als Ergebnis zahlreicher Krisensitzungen nach dem letzten Punktspiel gegen den VfL Bad Schwartau. Die Finanzprobleme, die seit Saisonbeginn schwären, hatten sich noch einmal zugespitzt.

Die Hoffnung, die Lage hätte sich mit dem Darlehen des Gesamtvereins Anfang des Jahres an die Oldesloer Sport-Marketing (OSM) – verantwortlich für die wirtschaftlichen Belange des Zweitliga-Teams – beruhigt, hatte getrogen. Das Fünfer-Gremium, das die Aufgaben von Manager Wilfried Koslowski übernommen hatte, von dem sich der VfL nun endgültig

Getrennt hat, hatte ein Sparkonzept ausgearbeitet, um weitere Defizite bis zum Saisonende einzudämmen.

Das war von der Mannschaft abgelehnt worden. Motto der Spielerinnen: „Wir wollen nicht draufzahlen.'“ Das hat Jan Rambke in den Kompromißvorschlag des Vereins, den er Mitte der Woche nachlegte, eingearbeitet. Der sieht vor, den Spielerinnen weiter Leasing-Autos zur Verfügung zu stellen und die Benzinkosten für Fahrten zu Training und Spielen zu übernehmen, aber auf weitergehende Zahlungen an die Spielerinnen zu verzichten.

Eike Lange, Roswitha Bein, Sandra Koslowski und Petra Küsel haben sich darauf nicht einlassen wollen. Sie stehen dem VfL ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Silke Dumjahn, Dana Kretschmann, Martina Kattner, Jeanette Marquardt, Birgit Walter und Stephanie Struppek dagegen machen bis Saisonende weiter. Zu ihnen stößt Sonja Bahe. Sie hatte vor zwei Jahren ihre Karriere beendet, hat sich aber spontan bereit erklärt, dem VfL zu helfen. Auffüllen muß Trainerin Zsuzsa Nyari den Kader mit Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft.

Das Rumpf-Team tritt erstmalig heute um 18.30 Uhr in der Bezirks-Sporthalle in Berlin-Neukölln bei der SG Tasmania/Neukölln an. Bis zum 8. Mai folgen dann noch sechs weitere – vier auswärts, zwei daheim – Begegnungen. Ob der VfL eine Lizenz für die kommende Saison beantragen wird, ist noch nicht endgültig geklärt, muß aber noch am Wochenende (Fristablauf 15. März) entschieden werden. Für die neue Saison steht zwar ein „realistischer und zweitligatauglicher“ (Rambke) Etat, aber es erweist sich als schwierig, einen neuen Kader zusammen zu bringen. „Nach den Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit ist das Mißtrauen gegenüber dem VfL groß“, bedauert Rambke, der mit seinem Vorstand zu Zweitliga-Handball in Oldesloe steht: „Allerdings mit deutlich mehr Kontrolle.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1999

 

Sonnabend, 13. März 1999

SG Tasmania/Neukölln – VfL Oldesloe 32:23 (15:12)

Die Handball-Krise beim VfL Oldesloe erlebt einen neuen Höhepunkt

Vier Leistungsträgerinnen warfen das Handtuch

Wie wollen sie den Absturz verhindern?

(Sönke Schulenburg). Die Stormarnhalle, seit fast acht Jahren gut besuchte Heimspielstätte des Oldesloer Zweitliga-Handballs, offenbart seit Wochen eine ungewollte Symbolik: Die Steintreppe hinauf zur Eingangstür ist mit einem rot-weißen Plastikband halbseitig abgesperrt – wegen Sturzgefahr. Und der Absturz des VfL Oldesloe, lange die Nummer eins im schleswig-holsteinischen Frauen-Handball, steht unmittelbar bevor.

Mit Roswitha Bein, Eike Lange, Petra Küsel und Sandra Koslowski haben vier Leistungsträgerinnen ihre Konsequenzen aus den Querelen um die nicht enden wollende Finanzkrise gezogen und aufgehört. „Meine Entscheidung ist endgültig. Es gibt keine Vertrauensbasis mehr“, sagt Roswitha Bein, Spielmacherin der ersten Stunde, die schon 1991 Regie beim VfL Oldesloe führte. Der ohnehin nur zehn Akteurinen umfassende Mini-Kader ist damit auf fünf Feldspielerinnen (Birgit Walter, Jeanette Marquardt, Dana Kretschmann, Martina Kattner und Stephanie Struppek) plus Torfrau Silke Dumjahn zusammengeschrumpft. Außer Struppek werden wohl alle den Klub am Saisonende verlassen.

Damit Trainerin Zsuzsa Nyari für die restlichen sieben Partien überhaupt noch eine komplette Sieben aufbieten kann, hat sich Sonja Bahr zur Verfügung gestellt, die vor zwei Jahren ihre Handball-Karriere beim VfL Oldesloe beendet hatte. Aus dem fünf Klassen tieferen Kreisliga-Team des VfL Oldesloe II sprangen am Sonnabend Nicole Klafack und Conny Renk in die Bresche. Aber diese Loyalität nutzte nichts: Mit 23:32 (12:15) unterlagen die Stormarnerinnen in Berlin beim Aufsteiger Tasmania Neukölln.

In Abstiegsnöte dürfte der VfL Oldesloe allerdings nicht mehr geraten. Selbst wenn die noch zu absolvierenden sechs Spiele allesamt verloren gehen sollten, müßten 20 Zähler auf der Habenseite zum sportlichen Klassenerhalt reichen.

Doch Klassenerhalt hin, Klassenerhalt her, eine Zukunft für den Bundesliga-Handball ist kaum noch vorstellbar. „Wir haben zwar einen 65.000-Mark-Etat für die kommende Saison beisammen, aber offenbar keine Spielerinnen mehr“, sagt Jan Rambke. Der VfL-Vorsitzende hatte sich aus Sorge um die Finanzen und das Ansehen des Gesamtvereins in den vergangenen Wochen an den „Aufräumarbeiten“ beteiligt. Das wirtschaftliche Chaos und Mißmanagement im Bereich Zweitliga-Handball übertraf alle Erwartungen.

65.000-Mark-Etat, aber keine Spielerinnen mehr

Auf gut 100.000 Mark wird hinter vorgehaltener Hand das Defizit inzwischen taxiert, immer neue Forderungen tauchen auf. Die dem Bundesliga-Spielbetrieb aus steuerlichen Gründen vorgeschaltete Oldesloer Sport-Marketing (OSM) ist offenbar hoffnungslos überschuldet. Ein Konkurs, mit bitteren Folgen für den Hauptgesellschafter Jürgen Dorn (69), wird nicht mehr ausgeschlossen.

Dem rührigen Dorn, der sich 30 Jahre lang als Chef der Handballsparte um einen funktionierenden Spielbetrieb in allen Altersklassen bemüht hat, ist als Bundesliga-Beauftragter die Übersicht über die Finanzierung des Zweitliga-Spielbetriebs scheinbar entglitten. Offenbar weitgehend unkontrolliert hat der, kürzlich vom VfL Oldesloe noch nachträglich gefeuerte, Manager Wilfried Koslowski mit den Finanzen Schalten und Walten können. Dabei hat er sich im Geflecht von Zusagen, Verträgen und Sponsorengeldern wohl heillos verheddert.

So wurde noch im September die Kroatin Erzika Bakai eingeflogen und nachverpflichtet (angeblich für 2000 Mark netto pro Monat, plus Wohnung und Leasing-Fahrzeug). Aber schon einen Monat nach Saisonbeginn, Ende Oktober, konnte die OSM die Aufwandsentschädigungen für die Spielerinnen nicht mehr aufbringen. „Da haben wir uns natürlich gefragt, wie das alles zusammenpaßt“, sagt Roswitha Bein.

Als sich die Finanzkrise im Dezember dann zuspitzte und ansatzweise öffentlich wurde, schob der VfL Oldesloe seine teure Kroatin flugs in die erste Bundesliga zu Halle/Neustadt ab. Bakai soll inzwischen einen Rechtsanwalt beauftragt haben, noch ausstehende Forderungen von der OSM einzutreiben.

Rambke: Ex-Manager hat alle hinters Licht geführt

Krisensitzungen ersetzten zuletzt immer öfter das Training, wenngleich die Mannschaft kämpferisch noch zu überzeugen wußte. Für VfL-Chef Rambke steht inzwischen fest: „Der alte Manager hat die Spielerinnen ständig hinters Licht geführt.“ Erst ein zinsloses Darlehen des Gesamtvereins in Höhe von 25.000 Mark ermöglichte der OSM im Januar die Auszahlung der ausstehenden Aufwandsentschädigungen.

Der nachträglich geschaßte Koslowski, der noch beim Heimspiel am 19. Dezember 1998 großspurig neue Sponsoren in Aussicht gestellt und getönt hatte, die Finanzprobleme wären schnell behoben, schiebt die Hauptschuld für die Misere auf das Fünfergremium, das ihn im Januar stillschweigend aus seinem Amt gedrängt hat. „Daß wir plötzlich 17 Leasing-Fahrzeuge statt der elf benötigten Autos auf dem Hof stehen hatten, ist doch nicht auf meinem Mist gewachsen. Diese kostspieligen Verträge kann man mir nicht ankreiden“, sagt er, „ich lasse mich nicht zum Sündenbock stempeln.“ Koslowski behauptet, ohne seinen Zwangs-Abschied nach drei Amtsjahren hätte er durchaus Wege aus der Krise gewußt. Doch die angeblichen Sponsoren, die der Ex-Manager noch in Aussicht gestellt hatte, entpuppten sich „als reine Luftnummern“, wie Jens Willhöft, 2. Vorsitzender der Handball-Abteilung und Mitglied im Fünfergremium, mitteilte.

Um zu retten, was noch zu retten ist, haben Bankkaufmann Wiihöft und seine Mitstreiter in den vergangenen Wochen bei Hauptsponsoren wie GlaxoWellcome, Oldesloer Korn, Hass & Hatje und Plaza erfolgreich um Vertrauen und weitere Unterstützung geworben. Doch Großmut der Unternehmen und die mühevolle Aufstellung eines soliden Etats, so scheint es, könnten vergeblich gewesen sein. Von elf Spielerinnen, die Trainerin Zsuzsa Nyari in den vergangenen Wochen zum Probetraining eingeladen hatte, haben neun inzwischen abgesagt, früher galt es als Ehre, beim VfL Oldesloe vorspielen zu dürfen. „Diese Entwicklung tut weh. Aber wer besteigt schon ein sinkendes Schiff?“ fragt sich Roswitha Bein. Der VfL-Vorsitzende Rambke hat zwar die Hoffnung nicht aufgegeben und beim Deutschen Handballbund (DHB) einen Fristaufschub für den Lizenzantrag bis zum kommenden Freitag erreicht. Am Mittwoch, so Rambke, werde der Vorstand nun endgültig entscheiden, ob für die Saison 1999/2000 eine Zweitliga-Lizenz beantragt wird. Voraussetzung dafür ist nach Rambkes Worten das „Gerüst einer zweitliga-tauglichen Mannschaft“. Aber das ist weit und breit nicht Sicht.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 15.3.1999

 

Freitag, 19. März 1999

Oldesloer Handball-Frauen in Notbesetzung gegen BTSV Berlin

Ohne Kaderspielerin im Tor

(cr). Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe werden bei ihrem Heimspiel am Sonnabend kaum mehr als eine Statistenrolle spielen können. Um 19.30 Uhr erwartet das arg gebeutelte Team von Trainerin Zsuzsa Nyari den Tabellensiebten SG GutsMuths/BTSV Berlin in der Stormarnhalle und wird gegen die Hauptstädterinnen aller Voraussicht nach chancenlos sein.

Grund dafür ist ein weiteres Schrumpfen der Oldesloer Mannschaft. Nachdem die Torhüterin Petra Küsel nach den finanziellen Querelen mit sofortiger Wirkung die Segel gestrichen hatte, steht am Sonnabend auch Silke Dumjahn nicht zur Verfügung. Die Keeperin nimmt an einem Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft teil und muß deshalb von Andrea Berndt aus der zweiten VfL-Mannschaft zwischen den Pfosten ersetzt werden.

Die Torfrau ist eine von zwei bis drei Kreisliga-Spielerinnen, die im Bundesliga-Team aushelfen werden. Nicht mit von der Partie ist die routinierte und zweitligaerfahrene Kreisläuferin Andrea Lüneburg, die an einer Fußverletzung laboriert.

Auf der Suche nach neuen Spielerinnen für die kommende Bundesliga-Saison, ist der VfL Oldesloe bislang noch nicht entscheidend fündig geworden. Entsprechend ist es nach wie vor ungeklärt ist, ob der Stormarner Verein eine neue Zweitliga-Lizenz beantragen wird. Allerdings wurde dem VfL ein weiterer Aufschub für die Suche eingeräumt: Nach der ersten Fristverlängerung bis zum 19. März wurde den Oldesloern vom DHB jetzt auch eine weitere bis Ende des Monats bewillig

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.3.1999

 

Sonnabend, 20. März 1999

VfL Oldesloe – SV GutsMuths/BTSV Berlin 20:26 (7:14)

Ein Desaster verhindert

(Sönke Schulenburg). Neun Feldspielerinnen und zwei Torfrauen, selten waren die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in dieser Zweitliga-Saison mit so vielen Spielerinnen angetreten wie gegen die SG GutsMuths/BTSV Berlin. Der Nachteil: Weder die beiden Torfrauen Andrea Berndt und Claudia Hawer noch Corinna Renk, Sylvia Gumz oder Daniela Tietgen verfügen über nennenswerte Erfahrungen in der zweithöchsten Spielklasse.

Das Quintett aus der Kreisliga-Mannschaft des VfL Oldesloe II, das fünf Spielklassen tiefer angesiedelt ist, sprang vor rund 300 Besuchern ebenso mutig in die Bresche wie Sonja Bahr, die nach zwei Jahren Pause ihren Ex-Kolleginnen in diesen schweren Zeiten beisteht. Die Finanzkrise, deren komplettes Ausmaß (130.000 Mark Saisondefizit) im Programmheft in aller Ausführlichkeit dargestellt wurde hatte dazu geführt, daß mit Roswitha Bein, Petra Küsel, Eike Lange und Sandra Koslowski vier Leistungsträgerinnen das Handtuch geworfen hatten. Zudem weilte Torhüterin Silke Dumjahn auf einem Lehrgang mit den DHB-Juniorinnen.

Und so wurde das Duell gegen die SG GutsMuths/BTSV Berlin für die Gastgeberinnen zur befürchteten „Mission Impossible“: Mit 20:26 (7:14) hielt sich die Niederlage der wacker kämpfenden Oldesloerinnen aber in engen Grenzen. Das war nach einer desolaten Anfangsphase nicht zu erwarten. Binnen fünf Minuten führten die Berlinerinnen 5:0, über die Höhe des zu erwartenden Debakels wurde auf der Tribüne hinter vorgehaltener Hand sorgenvoll spekuliert. Von Schadenfreude herrschte keine Spur, im Gegenteil: Applaus, als Birgit Walter vor dem Anwurf den Bundesliga-Neulingen dankte und klarstellte, daß sie zusammen mit Dana Kretschmann, Martina Kattner, Jeanette Marquardt und Stephanie Struppek auch die restlichen fünf Partien spielen werde. Damit dürfte gesichert sein, daß das VfL-Team die Saison sportlich zu Ende führt. Für den Gesamtverein nicht unwichtig, denn eine Bürgschaft in Höhe von 25.000 Mark steht auf dem Spiel, mit der der VfL Oldesloe für den ordnungsgemäßen Spielbetrieb geradesteht. Auf Vorwürfe in Richtung der vier „Abtrünnigen“ wurde verzichtet. Teamkapitän Walter gab per Mikrofon eine Ehrenerklärung für Bein & Co. ab, während im Programmheft Ex-Manager Wilfried Koslowski als der Hauptschuldige für das finanzielle Desaster vorgeführt wurde.

Ein sportliches Desaster blieb dem Rumpf-Team erspart. Nicht zuletzt, weil es das Publikum im vorletzten Heimspiel verstand, die Kräfte der Akteurinnen lautstark zu wecken. VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari vertraute weitgehend auf ihre verbliebenen Leistungsträgerinnen, die von Daniela Tietgen und Sylvia Gumz unterstützt wurden. Zwischen den Pfosten stand die 40jährige Andrea Berndt, die viel Beifall erntete, als sie einen Siebenmeter von Berlins Spielmacherin Alexandra Armenat parierte (57. Minute). Und als Linksaußen Gumz ihren Kurzeinsatz mit einem verwandelten Strafwurf krönte (59.), hätten ahnungslose Passanten anhand der Begeisterung in der Stormarnhalle glatt vermuten können, soeben wäre der Siegtreffer gefallen.

„Der VfL Oldesloe hat sich heute sehr gut verkauft. Für uns erwies sich die Favoritenrolle als Last, wir haben in der zweiten Halbzeit den Faden verloren“, zollte Berlins Trainer Gernot Funk den Gastgeberinnen Anerkennung. Und VfL-Trainerin Nyari hält gar einen Sieg ihrer Verlegenheitsformation in den fünf noch ausstehenden Spielen nicht für abwegig. „Gegen Marne oder Peine könnte es reichen“, hofft sie. Auswärts-Hoffnungen am kommenden Sonnabend können sich die Oldesloerinnen aber wohl sparen: Es geht zum unangefochtenen Spitzenreiter VfL Oldenburg.

Hoffnungen gibt es dagegen, daß der Zweitliga-Handball im VfL Oldesloe auch in der kommenden Saison fortgeführt werden kann. Am Rande der Begegnung berichtete der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, daß drei neue Spielerinnen unter Vertrag genommen wurden. Ein gesicherter Etat von 65.000 Mark stehe zur Verfügung. Zehn Tage hat Trainerin Nyari noch Zeit, eine neue Formation aufzubauen. Bis zum 1. April muß der Lizenantrag beim DHB eingegangen sein.

Die Treffer gegen SG GutsMuths/BTSV Berlin erzielten: Birgit Walter, Dana Kretschmann (je 5), Jeanette Marquardt, Martina Kattner (je 4), Stephanie Struppek (1), Sylvia Gumz (1/1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 22.3.1999

 

Sonnabend, 27. März 1999

Handballsaison neigt sich dem Ende zu

Zäsuren sind fällig

(Manfred Thomsen). Die Handball-Punktrunde 1998/99 neigt sich in Stormarn ihrem Ende zu. Zum letzten Mal gibt es am Wochenende noch ein volles Programm von der zweiten Bundesliga der Frauen bis hinunter zu den Kreisklassen B. Für die Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe ist die Saison mit dem Gastspiel bei Spitzenreiter VfL Oldenburg (heute 16.30 Uhr) allerdings noch nicht beendet.

Dennoch steht auch für sie eine deutliche Zäsur an. Am Sonntag soll die endgültige Entscheidung darüber fallen, ob für die kommende Saison eine Lizenz in der zweiten Liga beantragt wird oder nicht. Besonders optimistisch, daß es noch klappen könnte, geben sich die Verantwortlichen indes nicht mehr.

Daß die Mannschaft in Oldenburg keine Siegchance haben wird, ist dagegen offensichtlich. Die Niedersachsen waren im Hinspiel eine Klasse besser, obwohl die Stormarner zu der Zeit auch noch über ein voll taugliches Zweitliga-Team verfügten.

Aber trotz oder gerade wegen der schier aussichtlosen Ausgangsposition würden sich die Spielerinnen über Schlachtenbummler, die sie unterstützen, freuen. Die können im Mannschaftsbus mitfahren. Abfahrt ist um 12.30 Uhr an der Stormarnhalle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.3.1999

 

Sonnabend, 27. März 1999

VfL Oldenburg – VfL Oldesloe 42:14 (21:9)

Bedauernswerte Torhüterinnen

(sg). Während kleine Kinder aufgeregt die noch verbleibenden Tage bis Ostern zählen, sehnen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe den letzten Spieltag der zweiten Bundesliga herbei. Noch vier Begegnungen stehen aus. Aber ob der Oldesloer Verlegenheits-Formation bis zum 8. Mai noch ein sportliches Erfolgserlebnis vergönnt ist, darf bezweifelt werden. Beim VfL Oldenburg fand das gemischte Zweit- und Kreisliga-Team aus Stormarn jedenfalls keine Gnade. Der Spitzenreiter zeigte schonungslos den Klassenunterschied auf: 14:42 (9:21) lautete der Endstand aus Oldesloer Sicht – ein Debakel.

Immerhin: Diese sportliche Demütigung steckten die Gäste relativ gelassen weg. Denn der souveräne Tabellenführer VfL Oldenburg ist die Ausnahmemannschaft der Saison und demonstriert seit seinem Bundesliga-Abstieg mit schöner Regelmäßigkeit Erstliga-Tauglichkeit. Am Oldenburger Wiederaufstieg gibt es nichts mehr zu rütteln. „Ich hatte geglaubt, die würden nicht mehr so konzentriert zu Werke gehen“, mußte Gäste-Trainerin Zsuzsa Nyari stille Hoffnungen auf Oldenburger Überheblichkeit schnell begraben. Bedauernswert waren die beiden VfL-Torhüterinnen Andrea Berndt und Claudia Hawer, die sich rund zwei Dutzend Gegenstößen oft allein entgegenstellen mußten. Beide Kreisliga-Keeperinnen behalten bis zum Saisonende einen Stammplatz. Denn Silke Dumjahn erlitt beim Lehrgang mit den DHB-Juriiorinen einen Kreuzbandriß.

Die Oldesloer Tore warfen: Birgit Walter, Jeanette Marquardt (je 3), Dana Kretschmann, Martina Kattner, Sonja Bahr (je 2), Daniela Tietgen, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 29.3.1999

 

Dienstag, 30. März 1999

Der VfL Oldesloe verzichtet auf eine neue Lizenz für die Saison 1999/2000

Aus für Bundesliga-Handball

Die Ära „Zweitliga-Handball in Bad Oldesloe“ ist mit Ablauf der Saison 1998/99 Anfang Mai zuende. Der VfL Oldesloe hat für die kommende Saison keine neue Lizenz beantragt. Grund: Der Verein hat dafür keine Mannschaft zusammen bekommen. Jetzt beginnen Bemühungen, ein Team, mit dem der VfL in der Oberliga antreten kann, in die er zurückgestuft wird, auf die Beine zu stellen.

(Manfred Thomsen). „In Bad Oldesloe wird es auch in den kommenden Jahren Bundesliga-Handball geben.“ Das verkündete Wilfried Koslowski, zu der Zeit noch Manager der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe, am 19. Dezember 1998 über Mikrophon vor dem Spiel gegen die HSG Marne/Brunsbüttel.

Er wollte damit Gerüchte entkräften, der Bundesliga-Handball stehe vor dem finanziellen Ruin. „Alles halb so schlimm“, lautete der Tenor seiner Ausführungen. Tatsächlich aber war die Oldesloer Sport-Marketing (OSM), über die seit Jahren alle wirtschaftlichen Belange der Zweitliga-Handballmannschaft des VfL Oldesloe abgewickelt wurden, praktisch zahlungsunfähig.

Die Kasse war leer, nennenswerte Einnahmen standen nicht mehr an, aber vertragliche Leistungen der Spielerinnen und Forderungen Dritter summierten sich bis zum Saisonende auf einen sechsstelligen Betrag. Zu diesem Ergebnis kam ein Fünfer-Gremium unter der Leitung des stellvertretenden VfL-Abteilungsleiters Jens Willhöft, als es im Januar die Geschicke übernahm. Mit Unterstützung des Gesamtvereins gelang es Willhöft und seinen Mitstreitern zwar, die Fortführung der Saison zu sichern und sogar einen zweitliga-tauglichen Etat für die kommende Saison aufzustellen.

Aber ihr Versuch, dafür eine Mannschaft zusammenzustellen, ist gescheitert. Vier Spielerinnen aus dem alten Kader stiegen Anfang März aus, fast alle anderen haben für das Saisonende angekündigt, den VfL zu verlassen. Nur wenige junge, talentierte Nachwuchsspielerinnen aus der Region ließen ihre Bereitschaft erkennen, für einen Neuanfang in der zweiten Liga zum VfL zu kommen.

Deshalb hat der Verein darauf verzichtet, eine Lizenz für die kommende Saison zu beantragen. Nach den Statuten des DHB wird der VfL in die Oberliga zurückgestuft. Auch dafür hat er noch kein spielfähiges Team zusammen. „Die Arbeit beginnt wieder von vorn. Mit den Sponsoren muß neu verhandelt werden und die Suche nach Spielerinnen, nun für ein Oberliga-Team, geht in eine neue Runde“, kündigt Willhöft an.

Ob und wie es im Oldesloer Frauen-Handball weitergeht wird erst am Ende dieser Bemühungen zu erkennen sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1999

 

Dienstag, 30. März 1999

Über die Verhältnisse gelebt

(Manfred Thomsen). 20 Jahre waren die Handballerinnen des VfL Oldesloe ein Aushängeschild des Stormarner Sports. Das ist jetzt Vergangenheit. Obwohl sportlich nicht abgestiegen, verzichtet der Verein darauf, für die kommende Saison eine Bundesliga-Lizenz zu beantragen.

Er zieht damit die Konsequenz aus einer beispiellosen Mißwirtschaft in den letzten zwei Jahren. Großmannssüchtige Pläne eines Managers und der Marketing-Firma, dIe sich mit Geld, das nur in der Phantasie vorhanden war, in die erste Liga einkaufen wollten, sind wie eine Seifenblase zerplatzt.

Die Versuche ehrlicher Helfer, den Scherbenhaufen, den der Manager mit einem sechsstelligen Defizit hinterlassen hat, zu kitten, sind gescheitert. Das Vertrauen ist auf absehbare Zeit verspielt und es rächt sich, daß es nennenswerten eigenen Nachwuchs, der in die Bresche hätte springen können, seit Jahren nicht gibt.

Die Gelackmeierten sind die treuen Fans. Für sie findet Bundesliga-Handball nur noch in der Erinnerung statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1999

 

Freitag, 9. April 1999

Zukunft des Frauenhandballs in Oldesloe bleibt weiter offen

Weiter Hickhack um eine Bundesliga-Lizenz

Die Zukunft des Frauen-Handballs in Oldesloe ist weiter ungewiß. Entgegen dem zunächst verkündeten Verzicht hat der VfL doch eine Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison beantragt. Mit dem Ziel allerdings, eine Absage zu bekommen und dann automatisch in die Oberliga zurückgestuft zu werden.

(Manfred Thomsen). Der VfL Oldesloe hat nun doch – entgegen seiner offiziellen Verlautbarung vorn 28. März – eine neue Lizenz für kommende Saison in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen beantragt. Trotzdem bleibt die Absicht der Stormarner bestehen, die Saison 1999/2000, wenn möglich, in der Oberliga Schleswig-Holstein zu spielen.

Das ist, so sieht es der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, nur scheinbar ein Widerspruch in sich. Es handelt sich vielmehr um den Versuch, die Wunschvorstellung des VfL und die Spielordnung des DHB in Einklang zu bringen. Auf diese Möglichkeit wurden Rambke und seine Mitstreiter von einem Kenner der Paragraphen hingewiesen. Bei einem vereinsseitigen Verzicht auf die Lizenz würde der VIL nach gültiger Rechtslage keineswegs, wie von ihm angenommen, in die Oberliga zurückgestuft. In dem Fall müßte er in der Kreisliga neu beginnen. Lehnt aber der DHB die beantragte Lizenz ab, erfolgt die Rückstufung um zwei Klassen automatisch. Für eine solche Ablehnung glaubt man beim VIL die Weichen gestellt zu haben. Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt abzuwarten. In der zweiten Liga jedenfalls werden die Oldesloerinnen auch dann in der kommenden Saison nicht spielen, wenn der DHB ihnen wider Erwarten eine Lizenz erteilt. Dann, so Rambke, „würde der VfL seinen Antrag nachträglich wieder zurückziehen“. Folge: siehe oben.

Es bleibt also spannend, wie es mit dem Frauenhandball in der Stormarner Kreisstadt weitergeht. Besiegelt ist dagegen das Schicksal der Oldesloer Sport-Marketing (OSM), in deren Verantwortung die wirtschaftlichen Belange der laufenden Saison lagen. Die OSM hat mittlerweile beim Amtsgericht Konkurs beantragt.

Ein Blick in die sportliche Zukunft: Am 19. April, wenn sich alle potentiellen Neuzugänge für die kommende Saison zu einem Probetraining in Oldesloe einfinden, will Zsuzsa Nyari entscheiden, ob sie für die kommende Saison Trainerin beim VfL bleibt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.4.1999

 

Sonnabend, 10. April 1999

VfL auch in Peine krasser Außenseiter

(Manfred Thornsen). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe sehnen das Saisonende herbei. Viermal müssen sie noch antreten, dann ist das Kapitel „Zweite Bundesliga“ in der Stormarner Kreisstadt endgültig abgeschlossen. Heute um 17.30 Uhr spielt das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari in der Halle Silberkamp in Peine gegen den MTV VJ Peine.

Seit mit Roswitha Bein, Petra Küsel, Sandra Koslowski und Eike Lange Anfang März vier Spielerinnen wegen der sattsam bekannten wirtschaftlichen Schwierigkeiten den VfL vorzeitig verlassen haben, sind die Oldesloerinnen erwartungsgemäß nur noch Punktlieferanten für ihre Gegner. Die Hoffnung, gegen den einen oder anderen Gegner aus der Abstiegszone auch mit der Rumpfmannschaft noch zu einem Erfolgserlebnis kommen zu können, hat sich Zsuzsa Nyari mittlerweile abgeschminkt.

Die schwere Verletzung (Kreuzbandriß), mit der Silke Dumjahn vom Lehrgang der Juniorinnen-Nationalmannschaft zurückkehrte, hat die Mannschaft ihrer letzten Kader-Torhüterin beraubt. Die als Ersatz eingesprungene Andrea Berndt aus der zweiten VfL-Mannschaft hat sich bei ihren Einsätzen zwar bravourös geschlagen, aber Zweitliga-Format kann und darf von einer Kreisliga-Torhüterin niemand erwarten.

Dazu ist ungewiß, ob Andrea Berndt heute in Peine nach einem zahnärztlichen Eingriff in der Woche mitwirken kann. Wenn nicht, läge die ganze Last im VfL-Tor auf den Schultern von Claudia Hawer, der zweiten Torhüterin aus der zweiten Mannschaft.

Seit der VfL in der zweiten Liga mitmischt, haben Fans fast immer die Gelegenheit gehabt, das Team bei Auswärtsspielen im Mannschaftsbus als Schlachtenbummler zu begleiten. An diesem Brauch hält der Verein auch weiter fest. Wer mit nach Peine will, sollte sich rechtzeitig vor Abfahrt des Busses um 13.30 Uhr an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.4.1999

 

Sonntag, 11. April 1999

MTV VJ Peine – VfL Oldesloe 33:17 (18:10)

17:33-Niederlage für VfL-Handballerinnen

Wieder tapfer gewehrt

(mth). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe haben auch ihr drittletztes Auswärtsspiel ihrer letzten Saison in der zweiten Liga mit Anstand über die Bühne gebracht. Beim MTV VJ Peine aber konnte das Rumpfteam von Trainerin Zsuzsa Nyari eine neuerliche Niederlage nicht verhindern. Die Niedersachsen verbesserten mit einem 33:17 (18:10)-Erfolg ihre Chancen auf den Klassenerhalt.

Zu allen anderen Turbulenzen läuft den Oldesloern nun auch noch das Verletzungspech hinterher. Neben der Dauerverletzten Silke Dumjahn stand für das Tor auch Andrea Berndt nicht zur Verfügung. Für sie spr1mg Christel Henning aus der zweiten Mannschaft ein, so daß Claudia Hawer nicht die ganze Last zu tragen hatte.

Dazu zogen sich Birgit Walter (1 Tor), Martina Kattner (1) und Stephanie Struppek (3) während des Spiels Blessuren zu, so daß streckenweise nicht mehr als zwei Spielerinnen mit Zweitliga-Erfahrung für den VfL auf dem Feld standen. Gemessen daran war das Resultat noch sehr beachtlich. Großen Anteil daran hatte Dana Kretschmann mit neun Treffern. Jeanette Marquardt (2/1), die in der 55. Minute nach ihrer dritten Zwei-Minuten-Strafe ausschied, und Katja Paetz (1) erzielten die weiteren Treffer. Zum Einsatz kamen noch Nicole Klafack, Sonja Bahe, Corinna Renk und Daniela Tietgen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.4.1999

 

Sonnabend, 17. April 1999

Handball-Bundesliga: VfL bei HSG Marne

Nicht unterschätzen

(cr). Für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe kann es nach dem finanziellen Desaster nur noch darum gehen, sich möglichst ehrenvoll aus der zweiten Liga zu verabschieden. Mit diesem wenig ambitionierten Ziel fahren Trainerin Zsuzsa Nyari und ihr erneut vorwiegend aus Kreisliga-Spielerinnen bestehendes Team morgen (Anpfiff: 16 Uhr) zur HSG Marne/Brunsbüttel.

Obwohl die Dithmarscherinnen aus Stormarner Sicht als klare Favoriten an den Start gehen, steht die Partie für sie unter einen besonderen Stern: Sie müssen gewinnen, um ihre Chancen auf den Klassenerhalt zu verbessern.

Entsprechend ernst nimmt die HSG die Partie. Ihr Trainer Peyk warnt so auch davor, sich zu sehr in der Favoritenrolle zu sehen und in Sicherheit zu wiegen: „In fünf Zweitliga-Jahren haben wir noch nie gegen den VfL gewonnen“, sagt er. Daran sollten auch seine Spielerinnen denken, „denn am Kreis trifft jeder, ob Bundesliga- oder Kreisliga-Spielerin“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.4.1999

 

Sonntag, 18. April 1999

HSG Marne/Brunsbüttel – VfL Oldesloe 41:9 (21:3)

Rekordniederlage für den VfL in Marne

Aus der Halle „gefegt“

(Frank Meier). So ein Spiel haben die Zuschauer in der fünfjährigen Bundesliga-Geschichte der HSG Marne/Brunsbüttel noch nicht erlebt. Mit 41:9 (21:3) wurde der VfL Oldesloe aus der Halle „gefegt“. Von einem Handballspiel konnte kaum die Rede sein, denn von Beginn an war klar, daß die Gäste aus Stormarn keine Chance haben würden.

Mittlerweile muß fast die komplette Kreisliga-Mannschaft des VfL in der zweiten Bundesliga aushelfen. Großes Verletzungspech – neben Torhüterin Silke Dumjahn fehlten auch Birgit Walter, Martina Kattner und Stephanie Struppek wegen schwerer Blessuren – hat den Kader weiter zusammenschmelzen lassen. Jeanette Marquardt und Dana Kretschmann traten als einzige etablierte Bundesliga-Spielerinnen in Marne an. Die beiden hielten es allerdings nicht einmal für nötig, sich richtig aufzuwärmen. Selbst HSG-Trainer Torsten Peyk war entrüstet: „Diese trotzige Einstellung war extrem unsportlich ihren Mitspielerinnen gegenüber.“

68 Sekunden lag der VfL durch einen Treffer von Dana Kretschmann in Führung, dann nahm das Fiasko seinen Lauf. In der 16. Minute führte Marne bereits 9:2. Anstrengend war es für HSG-Torhüterin Steffi Petersen nur, für die langen Pässe zu den zahlreichen Tempogegenstößen genau zu zielen, was ihr überwiegend mit Bravour gelang. „Eine gute Vorbereitung für unser nächstes Spiel, besser kann man Gegenstöße nicht trainieren“, sagte Torsten Peyk.

VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari versuchte, dem Fiasko noch etwas Positives abzugewinnen: „Mit der Einstellung der Kreisliga-Spielerinnen bin ich zufrieden, sie haben ihre Leistung um hundert Prozent gesteigert.“ Auch die Anfeuerungsrufe unter den zehn mitgereisten Fans verstummten nicht: „Man muß auch in schlechten Zeiten zu seiner Mannschaft stehen“, brachte Traute Otto die Einstellung der treuen Anhänger auf einen Nenner.

HSG Marne/Brunsbüttel: Petersen, Gimmini, Junghans (4), Balanica (7), Ouwe (8), Tappe (3), Thomsen (7), Rosenau (2/2), Bestmann (1), Peterat (7), Brütt (2).

VfL Oldesloe: Hawer, Berndt; Gumz, Klafack, Tietgen (je 1), Pardubitzky, Lüneburg, Paetz, Kretschmann (2), Marquardt (4).

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.4.1999

 

Freitag, 30. April 1999

Letztes VfL-Heimspiel

Abschied von der zweiten Bundesliga

(mth). Abschied nehmen vom „großen“ Sport heißt es am Sonnabend ab 16.30 Uhr in der Stormarnhalle für Oldesloer Handball-Fans. Gegen die SG Magdeburg/Niederndodeleben bestreiten die Handballerinnen des VfL ihr letztes Zweitligaspiel.

Acht Jahre haben die Oldesloerinnen zumeist eine gute Rolle in der zweithöchsten Spielklasse der Republik gespielt. Aus sportlichen Gründen müssen sie auch in diesem Jahr nicht absteigen. Aber die sattsam bekannte Mißwirtschaft von. Management und OSM haben die Sache zum Platzen gebracht.

Daß der VfL die Saison überhaupt noch zuende spielt, hat er seiner zweiten Mannschaft zu verdanken. Die Kreisliga-Spielerinnen sind zusammen mit dem verbliebenen Rest des alten Kaders selbstlos eingesprungen, um den Verein vor noch größerem Schaden zu bewahren.

Jan Rambke, Vorsitzender des VfL, weiß dieses Engagement zu schätzen, und ruft alle Fans, aber auch alle Vereinsmitglieder dazu auf, den Spielerinnen dafür durch zahlreiches Erscheinen und lautstarke Unterstützung zu danken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1999

 

Sonnabend, 1. Mai 1999

VfL Oldesloe – SG Niederndodeleben 19:35 (9:15)

Zum letztenmal Bundesliga-Handball beim VfL Oldesloe

Abschied in der Stormarnhalle

(sg). Es war wohl nicht unbedingt ein Zufall der Mode, daß Manfred Priebsch ein schwarzes Jackett zur grau-schwarzen Hose gewählt haue. Der Handball-Abteilungsleiter verabschiedete in der Stormarnhalle die Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe, von deren ursprünglicher Besetzung neben Trainerin Zsuzsa Nyari mit Jeanette Marquardt, Martina Kattner, Dana Kretschmann und Stephanie Struppek gerade noch ein gesundes Quartett übrig geblieben ist. Anläßlich des letzten Heimspiels gegen die SG Niederndodeleben (19:35) dankte Priebsch allen Spielerinnen, Helfern und ganz besonders den Frauen der zweiten Mannschaft, ohne deren Mithilfe der VfL Oldesloe die achte und letzte Saison in der zweiten Bundesliga nicht zuende gebracht hätte. Ob es jemals wieder Bundesliga-Handball beim VfL Oldesloe geben wird, darf bezweifelt werden. „In diesem Jahrzehnt jedenfalls nicht mehr“, sagte der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, der sich öffentlich für entstandene „Irritationen“ zwischen den Aktiven und der Vereinsführung entschuldigte. Kein Zweifel, die Finanzkrise hat tiefe Spuren hinterlassen.

Gerade noch 100 treue Zuschauer erwiesen dem gemischten Aufgebot die letzte Ehre. Für die VfL-Spielerinnen ging das sportliche Spießrutenlaufen wie erwartet gegen Magdeburg weiter. Zwar konnten die Gastgeberinnen dank ihres großen Engagements ein Desaster wie zuletzt in Marne (9:41) abwenden. Doch an der achten Niederlage in Serie führte kein Weg vorbei. „Es tut weh, wenn eine Mannschaft so vorgeführt wird. Uns hat es heute keinen Spaß gemacht“, bedauerte Gäste-Trainer André Hein die Entwicklung beim VfL Oldesloe.

Hein war nicht der Einzige: Peter Stäcker, verantwortlich für das Programmheft „Handball-Echo“, wies daraufhin, daß der VfL Oldesloe massiv in den Abstiegskampf der zweiten Bundesliga eingegriffen habe. So hatten Marne und Peine gegen die krisengeschüttelten Oldesloerinnen leichtes Spiel, während Holstein Kiel und der Wambeler SV gegen ein damals noch intaktes VfL-Team ohne Chance waren. „So etwas wird als Wettbewerbsverzerrung gesehen im Lande“, schrieb Stäcker, der zum letzten Mal als Verfasser aktiv war und diese Gelegenheit für allerlei Vorwürfe nutzte.

Wie es mit dem Frauen-Handball beim VfL Oldesloe nun weitergeht, ist noch ungeklärt. Sollten sich genügend Spielerinnen finden, steht Zsuzsa Nyari bereit, um einen Neubeginn zu wagen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 3.5.1999

 

Sonnabend, 8. Mai 1999

Saisonabschluß in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen

Nur Stephanie Struppek aus dem alten Kader heute noch dabei

Abschiedsspiel beim alten Rivalen TSV Nord Harrislee

(Manfred Thomsen). Von ihren Fans in der Stormarnhalle haben die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe vor einer Woche beim letzten Heimspiel gegen die SG Magdeburg/Niederndodeleben Abschied genommen. Heute sagen sie dem Bundesliga-Handball endgültig ade Das letzte Zweitligaspiel des VfL steigt heute um 16.30 Uhr in der Holmberghalle in Harrislee gegen den alten Landesrivalen TSV Nord.

In der Vergangenheit haben sich beide Mannschaften oft heiße Kämpfe geliefert. Nicht selten ist es dabei um die Spitzenpositionen in der zweiten Liga und um den Aufstieg in die erste Bundesliga gegangen. Das Team aus dem Flensburger Vorort hat den Sprung dann ja auch zweimal geschafft, ist jeweils ein Jahr später dann wieder in die zweite Liga zurückgekehrt.

Aber das ist Vergangenheit. Zu Beginn der Saison hatte es noch so ausgesehen, als müsse der TSV Nord Harrislee in dieser Serie um den Klassenerhalt bangen. Das war auch noch so, als der VfL das Hinspiel Anfang Januar glatt mit 25:18 für sich entschied.

Harrislees Trainerlegende Heie Jacobsen war damals so verärgert über die Leistung seiner Schützlinge, daß er spontan ein vom Verein bezahltes Mannschafts-Essen nach dem Spiel strich. Der VfL hatte dagegen sich nach ebenfalls verkorkstem Saisonstart ins obere Tabellendrittel vorgeschoben.

Aber der Schein trog. Während sich bei den Harrisleern der kontinuierliche Aufbau aus der eigenen Jugend nach und nach bezahlt machte, brach beim VfL das finanzielle Konzept, sofern Management und die Oldesloer Marketing-Gesellschaft (OSM) überhaupt eines hatten, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Folgen: Während sich der TSV Nord Harrislee sportlich noch wieder ins untere Mittelfeld der Tabelle vorschob, mußte der VfL Oldesloe, obwohl dessen Punk-tepolster für den Nichtabstieg ausreicht, aus wirtschaftlichen Gründen die Segel streichen.

Nur um noch größeren finanziellen Schaden – Verlust der vom Gesamtverein gestellten Bundesliga-Kaution, Regreßansprüche anderer Vereine – vom VfL Oldesloe fernzuhalten, hat ein „Häufchen Aufrechter“ mit einer Notmannschaft die Saison weitergeführt.

Für das heutige letzte Spiel ist der Kader für Trainerin Zsuzsa Nyari noch kleiner geworden. Dana Kretschmann, Jeanette Marquardt und Martina Kattner aus dem alten Kader, die nach dem finanziellen Kollaps Anfang März ebenso wie ihre mittlerweile verletzten Kolleginnen Birgit Walter und Silke Dumjahn noch weitergespielt hatten, haben sich mit dem letzten Heimspiel endgültig vom VfL verabschiedet und stehen für heute nicht mehr zur Verfügung.

Aber mit Stephanie Struppek, der letzten verbliebenen Spielerin aus dem alten Kader, und Anleihen aus der weiblichen A-Jugend und der zweiten Mannschaft, die schon seit Wochen hauptverantwortlich für die Fortsetzung des Spielbetriebs in der zweiten Liga ist, wird Zsuzsa Nyari auch heute ein spielfähiges Team auf die Beine bekommen.

Chancen auf einen Sieg oder einen Punktgewinn können sich die Stormarnerinnen natürlich trotzdem nicht ausrechnen. Aber beides ist dem VfL in der Vergangenheit ja auch in seinen besten Zeiten in Harrislee in voller Besetzung nie gelungen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.5.1999

 

Sonnabend, 8. Mai 1999

TSV Nord Harrislee – VfL Oldesloe 39:8 (18:4)

„Buntes“ Team zog sich achtbar aus der Affäre

(mth). Heie Jacobsen, Trainer der Zweitliga-Handballerinnen des TSV Nord Harrislee, schnappte sich vor dem Saison-Abschlußspiel gegen den VfL Oldesloe das Hallenmikrophon und bedankte sich vor den gut 250 Zuschauern ausdrücklich bei den Stormarnerinnen, daß sie trotz ihrer mißlichen Lage auch zum letzten Spiel angetreten waren. In der Tat trat der VfL in der Holmberghalle mit einer buntgewürfelten Mannschaft auf, nachdem sich mit Ausnahme von Stephanie Struppek auch die letzten verbliebenen Spielerinnen aus dem Zweitligakader endgültig verabschiedet hatten. Natürlich war der VfL ohne den Hauch einer Chance und kassierte mit 8:39 (4:18) eine weitere haushohe Niederlage. Aber das Team, in dem auch drei A-Jugendspielerinnen – Torhüterin Kathrin Kröncke, Anika Peters und Saskia Beeth – zum Einsatz kamen, ließ sich den Schneid nicht abkaufen. Alle Spielerinnen kämpften in den 60 Minuten mit Bravour und zogen sich achtbar aus der Affäre. In die Torschützenliste konnten sich neben Stephanie Struppek (4), Corinna Renk (1) und Sylvia Gumz (1/ 1) auch Mutter und Tochter Heike und Anika Peters eintragen, die gemeinsam ihr Zweitligadebut feierten. Zum Einsatz kamen außerdem noch Nicole Klafack, Andrea Lüneburg und Anna Wach.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.5.1999

 

Dienstag, 11. Mai 1999

Zweite Frauen-Bundesliga Nord, Abschlußtabelle

 1. VfL Oldenburg          26   735:508  47:5

 2. HC Empor Rostock    26   635:539  42:10

 3. TSG Wismar            26   660:585  35:17

 4. SG Tasmania/Neukölln     26   629:570  32:20

 5. SG GutsMuths/Berlin 26   581:536  31:21

 6. SV Garßen Celle       26   617:606  28:24

 7. SG Niederndodeleben       26   513:548  28:24

 8. TSV Nord Harrislee    26   560:562  25:27

 9. VfL Bad Schwartau    26   569:583  23:29

10. VfL Oldesloe            26   556:688  20:32

11. HSG Marne/Brunsbüttel   26   607:625  16:36

12. Wambeler SV           26   519:597  16:36

13. MTV VJ Peine           26   530:670  11:41

14. HSG Holstein Kiel     26   500:594  10:42

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 11.5.1999

 

Mittwoch, 12. Mai 1999

VfL-Handballerinnen in der Oberliga

(mth). Drei Tage nach ihrem letzten Spiel in der zweiten Bundesliga sind für die Handballerinnen des VfL Oldesloe die Würfel gefallen. Der nur pro forma beim DHB auf Erteilung einer Lizenz für die zweite Liga gestellte Antrag ist erwartungsgemäß abgelehnt worden. Damit wird der VfL, wie von den Verantwortlichen gewünscht, in die Oberliga zurückgestuft. Dort werden die Oldesloerinnen entgegen anderslautenden Meldungen auch antreten, wie der stellvertretende Abteilungsleiter Jens Willhöft versicherte. Der Aufbau einer neuen Mannschaft, die weiterhin von Zsuzsa Nyari trainiert wird, ist zwar noch nicht abgeschlossen, „aber auf gutem Weg“. Namen will Willhöft erst nennen, wenn der Kader für die neue Saison komplett ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.5.1999

 

Montag, 17. Mai 1999

VfL Oldesloe meldet für die Frauen-Oberliga

Führungsrollen für zwei Schweden-Importe

(sg). Als sportliches Aushängeschild der Kreisstadt haben die Handball-Frauen des VfL Oldesloe nach achtjähriger Zugehörigkeit zur zweiten Bundesliga wohl erstmal ausgedient. Doch aufgegeben haben die Verantwortlichen nach dem finanziellen Desaster und dem freiwilligen Rückzug nicht: „Wir haben ein Frauenteam für die Oberliga-Schleswig-Holstein gemeldet“, sagte Jens Willhöft, 2. Vorsitzender der Handballsparte.

Die langjährige Trainerin Zsuzsa Nyari soll nun in der höchsten Spielklasse des Landes einen Neuanfang starten. Keine leichte Aufgabe. Denn aus dem einstigen Zweitliga-Kader haben sich alle Aktiven verabschiedet. Nur „Eigengewächs“ Stephanie Struppek ist übrig geblieben. Doch sie steht nicht mehr alleine: Mit den beiden Schwedinnen Anna-Pia Bäckegren und Anette Möller haben zwei erfahrene Rückraumspielerinnen ihr Kommen zugesagt. Beide sind 31 Jahre alt, kennen sich seit langem und wellen aus demselben Grund in Norddeutschland: Ihre Männer (Anders Bäckegren und Peter Möller) spielen als Profis bei den Erstliga-Männern des VfL Bad Schwartau, der künftig als SG Bad Schwartau-Lübeck firmieren wird. Beiden Schwedinnen traut Trainerin Nyari auf Anhieb eine Führungsrolle im neuen Frauenteam zu. Außerdem hat die Ungarin mit zahlreichen, weiteren Spielerinnen gesprochen. Zugesagt haben bisher Torhüterin Stefanie Hinz und die Linkshänderin Anja Kleuser vom Leezener SC (Bezirksklasse).

Und im eigenen Verein kann Zsuzsa Nyari künftig weiterhin auf Unterstützung aus der Kreisliga-Mannschaft zählen. So wechselt Conny Renk vom zweiten ins erste Frauenteam. Auch Nicole Klafack, Andrea Lüneburg und Torfrau Kathrin Köhnke haben sich bereit erklärt, beim Neuaufbau mitzuhelfen. Eine Reihe weiterer Spielerinnen erwartet Zsuzsa Nyari Anfang dieser Woche zum Probetraining. „Wir werden sehen, wer Interesse und Talent hat“, sagte sie.

Fest steht, daß beim VfL Oldesloe künftig die organisatorischen Belange für Männer (Bezirksliga) und Frauen (Oberliga) in enger Absprache gestaltet werden sollen. So werden beide Mannschaften künftig unmittelbar hintereinander ihre Heimspiele in der Stormarnhalle austragen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 17.5.1999

 

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