Berichte aus  der Saison 1993-94 - 2. Bundesliga Nord der Frauen

Montag, 2. August 1993

Ehrgeiziges Ziel: Aufstieg in die erste Liga

(us). Zum Auftakt ließ es Claus Schilk, Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe, noch ruhig angehen. Beim ersten Training des Zweitliga-Teams stand lediglich ein lockerer Lauf im Oldesloer Travestadion auf dem Programm. In den nächsten Wochen wird der Coach, der von Berater Thomas Gloth und Betreuer Malte Gericke unterstützt wird, seine Schützlinge wohl etwas mehr fordern.

Schließlich hat der ehrgeizige Trainer ein großes Ziel: Nach dem Scheitern in der Aufstiegsrunde vor zwei Jahren und Platz vier in der abgelaufenen Saison soll diesmal der große Wurf gelingen: Meisterschaft und Aufstieg in die erste Bundesliga.

Ein Quartett fehlte zum Auftakt: Zsuzsa Nyari, Eike Lange und die beiden Torhüterin Alexandra Hoffmann und Petra Küsel stoßen erst Mitte des Monats zum Team.

Mit dabei waren die Neuzugänge Nana Conde (TSC Berlin), Catrin Köhnken (TSV Nord Harrislee), Silke Schwöbken (VfL Bad Schwartau) und Ivonne Grimm (TSC Berlin). Sie drehten im Travestadion mit den „Etablierten“ ihre Runden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.8.1993

 

Sonnabend, 14. August 1993

Vorstellung der VfL-Damen

(sh:z). Gut zwei Wochen nach Trainingsbeginn stellen sich heute die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe der Presse und ihren Anhängern vor. Zunächst um 12 Uhr am Hotel Intermar für ein Mannschaftsfoto, ab 13 Uhr dann im Kurparkstadion. Dorthin konnte man mit der Präsentation im Rahmen eines leichten Lauftrainings dank des Entgegenkommens des SC Union ausweichen, weil im Travestadion gerade die Laufbahn renoviert wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.8.1993

 

Dienstag, 17. August 1993

VfL-Damen: Countdown läuft

Doppelveranstaltung mit Schwartaus Männern in Trittau

(mth). Bis zum Start der Punktrunde in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen sind es noch fast sechs Wochen. Der Countdown aber läuft für den VfL Oldesloe schon auf Hochtouren. Im Training ist das Team um Trainer Claus Schilk schon geraume Zeit.

Nach· schweißtreibender Konditionsbolzerei geht es jetzt' in die Halle und da wird auch der Ball wieder in die Arbeit einbezogen. „Wird auch Zeit“, wie nicht nur Babette Bischof findet, denn in der Vorbereitung stehen langsam die ersten Höhepunkte an.

Einer davon geht in Stormarn über die Bühne. In der Sporthalle in Trittau wollen am 26. August die VfL-Damen und Männer-Erstligist VfL Bad Schwartau in einer Doppelveranstaltung Werbung für sich und ihren Sport machen.

Um 18.45 Uhr treffen zunächst die Oldesloerinnen auf eine Auswahl Stormarn/Lauenburg. In der werden neben Spielerinnen der Oberliga-Teams GHG Hahnheide und TuS Aumühle mit Ingrid Schilk und Andrea Hasenberg auch zwei Oldesloerinnen spielen. Um 20.15 Uhr spielen die Schwartauer Männer gegen den Dessauer SV, der in der letzten Saison Dritter in der zweiten Liga Süd war. Zweifellos eine Partie von hohem sportlichen Reiz.

Wer sich Karten für diesen Leckerbissen und einzigen Auftritt der VfL-Damen vor dem Punktspielstart in heimischer Umgebung sichern will, kann dies bei VfL-Abteilungsleiter Jürgen Dorn (04531/5108) und GHG-Obmann Peter Skubich (04154/4901) im Vorverkauf tun.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.8.1993

 

Sonnabend, 21. August 1993

Ein flotter Aufgalopp

VfL-Handballerinnen verbuchten Turniersieg in Ostheim

(mth). Die Zweitliga-Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe kommt langsam in Schwung. Bei ihrem ersten Auftritt nach den Sommerferien, schweißtreibendem Konditionstraining und bislang erst sehr wenigen Trainingseinheiten in der Halle verbuchte sie im nordhessischen Ostheim einen Turniersieg.

Die Mannschaft von Trainer Claus Schilk blieb in vier Spielen unbesiegt. Lediglich gegen den hessischen Oberligisten TSV Ortenberg leisteten sich Zsuzsa Nyari und Co. Mit einem 17:17 einen kleinen Ausrutscher. Eintracht Baunatal (zweite Liga Süd) wurde 26:20 bezwungen, SV Rheinfelden (erste Liga/Schweiz) mit 31:20 und Gastgeber SG Ostheim/Mosheim (Oberliga) mit 27:16.

Verzichten mußte der VfL bei diesem ersten Test auf die Neuzugänge Nana Conde und Ivonne Grimm. Beide sind verletzt und werden auch beim Knoery-Cup am Dienstag in Ellerbek (Kreis Pinneberg) fehlen. Dort trifft der VfL um 18.30 Uhr auf den Deutschen Pokalsieger TuS Walle Bremen. Im zweiten Vorrundenspiel prüft der Gastgeber den SV Buxtehude. Schon um 19.45 Uhr wird dort von den Verlierern Platz drei ausgespielt, anschließend ab 21 Uhr der Turniersieger.

Da wird der VfL sicher ganz anders gefordert werden als in Ostheim. Aber er will dort nicht alle Kraft verpulvern. Schließlich stellt er sich am Donnerstag in Trittau erstmals in dieser Saison dem heimischen Publikum vor. Um 18.45 Uhr gegen eine Kreisauswahl mit Spielerinnen der GHG Hahnheide, TuS Aumühle, Andrea Hasenberg und Ingrid Schilk aus der zweiten VfL-Mannschaft und Heike Wenck von TSV Reinbek. Anschließend gibt es dort mit dem Spiel zwischen dem Männer-Bundesligisten VfL Bad Schwartau und dem Dessauer SV (zweite Liga Süd) einen echten Knüller zu sehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.8.1993

 

Dienstag, 24. August 1993

Platz vier für VfL-Damen

Roswitha Bein verletzte sich beim Turnier in Ellerbek

(us). „Eigentlich paßte das Turnier nicht in unsere Saisonvorbereitung, aber die Chance, gegen eine so renommierte Mannschaft wie Walle Bremen zu spielen, wollten wir uns nicht entgehen lassen.“ Claus Schilk, Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe, nahm den vierten Platz seines Teams um den Knoery-Cup in Ellerbek gelassen. Die Stormarnerinnen unterlagen dem deutschen Pokalsieger TuS Walle mit 21:25 (12:14).

Unmittelbar im Anschluß an die kräfteraubende Partie gegen den Erstligisten mußte der VfL gleich das nächste Spiel bestreiten: Im kleinen Finale gegen Gastgeber TSV Ellerbek (Regionalliga) gab es eine 21:27 (5:11)-Niederlage. „Alle Spielerinnen waren platt“, analysierte der Coach. Schilk nutzte das Turnier zum Experimentieren, setzte alle Neuzugänge ein.

Im Spiel gegen Walle Bremen mußte Spielmacherin Roswitha Bein nach einer rüden Attacke ihrer Gegenspielerin verletzt ausscheiden: Nach einem Ellenbogen-Check ging sie zu Boden, zog sich eine Schulterverletzung zu. Das war die Vorentscheidung: Der VfL geriet in Rückstand, zuvor hatten Eike Lange und Nana Conde den Zweitligisten zweimal in Führung gebracht.

Im Tor wechselten sich Alexandra Hoffmann und Silke Schwöbken ab. In der Partie gegen Ellerbek mußte der VfL im ersten Durchgang dem hohen Tempo Tribut zollen, kam erst in der Schlußphase stärker auf. Nach dem 21:23 von Vanessa Schack keimte Hoffnung auf: „Ich hatte gedacht, daß wir noch die Wende schaffen“, sagte Schilk.

Turniersieger wurde die Mannschaft von TuS Walle. Im Endspiel fertigten die Bremerinnen den Erstliga-Konkurrenten BSV Buxtehude mit 28:18 ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.8.1993

 

Mittwoch, 25. August 1993

Handball der Extraklasse

(us). Stormarns Handball-Fans können sich auf zwei Top-Spiele freuen: Morgen abend wird in der Sporthalle Trittau zweimal Bundesliga-Handball geboten. Um 18.45 Uhr treffen die Zweitliga-Damen des VfL Oldesloe auf eine Kreisauswahl, um 20.15 Uhr testen die Erstliga-Männer des VfL Bad Schwartau ihre Form im Tesspiel gegen den Dessauer SV (zweite Liga Süd). Der Eintrittspreis für beide Partien beträgt nur zehn Mark, Jugendliche sind für fünf Mark mit dabei. Zusätzliches Bonbon: Die Besucher können bei einer Verlosung attraktive Preise gewinnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.8.1993

 

Donnerstag, 26. August 1993

Kreisauswahl Stormarn – VfL Oldesloe 20:33

Bundesliga-Teams aus Bad Schwartau und Bad Oldesloe warben in Trittau

Vorspeise besser als Hauptgang

VfL-Damen gefielen gegen Kreisauswahl

Schwartauer Männer noch nicht fit

(mth). Der Beginn der Handballsaison läßt nicht mehr lange auf sich warten. Das sind in der Region wieder eine Menge Höhepunkte zu erwarten. Im Damen-Handball von der Mannschaft des VfL Oldesloe, die sich erheblich verstärkt hat und unbedingt von der zweiten in die erste Bundesliga aufsteigen will.

Das Ziel erreicht hat in der letzten Saison die Männermannschaft des VfL Bad Schwartau. Die will nun alles daransetzen, den Klassenerhalt zu schaffen. Für beide ehrgeizigen Vorhaben werden die Teams nicht nur Glück und Können gebrauchen, sondern auch jede Menge Unterstützung. Von den Zuschauern und aus dem Umfeld. Den Kreis von Interessenten, den es anzusprechen gilt, suchen beide dabei beileibe nicht nur in ihrem jeweiligen Heimatort. Da soll vielmehr die gesamte Region mit einbezogen werden.

Die Interessen sind in beiden Vereinen durchaus deckungsgleich und da es in den Reihen der Unterstützer Personen gibt, die auf beiden Schultern tragen, lag die Idee einer gemeinsamen Veranstaltung, die für beider Anliegen werben und wirken könnte, nicht fern.

Realisiert wurde das Vorhaben in der Sporthalle in Trittau. Das Interesse dafür war groß. Die Halle platzte zwar nicht aus allen Nähten, aber mit reichlich 400 Zuschauern war die Resonanz doch befriedigend.

Von dem was dann sportlich geboten wurde, läßt sich das nicht ohne jeden Vorbehalt sagen. Da mundete aus lokalpatriotischer Sicht die Vorspeise besser als das Hauptmenü. Hauptverantwortlich dafür waren die Oldesloer Damen. Die konnten nicht ganz in Bestbesetzung antreten. Es fehlten neben der Langzeitverletzten Petra Küsel auch die angeschlagene Roswitha Bein und Neuzugang Ivonne Grimm, deren Traum von der Teilnahme an der Junioren-WM in Bulgarien durch eine Muskelzerrung in der Wade jäh geplatzt ist. So wird den VfL dort Anfang September nur Marion Werner vertreten. Sicher mit gutem Erfolg.

Die Linksaußen sprühte in Trittau wieder einmal vor Spielfreude und lieferte vor allem im Zusammenspiel mit Zsuzsa Nyari manches Kabinettstück ab. Gegen eine Stormarner Kreisauswahl, die sich gegen den übermächtigen Gegner tapfer zur Wehr setzte.

Die Auswahl, betreut vom neuen Trainer der GHG Hahnheide, Jürgen Engeltenner, konnte bei weitem nicht in Bestbesetzung antreten, weil Regionalligist TuS Aumühle außer Kirsten Brandt keine Spielerinnen abstellte. Aber was der Stamm der GHG-Oberliga-Truppe, allen voran die Torhüterinnen Martina Havemann und Ramona Grau, ablieferte war alle Ehren wert.

Verstärkt hatten sie sich unter anderem durch Andrea Hasenberg vom VfL Oldesloe, die mit vier Toren gegen ihre bisherigen Mannschaftskameradinnen zeigte, daß sie trotz ihres Rücktritts vom Leistungshandball noch nichts von ihrem Können eingebüßt hat.

Aber Tore waren in dem Spiel so wenig wichtig wie das Endergebnis (33:20 für den VfL). Wichtig war vielmehr der Spaß, den die Spielerinnen, hüben wie drüben, sichtlich hatten und der auch auf das Publikum übersprang.

Von Spaß war beim Hauptgang, dem Herrenspiel zwischen den Schwartauern und dem Dessauer SV (zweite Liga Süd) nicht mehr die Rede. Beide Teams gingen eher verbissen zur Sache. Der Zweitligist war dabei noch weit engagierter als die Schwartauer und er hatte auch bei weitem die besseren Karten. Seinen Vorsprung, den er von Anbeginn an hatte, gab er nur Mitte der zweiten Halbzeit einmal kurzfristig ab. Am Ende aber hatten die Dessauer hochverdient mit 21:20 gewonnen.

Die Schwartauer dagegen hatten nicht recht Werbung für ihre Bundesliga-Auftritte machen können. Im Spiel über den Kreis und die Außenpositionen lief fast gar nichts, auch die Abwehr stand beileibe nicht so sicher, als daß man ihr Bundesliga-Reife attestieren könnte.

Einzig Mannschaftskapitän Daniel Waszkiewicz, mit acht Toren auch erfolgreichster Schütze, konnte voll überzeugen. Von den Neuzugängen war allenfalls Aaron Ziercke (vom THW Kiel gekommen) als Verstärkung zu erkennen. Alle anderen hatten das gerade beendete Trainingslager im Harz offensichtlich noch nicht recht weggesteckt. Dabei bleibt den Herren bis zum Punktspielstart Mitte September weit weniger Zeit als den Damen, für die es erst am letzten September-Wochenende ernst wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.8.1993

 

Sonntag, 29. August 1993

Zweiter Platz bei Turnier in Waiblingen

Der Kader wird kleiner

Nun auch Zsuzsa Nyari verletzt

(mth). Vier Wochen vor dem ersten Punktspiel wird der Kreis der einsatzfähigen Spielerinnen bei der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe immer kleiner. Bei einem Turnier in Waiblingen standen Trainer Claus Schilk am Ende nur noch acht Spielerinnen zur Verfügung.

Es fehlten Ivonn Bosza, Ivonne Grimm, Roswitha Bein (alle verletzt), Marion Werner (zur Juniorinnen-WM in Bulgarien abgereist) und Katrin Behnke (beruflich verhindert). Dazu verletzte sich bei dem Turnier noch Zsuzsa Nyari – sie wird vermutlich zwei Wochen ausfallen – und die junge Vanessa Schack schonte der VfL-Coach in den letzten Spielen, um sie nicht zu überfordern.

Mit diesem Rumpfaufgebot besiegte der VfL dennoch die Schweizer Erstligisten Thun (14:11) und Rheinhausen (16:11) und die Regionalliga-Teams aus Leihgestern (16:12) und Schmieden (14:9). Erstliga-Aufsteiger DJK Würzburg aber mußte er sich mit 10:16 geschlagen geben. Das bedeutete Platz zwei in der Vorrundengruppe.

Auf die späten Plazierungsspiele – der Zeitplan war durcheinander geraten – verzichteten die Oldesloerinnen, um rechtzeitig die gebuchte Heimreise antreten zu können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.9.1993

 

Sonnabend, 4. September 1993

Pokaltermin

(sh:z). Eine Woche vor Beginn der Punktrunde in der zweiten Bundesliga wartet auf die Handball-Damen des VfL Oldesloe die erste Hürde im Pokalwettbewerb. Am 18. September tritt die Mannschaft von Trainer Claus Schilk um 18 Uhr bei der SG Goslar (Regionalliga) an.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.9.1993

 

Dienstag, 7. September 1993

Handball-Ligen umgruppiert

(mth). Drei Wochen vor Beginn der Punktspiele sind die zweiten Bundesligen Nord und Mitte der Handball-Damen noch einmal umgruppiert worden. Der Grund: BSG Halloren Halle hat sich kurzfristig vom Spielbetrieb zurückgezogen. Die Staffel Mitte wäre damit auf zehn Mannschaften geschrumpft. Um wieder auf gleiche Klassenstärken zu kommen, wechselt VB 49 Berlin aus der Staffel Nord (bislang 12 Teams) in die Staffel Mitte. Für die muß nun ein neuer Spielplan erstellt werden. Der der Nord Gruppe, in der der VfL Oldesloe spielt, bleibt erhalten. Nur die Spiele mit den Berlinerinnen werden ersatzlos gestrichen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.9.1993

 

Mittwoch, 8. September 1993

Acht Tore von Marion Werner

(us). Marion Werner von den Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe ist mit der deutschen Nationalmannschaft der Juniorinnen auf Erfolgskurs. Bei der Weltmeisterschaft in Bulgarien erreichte das DHB-Team mit 4:2 Punkten die Zwischenrunde und trifft nun auf Rußland. Im ersten Vorrundenspiel gab es eine 21:29-Niederlage gegen die Ukraine, Marion Werner (auf Linksaußen eingesetzt) steuerte einen Treffer bei. Anschließend bezwang das Team von Bundestrainer Peter Amann Nordkorea mit 22:17 (zwei Tore von Marion Werner). Ihren großen Auftritt hatte die Stormarnerin im Schlußspiel gegen Gruppensieger Südkorea. Beim überraschenden 25:23-Erfolg gegen die Asiatinnen traf sie fünfmal. „Die Stimmung in der Mannschaft ist trotz der miserablen Vorbereitung euphorisch“, sagte VfL-Coach Claus Schilk, der sich per Telefon über den Turnierverlauf informiert hatte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.9.1993

 

NN September 1993

VfL Oldesloe – TSG Wismar ?????

 

Freitag, 17. September 1993

Verletzungssorgen vor dem DHB-Pokalspiel in Goslar

Stimmung ist etwas gedrückt

Köhnken, Grimm und Behnke fallen bei den VfL-Damen aus

(mth). Eine Woche, bevor mit dem Auswärtsspiel in Neubrandenburg die Punktspielrunde in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord beginnt, ist die Stimmung bei der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe etwas gedrückt. Am Ende der harten Vorbereitungszeit auf die Saison, für die sie sich so viel vorgenommen haben, klagen fast alle Spielerinnen der Mannschaft von Trainer Claus Schilk über Blessuren.

Für ein Trainingsspiel gegen Erstliga-Aufsteiger TSG Wismar mußte der VfL-Coach deshalb Andrea Hasenberg reaktivieren und zusätzlich Alexandra Bartels aus der zweiten Mannschaft einsetzen, um wenigstens acht Feldspielerinnen zur Verfügung zu haben. Kein Wunder, daß die Oldesloerinnen im Testspiel ohne Chance waren.

Ganz so eng sieht es für das Pokalspiel morgen um 18 Uhr beim Regionalligisten SG Goslar nicht aus. Mit Catrin Köhnken, Ivonne Grimm und Katrin Behnke aber fallen neben der Langzeit-Verletzten Petra Küsel drei Spielerinnen ganz sicher aus.

Köhnken und Grimm haben zwar mittlerweile das Training wieder aufgenommen, aber Risiken will bei den Stormarnern unmittelbar vor Beginn der Punktrunde deshalb niemand eingehen.

„Die Aufgabe in Goslar müssen und werden wir trotzdem lösen“, macht Schilk keinen Hehl daraus, was er von seinen Schützlingen in der Kaiserstadt am Harz erwartet. Er warnt aber davor, den Gegner zu unterschätzen. Der liegt nach den ersten zwei Spieltagen immerhin an der Spitze der Regionalliga und hat sich mit ein paar routinierten Spielerinnen von Germania List verstärkt

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.9.1993

 

Sonnabend, 18. September 1993

SG Goslar – VfL Oldesloe 18:25 (9:12)

DHB-Pokal in Goslar: Anreise war die größte Strapaze

Sieg war nie in Gefahr

(mth). So recht weiß Claus Schilk, Trainer und Manager der Handball-Damen des VfL Oldesloe, eine Woche vor Beginn der Punktrunde in der zweiten Bundesliga noch nicht, wo seine Mannschaft leistungsmäßig zur Zeit steht. Im Pokalspiel der 1. DHB-Hauptrunde bei SG Goslar liefen die Oldesloerinnen beim 25:18 (12:9)-Erfolg zwar nie Gefahr, eine Blamage zu erleben, aber so richtig überzeugen konnten sie ihren Trainer auch nicht.

„25 Tore gegen einen solchen Gegner, der allenfalls mittelmäßiges Regionalliga-Niveau hatte, sind einfach zu wenig. Stattdessen hätten es leicht 40 werden müssen“, war Schilk nach dem Spiel in der Kaiserstadt am Harz nicht restlos zufrieden.

Allerdings hatte der VfL-Coach ein paar Erklärungen für das nicht berauschende Auftreten seiner Mannschaft. Die Ausfälle von Ivonne Grimm, Ivonn Bosza, Petra Küsel und Katrin Behnke wollte er dabei nicht überbewerten. Stärker fiel da schon eine strapaziöse Anreise ins Gewicht. Staus auf der Autobahn führten dazu, daß der VfL erst um 17.15 Uhr, also nur 45 Minuten vor Spielbeginn in Goslar eintraf.

Da war an ordentliche Vorbereitung auf das Spiel natürlich nicht mehr zu denken. Insbesondere Babette Bischof, die einen der beiden Wagen gefahren war, schüttelte die Strapazen nicht so ohne weiteres ab.

Dennoch: Nach anfänglicher 2:0-Führung stand der Gastgeber sehr schnell auf verlorenem Posten. Spätestens als der VfL nach 13 Minuten beim Spielstand von 6:6 seine Deckung von 6:0 auf 5:1 umschaltete. Damit kam Goslar überhaupt nicht zurecht und so zog der VfL bald auf und davon, ohne dabei Bäume auszureißen.

Die 25 Treffer der Stormarnerinnen teilten sich Zsuzsa Nyari (6), Nana Conde, Marion Werner (je 5), Roswitha Bein (3), Eike Lange (2/1), Irina Derr, Vanessa Schack, Catrin Köhnken und Babette Bischof. Im Tor standen Alexandra Hoffmann und Silke Schwöbken je eine Halbzeit lang.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.9.1993

 

Freitag, 24. September 1993

Saisonstart der zweiten Bundesliga der Handball-Damen

VfL Oldesloe strebt mit aller Macht den Meistertitel und den Aufstieg an

Sieg ist Pflicht

Erste Aufgabe bei SV Neubrandenburg

(mth). Der Countdown ist abgelaufen: Nach langer Vorbereitungszeit beginnt am Wochenende die zweite Bundesliga der Handball-Damen mit dem Punktspielbetrieb. Mit von der Partie ist in der Gruppe Nord auch wieder der VfL Oldesloe. Keineswegs in einer Rolle als Mitläufer. Im Gegenteil: Der VfL bekennt sich uneingeschränkt zu einem hohen Ziel: Meistertitel und Aufstieg in die erste Bundesliga.

Um das in die Tat umzusetzen, ist man nicht untätig gewesen. Trainer und Manager Claus Schilk hat keine Mühen gescheut, das Team, das in den letzten beiden Jahren nur knapp den Sprung ins Oberhaus verpaßte, zu verstärken.

Verlassen haben die Mannschaft nur Andrea Hasenberg (Karriere abgeschlossen) und Mona Münstermann (zurück nach Hamburg). Dem stehen nicht weniger als sechs Neuzugänge gegenüber. Insbesondere galt es, den Rückraum zu stärken. Das dürfte mit Nana Conde und Ivonne Grimm (beide vom Erstligisten TSC Berlin) und Catrin Köhnken vom TSV Nord Harrislee gelungen sein.

Mit Conde und Köhnken verfügt Schilk neben Zsuzsa Nyari jetzt über zwei weitere überaus routinierte Spielerinnen, die der Mannschaft noch mehr Stabilität geben sollen. Vor allem auch in Auswärtsspielen, in denen der VfL in der letzten Saison nicht immer gut aussah.

Ivonne Grimm dagegen zählt wie Marion Werner, die eine tolle Juniorinnen-WM in Bulgarien spielte, zu den größten Nachwuchstalenten im deutschen Frauen-Handball. Mit ihr soll noch mehr Tempo ins Oldesloer Spiel kommen.

Die weiteren Neuzugänge – Katrin Behnke, Vanessa Schack und Silke Schwöbken – kommen alle vom VfL Bad Schwartau. Letztere gedacht, um die Lücke, die Stammtorhüterin Petra Küsel bis zur Überwindung ihrer schweren Knieverletzung hinterläßt, zu schließen, die beiden anderen als Optionen für die Zukunft. Alle drei haben sich, so Schilk, in der harten Vorbereitung prächtig gemacht, so daß er schon jetzt voll auf sie zählt.

Bis auf Katrin Behnke, die ebenso wie Ivonn Bosza und Petra Küsel noch fehlen wird, auch schon in Neubrandenburg, wo der VfL um 16.30 Uhr in der Halle der Pädagogischen Hochschule seine Saisonpremiere gibt. „Dort ist ein Sieg für uns Pflicht“, läßt Claus Schilk keinen Zweifel an seinen Erwartungen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.9.1993

 

Sonnabend, 25 September 1993

SV Neubrandenburg – VfL Oldesloe 17:21 (5:14)

Gelungener Start der VfL-Damen: 21:17 in Neubrandenburg

Erst hui, dann pfui

Unerklärlicher Leistungs-Knick in der zweiten Halbzeit

(mth). Claus Schilk, Trainer und Manager der Handball-Damen des VfL Oldesloe, war nur schwer zu überzeugen. Gleich nach dem Abpfiff des ersten Punktspieles der neuen Saison beim SV Neubrandenburg diskutierte er mit Zsuzsa Nyari – seiner neuen Mannschaftsführerin – ob, und wenn ja, warum er in der zweiten Halbzeit um den 21:17-Erfolg noch habe zittern müssen. Die Ungarin stellte das in Abrede. „Wir haben immer genug Vorsprung gehabt und sind nie ernsthaft in Gefahr geraten“, war ihre feste Überzeugung.

Die Diskussion aber kam nicht von ungefähr. Die knapp 150 Zuschauer hatten ein Spiel mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten erlebt. Der VfL, mit großen Erwartungen und ehrgeizigen Zielen in die Saison gegangen, hatte in den letzten 25 Minuten vor dem Seitenwechsel ein wahres Handball-Feuerwerk abgebrannt.

Da rieben sich selbst die wenigen mitgereisten Oldesloer Fans verwundert und entzückt die Augen. So stark hatte ihre Mannschaft in der Vergangenheit über einen solchen Zeitraum hinweg noch nie aufgetrumpft. Das kam auch zahlenmäßig deutlich zum Ausdruck. 14:5 führten die Oldesloerinnen zu diesem Zeitpunkt und das Ergebnis schmeichelte eher noch den Neubrandenburgerinnen.

Die standen dem Angriffswirbel des VfL nahezu ratlos gegenüber. Der spielte Tempohandball par excellence mit zweiter und dritter Welle. In der Perfektion hat die Mannschaft den in der Vergangenheit nicht zelebriert, wiewohl Trainer Schilk in der Stammformation nur wenig verändert hat.

Die Kreisposition dem für Andrea Hasenberg nun uneingeschränkt Eike Lange ein und im rechten Rückraum – im letzten Jahr meist von Ivonn Bosza besetzt – wirbelt jetzt Neuzugang Nana Conde.

Nach neun Minuten führte der VfL mit 3:0. Gut und gern hätte die Torquote schon doppelt so hoch sein können, denn die fünf von sechs Holztreffern, die die Mannschaft im gesamten Spiel hatte, konnte man schon nach zehn Minuten registrieren.

Das „zu Null“ kam auch nicht von ungefähr: Im Tor der Oldesloerinnen hatte Alexandra Hoffmann, in der Vorbereitung selten in Bestform, einen großartigen Tag. Sie wurde vom Gastgeber blendend „warm“ geschossen und fegte wie ein Irrwisch zwischen den Pfosten hin und her.

Nach dieser Gala-Vorführung waren die Erwartungen für die zweite Halbzeit natürlich riesig. Aber die wurden samt und sonders enttäuscht. Der VfL war nicht mehr wiederzuerkennen. Die Mannschaft verlor jegliche Konzentration. Die Bindung ging völlig verloren und tatsächlich wurde es zweimal – beim 15:18 in der 48. und beim 16:19 in der 51. Minute – noch einmal eng für den Favoriten.

Zu zittern bestand gleichwohl, auch dann nicht ernsthaft, denn just dann zog die überragende Roswitha Bein trotz kurzer Deckung zweimal an und ließ am Sieg ihrer Mannschaft keine ernsthaften Zweifel zu.

Aber den Faden der ersten Halbzeit konnte die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt weiterspinnen. Das stimmt für das Spitzenspiel am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle gegen den Erzrivalen TSV Nord Harrislee ein wenig bedenklich. Gegen den wären gewiß schon zehn Minuten in diesem Schlendrian tödlich.

Wiewohl dann die Gefahr, den Gegner im Gefühl deutlicher Überlegenheit zu unterschätzen, sicher geringer ist, als sie es in Neubrandenburg objektiv war. Denn eine Spur – vielleicht unbewußte – Überheblichkeit war bei dem Umbruch in Neubrandenburg ganz sicher im Spiel.

SV Neubrandenburg: Meyer, Strohgies – Ahlgrimm (4), Oesterheld, Hein (3/1), Bachen (2), Marilyn Krause (3), Antje Krause, Feist (3), Kattinger (2), Wieduwill.

VfL Oldesloe: Hoffmann, Schwöbken – Grimm (1), Bein (8/4), Köhnken, Bischof, Conde (4/1), Werner (3), Lange (2), Schack (1/1), Nyari (2).

Zuschauer: 150.

Schiedsrichter: Eisenblätter/Seide (Berlin).

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.9.1993

 

Freitag, 1. Oktober 1993

Mitfavorit TSV Nord Harrislee morgen Gegner des VfL in der Stormarnhalle

Heimpremiere mit dem Knüller

Schilk beginnt mit Neubrandenburg-Formation

Grimm und Köhnken „brennen“

(mth). Fast fünf Monate haben die Fans der Handball-Damen des VfL Oldesloe – und das sind ja nicht gerade wenige – „,darben“ müssen. Morgen aber ist es endlich wieder soweit: Um 19.30 Uhr ist in der Stormarnhalle wieder Bundesliga-Zeit.

Die Arena wird mit Sicherheit wieder aus allen Nähten platzen. Zur Heimpremiere steht gleich einer der ganz großen Knüller der Saison an. Gegner der Mannschaft von Trainer Claus Schilk ist der schleswig-holsteinische Erzrivale TSV Nord Harrislee. Der hat gleich am ersten Spieltag der neuen Saison mit einem 21:14-Erfolg über KSV Holstein Kiel die Tabellenführung übernommen.

Aber auch die Oldesloerinnen sind ja mit einem Sieg (21:17 bei SV Neubrandenburg) gestartet. Ein Sieg, der auch weit höher hätte ausfallen können, wäre die Mannschaft nach einer 14:5-Halbzeitführung nicht aus unerklärlichen Gründen total eingebrochen.

Einen solchen Einbruch, da waren alle VfLerinnen vor einer Woche einer Meinung, wird sich die Mannschaft gegen Harrislee nicht zehn Minuten, geschweige denn eine ganze Halbzeit lang leisten können. „Dann wird uns der TSV das Fell über die Ohren ziehen“, ist sich nicht nur Catrin Köhnken sicher.

Die weiß, wovon sie spricht. Sie spielte schließlich bis zu ihrem Wechsel zum VfL in diesem Sommer beim morgigen Gegner. Den kennt sie natürlich wie ihre Westentasche und sie weiß, daß deren Trainer Heie Jacobsen seine Mannschaft immer dann besonders heiß macht, wenn es gegen den VfL geht.

Aber das ist auch bislang in Oldesloe schon bekannt gewesen. Spätestens im Januar muß das auch dem letzten VfLer klar geworden sein, als Zsuzsa Nyari und Co. Zum Rückrundenauftakt mit 12:27 in Harrislee verloren und damit praktisch aus dem Meisterschaftsrennen ausschieden.

Beim VfL erinnert man sich deshalb auch lieber an das Hinspiel, das nach einem wahren Krimi mit einem 21:20-Erfolg für die Stormarnerinnen endete. Daran will man morgen unbedingt anknüpfen, wobei man über einen weniger nervenaufreibenden Verlauf sicher nicht böse wäre.

Trainer Claus Schilk wird wieder die gleiche Stammformation aufbieten, die in Neubrandenburg in der ersten Halbzeit so großartig auftrumpfte. Von den Neuzugängen ist darin zunächst nur Nana Conde dabei. Junioren-Nationalspielerin Ivonne Grimm, der nach überstandener Verletzung noch Spielpraxis fehlt, wird ebenso wie Catrin Köhnken aber mit Sicherheit im Verlauf des Spiels zum Einsatz kommen.

Letztere brennt darauf, ihrem ehemaligen Trainer zu zeigen, was in ihr steckt. Sie hat in dieser Woche – anders als vor dem Neubrandenburg-Spiel, in dem sie nur in der Schlußminute eingesetzt wurde – endlich intensiver trainieren können und wird deshalb auch von Claus Schilk als Alternative und Ergänzung für das Spitzenspiel angesehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1993

 

Freitag, 1. Oktober 1993

Vorverkauf eingerichtet

(mth). Wegen der riesigen Kartennachfrage für das Spiel seiner Bundesliga-Damen gegen den TSV Nord Harrislee bietet die Handballabteilung des VfL Oldesloe einen Kartenvorverkauf an. Am Spieltag wird von 9 bis 13 Uhr in der Hindenburgstraße auf Höhe der Volksbank ein Stand eingerichtet, bei dem auch die restlichen Dauerkarten abgeholt beziehungsweise bestellt werden können. Die Abendkasse wird ab 18 Uhr geöffnet sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.10.1993

 

Sonnabend, 2. Oktober 1993

VfL Oldesloe – TSV Nord Harrislee 25:18 (14:9)

25:18-Sieg gegen TSV Nord Harrislee bei der Heimpremiere des VfL

In dieser Form Titel-Favorit

500 Zuschauer in der Stormarnhalle waren von ihrer Mannschaft begeistert

(mth). Die Stormarnhalle bleibt für die Gegner des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga weiter eine uneinnehmbare Festung. Die letzte Heimniederlage in einem Punktspiel liegt nun schon drei Jahre zurück. Zur Heimpremiere der neuen Saison stand ja gleich ein Knüller auf dem Programm. Gegner der Schützlinge von Trainer Claus Schilk war Erzrivale TSV Nord Harrislee, der neben Bundesliga-Absteiger VfL Oldenburg (nächster VfL-Gegner) als Hauptkonkurrent für die Meisterschaft gilt. Mit dem machten die Stormarnerinnen wenig Federlesens. Mit 25:18 (14:9) nahm der VfL eindrucksvoll Revanche für die derbe Abfuhr, die er im Januar diesen Jahres in Harrislee bekommen hatte.

Besonders gelitten unter dieser Niederlage hatte seinerzeit Zsuzsa Nyari. Bei ihr saß der Stachel ganz tief. Das Debakel in Harrislee hatte sie in ihrer Ehre getroffen und die galt es wieder reinzuwaschen. Ihr Freundensprung nach dem Schlußpfiff fiel deshalb weit größer als nach normalen Siegen ihrer Mannschaft aus.

Und das aus gutem Grund. Die VfLerinnen, die sich seit Anfang Mai bei ihrem treuen Stammpublikum rar gemacht hatten, eroberten sich die Herzen ihrer 500 Anhänger im Sturmlauf zurück. Nur in den ersten drei Minuten stockte denen etwas der Atem, als der Gast mit 2:0 in Führung ging.

Aber das steckte die Mannschaft ungerührt weg. Ein Fußfehler von Gaby Möhlmann bei einem Siebenmeter, der das 0:3 hätte bedeuten können, war der Wendepunkt. Bis zur 8. Minute war der Spieß umgedreht. Angetrieben von einer erneut bärenstarken Spielmacherin Roswitha Bein und von Zsuzsa Nyari warf der VfL fünf Tore in Folge.

In dem Stil ging es weiter. Nach 20 Minuten führten die Gastgeberinnen mit 11:5, zur Pause mit 14:9. Neben der alles überragenden Ungarin hatte dabei Nana Conde, einziger Neuzugang in der Stammformation, besondere Akzente setzen können. Sie, Nyari und Marion Werner, die stark, allerdings nicht an ihrem Leistungslimit aufspielte, entnervten dabei Harrislees Klassetorhüterin Silke Christiansen mit immer neuen Wurf-Varianten.

Stark beim VfL aber auch Babette Bischof und die unermüdliche Kreisläuferin Eike Lange. Im Tor fand Alexandra Hoffmann schnell Bande zum Spiel und dann weiß sie eigentlich stets zu glänzen.

In der zweiten Halbzeit ließ, im Gegensatz zum Auftaktspiel in Neubrandenburg, die Konzentration beim VfL nicht nach. So konnten auch zwei kritische Phasen, als Harrislee zweimal bis auf vier Treffer herankam, nachdem der VfL schon 18:10 (35.) geführt hatte, unbeschadet überstanden werden.

Auch deshalb, weil Ivonne Grimm, als einzige Feldspielerin eingewechselt, langsam besser ins Spiel ihrer neuen Mannschaft findet, und Silke Schwöbken, die Alexandra Hoffmann in der 41. Minute im Tor ablöste, ihrer Vorgängerin in nichts nachstand.

VfL Oldesloe: Alexandra Hoffmann, Silke Schwöbken – Marion Werner (3), Ivonne Grimm (1), Roswitha Bein (4/1), Babette Bischof (4/1), Eike Lange (1/1), Zsuzsa Nyari (6), Nana Conde (6/2).

Trainer: Claus Schilk/Thomas Gloth.

TSV Nord Harrislee: Silke Christiansen, Ivonne Augustat – Nina Jessen, Gaby Möhlmann, Britt Krüger (3), Petra Schulz (3), Freya Preuß, Ulrike Andresen (9/6), Andrea Zierk, Marina Nikolova (1), Susanne Henze (1), Anke Graef (1).

Trainer: Haie Jacobsen/Klaus Bargiel.

Schiedsrichter: Bruns (Oldenburg) und Thiesen (Dinklage).

Spielfilm: 0:2 (3. Minute), 5:2 (8.), 11:5 (20.), 14:9 (30.), 18:10 (35.), 18:14 (41.), 21:14 (46.), 21:17 (50.), 23:18 (56.), 25:18 (60.).

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.10.1993

 

Montag, 4. Oktober 1993

Basis wird professioneller

(mth). Sportlich ist die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe auf dem besten Wege, ihr großes Ziel – Aufstieg in die erste Bundesliga – zu verwirklichen. Darauf richtet man sich auch im Umfeld ein.

Nach langer Vorbereitungszeit ist in der letzten Woche die Oldesloer Sport-Marketing GmbH (OSM) aus der Taufe gehoben worden.

Deren Ziel: Eine möglichst optimale Vermarktung des Teams, um die finanzielle Basis für einen Ausflug in die erste Liga zu schaffen. Geschäftsführer der Gesellschaft mit 50.000 Mark Eigenkapital ist VfL-Abteilungsleiter Jürgen Dorn. Das soll die Verbindung zum Verein deutlich machen, dessen Gemeinnützigkeit auf der anderen Seite durch die Verlagerung der Finanz-Transaktionen auf die OSM) abgesichert wird.

Nicht die Marketing-Gesellschaft, sondern das Trainergespann Schilk/Gloth – beide sind allerdings Mitgesellschafter – hat sich eine besondere Prämie ausgedacht. „Holt die Mannschaft aus den ersten drei Spielen 6:0 Punkte, winken ihr zehn trainingsfreie Tage“, lockt Schilk seine Schützlinge zu besonderen Anstrengungen in der ersten Saisonphase.

Zweidrittel der Forderungen hat die Mannschaft schon erfüllt. Nun fehlt „nur“ noch ein Sieg am kommenden Sonnabend bei Erstliga-Absteiger VfL Oldenburg. Die Trainingspause, wenn sie denn kommt, wird dem VfL nicht schaden. Schließlich ist im Spielplan nach dem Oldenburg-Spiel eine fünfwöchige Pause vorgesehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.10.1993

 

Freitag, 8. Oktober 1993

Reifeprüfung in Oldenburg

Handball-Damen des VfL Oldesloe beim Mitfavoriten

Schilk: „Schwerer als Nord“

(sc). Ihre erste schwere Prüfung haben die Handball-Damen des VfL Oldesloe bestanden, doch ausruhen darf sich der Zweitligist nach dem 25:18 gegen den TSV Nord Harrislee nicht. Bereits am Sonnabend (18.30 Uhr) muß der Tabellenführer beim VfL Oldenburg seinen nächsten Härtetest bestehen.

Und der wird laut VfL-Trainer Claus Schilk schwerer zu bestehen sein, als der letzte. „Den TSV Nord kannten wir aus der letzten Saison, von Oldenburg wissen wir fast nichts. Gegen die haben wir das letzte Mal vor vier Jahren auf einem Turnier gespielt.“

Nach dem 19:18-Erfolg des Erstliga-Absteigers beim KSV Holstein Kiel am vergangenen Wochenende hat sich der VfL-Coach lediglich ein ungefähres Bild vom kommenden Gegner machen können. „Die haben einen wurfkräftigen Rückraum, da ist nicht nur die Abwehr, sondern vor allem die Torhüterin gefordert.“

Die müssen sich vor allem auf die ehemalige Hastedterin Sabine Schröder einstellen, die gegen Kiel fünf Tore erzielte. Aber auch Nicole Lüdekind auf der linken Rückraumposition dürfte der VfL-Abwehr alles abverlangen. „Da müssen wir offensiv ran, um die nichts ins Spiel kommen zu lassen.“

Taktisch kommt den Oldesloer Damen die Spielweise des Meisterschaftsfavoriten sehr entgegen. „Der VfL arbeitet meistens mit einer offensiven 5:1-Abwehr“, meint Schilk. „Wenn die versuchen, unseren Rückraum auszuschalten, können wir das Spiel immer noch über den Kreis und die Außen machen.“ Zudem rechnet sich der VfL-Trainer, dessen Team bereits ein Punktspiel mehr als der VfL Oldenburg bestritten hat, einen leichten Vorteil aus: „Wir haben etwas mehr Spielpraxis, das könnte sich auszahlen.“

Voraussetzung dafür ist allerdings, daß bis zum Anpfiff alle Spielerinnen fit sind. Noch weiß Schilk nicht, ob Torhüterin Alexandra Hoffmann (Seitenbänder-Dehnung) und Spielmacherin Nana Conde (Fußverstauchung) zur Verfügung stehen. „Ich plane aber fest mit beiden. Die Verletzungen sind nicht schlimm und außerdem wollen die in diesem Spitzenspiel natürlich unbedingt dabei sein.“

Dabei sein können auch die Fans des VfL Oldesloe. Der Fanbus fährt um 14.30 Uhr von der Stormarnhalle ab. Der VfL weist jedoch darauf hin, daß nur noch bereits zuvor reservierte Plätze zur Verfügung stehen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.10.1993

 

Sonnabend, 9. Oktober 1993

VfL Oldenburg – VfL Oldesloe 20:22 (8:12)

Erst in der Schlußphase stark

Handball-Damen des VfL Oldesloe schlugen Mitfavoriten VfL Oldenburg 22:20

(sc). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe haben auch ihre zweite Hürde genommen. Beim VfL Oldenburg siegte der Tabellenführer der zweiten Liga mit 22:20 (12:8) und sicherte sich nach dem Auftaktsieg über den TSV Nord Harrislee erneut zwei Punkte gegen einen Mitaufstiegs-Konkurrenten. Allerdings ist es bis zur Meisterschaft noch ein weiter Weg, wie die letzten Minuten dieser Partie deutlich machten. Auf dem Weg zu ihrem zweiten Saisonsieg wäre den VfL-Damen nämlich beinahe die Puste ausgegangen.

„Als es eng wurde, hat die Mannschaft gezeigt, wie stark sie ist“, meinte VfL-Trainer Claus Schilk, der in den

Schlußminuten noch einmal um die bereits sicher geglaubten Punkte zittern mußte.

Denn über nahezu die gesamte Spielzeit hatte es nach einer klaren Angelegenheit für die Gäste ausgesehen. Zwar ging der VfL Oldenburg zunächst 2:0 in Führung, doch dann zogen die Oldesloerinnen mit Toren aus einer schnell vorgetragenen zweiten Welle und zahlreichen erfolgreich verwandelten Tempogegenstößen davon. Bis zur 22. Minute hatte der VfL eine Sechs-Tore-Führung (9:3) herausgeworfen, die bis zum Wechsel allerdings wieder auf vier Treffer zusammenschmolz.

Schon zu diesem Zeitpunkt hätte sich VfL-Coach Schilk einen höheren Vorsprung gewünscht, zumal er seine Abwehr perfekt auf die gefährlichsten Oldenburgerinnen – Nicole Lüdekind und Christine Schröder – eingestellt hatte. Doch statt der beiden Rückraumspielerinnen trafen die Außen Eickhoff und Brandt. „Klar, daß die mehr Raum haben, wenn man sich auf den Rückraum konzentriert“, analysierte Schilk nach dem Schlußpfiff. „Aber so viele Tore dürfen trotzdem nicht fallen. Da sind die Torhüter gefordert.“

Doch gerade die hatten nicht ihren besten Tag erwischt. An die überragende Leistung aus dem letzten Spiel konnten die beiden VfL-Torhüterinnen jedenfalls nicht anknüpfen. Einzige Ausnahme: Zwei von Alexandra Hoffmann gehaltene Siebenmeter.

Dennoch reichte es für den VfL Oldesloe lange zu einer beruhigenden Führung. Beim 16:11 (41. Minute) glaubte wohl niemand mehr auf der VfL-Bank noch an eine Überraschung. Doch es kam anders: Als Eike Lange in der 45. Minute nach ihrer dritten Zeitstrafe „Rot“ sah, lief bei den Gästen plötzlich nichts mehr zusammen. Oldenburg kam innerhalb von neun Minuten auf 16:17 heran. Schilk reagierte, tauschte die entkräfteten Bischof und Conde abwechselnd gegen Ivonne Grimm aus und brachte so wieder Stabilität ins Spiel.

Obwohl Oldenburg in den Schlußminuten ständig dranblieb, brachte der VfL Oldesloe die verbleibenden Minuten routiniert und clever über die Bühne.

VfL Oldenburg: Büsing, Kuck – Ute Brandt (6/1), Titiana Göffken, Nicole Lüdekind, Frauke Bamicke, Martina Bihm, Nicole Völken (4), Ursula Bixschlag (5), Tanja Brummund (2), Christine Schröder (1), Vivien Eickhoff (2/2).

Trainer: Bernd Neumann, Kerstin Köhler.

VfL Oldesloe: Alexandra Hoffmann, Silke Schwöbken – Marion Werner (2), Ivonne Grimm, Roswitha Bein (7/4), Babette Bischof (5/2), Eike Lange, Zsuzsa Nyari (2), Nana Conde (6).

Trainer: Claus Schilk/Thomas Gloth.

Schiedsrichter: Knackstedt/Butterbrodt (beide Göttingen).

Spiellilm: 2:0 (5.), 3:9 (22.), 5:10 (25.), 6:11 (28.), 8:12 (30.), 10:13 (32.), 10:16 (41.), 13:16 (44.), 14:17 (48.), 16:17 (50.), 17:19 (52.), 18:20 (54.), 19:21 (57.), 19:22 (58.), 20:22 (60.).

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.10.1993

 

Sonnabend, 16. Oktober 1993

Warten auf das Comeback

Petra Küsel: Rückkehr im Visier: „Im Dezember spiele ich wieder“

Cordula Rassow – Den 1. Mai 1993 wird Petra Küsel nicht vergessen. Die Torhüterin des VfL Oldesloe will einen Tempogegenstoß abwehren, prallt mit einer gegnerischen Spielerin zusammen, bleibt minutenlang am Boden liegen. Diagnose: Kreuzbandriß. Der Schock, die Schmerzen, fünf Monate später hat die Zweitliga-Handballerin alles überwunden, aber noch immer mit den Folgen zu kämpfen. Aufbauübungen, Ausdauertraining und die Angst, sich wieder zu verletzen. Trotz allem: Im Dezember will Petra Küsel wieder im Tor stehen.

„Ich kann unfallfrei geradeaus gehen, auch ein bißchen laufen, aber für viel mehr reicht es noch nicht.“ Obgleich die 22jährige seit nahezu einem halben Jahr alles versucht, um wieder in Form zu kommen, an ein normales Training ist noch immer nicht zu denken.

Nach dem Unfall im Bundesliga-Spiel gegen den TSG Wismar war das Knie völlig instabil. Im Krankenhaus in Henstedt-Ulzburg wurde neben dem Kreuzbandriß auch noch ein Innenbandabriß diagnostiziert, doch ein Eingriff blieb aus. Die behandelnden Ärzte empfahlen, das Knie ohne Operation ausheilen zu lassen. Petra „Piet“ Küsel stimmte zu – ein Fehler, wie sie heute meint. „Innerhalb von zwei Wochen verlor ich an dem Bein sechs Zentimeter Muskelumfang. Das ging unheimlich sehnell.“

Dem Co-Trainer des VfL, Thomas Gloth, war es schließlich zu verdanken, daß sich Petra Küsel drei Wochen nach der Verletzung doch operieren ließ. In einer Klinik in Rottenburg bei Tübingen organisierte er ihr einen Termin. Am 25. Mai wurde der Keeperin ein künstliches Kreuzband eingesetzt.

Zehn Tage mußte die Handballerin in Süddeutschland bleiben, bis sie wieder nach Hause durfte. „Eine schrecklich lange Zeit, wenn man niemanden kennt und nie Besuch bekommt.“

Mit Krankengymnastik und Aufbautraining für die Beinmuskulatur versucht die VfL-Spielerin, wieder Kondition und Sicherheit zu bekommen. „Zuerst hatte ich große Angst, daß mein Knie nicht hält oder ich es wieder verdrehe. Aber das ist schon viel besser geworden.“

Rund zwei Monate will die Betriebswirtschafts-Studentin dieses Programm noch durchziehen, um dann wieder voll einzusteigen. Momentan nimmt sie zwar schon am Training teil, beschränkt sich aber auf ein kleines Laufpensum und individuelle Übungen. ,,In erster Linie bin ich dabei, damit sie mich im Dezember noch wiedererkennen.“

Für Petra Küsel ist es daher auch eine große Entlastung, daß sich die neue Torfrau Silke Schwöbken gegen einen geplanten Ortswechsel entschieden hat und dem Oldesloer Bundesligisten weiter zur Verfügung steht.

Der Zugang aus Bad Schwartau hatte kurzfristig einen Studienplatz in Süddeutschland bekommen und wollte den VfL eigentlich verlassen. Doch sie hat es sich anders überlegt und will bleiben.

„Das nimmt jetzt natürlich den Druck, vielleicht überstürzt wieder fit werden zu müssen“, meint „Piet“, „denn wenn Alex Hoffmann etwas passiert, hätten sie niemanden im Tor gehabt.“

So kann sie sich in aller Ruhe und konzentriert auf ihr Comeback vorbereiten, Trainer Claus Schilk hat seine hochgewachsene Torfrau jedenfalls voll auf der Rechung. „Ich würde sie am liebsten eher heute als morgen wieder spielen sehen.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 16.10.1993

 

Sonnabend, 23. Oktober 1993

Wenn es dunkel wird im Kurparkstadion…

Gemeinsames Lauftraining der VfL-Damen und Union-Kicker

(ul). Ein ungewöhnlicher und nicht ganz ernst gemeinter „Wettkampf“ im Kurparkstadion. Die Kontrahenten: Sechs Fußballer des SC Union Oldesloe und acht Handballspielerinnen des VfL Oldesloe. Auf dem Programm stand ein Ausdauer- und Leistungstest, nach dem Amerikaner Cooper als „Cooper-Test“ benannt. Ziel: In zwölf Minuten soll eine möglichst lange Strecke zurückgelegt werden.

Zum Trainingsauftakt nach zehntägiger Pause hatte Claus Schilk, Trainer des Zweitliga-Tabellenführers, ins Kurparkstadion gebeten. Die Kicker des SC Union hatten Interesse, machten mit. „Eine gute Sache“, sagte Trainer Uwe Marschalkowski. Dirk Garrandt, Michael Detert, Andreas und Christian Borrek, Mark Gille und André Behrens stellten sich der ungewöhnlichen Herausforderung.

Für den VfL gingen Babette Bischof, Zsuzsa Nyari, Ivonn Bosza, Eike Lange, Silke Schwöbken, Alexandra Hoffmann, Nana Conde und Vanessa Schack an den Start. Wer wie viel gelaufen hatte, das blieb im Dunkeln – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach kurzer Zeit fiel das komplette Flutlicht aus, fortan drehten Handball-Frauen und Kicker ihre Runden im Schutz der Dunkelheit.

Besondere Motivationskünste waren nicht nötig, um die Fußballer zum Mitlaufen zu überreden. „Wenn Männer und Frauen antreten, dann ist immer viel Ehrgeiz im Spiel“, sagte VfL-Coach Claus Schilk schmunzelnd. Die „Herren der Schöpfung“ wollten sich keine Blöße geben, hielten trotz vorangegangenem Training gut mit. Ein Extralob gab es für Mittelfeldspieler Dirk Garrandt. „Er ist wahrlich kein Langstreckenläufer“, so Uwe Marschalkowski, „trotzdem hat er beachtliche siebeneinhalb Runden geschafft.“

„Es waren nur sechseinhalb“, konterte Claus Schilk prompt. Wieviel es nun wirklich waren, konnte nicht abschließend geklärt werden, aber das war auch nicht so wichtig. „Meine Spielerinnen haben so zwischen 2300 und 2700 Meter geschafft“, schätzte Schilk, „die Ergebnisse kann man ohnehin nicht vergleichen, dafür sind Handball und Fußball zwei zu unterschiedliche Sportarten.“

Das nächste gemeinsame Training ist schon geplant – Anfang November wollen sich Handballer und Fußballer zu einem Hallenfußballturnier treffen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 23.10.1993

 

Mittwoch, 3. November 1993

Ein Spaß zu gutem Zweck

(mth). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe und die Fußballer des SC Union Oldesloe pflegen seit langem ein freundschaftliches Verhältnis. Das wird bei gegenseitigen Punktspielbesuchen zum Ausdruck und anstandslosem, Training der Bundesliga-Handballerinnen im Kurparkstadion deutlich.

Morgen (19.30 Uhr) haben sich beide Teams zu einem Jux in der Heinrich-Vogler-Halle verabredet. Gemischte Mannschaften (jeweils zwei Damen und Herren) tragen dort ein nicht ganz ernst gemeintes Hallenfußballturnier aus. Ein Spaß, der mit einem guten Zweck verbunden wird: Der Erlös (Besucher müssen drei Mark berappen) wird dem Altenheim „Haus Ingrid“ gespendet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.11.1993

 

Donnerstag, 4. November 1993

Das doppelte Kopfballtor von Babette Bischof

Oldesloer Mixed-Fußballturnier sorgte für viel Lacher und Applaus

(sg). Sie nannten ihn „die Bremse“. Claus Schilk (41), Handballtrainer des VfL Oldesloe, scheute den Spott nicht. Beim gemeinsamen Fußballturnier der Bezirksliga-Kicker des SC Union Oldesloe und den Handball-Frauen des VfL Oldesloe zeigte der bärtige Trainer seine fußballerischen Qualitäten und versuchte sich als Libero. Schilk bildete zusammen mit den Handballerinnen Nana Conde und Zsuzsa Nyari sowie Tim Ehlers (Damen-Fußballtrainer des SV Eichede) und dem Physiotherapeuten Malte Gericke das „All-Star-Team“. Trotz des vielversprechenden Namens belegte diese Formation in der Heinrich-Vogler-Halle den letzten Platz unter sechs Mannschaften. Zum Verhängnis wurde besonders den etwas konditionsschwächeren Akteuren die vereinbarte Regel, daß Tore nur gelten, wenn sich alle Spieler in der gegnerischen Hälfte befinden.

Bei allem Ehrgeiz stand der Spaß eindeutig im Vordergrund. Der gemeinsame Trainingsabend von Fußballern und Handballerinnen (die eine fünfwöchige Punktspielpause überbrücken müssen) sorgte für Kondition, so manchen Lacher, aber auch für anerkennenden Applaus. So gelang Babett Bischof ein Kopfballtreffer, der gleich doppelt gezählt wurde. Tim Ehlers hätte am liebsten Marion Werner sofort für die fußballspielende Damenmannschaft des SV Eichede verpflichtet. Doch die Handballerin winkte lachend ab.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.11.1993

 

Freitag, 12. November 1993

Nach langem Warten heiß auf neue Taten

VfL-Damen morgen bei TuS Alstertal

(mth). Fünf Wochen hat der VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen pausiert. Jetzt werden die Schützlinge von Trainer Claus Schilk wieder „von der Leine“ gelassen. Erste Aufgabe einer nun folgenden „englischen Woche“ ist morgen um 16 Uhr die Partie bei TuS Alstertal. Gespielt wird in der Halle Tegelsbarg im Hamburger Stadtteil Sasel.

Am Bußtag folgt das Pokalspiel gegen TSV Hastedt und drei Tage später ist endlich wieder ein Bundesliga-Punktspiel (gegen die Reinickendorfer Füchse) in der Stormarnhalle zu sehen.

Die Mannschaft des Tabellenführers ist heiß darauf, wieder spielen zu können. „Wir haben die lange Pause gut genutzt“, ist sich Schilk sicher. Er wird auf alle Spielerinnen seines Kaders zurückgreifen können, auch wenn einige von ihnen (Roswitha Bein, Ivonne Grimm) im Training mit leichten Blessuren zu kämpfen haben.

Siege bei Alstertal und in den darauffolgenden beiden Heimspielen vorausgesetzt, könnte sich die Ausgangsbasis für den VfL am Ende der Woche noch weiter verbessert haben. Hauptrivale TSV Nord Harrislee nämlich muß an diesem Wochenende das schwere Auswärtsspiel bei Empor Rostock absolvieren und hat eine Woche später den zweiten Mitfavoriten (neben den Stormarnerinnen), VfL Oldenburg, bei sich zu Gast.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.11.1993

 

Sonnabend, 13. November 1993

TuS Alstertal – VfL Oldesloe 18:25 (10:10)

Entscheidung fiel in Unterzahl

Bei 25:18-Erfolg der VfL-Damen in Alstertal lief nicht alles „rund“

(mth). Der VfL Oldesloe hält in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen weiter Kurs in Richtung Meistertitel und Aufstieg in die erste Liga. Nach der fünfwöchigen Pause landeten die Stormarnerinnen bei TuS Alstertal mit 25:18 (10:10) im vierten Spiel den vierten Sieg. Zur gleichen Zeit unterlag der TSV Nord Harrislee bei SC Empor Rostock mit 18:23, so daß die Mannschaft von Trainer Claus Schilk vor ihrem vermutlich härtesten Konkurrenten schon einen Vorsprung von vier Zählern herausgeholt hat.

Beim Sieg in der Sporthalle am Tegelsbarg, in der der VfL-Anhang unter den knapp 200 Zuschauern deutlich in der Mehrheit war, lief bei den Oldesloerinnen vieles nicht nach Wunsch. Die lange Pause war für den Spielfluß nicht gerade förderlich, wie nicht nur Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari bemerkte.

In der ersten Halbzeit war reichlich Sand im Getriebe und bei einem Spielstand von 10:10 zur Pause war noch nicht entschieden, wer denn wohl die Oberhand behalten würde. Ungewöhnlich viele technische Fehler bei den VfLerinnen waren dafür ein Grund.

Dazu erwies sich die Taktik, die wurfgewaltige Regine Teschke durch kurze Deckung ausschalten zu wollen, als Fehlgriff. Die warf letztlich ihre Tore zwar ausschließlich aus Standard-Situationen (vier per Siebenmeter, einen nach einem Freiwurf), dafür aber taten sich am Kreis große Lücken auf, die eine mit vollem – oft überhartem – Einsatz agierende Alstertaler Mannschaft zu nutzen wußte.

Auch deshalb, weil Alexandra Hoffman im VfL-Tor kaum einen Ball zu fassen bekam. Sie wurde bei einem Spielstand von 8:6 für den Gastgeber durch Silke Schwöbken ersetzt. Von da an lief es für den VfL etwas besser, so daß dank dreier Tore in Folge von Roswitha Bein (am Ende mit 7/2 Toren erfolgreichste Werferin) zur Pause der 10:10-Gleichstand erreicht war.

Aus der Kabine kam der VfL mit dem erkennbaren Willen, es nun besser zu machen. Die Deckung war nun auf 6:0 umgestellt worden und wurde dadurch sicherer. Der eigentliche Umbruch im Spiel aber erfolgte zwischen der 37. und 39. Minute. 12:11 führte der VfL zu diesem Zeitpunkt, als binnen 20 Sekunden nacheinander Babette Bischof, Roswitha Bein und Eike Lange mit Zwei-Minuten-Strafen bedacht wurden. In 90 Sekunden in dreifacher Überzahl brachte Alstertal nicht einen Treffer zustande. Nicht einmal per Siebenmeter von Regine Teschke, den Silke Schwöbken in glänzender Manier parierte.

Mit dieser Misere war der Widerstand der Hamburgerinnen gebrochen. Auch das Schiedsrichter-Gespann Büppelmann/Dumke aus Varel, das vorher Vergehen und Versehen der Oldesloerinnen unnachsichtig geahndet hatte, den Alstertalerinnen aber eine raue Gangart ungestraft durchgehen ließ, schwenkte nun auf Wiedergutmachungskurs ein.

Danach kam der VfL richtig in Schwung. Bis zur 47. Minute war der Vorsprung auf 19:13 ausgebaut und auch ohne Spielmacherin Roswitha Bein, die fortan wegen Problemen mit einer alten Schulterverletzung geschont wurde, schaukelte man den Sieg sicher nach Hause.

In die Torschützenliste konnten sich neben „Rossi“ Nana Conde (5), Zsuzsa Nyari (4), Babette Bischof (3/1), Marion Werner, Ivonne Grimm und Eike Lange (alle 2) eintragen. Zum Einsatz kam für wenige Augenblicke in der Schlußphase außerdem noch Ivonn Bosza.

VfL-Trainer Claus Schilk war von der Leistung seiner Schützlinge zwar nicht begeistert, blieb in seiner Kritik aber gelassen: „Solche Spiele werden wir noch häufiger in dieser Saison erleben. Gegen uns sind alle Mannschaften immer besonders motiviert. In diesem Fall offensichtlich auch die Schiedsrichter. Aber damit müssen wir fertig werden, wenn wir Meister werden wollen.“ Die fünfwöchige Pause sieht auch er als einen Grund dafür, daß es bei seiner Mannschaft nicht „rund“ lief. Für das Pokalspiel gegen TSV Hastedt (Bußtag 16 Uhr) und das nächste Punktspiel (Sonnabend 19.30 Uhr gegen die Reinickendorfer Füchse) hofft er deshalb auf eine Steigerung.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.11.1993

 

Mittwoch, 17. November 1993

VfL-Damen sind eindeutig Favorit

Heute um 16 Uhr im DHB-Pokal gegen den alten Rivalen TSV Hastedt

(mth). Zsuzsa Nyari und die anderen Stars der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe haben sich in dieser Saison rar gemacht. Erst ein Heimspiel hat es in der Stormarnhalle gegeben. Jetzt aber werden die vielen Fans für die lange Wartezeit entschädigt. Innerhalb von vier Tagen treten sie zwei Mal auf.

Heute um 16 Uhr in der 2. Runde des DHB-Pokals gegen den TSV Hastedt, am Sonnabend um 19.30 Uhr im zweiten Heimpunktspiel gegen die Reinickendorfer Füchse. Mit den Hastedtern hat sich der VfL in der Vergangenheit ja manche heiße Schlacht geliefert. Fast durchweg mit dem besseren Ende für den VfL. Besonders deutlich in der letzten Saison, als sich die Mannschaft aus der Bremer Vorstadt lange in Abstiegsnot befand.

In diesem Jahr haben sich die Wege beider Teams getrennt. Der TSV Hastedt ist auf eigenen Wunsch in die Staffel Mitte der zweiten Liga „versetzt“ worden. Auch, so wird gemunkelt, um dem VfL aus dem Wege zu gehen. Der ist für das heutige Spiel auch klarer Favorit und hofft, wenn er der Rolle gerecht wird, für die nächste Runde einen Bundesligisten zugelost zu bekommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.11.1993

 

Mittwoch, 17. November 1993

VfL Oldesloe – Hastedter TSV 28:29 n.V.

Ein herber Rückschlag

Aus im Pokal / Rot für Marion Werner

(mth). Die Bäume wachsen für die Handball-Damen des VfL Oldesloe nicht in den Himmel. Am Bußtag gab es für den Spitzenreiter der zweiten Liga Nord einen herben Rückschlag. In der zweiten Runde des DHB-Pokals verloren die Stormarnerinnen gegen ihren alten Rivalen TSV Hastedt (jetzt zweite Liga Mitte) nach Verlängerung sensationell mit 28:29. Die Hoffnung auf ein lukratives Pokal-Los ist damit dahin. Alle Konzentration gilt jetzt der Punktrunde, die Sonnabend um 19.30 Uhr mit dem Spiel gegen die Reinickendorfer Füchse fortgesetzt wird.

Der VfL wird dann ohne seine Junioren-Nationalspielerin Marion Werner antreten müssen. Die drehte in der letzten Minute des Pokalspiels durch und sah dafür „wegen einer groben Unsportlichkeit“, so die Eintragung im Spielbericht, die rote Karte.

Das bedeutet eine Sperre für mindestens zwei Spiele, wie Claus Schilk und Thomas Gloth, das Trainer/Manager-Gespann des VfL, tippen. Hätten die Schiedsrichter Bierla (Wunstorf) und Fraj (Garbsen) sich beleidigt gefühlt und das im Bericht festgehalten, würde eine Sperre mindestens doppelt so lange dauern.

Aber die Unparteiischen zeigten sich gnädig dem VfL gegenüber. Zum ersten und einzigen Mal. Nach dem Spiel, als das Pokal-aus für die Oldesloerinnen schon perfekt war.

Vorher hatten sie die Regeln durch die Bank gegen den VfL ausgelegt. Ein Spiel mit einer Verteilung von Strafzeiten im Verhältnis 1:6 zu Ungunsten der Oldesloerinnen hatte außer dem Duo in Schwarz keiner der gut 300 Zuschauer gesehen. Ganz abgesehen von unglaublich vielen Schrittfehlern, Übertritten und provokanten Schauspielereien, die die Schiedsrichter dem Gast ungestraft nachsahen.

Aber mit solcher Art Regelauslegungen muß man im Handball wohl leben. Und damit muß man umgehen können, will man ein echtes Spitzenteam sein. Auch wenn es bei der Arroganz, die Bierla/Fraj an den Tag legten, sicher schwer fällt.

Dennoch: Die VfL-Damen werden gut daran tun, die Schuld für die unerwartete Pokalschlappe nicht nur bei den Schiedsrichtern zu suchen, sondern sich an die eigene Nase zu fassen. So konfus hat die Mannschaft noch selten in der Vergangenheit gespielt.

Noch nie hat sie dermaßen leichtfertig Torchancen vergeben, noch nie sich in der Abwehr so überrumpeln lassen – vor allem von Ulrike Hagstedt (8) und Tatjana Loungrin (11/2) – und noch nie so viele krasse Abspielfehler (wenigstens 20) produziert.

Das Fehlen von Spielmacherin Roswitha Bein, die wegen Schulterproblemen geschont wurde, reicht dafür als Erklärung nicht aus. Die treuen Fans kamen diesmal allenfalls wegen der Dramatik – in Unterzahl egalisierte der VfL erst einen 20:23- (55.), später in den Schlußsekunden der regulären Spielzeit innerhalb von 40 Sekunden noch einmal einen 23:25-Rückstand und die Entscheidung für die überglücklichen Gäste fiel buchstäblich in letzter Sekunde der Verlängerung – auf ihre Kosten.

Gegen die Reinickendorfer Füchse, soviel ist sicher, wird sich Zsuzsa Nyari (stand meist auch neben sich) gehörig steigern müssen, wenn es nicht einen weiteren Rückschlag geben soll.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.11.1993

 

Sonnabend, 20. November 1993

VfL Oldesloe – Reinickendorfer Füchse 18:17 (11:6)

Der Sieg hing am seidenen Faden

Freiwurf in letzter Sekunde bescherte dem VfL das 18:17 gegen die Füchse

(mth). Innerhalb von vier Tagen war die Stormarnhalle in Bad Oldesloe Schauplatz zweier „Handball-Krimis“. Die Damen des VfL Oldesloe spannen zur Zeit ihre Fans – mit rund 300 Zuschauern war die Halle bei weitem nicht ausverkauft – gehörig auf die Folter. Und ein Happy-End ist dabei keineswegs mehr garantiert. Nach dem sensationellen Pokal-Aus am Bußtag gegen den TSV Hastedt schrammte das Team um Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari nur hauchdünn am ersten Punktverlust in der zweiten Bundesliga in dieser Saison vorbei. Erst durch einen von Nana Conde in letzter Sekunde direkt verwandelten Freiwurf gelang ein 18:17-Erfolg gegen die Reinickendorfer Füchse. Damit bleiben die Oldesloerinnen an der Spitze der zweiten Liga.

Ob es bei dem fünften Sieg im fünften Spiel für den VfL bleibt, steht dabei noch nicht endgültig fest. Nach dem Schlußpfiff gab es erregte Debatten, ob denn das entscheidende Tor hätte Anerkennung finden dürfen – wie die Oldesloer und das Schiedsrichtergespann Hauke/ Janssen meinten – oder ob es erst nach der Schlußsirene gefallen war, wie die Berliner felsenfest behaupteten.

Sie haben deswegen gegen die Wertung des Spiels vorsorglich Einspruch eingelegt. Allerdings räumte Finkelmann eine halbe Stunde nach dem Spiel dem Protest („Den war ich meiner aufopferungsvoll kämpfenden Truppe schuldig“) kaum noch Erfolgsaussichten ein.

Seiner Ansicht, seine Truppe hätte wenigstens einen Punkt verdient gehabt, widersprachen aber auch seine Oldesloer Kollegen Claus Schilk und Thomas Gloth nicht. Die waren mit dem Spiel ihrer Mannschaft nur eine Halbzeit lang zufrieden. In den ersten 30 Minuten merkte man dem VfL-Team an, daß es um Wiedergutmachung für die Pokal-Schlappe bemüht war.

Die Mannschaft ging, angetrieben wieder von Roswitha Bein auf der Rückraum-Mittelposition, konzentriert zur Sache und erspielte sich bis zur Pause eine 11:6-Führung. Damit, so glaubte Schilk, hätte sie ihre „innere Ruhe“ wiedergefunden, aber dann „wurde sie von der offensichtlich übermannt“.

Der Fünf-Tore-Vorsprung wurde noch elf Minuten (bis zum 15:10) gehalten. In den nächsten zehn Minuten schrumpfte er auf drei Treffer (16:13) und spätestens nach dem 14:16 der Füchse in der 51. Minute machte sich in den Reihen des VfL Panik breit.

Endgültig auf des Messers Schneide stand das Spiel nach 57 Minuten, als die Gäste zum 17:17 ausglichen. Für sie war es der Lohn einer konsequenten Taktik. Von der ersten bis zur letzten Minute spielten sie jeden Angriff voll aus und nutzten ihre Chancen fast hundertprozentig.

Der VfL konnte von Glück sagen, neun Sekunden vor Spielschluß wegen Zeitspiels der Berlinerinnen noch einmal in Ballbesitz gekommen zu sein. Und da „zahlte sich dann endlich aus, daß wir seit einem halben Jahr bei jedem Training Varianten für direkte Freiwürfe trainieren“, wie Thomas Gloth den glücklichen Schlußpunkt der Partie kommentierte.

Auch durch diesen Treffer avancierte erneut Nana Conde mit sechs Toren zur erfolgreichsten Werferin des VfL. Die weiteren teilten sich Zsuzsa Nyari (4), die stark verbesserte Ivonne Grimm (3), Roswitha Bein (3) und Babette Bischof (2/1). Zum Einsatz kamen außerdem noch Silke Schwöbken, Alexandra Hoffmann, Eike Lange und Ivonn Bosza.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.11.1993

 

Freitag, 3. Dezember 1993

Neuer Aktiv-Posten: Handballerin Ivonne Grimm verstärkt den VfL Oldesloe

Ein Leben rund um Handball

Cordula Rassow – Handball, das war für Ivonne Grimm nur ein Zufall. Mit zwölf Jahren nahm eine Freundin sie mit zum Training, und seither bestimmt der kleine Lederball das Leben der 19jährigen. Morgen spielt die Berlinerin wieder in den Reihen des Zweitligisten VfL Oldesloe. Mit ihrem neuen Team will sie gegen die TS Woltmershausen (19 Uhr) den sechsten Saisonerfolg einfahren.

„Ohne Sport kann ich es mir nicht vorstellen.“ Seit frühester Jugend dreht sich das Leben von Ivonne Grimm um dieses Hobby: Mit sieben Jahren kam die gebürtige Berlinerin zur Leichtathletik, mit zwölf per Zufall zum Handball. „Bis dahin wußte ich nicht einmal, daß ich Ballgefühl habe.“

Von Beginn an war sie mit ganzen Herzen bei der Sache. In ihrem ersten Punktspiel sah die Anfängerin deshalb sogar die rote Karte, „ich kannte die Regeln nicht so genau und zeigte zu viel Einsatz.“

Doch trotz dieses Mißgeschicks war eines offensichtlich: Ihr großes Talent. Auf Anhieb bestand die Nachwuchsspielerin alle Tests und schaffte den Sprung auf eine Sportschule der damaligen DDR – der Anfang eines Lebens rund um den Handball. „Wir hatten mehrmals täglich Training. Die Schule war Nebensache.“

Mit der Wende änderte sich das: Nicht nur im Sport, auch im Unterricht wurde von nun an Leistung gefordert. 1991 wurde es zusätzlich schwer, als die Jugendliche in den Kader für die Junioren-WM berufen wurde. „Dauernd hatten wir Lehrgänge und neben bei Liga-Spiele mit dem Verein.“

Zwei Jahre lang bereitete sich die blonde Allrounderin auf das große Ereignis vor, verzichtete auf Freizeit und Schule. „Ich habe gleichzeitig in drei Mannschaften gespielt: Im National-Team, beim TSC Berlin in der ersten Liga und in der A-Jugend, mit der ich Deutscher Meister wurde.“

Doch trotz des Engagements reichte es nicht für die WM: Im letzten Lehrgang zog sich die junge Spielerin einen Muskelfaserriß zu und fiel für die Titelkämpfe aus. Dennoch hatte die Vorbereitung für die Berlinerin ein Gutes. Im National-Team lernte sie Marion Werner kennen, knüpfte über sie erste Kontakte zum VfL Oldesloe.

„Mitentscheidend für den Wechsel war auch die Nähe von Oldesloe an Bad Schwartau“, erzählt die Handballerinnen, denn dort spielt seit drei Jahren ihr Freund Ricardo Protze. Neben den privaten sind auch die beruflichen Voraussetzungen in der Travestadt ideal: Seit August wird die Neu-VfLerin in der Sparkasse Stormarn zu ihrem Wunschberuf Bankkauffrau ausgebildet.

Im VfL-Team hat sich die sympathische junge Frau schnell eingelebt, kommt mit dem Spiel hervorragend zurecht. Schon nach fünf Begegnungen gehört der Zugang fest zur Mannschaft. „Der Wechsel war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.12.1993

 

Sonnabend, 4. Dezember 1993

VfL Oldesloe – TS Woltmershausen 24:21 (15:10)

Noch immer ist Sand im Getriebe

Sechster Sieg für die VfL-Damen

Rehabilitierung gelang nur phasenweise

(mth). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe hat auch ihr letztes Punktspiel im Jahr 1993 gewonnen. Aufsteiger TS Woltmershausen wurde von Stormarnerinnen mit 24:21 (15:10) bezwungen. Damit geht der VfL mit blütenweißer Weste in die nun folgende fünfwöchige Pause. Er weist 12:0 Punkte auf und hat damit vor allen Konkurrenten in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord wenigstens drei Punkte Vorsprung. Das ist ein beruhigendes Polster, auf das sich im nächsten Jahr aufbauen läßt.

Aber trotz des sechsten Sieges im sechsten Punktspiel der Saison gab es nach Spielschluß im Lager des VfL weiß Gott nicht nur strahlende Gesichter. Der Sieg war zwar zu keinem Zeitpunkt der 60 Minuten in der Stormarnhalle wirklich in Gefahr, aber überzeugen konnte die Mannschaft wieder nur phasenweise.

Dabei war der Mannschaft deutlich anzumerken, daß sie sich nach ihren beiden zuletzt schwächeren Auftritten beim Pokal-Aus gegen den TSV Hastedt am Bußtag und beim Zittersieg gegen die Reinickendorfer Füchse drei Tage später rehabilitieren wollte.

Start nach Maß

Die Mannschaft ging, geführt von Spielmacherin Roswitha Bein, von der ersten Minute an sehr konzentriert zur Sache und führte nach 18 Minuten bereits mit 8:3. Ganz besonders legte sich dabei Marion Werner ins Zeug. Die Junioren-Nationalspielerin war nach ihrer roten Karte im Pokalspiel am Bußtag mit nur einem Spiel Sperre außerordentlich glimpflich davongekommen. Wohl um sich für den milden Richterspruch zu bedanken, aber auch um Kritik aus den eigenen Reihen zu begegnen, legte sie los wie die Feuerwehr.

Die Kritik war nicht nur wegen ihres Ausrasters im Hastedt-Spiel laut geworden. Ihr Trainer Claus Schilk war auch mit ihren Leistungen in den Spielen seit Saisonbeginn nicht zufrieden gewesen. Dabei hatte man von ihr Besonderes erwartet, nachdem sie im September in Bulgarien eine blendende Junioren-WM hingelegt hatte.

Werner drehte auf

An diese Form konnte sie endlich wieder anknüpfen. Von den ersten acht Toren gingen allein fünf auf ihr Konto und am Ende war sie mit acht Treffern auch erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft. Und das, obwohl sie nach der ersten Viertelstunde dauerhaft in kurze Deckung genommen wurde.

Ähnlich „liebevoller“ Aufmerksamkeit durch die Deckung der Gäste aus Woltmershausen erfreute sich nach 20 Minuten auch Roswitha Bein. Beides war sicher auch mit ein Grund dafür, warum es beim VfL danach nicht mehr so richtig rund lief.

Aber das allein reicht als Begründung für den Leistungsabfall nicht aus. Der trat im übrigen auch nicht sofort in Erscheinung. Bis zur Halbzeit wurde der Fünf-Tore-Vorsprung behauptet (15:10). Als Zsusza Nyari und Nana Conde in den ersten 100 Sekunden nach dem Wechsel die Führung auf 17:10 ausgebaut hatten, war der allgemeine Eindruck, der VfL könne in diesem Spiel nicht nur zwei Punkte holen – damit war gerechnet worden –, sondern auch etwas für das Torverhältnis tun.

Das war vorher nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Immerhin war der Aufsteiger mit der Empfehlung nach Oldesloe gekommen, beim heimstarken SC Empor Rostock ein Remis ertrotzt zu haben und Bundesliga-Absteiger VfL Oldenburg nur mit einem Tor Differenz unterlegen zu sein.

Gäste-Torhüterin glänzte

Woran das gelegen haben mag, wurde dann in den restlichen 28 Minuten den 320 Zuschauern in der Stormarnhalle klar. Die Nummer 1 der Turnerschaft Woltmershausen, Heike Mahlmann, die in der ersten Halbzeit noch nicht sonderlich aufgefallen war, wußte sich prächtig zu steigern. Sie wurde von den Oldesloern aber auch regelrecht warm geschossen und war am Ende fast unüberwindbar.

Aber ohne ihre Leistung schmälern zu wollen: Die Chancenverwertung des VfL in der zweiten Halbzeit war schlicht katastrophal. Serienweise vergaben Zsuzsa Nyari, Ivonne Grimm, Eike Lange und Nana Conde Möglichkeiten direkt von der Sechsmeterlinie. Aus der zweiten Reihe waren schon vorher kaum Tore zu verzeichnen gewesen.

Selbstbewußtsein fehlte

Das läßt darauf schließen, daß es um das Selbstbewußtsein der Mannschaft nicht zum besten bestellt ist. Unerklärlich eigentlich, denn die Ausgangsposition, die sich die VfLerinnen erspielt haben/hatten – in der Saison insgesamt gesehen und im Spiel gegen Woltmershausen – war wirklich angetan, forsch und selbstbewußt aufzutreten.

So aber schmolz der Vorsprung langsam aber stetig dahin. Niemals so rapide, als das ein Punktverlust des Tabellenführers im Bereich des Möglichen lag, immerhin aber so viel, daß die zweite Halbzeit unter dem Strich mit 11:9 an den Gast ging.

Nach Marion Werner war Nana Conde mit sechs (davon drei Siebenmeter) Toren zweitbeste Werferin beim VfL. Aber sie war ebensowenig in Bestform wie Zsuzsa Nyari (3), Eike Lange (1) oder Babette Bischof, die leer ausging. Auf 4/2 Tore brachte es Roswitha Bein, auf deren 2/1 Ivonne Grimm. Im Feld kam außerdem noch Vanessa Schack zum Einsatz, die in der Schlußviertelstunde Eike Lange in der Offensive ablöste.

Im Tor zeigte Alexandra Hoffmann ihre bislang wohl beste Saisonleistung. Als ihre Konzentration nach 40 Minuten nachließ, kam kurzzeitig Silke Schwöbken zum Einsatz, die aber keine Bande zum Spiel fand und in der Schlußphase deshalb wieder für Hoffmann weichen mußte.

Schwache Schiedsrichter

Wenig Glück hat der VfL in dieser Saison bislang mit den Schiedsrichtergespannen. Das Paar Bruns (Oldenburg) und Thiesen (Dinklage) zeigte in der Stormarnhalle eine reichlich konfuse Leistung. Sie fielen auf durch ein paar krasse Fehlentscheidungen und das Fehlen jeglicher klaren Linie.

 

Die Meinung der Trainer

Gerd Anton (TS Woltmershausen): „Der VfL hat das Spiel in der ersten Halbzeit entschieden und unter dem Strich auch verdient gewonnen. Geärgert aber hat mich, daß uns ein unsicheres Schiedsrichtergespann in der zweiten Halbzeit immer dann mit Siebenmetern und Zwei-Minuten-Strafen bedacht hat, wenn wie auf drei oder vier Tore heran waren. So war das Blatt schließlich auch mit Kamikaze-Handball – offene Deckung in den letzten fünf Minuten nicht mehr zu wenden.“

Claus Schilk (VfL Oldesloe): „Meine Mannschaft hatte wie schon in den letzten beiden Spielen eine katastrophale Chancenverwertung. Wenn freistehend aus sechs Metern in Serie nicht getroffen wird, fehlen mir die Worte. Aber Spiele wie diese, in denen der Gegner am oberen Limit spielt und seine Möglichkeiten ausreizt, uns zu ärgern, wird es auch im kommenden Jahr noch reichlich geben. Wir können zufrieden sein, wenn wir dann immer das bessere Ende für uns haben.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1993

 

Montag, 20. Dezember 1993

Gloth muß kürzer treten

(mth). Der Schlag kam unvermutet. Die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe befindet sich dank des unerfindlichen Spielplanes ja wieder einmal inmitten einer fünfwöchigen Punktspielpause.

Das läßt sie zwar zur Zeit nicht rosten – im Gegensatz zur ersten fünfwöchigen Pause (Anfang Oktober bis Mitte November) in dieser Saison trainiert die Mannschaft diesmal voll durch –, aber Schlagzeilen, so stand zu vermuten, würde sie in der Zeit auch nicht produzieren.

Hat sie auch nicht. Aber von einer Schlagzeile der letzten Woche ist sie unmittelbar mitbetroffen. Genauer: Der Trainerwechsel beim VfL Fredenbek in der ersten Bundesliga der Männer berührt die Oldesloer Renommiermannschaft unmittelbar. Thomas Gloth ist bei den Niedersachsen nun nicht nur mehr für das Marketing verantwortlich, er hat zusätzlich auch die Aufgabe übernommen, die Mannschaft als Trainer wenn möglich vor dem Abstieg zu bewahren.

Beides zusammen genommen ist eine absolute Vollbeschäftigung. Da bleibt für weitere Nebentätigkeiten kein Raum mehr. Das betrifft auch seine Tätigkeit bei den VfL-Damen. Für die und insbesondere deren Trainer/Manager Claus-Dieter Schilk stand Gloth seit gut zwei Jahren als Berater zur Verfügung.

Anfänglich waren es eher lose Kontakte, die Gloth mit dem VfL Oldesloe pflegte. Die wurden aber schon in den letzten beiden Jahren deutlich intensiviert. Der Schwartauer – früher auch einmal Trainer der Herren beim VfL Bad Schwartau – leitete in der letzten Saison zumeist das Training von Zsuzsa Nyari und Co. und stand auch bei vielen Spielen der Mannschaft und Schilk mit Rat und Tat zur Seite.

Im sportlichen Bereich, aber auch bei den Bemühungen, das Umfeld um das Zweitliga-Team auf eine professionelle Basis zu stellen. Seit Beginn dieser Saison war Gloth noch enger an das Oldesloer Team herangerückt. Nicht zuletzt auch durch die Gründung der Oldesloer Sport-Marketing-Gesellschaft (OSM), die er mitbegründet hat.

Mitglied in der OSM wird er auch künftig bleiben, aber seine sonstigen Aktivitäten in der Stormarner Kreisstadt wird er mit der neuen Aufgabe weitestgehend aufgeben müssen. Auf VfL-Trainer Schilk kommt damit eine erheblich größere Belastung zu. Dabei war er auch so schon voll ausgebucht. Deshalb will er sich intensiv um eine Entlastung bei Erledigung seiner Arbeit bemühen.

Erste Kontakte hat er bereits zu Jens-Richard Paulsen aufgenommen. Der war vor knapp zwei Wochen von seinem Amt als Trainer der Bezirksklassenmannschaft GHG Hahnheide II zurückgetreten. Ihn hofft Schilk als Co-Trainer gewinnen zu können. Eine Entscheidung darüber soll möglichst noch in der ersten Januar-Hälfte fallen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1993

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