Berichte aus dem 1. Halbjahr  in der Saison 1997-98 - 2. Bundesliga Nord der Frauen

Frauen-Handball im VfL Oldesloe 

Spielzeit 1997/98 – Zweite Bundesliga 

Dienstag, 15. Juli 1997

Pokal-Partie im Ostseebad

(mth). Eine Woche haben die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe noch Pause, ehe sie am 21. Juli die Vorbereitungen für die kommende Saison aufnehmen. Die beginnt für sie am 6. September mit einem Heimspiel in der Stormarnhalle gegen den SC Magdeburg. Acht Tage später beginnt dann auch schon der Pokalwettbewerb auf Bundesebene. Dem Team um Trainerin Zsuzsa Nyari ist dafür mit dem TSV Travemünde ein Gegner aus der näheren Umgebung zugelost worden. Am 13./14. September muß der VfL in dem Ostseebad antreten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.7.1997

 

Freitag, 18. Juli 1997

Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe nehmen am kommenden Montag das Training wieder auf

Der Aufstieg in die erste Liga ist das Ziel

Rüsten für einen Höhenflug: Die Handballerinnen des VfL Oldesloe nehmen am kommenden Montag das Training für ihre siebte Saison in der zweiten Liga auf. Personell erheblich verstärkt will das Team um die sportliche Leiterin Zsuzsa Nyari die vergangene verkorkste Saison vergessen machen. Ziel ist der Aufstieg in die erste Liga.

(Manfred Thomsen). Nach Wochen der Enthaltsamkeit beginnt für die Stormarner Handballfans langsam wieder das Kribbeln im Bauch, die neue Handballsaison kündigt sich an. Die Zweiliga-Frauen des VfL. Oldesloe nehmen am kommenden Montag nach gut vierwöchiger Pause das Training wieder auf.

Da die Hallen während der Sommerferien noch geschlossen sind, steht für die ersten zwei Wochen ausschließlich schweißtreibende Konditionsarbeit auf dem Programm. Nicht dabei werden zum Trainingsauftakt zwei Spielerinnen aus dem Kader sein. Eike Lange unterzieht sich just am ersten Trainingstag einer längst fälligen Meniskus-Operation, und auch Nicole Hübner hat ihre Kniebeschwerden aus der Schlußphase der vorangegangenen Saison noch nicht vollständig überwunden.

Das Team um die sportliche Leiterin Zsuzsa Nyari geht, ungeachtet dieser beiden Ausfälle, verstärkt in die kommende Spielzeit: Mit Roswitha „Rossi“ Bein (zuletzt Hamburger Turnerschaft von 1816), Dana Kretschmann (MTV Wandsbek 72) und der mehrfachen A-Nationalspielerin Anja Kramer (TV Herrentrup) wurden herausragende Handballerinnen für den Rückraum verpflichtet.

Daneben sind alle Leistungsträgerinnen der abgelaufenen Saison dem Team erhalten geblieben. Eine so günstige Konstellation auf dem Personalsektor hat es in den sechs vorangegangenen Jahren in der zweiten Liga nie gegeben.

Abgänge gab es durch Katrin Behnke (Buchholz/Nordheide) und Kathrin Flehinghaus, die für ein Jahr an den SC Leezen ausgeliehen wird. Außerdem wird Sonja Bahe ihre Karriere beenden.

Sie steht auch als Trainerin nicht mehr zur Verfügung. Das macht nötig, daß Zsuzsa Nyari Anfang August noch einmal auf die Schulbank muß und die Prüfung für die B-Lizenz ablegt. Als sportliche Leiterin hat sie ohnehin schon die Verantwortung übernommen, aber der DHB besteht darauf, daß in der Mannschaftsleitung von Bundesliga-Clubs auch ein/e Lizenzträger/ in vertreten ist.

Manager Wilfried Koslowski läßt an der Zielsetzung für die neue Saison keinen Zweifel: „Wir wollen nach mehreren vergeblichen Anläufen in der Vergangenheit endlich den Wunschtraum der Stormarner Handballfans, den Aufstieg in die erste Liga, erfüllen.“

Die Chancen haben sich nach seiner Ansicht erhöht, denn mit dem VfL Oldenburg ist einer der vermeintlich stärksten Rivalen nicht mehr im Rennen. Durch den Aufstiegsverzicht des Südmeisters dürfen die Niedersachsen in der ersten Liga bleiben.

Koslowski erwartet an der Spitze der zweiten Liga Nord nun einen Vierkampf zwischen HC Empor Rostock, SV Süd Braunschweig, TSV Nord Harrislee und dem VfL Oldesloe. Eine gute Außenseiterchance räumt der VfL-Manager außerdem dem SV Halle-Neustadt ein. Die Anhaltinerinnen haben sich ebenfalls durch zahlreiche Neuverpflichtungen erheblich verstärkt.

Besonders freuen sich die Oldesloer Handballfans auf die Begegnungen des VfL mit der befreundeten TSG Wismar. Die Mecklenburgerinnen schafften nach zweijähriger Zugehörigkeit in der ersten Liga den Klassenerhalt nicht und befinden sich nach dem Abgang mehrerer Leistungsträgerinnen im Neuaufbau. Bei dem profitieren sie aber von einer starken eigenen A-Jugend.

Weit reisen müssen die Handball-Damen aus Bad Oldesloe in der nächsten Spielzeit nicht nur nach Halle und Magdeburg, sondern auch zum SV Teutonia Riemke (Bochum). Neu dabei sind auch die Aufsteiger VfL Bad Schwartau und MTV VJ Peine. Die Bundeshauptstadt ist mit der SG Berlin nur noch mit einem Team vertreten.

Aus der näheren Umgebung trifft der VfL neben den Schwartauerinnen noch auf den MTV Wandsbek 72, den KSV Holstein Kiel und die HSG Marne/Brunsbüttel.

Auch in diesem Jahr wird es die Möglichkeit geben, Dauerkarten zu erwerben, um sich gute Sitzplätze für alle Heimspiele zu sichern. Die Preise sind konstant geblieben, 130 Mark kostet der Sitz-, 80 Mark der Stehplatz. ·Alle Erwerber der vergangenen Saison erhalten ihre Saisonkarte wie gewohnt automatisch. Neubestellungen nimmt der Bundesliga-Beauftragte Jürgen Dorn unter Telefon 04531/5108 entgegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.7.1997

 

Mittwoch, 23. Juli 1997

Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen stocken ihren Kader weiter auf: Birthe von Jagow (geb. Wede) wieder da

Eine Rückkehr unter neuem Namen

Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe haben sich pünktlich zur Wiederaufnahme des Trainings nach der Sommerpause weiter verstärkt: Birthe von Jagow, den Stormarner Fans besser unter ihrem Geburtsnamen Wede bekannt, kehrt nach einem einjährigen Gastspiel beim Regionalligisten SV Friedrichsort in die Stormarner Kreisstadt zurück.

(Manfred Thomsen). Eigentlich waren die Personalüberlegungen bei den Handballerinnen des VfL Oldesloe für die kommende Saison in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord schon abgeschlossen. Mit den Neuverpflichtungen von Dana Kretschmann (vom MTV Wandsbek 72), Anja Kramer (vom TV Herrentrup/Blomberg) und Rückkehrern Roswitha Bein (von HT 16) glaubte die sportliche Leiterin Zsuzsa Nyari und Manager Wilfried Koslowski, die Weichen für eine erfolgreiche sportliche Zukunft gestellt zu haben.

Aber unmittelbar vor der Wiederaufnahme des Trainings am Montagabend ereilte sie ein Angebot, zu dem sie nicht „Nein“ sagen konnten und wollten. Birthe von Jagow, den Oldesloer Handball-Fans noch besser als Birthe Wede bekannt, fragte nach, ob in ihrer alten Mannschaft noch ein Platz für sie frei sei.

Vor einem Jahr hatte die Rückraumspielerin (halblinks und Mitte) den VfL verlassen. Private und berufliche Gründe hatten sie bewogen, sportlich ein wenig kürzer zu treten. Deshalb war sie freiwillig vom Zweitligisten zum Regionalligisten SV Friedrichsort „abgestiegen“.

Dabei hatte sie im VfL-Team in doppeltem Sinn eine schmerzliche Lücke hinterlassen. Sportlich konnte sie nicht gleichwertig ersetzt werden, wie am verkorksten Saisonverlauf abzulesen war. Und auch außerhalb des Spielfeldes wurde die ehemalige Mannschaftsführerin als eine der Integrationsfiguren im Team vermißt.

Ihre Beliebtheit bei den VfL-Spielerinnen hatte auch durch ihren Weggang nicht gelitten. Bei ihrer Hochzeit im vergangenen Sommer reisten ihre ehemaligen Mannschaftskolleginnen vollzählig an. Einige hatten dafür eigens ihren Urlaub verkürzt.

Und die Anhänglichkeit beruhte durchaus auf Gegenseitigkeit. Wann immer es ihre Zeit erlaubte, war sie in der vergangenen Saison bei VfL-Spielen auf der Tribüne zu sehen. An eine Rückkehr zum VfL Oldesloe hatte sie den noch eigentlich nicht gedacht. Vielmehr wollte sie dem Handball-Norden gänzlich tschüß sagen. Da sich Pläne, mit ihrem Mann nach Süddeutschland zu ziehen, aber um mindestens ein Jahr verschoben haben, kam ihr die Idee, sportlich mit dem VfL noch einmal anzugreifen.

Bei den Oldesloern lief sie mit ihrem Wunsch offene Türen ein. Da sie zudem auf jegliche finanziellen Sonderzuwendungen verzichtet und damit den schon abgeschlossenen Finanzrahmen nicht sprengt, machten Wilfried Koslowski und Birthe von Jagow die Rückkehr der Torjägerin in die Stormarner Kreisstadt noch vor dem ersten Training perfekt. Dabei konnte sie dann gleich mit ihren alten/neuen Mannschaftskolleginnen viele Schweißtropfen vergießen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.7.1997

 

NN Juli 1997

TSG Wismar – VfL Oldesloe NN

 

Mittwoch, 6. August 1997

VfL Oldesloe – SC Buntekuh 24:14

Nur sieben Spielerinnen beim 24:14-Sieg gegen SC Buntekuh

(mth). … Gegen den Oberliga-Aufsteiger konnte Zsuzsa Nyari im Trainingsspiel nur sieben Spielerinnen einsetzen, gewann mit ihrem Team aber dennoch mit 24:14. Urlaube und berufliche Inanspruchnahme hatten für diesen Test den Kader ebenso reduziert, wie zahlreiche kleine Blessuren einzelner Spielerinnen. Um keine unnötigen Risiken einzugehen, wurde auf deren Einsatz vorsorglich verzichtet. „Berücksichtigt man die vielen Ausfälle, dann konnte man mit dem Auftritt der Mannschaft schon ganz zufrieden sein“, gewann VfL-Manager Wilfried Koslowski dem ersten Auftritt des Zweitliga-Teams in der neuen Saison vor eigenem Publikum positive Seiten ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.8.1997

 

Freitag, 8. August 1997

VfL testet gegen TV Ellerbek

(mth). Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe bestreiten im Rahmen ihrer Saisonvorbereitung am Wochenende einen ersten ernsthaften Test. Am Sonntag um 16 Uhr tritt das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari in der Stormarnhalle gegen den TV Ellerbek an.

Der Heimatverein von Birthe von Jagow (geborene Wede), die als letzter Neuzugang noch auf den VfL-Zug aufgesprungen ist, spielt seit Jahren in der Regionalliga eine gute Rolle. Gegen diesen Gegner werden sich die Oldesloerinnen schon ein wenig mehr ins Zeug legen müssen, wenn sie einen ähnlich lockeren Sieg wie beim Test gegen den SC Buntekuh erringen wollen. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.8.1997

 

Sonntag, 10. August 1997

VfL Oldesloe – TV Ellerbek NN

 

Mittwoch, 27. August 1997

VfL Oldesloe – TSG Wismar 30:32 (16:16)

Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen verloren ihr letztes Testspiel gegen Wismar 30:32

Noch fehlt die Geschlossenheit

Der VfL Oldesloe hat die Vorbereitungen auf die Saison der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen abgeschlossen. Im letzten Testspiel unterlagen die Stormarnerinnen Bundesliga-Absteiger TSG Wismar mit 30:32. Bis zum Punktspielstart in zehn Tagen gibt es für Trainerin Zsuzsa Nyari noch viel Feinarbeit.

(Manfred Thomsen). Die Karten für die Saison in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord der Handball-Frauen sind gemischt. Der VfL schloß sein Vorbereitungsprogramm mit einem Testspiel gegen den Zweitliga-Konkurrenten TSG Wismar ab. Bis zum Punktspiel-Auftakt am 6. September gegen die SG Niederdodeleben/Magdeburg wird das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari keine weiteren Vorbereitungsspiele mehr bestreiten, sondern „mit ganz normalem Trainingsbetrieb“ (Manager Wilfried Koslowski) in Ruhe auf den Start zuarbeiten.

Zu tun gibt es noch reichlich, wenn das erklärte Ziel – ein Aufstiegsplatz für die erste Bundesliga – tatsächlich erreicht werden soll. Das wurde in der Begegnung gegen Wismar deutlich. Und das weniger wegen des Resultats. Der VfL verlor am Ende einer torreichen Begegnung mit 30:32 (16:16). Aber das ist für sich gesehen kein Beinbruch. Der Bundesliga-Absteiger wird auch mit seiner stark verjüngten Mannschaft zu den Spitzenmannschaften und Aufstiegskandidaten der zweiten Liga zählen.

Trotz vieler Umbesetzungen gegenüber der vergangenen Saison in der ersten Liga läuft es in der Mannschaft rund. Die TSG bringt Tempo ins Spiel, weil sie den Ball laufen läßt und jede Spielerin im Team weiß, was ihre ballführende Kollegin vorhat.

So weit ist das Zusammenspiel beim VfL nur ansatzweise gediehen. Der Prozeß der Integration der vier hochkarätigen Neuzugänge ist noch bei weitem nicht abgeschlossen. Nicht bei Anja Kramer, die vom Erstligisten TV Herrentrup an die Trave gewechselt ist, und auch nicht bei Dana Kretschmann (von Ligakonkurrent Wandsbek 72). Beide deuteten – auch mit ihren je sechs Treffern – ihre Möglichkeiten an, können aber sicher noch wesentlich effektiver eingesetzt werden, wenn das Verständnis mit allen Mitspielerinnen hergestellt ist.

Eine zentrale Rolle kommt dabei auf Rückkehrerin Roswitha Bein in der Spielmacherrolle zu, die aber auch Gewöhnungsbedarf an ihre alten/neuen Teamkollegen offenbarte. Am wenigsten Probleme hat diesbezüglich die zweite Rückkehrerin Birthe von Jagow, die aber das Pech hatte, erst ins Spiel zu kommen, als beim VfL mannschaftlich nicht mehr viel zusammenlief. Aber die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari können sich sicher noch steigern, wenn auch Marion Werner (spielte erstmalig nach Schulterverletzung), Eike Lange und Nicole Hübner (beide noch verletzt) wieder voll belastbar sind. Im Testspiel fehlten außerdem Ivonne Grimm und Ivonn Bosza.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.8.1997

 

NN August 1997

TSV Travemünde – VfL Oldesloe 24:27

 

Freitag, 5. September 1997

Der VfL Oldesloe geht mit großen Erwartungen in seine siebte Saison in der zweiten Handball-Bundesliga

Mit verstärktem Team Aufstieg im Visier

Mit großen Ambitionen geht der VfL Oldesloe in die Saison in der zweiten Bundesliga der Handballerinnen. Er will den Aufstieg in die erste Liga schaffen. Erster Gegner ist morgen die SG Niederdodeleben/Magdeburg.

(Manfred Thomsen). Die Erwartungen, die Stormarns Handballfans in das Zweitliga-Frauen-Team des VfL Oldesloe setzt, sind noch selten so groß gewesen wie in diesem Jahr. „Wir streben den Aufstieg in die erste Liga an“, hat Manager Wilfried Koslowski unmißverständlich als Ziel für die siebte Saison des VfL in der zweiten Liga angegeben.

Auch Trainerin Zsuzsa Nyari macht aus ihren Erwartungen keinen Hehl: „Schon der dritte Platz in der Schlußabrechnung wäre für mich eine Enttäuschung.“ Entsprechend steht das Team gleich für das erste Saisonspiel am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle gegen die SG Niederdodeleben/Magdeburg – so nennt sich der SC Magdeburg jetzt – unter Erfolgszwang.

„Das erste Punktspiel der Saison wird für uns nicht einfach“, ist sich Zsuzsa Nyari sicher. Dabei hat sie zwar Respekt, aber keine Angst vor dem Gegner. „Der ist gegenüber dem Vorjahr unverändert und zu schlagen, wenn wir uns von seiner Härte nicht provozieren lassen“, stuft sie die Anhaltinerinnen ein.

Aber die Ungarin rechnet auch mit großer Nervosität in ihrem Team. Die Spielerinnen sind nach der langen Vorbereitungsphase natürlich heiß auf den Saisonstart, spüren aber die großen Erwartungen, die in sie gesetzt werden.

Dennoch ist Zsuzsa Nyari optimistisch. „Die Mannschaft hat in der Vorbereitung großartig mitgezogen und konzentriert und hart gearbeitet“, lobt sie die Einstellung ihrer Schützlinge. Eine wichtige Rolle werden dabei in der Mannschaft auch die vier Neuzugänge spielen. Die Rückkehrerinnen Roswitha Bein und Birthe von Jagow, Dana Kretschmann und Anja Kramer haben alle beste Chancen, in die Stammformation zu kommen. Aber auch alle Spielerinnen aus dem alten Stamm stehen voll im Saft und brennen auf ihren Einsatz.

Ausnahme: Nicole Hübner, die nach einer Knieoperation noch längere Zeit aussetzen muß. Etwas um den Anschluß müssen auch noch Eike Lange und Marion Werner kämpfen. Beide waren in der Vorbereitung längere Zeit verletzt und nehmen erst seit gut einer Woche voll am Mannschaftstraining teil.

Eine von beiden wird morgen zuschauen müssen. Zsuzsa Nyari hat nämlich 13 einsatzfähige Spielerinnen und damit die „Qual der Wahl“ für die zwölf Gemeinten, die auf dem Spielberichtsbogen eingetragen werden dürfen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.9.1997

 

Sonnabend, 6. September 1997

VfL Oldesloe – SG Niederdodeleben 24:19 (13:10)

24:19-Erfolg gegen SG Niederdodeleben/Magdeburg zum Auftakt

Gelungener Start, aber noch ohne Glanz

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe sind erfolgreich in ihre siebte Saison in der zweiten Handball-Bundesliga Nord gestartet. Gegen die SG Niederdodeleben/Magdeburg gelang den Schützlingen von Trainerin Zsuzsa Nyari ein ungefährdeter 24:19 (13:10)-Erfolg. Erfolgreichste Werferin war Marion Werner mit fünf Treffern.

(Manfred Thomsen). Den Handballerinnen des VfL Oldesloe ist der Einstieg in die mit großen Erwartungen beladene Saison in der zweiten Bundesliga geglückt. Im Auftaktpunktspiel gelang den Schützlingen von Trainerin Zsuzsa Nyari in der Stormarnhalle gegen die Spielgemeinschaft Niederdodeleben/Magdeburg ein 24:19 (13:10). Dabei lief bei den Oldesloerinnen natürlich noch nicht alles rund, aber der Erfolg war zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr.

Immerhin: Im Abschlußspiel der vergangenen Saison hatte es gegen den gleichen Gegner – damals noch unter dem Traditionsnamen SC Magdeburg – nur ein 15:15-Unentschieden gegeben. Die Leistungen waren seinerzeit auf beiden Seiten erschreckend schwach gewesen. Auch diesbezüglich wurde den knapp 300 Zuschauern eine, allerdings nur milde Steigerung geboten.

Wie Zsuzsa Nyari vorhergesehen hatte, begann ihre Mannschaft außerordentlich nervös. So führte der Gast nach fünf Minuten mit 3:0, ehe Roswith Bein in der 6. Minute per Siebenmeter der erste Saisontreffer für den VfL gelang. Auf das erste Tor aus dem Spiel heraus mußten die Oldesloerinnen sogar bis zur 9. Minute warten.

Als Ivonne Grimm den erzielt hatte, lief es besser. Nun boten sich auch Chancen für Tempogegenstöße, und mit denen gelang die Trendwende. In der 14. Minute ging der VfL durch Birthe von Jagow erstmalig in Führung (5:4). Bis zur 18. Minute wuchs dieser Vorsprung auf 8:5. Der Drei-Tore-Abstand blieb bis zum Wechsel (13:10) konstant.

Mit einer Temposteigerung in den ersten Minuten nach der Pause konnten die Gäste aus Sachsen-Anhalt nicht mehr mithalten. Der VfL zog bis zur 38. Minute auf 18:12 davon. Damit war die Entscheidung endgültig gefallen. Allerdings ging es in dem Tempo nicht weiter.

Die Schuld dafür nahm Zsuzsa Nyari auch auf ihre Kappe. Sie begann fortan verstärkt auszuwechseln und startete einige Experimente. Die gingen bei weitem nicht alle auf und hatten zur Folge, daß Hektik ins Spiel kam. In Gefahr aber geriet der Sieg des VfL dadurch nicht. Wann immer es nötig war, beispielweise in Unterzahl, rafften sich die Oldesloerinnen zu mehr Konzentration auf und brachten den Erfolg sicher über die Runden.

Erfolgreichste Werferin im VfL-Team war Marion Werner mit fünf Treffern. Sie ist drauf und dran, nach ihrer Verletzung wieder Anschluß an das Team zu finden. Je vier Tore erzielten Dana Kretschmann, Ivonne Grimm und Roswitha Bein. Letztere verwertete dabei drei Siebenmeter. Die weiteren Tore erzielten Birgit Walter, Jeanette Marquardt, Birthe von Jagow (je 2) und Anja Kramer. Außerdem kamen die Torhüterinnen Silke Schwöbken (bis 50.) und Meike Schlick (ab 50.), Ivonn Bosza und Martina Kattner zum Einsatz.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.9.1997

 

Donnerstag, 11. September 1997

VfL zum Pokalspiel nach Travemünde

(cr). Eine Spazierfahrt statt einer weiten Reise steht den Handball-Frauen des VfL Oldesloe bevor: In der ersten Runde des Pokalwettbewerbes müssen die Zweitliga-Spielerinnen morgen um 20 Uhr beim Oberligisten TSV Travemünde antreten. „Wir wollen gewinnen, schön spielen und einige Spielzüge üben“, fordert Trainerin Zsuzsa Nyari. Die Travemünderinnen haben hingegen ein As im Ärmel: Als zwei Klassen tiefer angesiedeltes Team haben sie gegen den Bundesligisten nichts zu verlieren.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.9.1997

 

Freitag, 12. September 1997

TSV Travemünde – VfL Oldesloe 17:46 (9:24)

(1. Runde DHB-Pokal)

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe „feuerten“ aus allen Rohren: 46:17-Pokalerfolg beim TSV Travemünde

Fast jeder Oldesloer Wurf war auch ein Treffer

(mth). Vor knapp einem Monat waren die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe schon einmal beim Oberligisten TSV Travemünde angetreten. In dem Testspiel hatte sich das Team aus dem Ostseebad wacker geschlagen und nur mit drei Treffern Differenz (24:27) verloren.

Das hatte in Travemünde Hoffnung für das Pokalspiel der ersten DHB-Hauptrunde gemacht. „Eine minimale Außenseiterchance“ rechneten sie sich aus, so stand im Programmheft zu lesen, und ganz sicher waren sie sich an gleicher Stelle, „nicht mit Pauken und Trompeten unterzugehen.“

Aber es sollte ganz anders kommen. Der VfL spielte in der Steenkamphalle wie entfesselt auf und landete einen Sieg in Rekordhöhe: 46:17 hieß es am Ende für die Stormarnerinnen. Bereits zur Halbzeit hatte sich bei einem Stand von 9:24 die Katastrophe für die Travemünderinnen abgezeichnet.

Zsuzsa Nyari, die ungarische Trainerin der Oldesloerinnen, war mit der Leistung hochzufrieden. Obwohl es am Einzug in die nächste Runde schon nach zehn Minuten bei einer 9:4-Führung nicht mehr den geringsten Zweifel gab, spielten ihre Schützlinge die 60 Minuten mit voller Konzentration durch.

Dabei klappte das Tempospiel schon weit besser als beim Punktspielauftakt eine Woche zuvor gegen den SC Magdeburg. Auch verschiedene taktische Experimente, die Zsuzsa Nyari während des Spiels durchführen ließ, klappten wie am Schnürchen.

„Dabei haben die Spielerinnen zu keinem Zeitpunkt den Spaß am Spiel verloren“, lobte die Ungarin ihre Mannschaft. In der beteiligten sich alle eingesetzten Feldspielerinnen an dem üppigen Torsegen. Den Vogel schoß mit elf Treffern Jeanette Marquardt ab. Ihr am nächsten kam Birthe von Jagow, die achtmal erfolgreich war.

Auf je sechs Tore kamen Roswitha Bein, Marion Werner und Birgit Walter. Dana Kretschmann und Anja Kramer machten es mit je vier Toren bescheidener, und Eike Lange begnügte sich bei ihrem ersten Einsatz nach ihrer Knie-Operation mit einem Treffer. Im Tor spielten Silke Schwöbken und Meike Schlick. Nicole Hübner, Ivonn Bosza, Ivonne Grimm und Martina Kattner fehlten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.9.1997

 

Sonnabend, 20. September 1997

Neue Auflage einer alten Rivalität im Frauen-Handball:

VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau

(mth). Spiele zwischen den Frauen-Teams des VfL Oldesloe und des VfL Bad Schwartau waren in den 80er Jahren Höhepunkte des Handballjahres. Grund: Es ging um die regionale Vorherrschaft im Frauen-Handball. Jahrzehnte lang lag die, wie heute noch im Männerbereich, bei den Schwartauern. Aber in der Ära Ulli Meyer/Andrea Güldenpfennig setzten sich die Stormarnerinnen durch, und zwischen beiden Clubs baute sich eine große Rivalität auf. Die legte sich mit dem Aufstieg der Oldesloerinnen in die zweite Liga und Auflösungserscheinungen in Schwartau.

Nun aber kreuzen sich die Wege erneut. Die Schwartauerinnen haben in der Spielklasse gleichgezogen und erwarten im ersten Heimspiel den alten Rivalen. Ein „Spiel wie jedes andere“ ist die Partie Sonntag um 16 Uhr in der Ludwig-Jahn-Halle nicht. Schließlich mischen mit Manager Wilfried Koslowski, Keeperin Silke Schwöbken und Torjägerin Jeanette Marquardt drei Ex-Schwartauer in Oldesloe mit.

Und der Gastgeber will natürlich zeigen, daß in Schwartau wieder guter Frauen-Handball gespielt wird. An der Favoritenrolle der Stormarnerinnen besteht dennoch kein Zweifel: Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung. Bis auf Urlauberin Ivonne Grimm und Nicole Hübner kann Trainerin Zsuzsa Nyari auf den kompletten Kader zurückgreifen. Fraglich ist allerdings, ob Marion Werner und Anja Kramer einsetzbar sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.9.1997

 

Sonntag, 21. September 1997

VfL Bad Schwartau – VfL Oldesloe 13:30 (8:15)

VfL Oldesloe gewann 30:13 (15:8)

Im Spaziergang an die Spitze

(Torsten Hubert). Die Damen des VfL Oldesloe wurden ihrer Favoritenrolle im Derby der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen gerecht und siegten beim VfL Bad Schwartau locker mit 30:13 (15:8). Dabei glänzte besonders die Ex-Schwartauerin Jeanette Marquardt. Sie steuerte allein elf Tore zum Oldesloer Kantersieg bei.

Beide Mannschaften begannen äußerst nervös, was sich besonders in der Torausbeute widerspiegelte. Erst in der 4. Minute brach Dana Kretschmann den Bann mit ihrem Treffer zum 1:0 für den Titelaspiranten. Die Gastgeberinnen vom VfL Bad Schwartau hielten bis zum 2:3 (7.) durch die ehemalige ungarische Nationalspielerin Agnes Hesz mit. Doch dann kam der Oldesloer Motor immer besser in Fahrt.

Allen voran Jeanette Marquardt lief zur Höchstform auf. In nur einer Minute traf die ehemalige Schwartauerin viermal und brachte die lautstark unterstützten Gäste mit 7:2 in Führung.

Nach 19 Minuten hieß es durch einen verwandelten Siebenmeter von Roswitha Bein bereits 10:3 für das Team von Trainer Zsuzsa Nyari. Mit einem schnellen Ball erspielten sich ihre Schützlinge immer wieder die nötigen Lücken.

Ganz anders die Gastgeberinnen, die buchstäblich in Ehrfurcht erstarrten. Aus dem Rückraum. der Mannschaft von Bernd Kunz ging kaum Gefahr aus, so daß die Oldesloerinnen immer wieder zu leichten Ballgewinnen kamen. Zur Pause hieß es dann standesgemäß 15:8 für die Oldesloerinnen, die dabei kaum ins Schwitzen kamen. Das lockere Trainingsspiel für das Gäste-Team ging auch im zweiten Spielabschnitt weiter.

Die Schwartauerinnen verschliefen den Start völlig. Die Folge: Plötzlich lagen die Gastgeberinnen mit 8:19 (38.) zurück. Kein Gegenmittel fand der Aufsteiger gegen den geschlossen auftretenden Gast, der nun leichtes Spiel mit seinem „Opfer“ hatte.

Am Ende gewannen Jeanette Marquardt und Kolleginnen standesgemäß 30:13. Am kommenden Sonnabend um 19.30 Uhr soll dann in der Oldesloer Stormarnhalle das Team aus Wandsbek in die Schranken gewiesen werden.

„Es war klar, daß wir besser als Bad Schwartau sein würden. Doch mit so einem deutlichen Ergebnis haben wir nicht gerechnet. Unser einziges Manko war, daß wir in einigen Phasen noch zu verspielt waren. Doch dafür haben wir aber auch guten Tempohandball gezeigt“, freute sich Willi Koslowski, Manager des VfL Oldesloe über den Triumph an seiner früheren Wirkungsstätte.

Bernd Kunz vom VfL Bad Schwartau erkannte neidlos an: „Oldesloe hat heute deutlich die Unterschiede aufgedeckt. In dieser Verfassung kann die Meisterschaft in der zweiten Bundesliga nur über den VfL Oldesloe gehen.“

VfL Bad Schwartau: Nagel, Frolin; Manu, Lemke (2), Kunz, Hesz (4/4), Karrock, Geske, Claudia Brandt (3), Kruse, Eisholz (1), Tanja Brandt (2).

VfL Oldesloe: Schwöbken [ab 31. Schlick); Kretschmann (2), Bosza (2). Lange, Bein (4/1), Kattner (5), von Jagow (1), Werner, Walter (1), Marquardt (11/ 2), Kramer (3)

Schiedsrichter: Michalzik/Rupp (Owschlag/Jevenstedt).

Zuschauer: 450.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.9.1997

 

Freitag, 26. September 1997

MTV Wandsbek 72 kommt

VfL-Damen auch ohne Marion Werner Favorit

Ohne Linksaußen Marion Werner muß die Zweitliga-Handball-Mannschaft des VfL Oldesloe ihr zweites Heimspiel der Saison bestreiten. Gegner ist am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle der MTV Wandsbek 72. Auch ohne die frühere Junioren-Nationalspielerin ist der VfL klarer Favorit.

(Manfred Thomsen). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe liegen nach zwei Spieltagen in der zweiten Bundesliga voll im Soll. Mit zwei Siegen hat sich das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari an die Tabellenspitze gesetzt. Die wollen die Stormarnerinnen in ihrem zweiten Heimspiel unbedingt behaupten. Gegner ist am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle der MTV Wandsbek 72.

Nach den überzeugenden Leistungen in den bisherigen Spielen – allerdings gehörten die Gegner nicht zur Elite der Liga – ist der VfL erneut haushoher Favorit. Daran gibt es auch keine Abstriche, weil mit Marion Werner eine Leistungsträgerin ausfällt. Die Außenspielerin hat ihre Schulterverletzung, die schon eine ordentliche Saisonvorbereitung unmöglich machte, noch nicht überwunden. Gründliche Untersuchungen sollen nun Aufklärung über die Ursachen der Verletzung bringen.

„Unser Kader ist so groß, daß wir solche Ausfälle kompensieren können“, gibt sich die VfL-Trainerin optimistisch. Sie wird auch Birthe von Jagow, die mit Grippe in der Woche nur eingeschränkt trainieren konnte, nur im Notfall einsetzen.

Besonders ehrgeizig für morgen ist Dana Kretschmann. Gegen ihre ehemalige Mannschaft, die bis auf ihren Wechsel zum VfL nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr ist, will sie sich besonders ins Zeug legen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.9.1997

 

Sonnabend, 27. September 1997

VfL Oldesloe – MTV Wandsbek 72 27:24 (13:16)

Mühevoller 27:24-Erfolg der Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen gegen Wandsbek 72

Silke Schwöbken rettete Sieg

Der VfL Oldesloe bleibt in der zweiten Bundesliga Nord in der Saison 1997/98 weiter ohne jeden Punktverlust. Der 27:24 (13:16)-Erfolg vor 350 Zuschauern in der Stormarnhalle gegen den MTV Wandsbek aber wurde erst nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit perfekt. Zuvor hatte der Favorit den Gegner unterschätzt. Matchwinnerin war Torhüterin Silke Schwöbken.

(Manfred Thomsen). „In diesem Spiel hat sich gezeigt, zu was es führt, wenn man einen Gegner unterschätzt.“ Auf diesen Nenner brachte Zsuzsa Nyari den dritten Saisonsieg der Handhallerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord gegen den MTV Wandsbek 72. Mit 27:24 (13:16) behielten die als hohe Favoriten ins Spiel gegangenen Stormarnerinnen zwar am Ende die Oberhand, aber der Sieg hing lange an einem seidenen Faden.

Letztlich hatte der VfL den vor allem seiner Torhüterin Silke Schwöbken zu verdanken, wie Gäste-Trainer Wolfgang Westphal nach dem Spiel treffend analysierte. Die Nummer 1 im VfL-Tor war erst nach 25 Minuten ins Spiel gekommen. Sie hatte in der Woche krankheitsbedingt nicht trainieren können – das hatten die Verantwortlichen unter der Decke gehalten, um nicht Panik zu verbreiten – und sollte deshalb geschont werden.

Ihre Vertreterin Meike Schlick mühte sich nach Kräften, wurde aber von ihren Mitspielerinnen schändlich im Stich gelassen. Wieder und wieder hinterließen die in der Deckung große Lücken, die vor allem Inga Schupp (8 Tore), Andrea Kamke und Christina Schümann (je 5) weidlich zu Treffern nutzten.

Die Folge: Der VfL, bei dem auch im Angriff nur wenig zusammenlief, geriet gegen einen Gegner, der streckenweise über sich hinauswuchs, gehörig in Rückstand. Nur in der Anfangsphase – 1:0 (1.) und 4:3 (7.) – lagen die Oldesloerinnen vorn, ansonsten drückten die gut eingestellten Hamburgerinnen dem Spiel ihren Stempel auf.

Ihre 16:13-Halbzeitführung war hochverdient. Der VfL hatte überwiegend mit sich selbst zu tun und haderte mit dem Schiedsrichtergespann aus Rostock/Pingelshagen, das zwar bisweilen eine etwas eigene, aber immerhin konsequent durchgehaltene Regelauslegung praktizierte.

Auch nach deutlichen Worten in der Halbzeitpause lief der VfL noch zehn Minuten einem Rückstand hinterher. Erst als Silke Schwöbken dann eine ganze Serie von Glanzparaden zeigte, drehte das Spiel. Zweiter Aktivposten im VfL-Team war Anja Kramer. Ihre Treffer waren es vornehmlich, die die Gastgeber wieder heran und schließlich auch in Führung brachten. Sie avancierte mit sechs Toren auch zur erfolgreichsten Werferin in ihrem Team.

Die weiteren Treffer gingen auf das Konto von Eike Lange (5), Martina Kattner (4), Dana Kretschmann, Roswitha Bein (je 3), Ivonn Bosza, Birgit Walter (je 2), Birthe von Jagow und Jeanette Marquardt.

Verzichten muß der VfL Oldesloe für längere Zeit auf Marion Werner. Die frühere Junioren-Nationalspielerin unterzieht sich am Mittwoch einer Schulteroperation und wird, so die Prognose von Trainerin Zsuzsa Nyari, frühestens im Januar wieder voll mitmischen können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.9.1997

 

Sonnabend, 4. Oktober 1997

Holstein Kiel – VfL Oldesloe 23:30 (10:15)

Bilanz der VfL-Handballerinnen makellos

Holstein Kiel mit Tempo überrollt

(Manfred Thomsen). Die Bilanz der Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord bleibt makellos. Auch in ihrem zweiten Auswärtsspiel kamen die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari zu einem glatten Erfolg gegen einen Landesrivalen. Beim KSV Holstein Kiel behielten die Stormarnerinnen mit 30:23 (15:10) die Oberhand. Damit revanchierte sich der VfL nicht nur für zwei bitteren Niederlagen in der vergangenen Saison sondern führt mit 8:0 Punkten und 111:79 Toren weiterhin die Tabelle an.

Der Kreis der verlustpunktfreien Mannschaften in der Spielklasse schmolz am vierten Spieltag weiter. Der HC Empor Rostock, bisher Tabellenzweiter und nächster Punktspielgegner des VfL, kassierte beim TSV Nord Harrislee mit 19:25 die erste Niederlage. Ehe die Mecklenburgerinnen aber am 18. Oktober Gäste in der Stormarnhalle sind, muß der VfL in der zweiten DHB-Pokalrunde noch am 12. Oktober beim niedersächsischen Oberligisten SG Isenhagen (bei Gifhorn) antreten.

Im Kader des VfL war es vor dem Spiel in Kiel plötzlich wieder eng geworden. Neben den Langzeitverletzten Nicole Hübner und Marion Werner, die Mitte der Woche an der Schulter operiert wurde, fiel mit Grippe kurzfristig auch noch Kreisläuferin Eike Lange aus. Da auch Ivonne Grimm aus beruflichen Gründen zur Zeit kaum zur Verfügung steht, hatte der VfL für die Begegnung nur noch acht Feldspielerinnen und damit sehr beschränkte Auswechslungs-Möglichkeiten.

Aber die Stormarnerinnen sind qualitativ in dieser Saison so gut besetzt, daß sie auch mit einer solch kleinen Crew gegen nicht unbedingt hochklassige Gegner nichts anbrennen lassen. Geführt von einer überragenden Roswitha Bein und gestützt auf eine tadellose Torhüter-Leistung von Silke Schwöbken ließen die Oldesloerinnen dem KSV Holstein mit ihrem Tempospiel von Beginn an keine Chance.

Bereits nach zehn Minuten führte der VfL mit 5:1. Danach ließ es die Mannschaft phasenweise etwas ruhiger angehen, aber sie gab dabei nie die Kontrolle über das Spiel ab. Die kleinen „Hänger“ nahm Trainerin Zsuzsa Nyari ihren Schützlingen nicht übel. „Es war immer zu merken, daß den Spielerinnen das Handballspielen Spaß macht, und das ist mir in solchen Spielen das Wichtigste“, zog sie zufrieden Bilanz.

Besonders erfreut zeigte sie sich darüber, daß es in der Mannschaft keinen Ausfall gab. Alle Feldspielerinnen waren an dem Torsegen beteiligt. Am besten trafen Roswitha Bein (7/3), Birgit Walter (6) und Dana Kretschmann (5). Den Rest besorgten Martina Kattner (4), Jeanette Marquardt, Anja Kramer (je 3), Birthe von Jagow (2) und Ivonn Bosza (1).

Auf der Gegenseite wurden der früheren VfLerin Melanie Bernecker, in der Vergangenheit gegen ihren ehemaligen Club oft häufig erfolgreich, nur 3/1 Treffer gestattet.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1997

 

Freitag, 10. Oktober 1997

VfL im Pokal bei der HSG Isenhagen

(cr). Nach ihrem souveränen 46:17-Erstrunden-Erfolg über den TSV Travemünde sind die Handballerinnen des VfL Oldesloe auch für die zweite Runde um den DHB-Pokal optimistisch. Dafür muß der Zweitliga-Tabellenführer aus Stormarn bei der HSG Isenhagen (Sporthalle II, Lerchenweg in Wesendorf bei Gifhorn) antreten. „Ich kenne unsere Gegner nicht, ich weiß nur, daß sie in der Oberliga spielen“, sagt VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari. „Aber ich bin zuversichtlich, daß wir den Sprung in die dritte Runde schaffen können.“

Die Niedersachsen sind in den vergangenen Jahren viermal in Folge aufgestiegen und peilen langfristig den Aufstieg bis in die zweite Liga an. Ihre Erstrunden-Partie im Pokalwettbewerb gewannen sie mit 23:15 bei der HSG Aller. Leistungsträger im Isenhagener Team sind eine erfahrene Russin, eine Weißrussin sowie eine ehemalige jugoslawische Auswahlspielerin. Ergänzt wird das Team durch Ina Hermann (Zweite Liga) und Beate Seek, ehemalige Torhüterin von Magdeburg.

Die Oldesloerinnen laufen mit neun Feldspielerinnen und zwei Torfrauen auf. „Nur Marion Werner und Ivonne Grimm werden fehlen“, erzählt Zsuzsa Nyari. Das VfL-Team startet mit dem Bus um 12.30 Uhr von der Stormarnhalle. Für Fans besteht dann die Möglichkeit, die Mannschaft zu begleiten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.10.1997

 

Sonntag, 12. Oktober 1997

HSG Isenhagen – VfL Oldesloe 15:30 (6:17)

(2. Runde DHB-Pokal)

Oldesloer Handballfrauen gewannen Pokalspiel in Isenhagen

VfL nicht immer gut, dafür meist schön gespielt

(cr). Keine Probleme hatten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe, im deutschen Pokalwettbewerb die dritte Runde zu erreichen. Mit einem 30:15 (17:6)-Erfolg setzte sich der Tabellenführer der zweiten Liga Nord souverän beim Oberligisten HSG Isenhagen durch. „Wir haben zwar nicht immer gut, aber meistens schön gespielt“, kommentiert VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari.

Vor allem in der ersten Halbzeit machten die Stormarnerinnen deutlich, daß sie in diesem Spiel unbedingt als Sieger vom Platz gehen wollten. „Das war für uns ein Pflichtsieg“, sagte die Trainerin, ,,die Mannschaft wußte genau, daß alles andere als ein Erfolg eine herbe Enttäuschung sein würde.“

Entsprechend motiviert und konzentriert gingen die VfL-Frauen in die Partie und lagen bereits nach fünf Minuten klar mit 4:0 in Front. In der 25. Minute hatten sie ihre Führung auf 15:4 ausgebaut und hielten bis zur Pause den Elf-Tore-Abstand.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Oldesloerinnen die Zügel etwas schleifen, ohne aber je den Sieg in Gefahr zu bringen. Im Gegenteil: In der 55. Minute hatten sie sich beim Stand von 28:13 erstmals mit 15 Toren abgesetzt. „Wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr so konzentriert gespielt, und die Spielerinnen haben sich ein bißchen ausprobiert“, erzählt Zsuzsa Nyari. Folge: Die drei versuchten Kempa-Tricks sahen zwar gut aus, waren aber leider nicht erfolgreich.

Erfolgreichste Spielerin im VfL-Team war Jeanette Marquardt mit neun Toren (davon ein Siebenmeter). Den Rest teilten sich Anja Kramer (4), Roswitha Bein (4/2). Dana Kretschmann, Eike Lange, Birthe von Jagow (je 3), Birgit Walter (2), Martina Kattner und Ivonn Bosza.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.10.1997

 

Freitag, 17. Oktober 1997

Oldesloer Handball-Frauen empfangen HG Empor Rostock

„Nur nicht provozieren lassen“

(cr). „Das wird ein schönes Spiel“, ist Handball-Trainerin Zsuzsa Nyari zumindest von der Attraktivität des bevorstehenden Heimspiels der Oldesloer Zweitliga-Frauen gegen HC Empor Rostock (Sonnabend 19.30 Uhr) überzeugt. Allerdings wird es für den Tabellenführer gegen den Vierten keineswegs ein Spaziergang. „Wir haben uns ein Video von ihnen angeschaut“, erzählt die Trainerin, „die Rostockerinnen spielen eine aggressive Deckung mit großem Körpereinsatz.“

Genau das wird das Problem der Oldesloerinnen sein. „Wir dürfen uns auf keinen Fall provozieren und ärgern lassen“, sagte die VfL-Trainerin. „Und deshalb sollten wir versuchen, uns diesem extremen Körperkontakt einfach nicht zu stellen.“ Für diese Aufgabe steht dem VfL (mit Ausnahme von Marion Werner und Ivonn Grimm) der ganze Kader zur Verfügung. „Ich denke, wir werden das Spiel gewinnen“, ist die Trainerin zuversichtlich.

Anders als die bislang verlustpunktfreien Oldesloerinnen haben die Mecklenburgerinnen ihr letztes Auswärtsspiel beim TSV Nord Harrislee verloren. „Das ist Aufgabe der Trainerin, die Mannschaft neu zu motivieren. Es kann also sein, daß sie gegen uns besonders heiß sind.“

Die Oldesloerinnen hingegen haben ihre letzte Partie in guter Erinnerung: Den 30:15-Erfolg im Pokalspiel bei der HSG Isenhagen. Für die dritte Runde im Pokal-Wettbewerb steht den Schützlingen von Zsuzsa Nyari jetzt ein Knüller bevor: Ihnen wurde ein Heimspiel gegen den Zweitliga-Konkurrenten TSG Wismar zugelost. Die Hanseatinnen rangieren derzeit mit 6:2 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und rechnen sich – ebenso wie die Stormarnerinnen – eine Chance auf den Aufstieg aus.

In der Saisonvorbereitung Ende Juli trafen beide Mannschaften bereits zweimal in Testspielen aufeinander, jeweils mit dem besseren Ende für die Wismarerinnen. Inzwischen ist einige Zeit ins Land gegangen und die VfL-Frauen präsentieren sich mittlerweile als eingespieltes Team. Wann das Pokalspie1 startet, ist ungewiß. Der DHB hat die Zweitrunden-Partien für das zweite November-Wochenende angesetzt, doch die TSG hat bereits um eine Verlegung nachgesucht.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.10.1997

 

Sonnabend, 18. Oktober 1997

VfL Oldesloe – HC Empor Rostock 32:26 (14:11)

Oldesloer Handball-Frauen bauten ihre Tabellenführung in der zweiten Liga weiter aus

„Ein besonders schöner Sieg“

Die Oldesloer Handball-Frauen haben die Tabellenführung in der zweiten Liga ausgebaut: Mit einem 32:26-Erfolg über den HC Empor Rostock stellten sie ihren Anspruch auf den Aufstieg eindrucksvoll unter Beweis.

(Cordula Rassow). Jeanette Marquardt ballte ihre Hand zur „Becker-Faust“ und feierte ihren Treffer wie einen vorzeitigen Sieg: Nach gekonntem Anspiel von Roswitha Bein hatte sie in der 56. Minute mit einem Kempa-Trick die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe mit 30:23 in Front gebracht – zum Jubel der 500 Fans in der Stormarnhalle. Bis zum Abpfiff waren nur noch vier Minuten zu spielen – dann stand für das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari der fünfte Sieg im fünften Spiel fest: 32:26. „Die Rostacker waren als Vierter der erste ernsthafte Gegner in dieser Saison“, sagte die VfL-Trainerin nach der Partie, „da ist es besonders schön, zu gewinnen.“

Die Gäste aus Mecklenburg sorgten von Beginn an für eine Überraschung: Statt der befürchteten offensiven Deckung spielten sie eine 6:0-Formation. „Wir haben für die 4:2-Variante im Augenblick nicht das spielerische Potential“, erklärte Rostocks Trainerin Ute Lemmel.

Insgesamt schienen die Gäste nicht an die Form des Vorjahres anknüpfen zu können. Dennoch gingen die Oldesloerinnen hochkonzentriert in die Partie, boten vor allem in der Defensive eine starke Leistung. Doch statt gegen erwartet großen Widerstand zu kämpfen, konnten die VfL-Frauen von Beginn an die Führung übernehmen. Sie lagen bereits in der 19. Minute mit 10:5 vorn. Bis zur Halbzeit schien sich ein klarer Sieg abzuzeichnen, doch nach dem 14:9 in der 28. Minute wurde der VfL überheblich. Folge: Bis zur Pause kamen die Gäste auf 11:14 heran.

Nach dem Seitenwechsel bauten die Gastgeberinnen ihre Führung auf 20:15 aus, ließen die Gäste aber noch auf 20:22 herankommen.

Doch mit Routine und Nervenstärke fanden die Gastgeberinnen wieder den Faden und zu ihrem Spiel. Folge: Problemlos bauten sie ihren Vorsprung zum 32:26-Endstand aus.

Erfolgreichste Spielerin im Oldesloer Team war einmal mehr Jeanette Marquardt, die sieben Treffer (davon zwei Siebenmeter) zum Sieg beisteuerte. Einen hervorragenden Tag hatte auch Roswitha Bein erwischt. Neben fünf Treffern (davon zwei Siebenmeter) überzeugte sie vor allem durch ihre Übersicht und ihren Spielwitz. Ein Sonderlob gab es für die Keeperinnen Meike Schlick und Silke Schwöbken. Die restliche VfL-Treffer erzielten Birthe von Jagow (5), Dana Kretschmann (4), Eike Lange, Anja Kramer (je 3), Martina Kattner, Ivonn Bosza (je 2) und Birgit Walter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.10.1997

 

Sonnabend, 25. Oktober 1997

VfL Oldesloe will Spitzenplatz behaupten

Endlich ein Sieg in Harrislee?

(mth). Mit etwas gemischten Gefühlen treten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe die Reise zum TSV Nord Harrislee an. Dabei ist die Ausgangsposition aus Sicht Außenstehender für das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari alles andere als bedrohlich. Als noch verlustpunktfreier Tabellenführer hat der VfL im Gepäck die Empfehlung eines Sieges im Spitzenspiel gegen HCE Rostock, während die Harrisleerinnen die Hypothek einer Niederlage im Landesderby bei der HSG Marne einbringen.

Überhaupt ist das Team aus der Grenzregion nicht gut aus den Startlöchern gekommen. Mit 4:6 Punkten rangiert der TSV nur auf dem achten Tabellenplatz. Dennoch warnt Zsuzsa Nyari ihre Spielerinnen und die Fans vor der Annahme, in der Holmberghalle, in der die Partie heute um 16.30 Uhr angepfiffen wird, stünde der VfL vor einer leichten Aufgabe.

Der Grund: Die Oldesloerinnen haben dort in der Vergangenheit noch nie einen Punkt geholt, geschweige denn gewonnen. Vielmehr hat es dort manch herbe Niederlage gegeben. Britt Krüger, Petra Schulz und Co. sind gerade gegen den VfL oft über sich hinausgewachsen. Dazu hat sich der erfahrene Coach „Heie“ Jacobsen gerade für diese Derbys stets besonders viel einfallen lassen.

Dennoch: Kann der VfL seine Form vom Rostock-Spiel annähernd bestätigen, müßte ihm endlich auch in Harrislee der erste Sieg gelingen. Dana Kretschmann könnte dazu den Weg weisen, denn sie hat dort im vergangenen Jahr mit ihrem ehemaligen Team (MTV Wandsbek) gewonnen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.10.1997

 

Sonnabend, 25. Oktober 1997

TSV Nord Harrislee – VfL Oldesloe 25:24 (10:9)

Erste Niederlage für die Frauen des VfL Oldesloe

Zu viele Chancen nicht genutzt

Fünf Spieltage beherrschten sie die zweiten Handball-Bundesliga, jetzt kassierten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe ihre erste Niederlage. 24:25 verlor der Spitzenreiter beim Angstgegner TSV Nord Harrislee. „Wir waren zu Beginn zu nervös und haben im Angriff zu viele Chancen ungenutzt gelassen“, sagte die enttäuschte Trainerin des VfL, Zsuzsa Nyari. Drei Sekunden vor dem Ende hatte Anja Kramer den Ausgleich in der Hand, scheiterte aber am Harrisleer Block.

(Holger Petersen). Die Serie des VfL Oldesloe ist gerissen: Am sechsten Spieltag kassierte die Mannschaft von Trainerin Zsuzsa Nyari beim TSV Nord Harrislee ihre erste Saison-Niederlage. Nach spannenden 60 Minuten verloren die Kreisstädter 24:25 (9:10).

„Die Niederlage war verdient. Wir haben heute das Spiel ganz klar im Angriff verloren. Die Chancenauswertung war sehr bescheiden“, sagte die maßlos enttäuschte Trainerin Zsuzsa Nyari. Zwar mußten die Gäste auf einige Leistungsträgerinnen – neben den Langzeitverletzten Marion Werner und Nicole Hübner kurzfristig auch auf Spielmacherin Roswitha Bein – verzichten, dennoch gestalteten sie die erste Halbzeit offen. Vor allem die eingewechselte Dana Kretschmann setzte viele Akzente und erzielte drei Tore in Folge zum 7:5 (18.).

Das Tempo war in dieser Phase enorm hoch, zu hoch. Denn Fehlpässe und technische Fehler wurden auf beiden Seiten „en masse“ produziert. Nicht selten dauerten die Angriffe nicht länger als zehn Sekunden. Ständig wechselte der Ballbesitz, ständig ging es hin und her wie bei einem Tennisspiel. Nach dem Wechsel erwischte Nord Harrislee den besseren Start. Oldesloe scheiterte immer wieder an der guten Uta Petersen im Nord-Tor und kassierte in der Defensive viele Tore aus der zweiten Welle.

Die Folge: Nord setzte sich auf 18:13 (43.) ab. Zsuzsa Nyari nahm eine Auszeit, forderte noch einmal ein Aufbäumen und stellte die Abwehr auf ein offensives 4:2-System um.

Mit Erfolg, denn in der 53. Minute hieß es nur noch 20:22. Jetzt trafen auch Anja Kramer und Jeanette Marquardt im Angriff nach Belieben. Aber der TSV Nord Harrislee hielt den Vorsprung und sah beim 25:22 eine Minute vor dem Ende noch immer wie der sichere Sieger aus.

Aber fast wäre Anja Kramer noch der Ausgleich gelungen. Doch ihr Wurf drei Sekunden vor dem Ende blieb im Block der Nord-Abwehr hängen. Der VfL Oldesloe hatte seine Schlußoffensive zu spät gestartet. „Harrislee hat heute stark gekämpft und unsere Fehler eiskalt ausgenutzt“, erklärte die Oldesloer Trainerin. „Wir waren zu Beginn zu nervös und haben im Angriff zu viele Chancen ungenutzt gelassen.“

TSV Nord Harrislee: Petersen, Jappsen (n.e.); Enneking (4/1), Preuß {3), Krüger (6),

Graef, Rasmussen, Schnoor (5). Schulz (2). Schibrath, Zierk (7/4).

VfL Oldesloe: Schwöbken, Schlick (n.e.); Kretschmann (5). Bosza (2), Lange (1), Kattner, von Jagow (1), Walter (1), Marquardt (7/2). Kramer (7/2).

Schiedsrichter: lvanoff/Timm (Glückstadt/Hörnerkirchen).

Zuschauer: 350

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.10.1997

 

Dienstag, 28. Oktober 1997

Hamburger Verband will sie sperren

Darf Roswitha Bein nicht für VfL spielen?

(mth). Helle Aufregung herrscht bei den Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe. Der Grund: Der Hamburger Landesverband hat die Spielberechtigung von Roswitha Bein für die Oldesloerinnen angezweifelt. Deshalb setzte der VfL seine Spielmacherin beim Landesderby in Harrislee vorsichtshalber auch nicht ein.

Die Sachlage: Nach Ende der letzten Saison wechselte Roswitha Bein vom Zweitliga-Absteiger Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16) zurück zu den Oldesloerinnen, bei denen sie schon bis 1995 gespielt hatte. Da ihr Vertrag im Hamburg abgelaufen war, stand einem ablösefreien Wechsel nach der neuen Spielordnung nichts im Weg.

Diese ist im Bereich des Deutschen Handball-Bundes seit dem 1. Juli bindend. Die HT 16 stellt sich nun auf den Standpunkt, der Wechsel sei schon vor Inkrafttreten der neuen Ordnung perfekt gewesen. Daher, so ihre Auffassung, sei noch die alte Spielordnung anzuwenden, nach der bei einem solchen Wechsel sehr wohl eine Ablösesumme gefordert werden konnte.

So verfuhr der Hamburger Verein und beantragte, da der VfL nicht gezahlt hat, Roswitha Bein die Spielberechtigung für den VfL zu entziehen. Die angehende Juristin hält die Entscheidung des Hamburger Verbandes für schlicht falsch. „Alle Voraussetzungen für einen ablösefreien Wechsel sind in meinem Fall erfüllt“, ist sie sich sicher.

Sie baut, ebenso wie VfL-Manager Wilfried Koslowski, darauf, daß sich das Sportgericht des DHB noch in dieser Woche in einem Schnellverfahren mit der Angelegenheit befaßt und ihre Spielberechtigung einwandfrei feststellt.

„Andernfalls müßten alle Wechsel in den ersten und zweiten Ligen der Männer und Frauen, die für diese Saison über die Bühne gingen, für unrechtmäßig erklärt werden“, sieht sie dem Urteil aus der DHB-Zentrale in Dortmund gelassen entgegen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.10.1997

 

Sonnabend, 1. November 1997

VfL Oldesloe Gast bei PSV Braunschweig

Roswitha Bein spielt wieder mit

Wieder mit Spielmacherin Roswitha Bein wird der VfL Oldesloe am Sonntag in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen bei PSV Braunschweig antreten. Fans können die Oldesloer zu diesem Auswärtsspiel wieder begleiten. Der Mannschaftsbus fährt am Sonntag um 10.30 Uhr an der Stormarnhalle ab.

(Manfred Thomsen). Bei den Handballerinnen des VfL Oldesloe gab es in der Woche vor dem Spiel bei Post-SV Braunschweig (Sonntag 15.30 Uhr in der Halle „Alte Waage" in der Weberstraße in Braunschweig) nur ein Thema: Ist Roswitha Bein nun für die Zweitliga-Mannschaft spielberechtigt oder nicht?

Neue Verlautbarungen liegen dem VfL von Verbandsseite darüber bislang nicht vor. Offiziell sind die Oldesloer noch nicht einmal über den Beschluß des Hamburger Verbandes, der Spielmacherin die Spielberechtigung zu entziehen, unterrichtet. Nur weil sie darüber Wolfgang Wagner, Trainer des MTV Wandsbek 72, kurz vor dem Spiel in Harrislee informierte, verzichtete der VfL dort auf ihren Einsatz.

Die Stormarner wollten kein Risiko eingehen, weil sie meinten, auch mit einer nur inoffiziellen Information, nicht mehr allein „guten Glaubens“ handeln zu können. Ihren „guten Glauben“ aber haben die Oldesloer nach reiflicher Überlegung, so der Bundesliga-Beauftragte Holger Orlowski, wieder zurückgewonnen.

Dazu haben sie nach Durchsicht ihrer Akten handfeste Gründe. Freigabe und Spielberechtigung für Roswitha Bein liegen schriftlich beim VfL vor. Dazu ist unstrittig, daß der Vertrag von Roswitha Bein bei der Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16) exakt bis zum 30. Juni lief und auch nicht vorher aufgelöst wurde.

Schon deshalb konnte die neue Bindung an den VfL nicht vor dem 1. Juli in Kraft treten. Just das ist auch das Datum, an dem die neue Spielordnung des DHB Gültigkeit erlangte. Und nach der können, getreu dem Bosmann-Urteil, Akteure, deren Verträge abgelaufen sind, ablösefrei von einem Verein zum anderen wechseln.

Ansprüche der HT 16, die einer Spielberechtigung von Roswitha Bein entgegenstünden, kann beim VfL deshalb niemand erkennen und folglich soll die Spielmacherin am Sonntag wieder mit von der Partie sein. Da bis auf die Dauerverletzten Marion Werner und Nicole Hübner „alles an Bord“ ist, ist Trainerin Zsuzsa Nyari für das Spiel in Braunschweig optimistisch. Auch Torhüterin Silke Schwöbken, die an einer Fußverletzung laborierte, kann voraussichtlich spielen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.11.1997

 

Sonntag, 2. November 1997

PSV Braunschweig – VfL Oldesloe 19:41 (6:21)

41:19-Sieg

VfL warf sich den Frust von der Seele

(Manfred Thomsen). Bei den Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe hatte sich in der vergangenen Woche eine gehörige Portion Frust angesammelt. Die verlangte nach einem Ventil und einer Entladung. Da kam das nächste Punktspiel gerade recht. Der Post-SV Braunschweig bekam die ganze Wut über die erste Saisonniederlage in der Vorwoche in Harrislee und das Hickhack um die Spielberechtigung von Spielmacherin Roswitha Bein zu spüren. Der VfL war in der Halle „Alte Waage“ nicht auf ein Gleichgewicht der Kräfte aus. Ganz im Gegenteil: Die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari brannten ein handballerisches Feuerwerk ab und gewannen am Ende mit dem Rekordergebnis von 41:19 (21:6).

Roswitha Bein, die der VfL in Harrislee vorsichthalber nicht eingesetzt hatte und die beim 24:25 so sehr vermißt wurde, war in Braunschweig wieder mit von der Partie. Sie selbst hat das Theater, das der Hamburger Verband um ihre Spielberechtigung veranstaltet hat, kaltgelassen. „Für mich ist die Sache abgehakt. Die Gründe, die der Verband für eine Suspendierung angeführt hat, sind fadenscheinig und haltlos“, analysiert die angehende Juristin.

Die Antwort darauf gab sie in Braunschweig auf dem Spielfeld. Von Beginn an legte sie ein Tempo vor, dem die Niedersachsen, die nach dem Abgang ihrer russischen Nationalspielerin Tatjana Oleksiuk bei weitem nicht mehr die Spielstärke der vergangenen Saison haben, nicht gewachsen waren.

Schon nach acht Minuten führte der VfL mit 4:0, und erst als es 19:4 (25.) stand, ließen die Oldesloerinnen dem Gegner für fünf Minuten ein wenig Luft. In der zweiten Halbzeit ging der VfL in der Abwehr nicht mehr so konzentriert wie vor der Pause zur Sache.

Aber die 13 Gegentore, die Meike Schlick nach dem Seitenwechsel kassierte, konnte der VfL verschmerzen. Im Angriff nämlich ging der Wirbel unvermindert weiter. Noch einmal gelangen in 30 Minuten 20 Tore bis zu dem genannten Rekordergebnis.

An dem Schützenfest beteiligten sich alle eingesetzten Feldspielerinnen. Die größte Ausbeute verzeichneten dabei Birgit Walter (8). Jeanette Marquardt, Birthe von Jagow (je 7) und Dana Kretschmann (5). Den gar nicht so kargen Rest teilten sich Anja Kramer (4), Roswitha Bein (3/3), Eike Lange (3) und Ivonn Bosza.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.11.1997

 

Sonnabend, 8. November 1997

VfL-Handballerinnen erwarten TSG Wismar im Pokalspiel

„Niederlage wäre kein Untergang“

(cr). „Natürlich werden wir alles daransetzen zu gewinnen. Aber wenn es nicht klappt, ist das auch kein Weltuntergang“, sagt Zsuzsa Nyari, Trainerin der Handball-Frauen des VfL Oldesloe, vor dem Pokalspiel gegen die TSG Wismar. Entsprechend befreit können die Oldesloerinnen heute (19.30 Uhr) in der Stormarnhalle aufspielen. Trotzdem wird es nicht an der nötigen Brisanz fehlen: Immerhin kommt es in dieser dritten Pokalrunde zu einem Zweitliga-Duell des Zweiten aus Oldesloe gegen den Dritten.

„Die Mecklenburgerinnen spielen seit Jahren zusammen und sind gut aufeinander eingestellt“, beschreibt die VfL-Trainerin den Gegner. „Sie sind schnell und haben eine gefährliche russische Rückraumspielerin.“ Für die Stormarnerinnen geht es auch darum, eine Standortbestimmung vorzunehmen. „Wir müssen in einigen Gebieten noch an uns arbeiten“, sagt Zsuzsa Nyari. „Deshalb wollen wir die Partie nutzen, manches auszutesten.“

Die VfL-Frauen können sich gegen die Gäste aus Mecklenburg voll einbringen, während die TSG bereits am Sonntag das nächste Punktspiel bestreiten muß. „Ich rechne aber trotzdem damit, daß sie in Bestbesetzung antreten“, so Zsuzsa Nyari.

Die Bestbesetzung kann der VfL indes nicht aufbieten. „Maike Schick wird berufsbedingt fehlen, und mit Silke Schwöbken steht uns so nur eine Torhüterin zu Verfügung.“ Besonderes Pech: Silke Schwöbken mußte sich während der Woche wegen Problemen an der Achillessehne behandeln lassen. Im Gegensatz zu den Oldesloerinnen kann sich das Team aus Wismar speziell auf seine Torhüterin verlassen. Nyari: „Bei ihnen steht eine Russin im Kasten, die sehr stark ist.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.11.1997

 

Sonnabend, 8. November 1997

VfL Oldesloe – TSV Wismar 28:26 (11:12)

(3. Runde DHB-Pokal)

Handballerinnen des VfL Oldesloe erreichten die vierte Runde im DHB-Pokal

Wismar im Endspurt übertrumpft

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe haben die vierte Runde im DHB-Pokal erreicht. In einer vor allem in der Schlußphase dramatischen Spiel besiegten die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari den Zweitliga-Konkurrenten TSG Wismar mit 28:26 (11:12). Bei den Oldesloern häuften sich zwar durch große Nervosität die Fehler, aber mit großem Kampfgeist machte das Team dieses Manko wett.

(Manfred Thomsen). In der 51. Minute der Pokal-Begegnung der dritten Runde auf DHB-Ebene gegen Bundesliga- Absteiger TSG Wismar schien das Ausscheiden der Zweitliga-Mannschaft des VfL Oldesloe perfekt zu sein. Soeben hatte Gabriele Rösler, mit fünf Treffern erfolgreichste Werferin der Mecklenburgerinnen, ihr Team mit 24:20 in Führung gebracht.

Niemand der nur knapp 200 Zuschauer in der Stormarnhalle gab noch einen Pfifferling für das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari. Dazu hatten sich die Oldesloerinnen einfach zu viele technische Fehler und damit verbundene Ballverluste erlaubt, als daß selbst eingefleischte VfL-Fans noch auf eine Wende hoffen konnten.

Aber das „Wunder“ geschah. Binnen zwei Minuten sorgten Dana Kretschmann, Ivonn Bosza, Anja Kramer und Roswitha Bein mit vier Treffern in Folge für den Ausgleich. Die Folge: Die Stormarnhalle

verwandelte sich in einen Hexenkessel und in einer hochdramatischen Schlußphase hatten die Oldesloerinnen schließlich mit 28:26 noch das bessere Ende für sich.

Mit dem Einzug in die vierte Runde (Achtelfinale), die für Ende Februar angesetzt ist, hat der VfL schon jetzt sein bestes Pokalergebnis seit langem erreicht. Nur Mitte der 80er Jahre – in der Ära Ulli Meyer/Andrea Güldenpfennig – waren die Stormarnerinnen in diesem Wettbewerb zweimal ähnlich weit vorgedrungen. Für das Achtelfinale hoffen die Oldesloerinnen nun auf ein attraktives Los. Ein Heimspiel gegen einen möglichst renommierten Erstligisten, so ihre Vorstellungen, käme gerade recht.

Das Spiel gegen die TSG Wismar war auch vor der dramatischen Schlußphase schon sehr ansehnlich und abwechslungsreich. Zunächst ging der VfL nach sieben Minuten mit 4:1 in Führung. Aber nur sechs Minuten später war Wismar beim 5:5 wieder dran. Noch einmal konnten die Oldesloerinnen bis zum 9:7 (24.) etwas davonziehen, ehe der Gast den Spieß umdrehte. Über 11:9 (28.), den Halbzeitstand von 12:11, einer 19:16-Führung in der 42. Minute bis hin zu besagtem 24:20 in der 51. Minute legte stets die TSG eine mehr oder weniger komfortable Führung vor, die der VfL nie ganz aufholen konnte.

Als Ursache dafür machte Trainerin Zsuzsa Nyari eine ungeheure Nervosität bei ihren Schützlingen aus. Nach zwei Niederlagen in der Saisonvorbereitung wollte es der VfL gegen diesen Gegner, der auch in der Meisterschaft zu den härtesten Konkurrenten zählt, unbedingt wissen. Und da spielten die Nerven den Akteuren manchen Streich. Aber an Kampfgeist hat es die ersatzgeschwächte Mannschaft – Marion Werner, Nicole Hübner, Meike Schlick, Ivonn Grimm und Martina Kattner konnten nicht eingesetzt werden – nicht fehlen lassen, und der reichte schließlich trotz der ungewöhnlich hohen Fehlerquote zum Sieg.

VfL Oldesloe: Silke Schwöbken, Dana Kretschmann (6 Tore), Ivonn Bosza (2). Eike Lange (4/1), Roswitha Bein (4/1), Birthe von Jagow (3). Birgit Walter (2), Jeanette Marquardt (3/2). Anja Kramer (4).

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1997

 

Sonnabend, 15. November 1997

SV Union Halle-Neustadt heute in der Stormarnhalle

VfL nur bei Sieg weiter oben dabei

Mit einer ausverkauften Stormarnhalle rechnet heute Wilfried Koslowski, Manager der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe. Mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen den SV Union Halle-Neustadt will das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari seine Anwartschaft auf einen der ersten beiden Plätze untermauern.

(Manfred Thomsen). Für die Zweitliga-Handhallerinnen des VfL Oldesloe beginnt jetzt die Zeit der Schlüsselspiele. Bereits heute um 19.30 Uhr ist Tabellennachbar SV Union Halle-Neustadt (10:2 Punkte) Gast in der Stormarnhalle, eine Woche später Spitzenreiter SG Berlin.

Mittlerweile ist das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari auf den dritten Platz in der Tabelle abgerutscht. Die TSG Wismar (13:3 Punkte) ist einen Tag nach ihrer Pokalniederlage in Bad Oldesloe durch einen Punktspiel-Sieg gegen die SG Niederdodeleben/Magdeburg am VfL (12:2) vorbeigezogen.

Aber das stört die Oldesloer wenig. Allerdings: Bei einer Niederlage gegen das Team aus Sachsen-Anhalt würden die Hochrechnungen des VfL erheblich ins Wanken geraten. Deshalb wollen Spielerinnen und Trainerin unter allem Umständen den Heimsieg aus der vergangenen Saison wiederholen.

Das aber wird, wie auch Zsuzsa Nyari vermutet, kein leichtes Unterfangen. Zum einen, weil sich beim eigenen Team die Personalsituation nur wenig entspannt hat. Martina Kattner wird wieder mit von der Partie sein und dem VfL stehen auch beide Torhüterinnen – die zuletzt verhinderte Meike Schlick und die von Achillessehnen-Beschwerden geplagte Silke Schwöbken – zur Verfügung. Marion Werner steht nach ihrer Schulteroperation jedoch ebenso wenig wieder bereit wie die beruflich beanspruchte Ivonne Grimm. Und Nicole Hübner hat nach ihrer Knieverletzung erst mit leichtem Training begonnen.

Zum anderen, so die Informationen, die bis nach Oldesloe gedrungen sind, ist der SV Union Halle-Neustadt weit stärker als in der vergangenen Saison. Dafür sprechen nicht zuletzt hochkarätige Neuzugänge. Neben der tschechischen Nationalspielerin Marie Libanska wechselten mit Nadine Pierskalla, Christina Schröter und Kerstin Nindel gleich drei Spielerinnen aus dem Kader des Bundesliga-Spitzenclubs VfB Leipzig an die Saale.

So viele Fehler, wie am vergangenen Wochenende gegen Wismar, darf sich der VfL mit Sicherheit nicht erlauben, will er ungeschoren davonkommen. Mit dem Kampfgeist aber, den er dabei an den Tag legte, kann er in der zweiten Liga sicher jeden Gegner schlagen, wenn es auch spielerisch läuft.

Die Mannschaft freut sich im übrigen schon auf das Achtelfinale im DHB-Pokal. Mit dem FHC Frankfurt/Oder ist dem VfL eine Top-Mannschaft aus der ersten Bundesliga zugelost worden. „Da wird den Oldesloern echter Spitzenhandball geboten“, verspricht die VfL-Trainerin den Fans. Aber natürlich liegt ihr das heutige Spiel – der Pokalknüller ist erst für den 21./22. Februar terminiert – näher. „Schließlich heißt unser Saisonziel Platz eins oder zwei in der zweiten Liga.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.11.1997

 

Sonnabend, 15. November 1997

VfL Oldesloe – SV Union Halle-Neustadt 32:35 (16:16)

VfL Oldesloe verlor das Spitzenspiel der zweiten Handball-Bundesliga gegen SV Union Halle-Neustadt 32:35

Zsuzsa Nyari: Das Spiel zu früh abgehakt

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe mußten ihre erste Heimniederlage hinnehmen. Das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari unterlag im Spitzenspiel der zweiten Liga SV Union Halle-Neustadt 32:35.

(Manfred Thomsen). 67 Tore und phasenweise absoluten Zweitliga-Spitzenhandball bekamen die gut 450 Zuschauer in der Partie zwischen dem VfL Oldesloe und dem SV Union Halle-Neustadt in der gutbesetzten Stormarnhalle zu sehen. Mehr kann man von einem Handballspiel eigentlich nicht erwarten. Dennoch war die großartige Stimmung, die fast 60 Minuten auf den Rängen geherrscht hatte, mit der Schlußsirene schlagartig beendet.

Ausnahme: Die kleine, aber lautstarke Schlachtenbummlergruppe aus Sachsen-Anhalt lärmte weiter und ließ ihrer Freude freien Lauf. Ihr Team hatte erstmalig in Oldesloe gewonnen und mit dem 35:32 (16:16)-Erfolg ihre Anwartschaft auf einen Spitzenplatz in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord nachdrücklich untermauert.

Die Ambitionen der Oldesloerinnen haben dagegen vorerst einen empfindlichen Dämpfer bekommen. Entsprechend niedergeschlagen war Trainerin Zsuzsa Nyari. „Wir haben das Spiel vor allem im Kopf verloren“, faßte sie ihre Enttäuschung in Worte. „Meine Mannschaft hatte in Gedanken das Spiel schon zweimal als gewonnen abgehakt und ist für diese unprofessionelle Einstellung bestraft worden“, führte sie als Hauptgrund für den Rückschlag an.

Sie sprach damit in erster Linie die klare Führung in der ersten Halbzeit an – 7:2 nach neun, 9:4 nach 13 und immer noch 15:11 nach 25 Minuten. „Hätten die Oldesloerinnen versucht, ihren Vorsprung mit spielerischen Mitteln zu halten, dann wäre die Begegnung schon zu diesem Zeitpunkt entschieden gewesen“, gab ihr der Hallesche Trainerkollege, Professor Dr. Manfred Müller, recht.

Aber der VfL versuchte es überwiegend mit der Brechstange. Kaum ein Angriff wurde ruhig ausgespielt, und selbst in Unterzahl gab es durchweg voreilige, weil überhastete und unüberlegte Abschlüsse.

Und in Unterzahl war der VfL oft in der Partie. Neun Zeitstrafen (nur drei gegen den Gegner) trugen wesentlich dazu bei, daß Halle bis zur Pause den Rückstand aufgeholt hatte und in der zweiten Halbzeit fast immer mit einem, zwei oder drei Toren in Führung lag. So ganz einverstanden war Zsuzsa Nyari mit der Leistung der Unparteiischen Plewka und Weiß (Hannover) nicht, „aber an ihnen läßt sich unsere Niederlage nicht festmachen.“

Der VfL kämpfte unverdrossen weiter. Als er jedoch drei Minuten vor dem Abpfiff beim 32:32 wieder den Gleichstand geschafft hatte, hakte die Mannschaft, so die Meinung ihrer Trainerin, das Spiel erneut ab. „Da glaubten sie wohl, alles liefe wie beim Pokalspiel gegen Wismar, als mit einer Taktik-Umstellung im Endspurt ein schon verloren geglaubtes Spiel noch umgedreht wurde“, sah Zsuzsa Nyari den Knackpunkt.

Entschieden aber wurde die Partie, darin waren sich beide Trainer einig, auch durch die Torhüterleistungen. Während Jana Müller im Gäste-Tor eine ganze Reihe schwerer Würfe – unter anderem drei Siebenmeter – parieren konnte, fanden weder Meike Schlick noch Silke Schwöbken die rechte Einstellung zu den Würfen von Kerstin Nindel (14/6 Tore) und Marie Libanka (8).

VfL Oldesloe: Schwöbken, Schlick, Kretschmann (6), Bosza. Lange (1), Bein (5/1), Kattner (1), von Jagow (2), Walter (2), Marquardt (12/6) und Kramer (5).

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.11.1997

 

Sonnabend, 22. November 1997

Spitzenspiel der zweiten Handball-Bundesliga in der Stormarnhalle

Nur mit einem Sieg bleibt der VfL im Titelrennen

Kann der VfL Oldesloe den hochgesteckten Erwartungen in der zweiten Handball-Bundesliga gerecht werden? Eine, zumindest vorläufige, Antwort auf diese Frage wird es heute in der Stormarnhalle geben, wo die Oldesloerinnen um 19.30 Uhr auf Spitzenreiter SG GM/BTSV Berlin treffen.

(Manfred Thomsen). Erfolgsdruck spüren die Handballerinnen des VfL Oldesloe seit ihr Manager Wilfried Koslowski zu Saisonbeginn den Aufstieg in die erste Liga als Ziel gesetzt hat. Durch die Niederlage am vergangenen Sonnabend gegen SV Union Halle-Neustadt ist der Druck eher noch größer geworden.

Allerdings: Ihre Trainerin Zsuzsa Nyari sieht das nicht so: „So denken wir nicht. Wir bemühen uns von Spiel zu Spiel, eine gute Leistung zu bringen. Tabellenstände sind dabei Nebensache“, will Zsuzsa Nyari die Bedeutung der heutigen Spitzenbegegnung herunterzuspielen.

Natürlich, so räumt sie ein, habe ihre Mannschaft zuletzt Fehler gemacht, aber sie ist davon überzeugt, daß ihre Schützlinge auch gegen die Berlinerinnen mithalten können und die Fans ein·sehr gutes Handballspiel zu sehen bekommen. Fraglich ist auf Seiten des VfL noch, ob Birthe von Jagow und Ivonn Bosza, die beide unter der Woche krank waren, heute wieder mit von der Partie sind.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.11.1997

 

Sonnabend, 22. November 1997

VfL Oldesloe – SG GutsMuths/BTSV Berlin 26:28 (13:12)

VfL Oldesloe verlor gegen die SG Berlin 26:28

Zsuzsa Nyari stocksauer: „So sind wir keine Mannschaft“

Die Tabellenspitze ist für die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord in weite Ferne gerückt. Gegen den noch verlustpunktfreien Spitzenreiter, die SG GutsMuths/BTSV Berlin, kassierten die Stormarnerinnen ihre zweite Heimniederlage in Folge. Mit nun 12:6 Punkten ist der VfL hinter SV Teutonia Riemke/Bochum auf den fünften Rang zurückgefallen.

(Manfred Thomsen). Schon die Miene, mit der Zsuzsa Nyari nach dem Spiel ihres VfL Oldesloe gegen den Spitzenreiter der zweiten Bundesliga Gruppe Nord, SG GutsMuths/BTSV Berlin, zur Pressekonferenz erschien, verhieß nichts Gutes. Die sonst immer fröhliche und verbindliche ungarische Trainerin der Stormarnerinnen, der sonst so leicht kein böses Wort über ihre Mannschaft über die Lippen kommt, wirkte angefressen.

„Ich bin stocksauer und kann im Moment nur schimpfen über meine Mannschaft“, machte sie ihrem Ärger über die zweite Heimniederlage binnen acht Tagen gegen einen direkten Konkurrenten aus der Spitzengruppe Luft. Und die Liste der Vorwürfe, die sie ihren Spielerinnen machte, war lang.

Der schwerwiegendste Vorwurf: „Wir haben uns nicht als Mannschaft präsentiert. Jede Spielerin macht, was sie will, und nicht, was wir vorher abgesprochen haben.“ Auch mit dem kämpferischen Einsatz ihrer Schützlinge war sie nicht zufrieden. Guten Willen und Laufbereitschaft wollte sie ihrer Mannschaft dabei nicht absprechen. „Aber kämpfen muß man mit Kopf, Herz und Körper. Das haben vor einer Woche der SV Union Halle-Neustadt und heute der Spitzenreiter aus Berlin eindrucksvoll demonstriert“, zollte Zsuzsa Nyari den Konkurrenten Respekt, „doch bei meinen Spielerinnen fehlt immer wenigstens eines der drei Teile.“

Aber noch will die Trainerin die Flinte nicht ins Korn werfen. „Ich werde dafür arbeiten, daß meine Mannschaft noch das Kämpfen lernt“, kündigte sie für die kommenden Trainingseinheiten hartes Durchgreifen an. Und sie ist überzeugt davon, daß ihr Team auch gegen Spitzenmannschaften gewinnen kann, wenn denn diese Lektionen gelernt sind.

Vorausgesetzt, sie kann in absehbarer Zeit auch wieder einmal auf zehn gesunde Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen, die ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen, zurückgreifen. Gegen die SG Berlin war das beileibe nicht der Fall. Ganze acht Feldspielerinnen konnte der VfL aufbieten, von denen Birthe von Jagow nach kaum überstandener Grippe nur bedingt für Kurzeinsätze zur Verfügung stand.

Da blieben kaum Auswechslungs-Möglichkeiten. Dabei hätten neben Anja Kramer, die völlig neben sich stand, durchaus auch andere Spielerinnen größere Bedenkzeiten auf der Bank nötig gehabt. Vor allem, um sich über die Abwehrarbeit Gedanken zu machen. „Dort hat vieles nicht funktioniert, und vor allem haben wir · wieder praktisch ohne Torhüterin gespielt“, legte die VfL-Trainerin den Finger in offene Wunden.

Trotz dieser Mängel war die Niederlage für den VfL nicht zwangsläufig. Der ungeschlagene Spitzenreiter präsentierte sich in der mit 500 Zuschauern fast ausverkauften Stormarnhalle keineswegs als Übermannschaft. Aber das Team aus der Hauptstadt war in der bis zur letzten Minute spannenden Begegnung in sich geschlossener. So ging der 28:26 (12:13)-Erfolg der Berlinerinnen letztlich auch in Ordnung.

Im Team der Oldesloerinnen verdienten sich Jeanette Marquardt, die mit neun Treffern (davon vier verwandelte Siebenmeter) auch wieder erfolgreichste Werferin war, und Dana Kretschmann (fünf Tore) die besten Noten. Stark war auch die Leistung von Birthe von Jagow in der kurzen Zeit, in der sie eingesetzt werden konnte. Sie erzielte dabei vier Tore.

Auf die gleiche Trefferzahl kam auch Mannschaftsführerin Birgit Walter, die Zsuzsa Nyari aber wegen ihres Abwehrverhaltens dennoch als zweiten „Totalausfall“ ansah. Roswitha Bein (2) ließ nach guter erster Halbzeit im zweiten Spielabschnitt Präzision bei ihren Würfen vermissen. Martina Kattner (1) stand in der Abwehr recht gut, blieb in der Offensive aber ähnlich farb- und erfolglos wie Kreisläuferin Eike Lange (1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.11.1997

 

Montag, 24. November 1997

Tiefer hängen

Gut Ding will Weile haben. Diese Erfahrung machen zur Zeit die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe. In der letzten Saison entrann das Team mit Mühe dem Abstieg. In dieser Spielzeit konnte das Management die Ziele gar nicht hoch genug steckten. Der Aufstieg der durch ein paar spektakuläre Neuzugänge gestärkten Mannschaft in die erste Liga sollte es schon sein.

Und das Unternehmen lief auch gut an. Fünf Siege in Folge, allerdings nicht gerade gegen die Elite der Liga, ließen bei den Fans euphorische Stimmung aufkommen. Umso größer ist bei ihnen nach zwei Heimniederlagen binnen acht Tagen gegen direkte Konkurrenten nun die Ernüchterung. Die Erkenntnis, mit den Spitzenmannschaften mithalten zu können, ist angesichts der hohen Ziele wenig tröstlich, wenn man sie denn nicht auch besiegen kann. Nun heißt es für Mannschaft, Trainerin und Management, wenigstens vorübergehend, die Erwartungen wieder zurückzuschrauben. Ob das die Fans mitmachen? Gut möglich, daß die Stormarnhalle am Sonnabend für längere Zeit letztmalig bis auf den letzten Platz ausgebucht war.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.11.1997

 

Sonnabend, 29. November 1997

MTV VJ Peine heute Gegner des VfL

Wiedergutmachung angesagt

(mth). Wiedergutmachung, so heißt die Losung, die Zsuzsa Nyari, Trainerin der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe, für das dritte Heimspiel in Folge ausgegeben hat. Gegner ist heute um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle der MTV VJ Peine. Der Zorn, der die ungarische Trainerin nach den zuletzt schwachen Leistungen ihres Teams befiel, hat sich mittlerweile wieder gelegt. „Die Spielerinnen wissen selbst, welche Fehler sie gemacht haben. Das wird sich sicher nicht noch einmal wiederholen“, verspricht sie den treuen Fans.

Sie ist davon überzeugt, daß ihr Team heute gewinnt, warnt aber davor, den Gegner zu unterschätzen. „Der Aufsteiger aus Niedersachsen ist sehr ehrgeizig und kämpft stets bis zur letzten Minute“, zollt sie dem MTV VJ Peine Respekt für das bisher ausgeglichene Punktekonto (9:9).

Beim VfL wird die Spielerdecke wieder etwas breiter. Erstmalig in dieser Saison wird Nicole Hübner mit von der Partie sein, und auch Birthe von Jagow ist wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 29.11.1997

 

Sonnabend, 29. November 1997

VfL Oldesloe – MTV VJ Peine 27:19 (13:10)

VfL-Handballerinnen gewannen 27:19

Selbstbewußtsein noch beschädigt

(mth). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe können in der zweiten Bundesliga doch noch gewinnen. Nach zwei Heimniederlagen, mit denen sie sich vorerst aus der Spitzengruppe verabschieden mußten, besiegte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari den MTV VJ Peine mit 27:19 (13:10). Der Erfolg der Stormarnerinnen war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Die Niedersachsen gingen in den 60 Minuten nicht ein einziges Mal in Führung und schafften nur zweimal (6:6/14. Und 10:10/22. Minute) den Gleichstand.

Allerdings: Spielerische Glanzlichter wußte der VfL erneut nicht zu setzen. „Der Druck, dieses Spiel unter allen Umständen gewinnen zu müssen, hat meine Spielerinnen nervös gemacht“, suchte Zsuzsa Nyari nach einer Erklärung für die erneut ungewöhnlich vielen Fehler ihrer Spielerinnen.

Besonders die erstligaerfahrenen Anja Kramer und Mannschaftsführerin Birgit Walter, die die Trainerin nach der Niederlage gegen Spitzenreiter Berlin heftig kritisiert hatte, ließen jegliches Selbstvertrauen vermissen.

Für die Halbzeitführung waren vor allem zwei Spielerinnen verantwortlich: Jeanette Marquardt erzielte bis zum Seitenwechsel sechs ihrer insgesamt sieben Treffer, Birthe von Jagow fünf von ihren sechs.

Auch nach der Pause löste sich die Verkrampfung nur phasenweise. „Gegen Peine hat die Leistung für einen ungefährdeten Sieg gereicht. Aber wir werden uns steigern müssen, wenn wir auch gegen stärkere Gegner bestehen wollen“, sagte Zsuzsa Nyari. Es gab in der mit weniger als 200 Zuschauern nur spärlich besetzten Stormarnhalle auch positive Aspekte für den VfL. So

zeigte Torhüterin Meike Schlick eine deutliche Formsteigerung, und nach langer Verletzungspause kehrte Nicole Hübner in die Mannschaft zurück. Sie gab der zuletzt löchrigen Abwehr mehr Halt.

Torschützen VfL: Jeanette Marquardt (7/2), Birthe von Jagow (6), Roswitha Bein (5/2), Anja Kramer, Martina Kattner (je 3), Nicole Hübner, Birgit Walter und Dana Kretschmann

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.12.1997

 

Sonnabend, 6. Dezember 1997

VfL-Handballerinnen heute bei TV Riemke

Auch im Kohlenpott unter Erfolgsdruck

(mth). Mitten in den Kohlenpott müssen die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe an diesem Wochenende reisen. Am Sonnabend um 17.30 Uhr tritt das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari in der Halle der Heinrich-Böll-Schule beim SV Teutonia Riemke an. Das wird für die Oldesloerinnen kein leichter Gang werden. Der Aufsteiger aus Nordrhein-Westfalen hat sich prächtig in der neuen Spielklasse akklimatisiert und liegt zur Zeit sogar einen Punkt und einen Platz besser im Rennen als der mit so großen Ambitionen gestartete VfL. Wenn die Stormarnerinnen nicht ganz und gar aus den Augen verlieren wollen, müssen sie in Riemke unbedingt voll punkten. Darüber sind sich Spielerinnen und Mannschaftsführung einig. Um ausgeruht ins Spiel zu gehen, ist der VfL schon gestern in den Westen gereist. Die Stärken des Teams aus Riemke liegen, soviel hat Zsuzsa Nyari rausgekriegt, im Angriff. „Wenn wir den starken Rückraum des Gegners mit einer sehr offensiven Deckung in den Griff kriegen, ist mir vor dem Spiel nicht bange“, gibt sich die VfL-Trainerin optimistisch.

„Denn“, so ihre Analyse, „die Abwehr von Riemke spielt eine Taktik, die meinem Team eigentlich entgegenkommen müßte.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.12.1997

 

Sonnabend, 6. Dezember 1997

SV Teutonia Riemke – VfL Oldesloe 23:28 (10:16)

28:23-Erfolg bei SV Teutonia Riemke/Bochum

VfL wieder auf dem aufsteigenden Ast

(Manfred Thomsen). Der VfL Oldesloe ist in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord wieder auf dem aufsteigenden Ast. Mit einem 28:23 (16:10)-Erfolg beim SV Teutonia Riemke/Bochum kämpfte sich das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari auf den dritten Tabellenplatz vor. Sie überholten den starken Aufsteiger aus Westfalen und haben mit nun 16:6 Punkten wieder Kontakt zum Spitzenduo aus Berlin und Halle-Neustadt.

Allerdings liegt auch die TSG Wismar, die weniger Spiele ausgetragen hat, nach Minuspunkten noch günstiger als der VfL im Rennen.

Für die Oldesloerinnen zahlte es sich aus, daß die Mannschaft schon am Tag vor dem Spiel in den Westen gereist war. Auf Vermittlung von Anja Kramer, die früher auch bei BVB Borussia gespielt hat, konnten die Stormarnerinnen in Dortmund übernachten und gingen so in jeder Beziehung „ausgeschlafen“ in das Spiel. Das machte sich auf dem glatten Hallenparkett bald bemerkbar.

Die Deckung des VfL stand in defensiver 5:1-Formation sehr sicher und Torhüterin Silke Schwöbken nähert sich langsam aber sicher wieder ihrer Bestform. „Sie hat sich gegenüber den vorangegangenen Spielen um 100 Prozent gesteigert“, lobte Zsuzsa Nyari ihre zuletzt oft kritisierte Keeperin.

Die Ursache für diese Steigerung liegt auf der Hand. Wegen Beschwerden an der Achillessehne hatte Silke Schwöbken wochenlang nicht oder nur wenig trainieren können und darunter litt natürlich ihre Form. Seit zwei Wochen aber sind die Beeinträchtigungen weniger geworden, so daß sie nun wieder – mit spürbarem Erfolg – intensiv trainieren kann.

Das zahlte sich in Bochum aus. Vom 3:3 in der 7. Minute zog der VfL bis zur 23. Minute auf 13:6 davon. Damit war praktisch schon eine Vorentscheidung gefallen. Allerdings machte später eine Umstellung in der Mannschaft des Gastgebers den Oldesloerinnen noch zu schaffen. Die Russin Biziene wechselte aus der Rückraummitte, wo sie von Roswitha Bein total zugedeckt wurde, auf die Halbposition und konnte sich dort erheblich besser in Szene setzen.

Aber der VfL verlor auch nicht die Nerven, als der Gegner Mitte der zweiten Halbzeit bedrohlich nahe auf 17:19 (45.) herangekommen war und Roswitha Bein wenig später nach ihrer dritten Zeitstrafe ausscheiden mußte. Bis zur 52. Minute wuchs der Vorsprung wieder auf 22:18 und den brachte der VfL nun mit Birthe von Jagow als Spielmacherin sicher über die Zeit.

VfL Oldesloe: Silke Schwöbken, Meike Schlick (n.e.), Martina Kattner (5), Dana Kretschmann (5). Jeanette Marquardt (4). Anja Kramer (3), Birthe von Jagow (3), Birgit Walter (3), Roswitha Bein (3/3), Eike Lange (2) und Nicole Hübner.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.12.1997

 

Sonnabend, 20. Dezember 1997

HSG Marne/Brunsbüttel heute Gast des VfL

Ziel: Versöhnlicher Jahresabschluß

(mth). Jahresausklang bei den Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe: Das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari erwartet heute um 19.30 Uhr die HSG Marne/Brunsbüttel in der Stormarnhalle. „Das wird noch einmal ein schwerer Gang für uns“, ist sich die Ungarin sicher.

Das Team aus Dithmarschen war eigentlich nicht mit zum Favoritenkreis gezählt worden, hält sich aber nach dem ersten Saisondritten hartnäckig in der Spitzengruppe. Als Sechster liegt das Team von Trainer Helge Thomsen zwar drei Plätze, aber nur einen Minuspunkt hinter dem VfL zurück.

Dazu kennt der Marner Coach die Oldesloerinnen wie seine Westentasche, denn er ist häufig Gast auf der Tribüne in der Stormarnhalle. Aber auch Zsuzsa Nyari hat den heutigen Gegner mehrfach unter die Lupe genommen und auf Videos studiert. Und sie ist zuversichtlich, die Erfolgsserie gegen die Marnerinnen – der VfL hat gegen sie noch nie verloren – fortsetzen zu können.

Allerdings plagen den VfL weiterhin Personalsorgen. Ivonne Grimm, Marion Werner und Ivonn Bosza werden nach Auskunft der Trainerin auf keinen Fall spielen können. Dazu ist der Einsatz von Anja Kramer – mußte zehn Tage mit dem Training aussetzen – und Birthe von Jagow, die nach ihrer Grippe wohl zu früh wieder eingestiegen war, noch ungewiß. Schließlich hat auch Torhüterin Silke Schwöbken in dieser Woche nicht trainieren können. Sie wird zwar mit Sicherheit dabei sein, aber fehlendes Training hat sich in jüngster Vergangenheit sehr negativ auf ihre Leistung ausgewirkt.

Aber trotz all dieser Einschränkungen geht der VfL optimistisch in die Begegnung. „Schließlich wollen wir anschließend im Bürgerhaus mit unseren treuen Fans fröhlich Weihnachten und Jahresabschluß feiern“, nennt die VfL-Trainerin dafür einen handfesten Grund.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1997

 

Sonnabend, 20. Dezember 1997

VfL Oldesloe – HSG Marne/Brunsbüttel 32:27 (15:18)

VfL Oldesloe steigerte sich nach der Pause

32:27-Erfolg gegen die HSG Marne/Brunsbüttel

Eine Umstellung der Abwehr sorgte für die Wende

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe haben sich aus dem Loch, in das sie nach den Niederlagen gegen Halle-Neustadt und die SG Berlin gefallen waren, wieder befreit. Nach dem 32:27-Erfolg gegen die HSG Marne/Brunsbüttel kann das Team ruhigen Gewissens über Weihnachten und Silvester in die Pause der zweiten Liga gehen.

(Manfred Thomsen). Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe können gelassen Weihnachten und den Jahreswechsel feiern. Im letzten Spiel des Jahres besiegte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari die HSG Marne/Brunsbüttel mit 32:27 (15:18). Damit rangieren die Stormamerinnen weiter auf dem dritten Rang hinter der SG Berlin und dem SV Union Halle-Neustadt.

Nach Minuspunkten liegt allerdings die TSG Wismar noch einen Zähler besser im Rennen. Aber der Bundesliga-Absteiger ist vor dem direkten Duell zum Abschluß der Hinrunde am 10. Januar wieder in Reichweite des VfL. Wismar, mit zwei Spielen gegenüber der Konkurrenz im Rückstand. verlor nämlich das Nachbarschafts-Derby bei Empor Rostock mit 23:26.

Bevor die Oldesloerinnen allerdings ihren Sieg gegen den Landesrivalen aus Dithmarschen unter Dach und Fach hatten, mußten sie in der mit 440 Zuschauern gut besetzten Stormarnhalle bange Minuten überstehen. Vor allem in der ersten Halbzeit war die Vorstellung des VfL alles andere als berauschend.

„Meine Spielerinnen waren wohl schon in Weihnachtsfeier-Stimmung“, kommentierte Zsuzsa Nyari den Fehlstart ihres Teams. Ehe sich die Oldesloerinnen versahen, lagen sie nach vier Minuten 0:3 hinten.

Aber der Schaden war schnell repariert. Drei Minuten später war der Ausgleich geschafft, und in der 9. Minute ging der VfL zunächst mit 5:4, 30 Sekunden später mit 6:5 in Führung. Fünf der sechs Oldesloer Treffer bis zu diesem frühen Zeitpunktgingen auf das Konto von Mannschaftsführerin Birgit Walter.

Die schnelle Wende bestärkte den VfL in dem Gefühl, „gegen diesen Gegner könne nicht viel passieren.“ Aber da hatten die Storrnarnerinnen die Rechnung ohne die Rumänin Florica BasiliIvan (zehn Tore) gemacht. Sie sorgte fast im Alleingang dafür, daß die HSG Marne/Brunsbüttel bis zur 21. Minute wieder mit drei Toren (10:13) führte. Den Abstand hielten die Gäste, angetrieben von dem temperamentvollen Coach Helge Thomsen, bis zum Pausenstand von 15:18.

Vor der Halbzeit war jeder Wurf ein Treffer

Die erste Halbzeit konnte man getrost unter das Motto: „Jeder Wurf ein Treffer“ stellen. Die Torhüterinnen auf beiden Seiten hatten bis dahin kaum einen Ball abwehren können. Zsuzsa Nyari aber wollte das nur zu einem geringen Teil Meike Schlick (bis 20. Minute) und Silke Schwöbken (ab 20.) anlasten. „Sie wurden von der Deckung einfach im Stich gelassen und waren deshalb fast durchweg machtlos“, lautete ihre Analyse.

Ein Ergebnis ihrer lautstarken Kabinen-Predigt, die bis auf die Tribünen zu vernehmen war, war deshalb eine Umstellung des Deckungssystems von 5:1 auf 6:0. Die hatte nach dem Seitenwechsel umgehend Erfolg. Zehn Minuten lang blieb Marne ohne Torerfolg, und mit sechs Treffern in Folge machte der VfL aus einem Drei-Tore-Rückstand eine Drei-Tore-Führung.

Der Umschwung ließ sich an zwei Namen festmachen: Dana Kretschmann spielte zwischen der 32. und 36. Minute wie entfesselt auf. Ihre vier Treffer – zwei davon in Unterzahl, weil Martina Kattner eine Zwei-Minuten-Strafe absitzen mußte – gaben den Dithmarscherinnen den entscheidenden Knacks. Den Rest besorgte Torhüterin Silke Schwöbken, die sich hinter einer nun sattelfesten Deckung in eine prächtige Form steigerte.

Stimmung für Feier mit den Fans gerettet

Einige Mal allerdings geriet der Vorsprung der Oldesloerinnen auch im späteren Verlauf der Partie noch in Gefahr. Bei Zwischenständen von 21:20 (40.) und 27:25 (53.) wackelte der VfL noch zweimal bedenklich.

Aber die Mannschaft wollte sich die Stimmung für die Weihnachtsfeier mit ihren Fans nach dem Spiel im Oldesloer Bürgerhaus nicht mehr verderben lassen. Spätestens nach dem Treffer von Birthe von Jagow zum 29:25 (54.) war das Spiel endgültig entschieden.

So sah das auch Trainerin Zsuzsa Nyari und wechselte in den letzten vier Minuten sogar nach langer Verletzungspause Marion Werner wieder ein. Die trainiert seit Monatsbeginn wieder mit der Mannschaft, hatte dabei aber bislang vorsichtshalber auf Übungen mit dem Ball fast ganz verzichtet.

Die wird sie aber nun verschärft aufnehmen. Während die übrigen Spielerinnen nun bis zum 3. Januar Pause haben, um nach den Strapazen der letzten fünf Monate zu regenerieren, wird sie durchtrainieren. Bei einem kleinen Trainingslager am Weißenhäuser Strand wird sie dann wieder voll in den Bundesliga-Betrieb einsteigen.

VfL Oldesloe: Meike Schlick (bis 20. Minute), Silke Schwöbken (ab 20.), Nicole Hübner (2 Tore), Dana Kretschmann (8). Eike Lange (1), Roswitha Beim (1/1), Martina Kattner (1), Birthe von Jagow (2), Birgit Walter (6), Jeanette Marquardt (8), Anja Kramer (3).

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.12.1997

 

Montag, 22. Dezember 1997

Hilfe für Bedürftige

VfL-Frauen mit großem Herz

(mth). „Die Zweitliga-Handhallerinnen sind erfolgreiche Botschafter unserer Stadt.“ So lobte Oldesloes Bürgermeister Gerd M. Achterberg das VfL-Team über Mikrophon vor der Begegnung gegen die HSG Marne/Brunsbüttel. Und er wollte das Kompliment und den Dank der Kommune, den er damit verband, nicht nur sportlich verstanden wissen. Anerkennung sprach der Bürgermeister dem Team auch für eine Aktion aus, „die Nachahmer finden sollte“. Die VfL-Damen hatten ihre Mannschaftskasse geplündert und einen Schinken dem Projekt „Essen für Alle“ (EfA) gestiftet. Die Spende ist dort dankbar angenommen worden und wird am 23. Dezember zwischen 12 und 13 Uhr im Gemeindehaus am Kirchberg als Weihnachtsgeschenk an die EfA-Gäste verteilt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.12.1997

 

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