Berichte der Saison 1995-96 - 2. Bundesliga Nord der Frauen
Frauen-Handball im VfL Oldesloe
Spielzeit 1995/96 – Zweite Bundesliga
Freitag, 7. Juli 1995
VfL-Damen bei Holstein Kiel
(cr). Auch bei den Handball-Frauen des VfL Oldesloe steht der erste Gegner in der Auftaktrunde um den Pokal des Deutschen Handballbundes fest. Doch auch wenn
die Stormarner Zweitliga-Damen erneut auswärts antreten müssen, bleibt ihnen eine lange Anreise erspart: Am Wochenende des 16./17. Septembers heißt es für die Oldesloerinnen, sich in einem brisanten, landesinternen Duell beim KSV Holstein Kiel durchzusetzen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.7.1995
Mittwoch, 12. Juli 1995
Schilk coacht wieder die VfL-Frauen
Nach anderthalb Jahren kehrt der VfL-Manager auf die Trainerbank zurück
(nup). Claus Schilk wird wieder Handball-Trainer der Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe. Knapp anderthalb Jahre nach seinem Rücktritt kehrt er wieder auf die Trainerbank zurück. Der 53jährige VfL-Manager ist sich der Schwere seiner Aufgabe durchaus bewußt. Vor rund sechs Jahren übernahm er die Mannschaft in der Oberliga und führte sie bis in die zweite Bundesliga. Jetzt tritt er das Erbe des überraschend zum Buxtehuder SV gewechselten Trainers Otto Sternberg an. Das Gastspiel des 43jährigen Hollenstedter Lehrers für Sport, Mathematik und Chemie endete vorzeitig nach genau einem Jahr.
Unterstützt wird der bärtige VfL-Manager und Trainer künftig von der 33jährigen ehemaligen ungarischen Nationalspielerin Zsuzsa Nyari und von Ulli Meyer. „Ulli Meyer wird sich hauptsächlich um organisatorische Dinge kümmern und mich damit erheblich entlasten. Die Details werden noch geklärt“, sagt Claus Schilk.
Perfekt ist auch der Wechsel der 25jährigen rechten Rückraumspielerin Birgit Walter vom Bundesliga-Konkurrenten KSV Holstein Kiel zum VfL Oldesloe „Wir haben uns in der letzten Woche mit Holstein Kiel geeinigt“, freut sich der Manager.
Freuen können sich auch die Verantwortlichen der Oldesloer Sport-Marketing GmbH (OSM). Rechtzeitig zur neuen Spielzeit 1995/96 präsentieren sie die zweite Handball-Bundesliga auf einer 3,5-Zoll-Diskette (System-Voraussetzungen PC 386 oder höher, Windows 3.1 bzw. Windows für Workgroups 3.11). Das pfiffige Programm bietet schnelle Informationen. Nach Eingabe der Ergebnisse werden automatisch die Handball-Tabellen aktualisiert.
Wissenswertes über Sponsoren, die Mannschaft, Neuzugänge und Abgänge, Aufgebot und Spieltage werden in wählbaren Varianten und einfacher Handhabung angeboten. Ein PC-Gewinnspiel mit interessanten Fragen und Preisen rundet das Softwarepaket ab.
Selbst der amtierende Deutsche Handball-Pokalsieger TV Lemgo arbeitet mit der OSM-Software. „Anfragen von Eintracht Nordhorn und der SG Leutershausen liegen uns auch schon vor“, berichtet Claus Schilk. Die von der OSM vertriebenen Disketten sind kostenlos in der Sparkasse Stormarn und beim Baumarkt Hass + Hatje erhältlich. Dauerkarten-Besitzer bekommen die Diskette zusammen mit ihrer neuen Karte überreicht.
Die Aktivitäten der Oldesloer Sportmarketing GmbH haben sich herumgesprochen. Auf Vermittlung der OSM bereitet sich der zypriotische Fußball-Landesmeister Anorthosis Famagusta vom 16. Juli bis zum 2. August in Bad Segeberg auf ein Qualifikationsspiel für die Champions League vor. Während ihres Trainingslagers kickt die mit drei bulgarischen Nationalspielern gespickte Mannschaft bei dem Regionalligisten Holstein Kiel, bei dem Verbandsligisten Flensburg 08 sowie beim Horst-Freese-Cup in Hamburg-Bergedorf. In der Zeit vom 24. bis 28. Juli werden noch zwei weitere Gegner gesucht. Interessierte melden sich bei Ulli Meyer (04531/86808 und 04531/507255 geschäftlich).
STORMARNER TAGEBLATT vom 12.7.1995
Donnerstag, 20. Juli 1995
Halle rückt nach
(cr). Der Teilnehmerkreis in der Nordstaffel der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen ist komplett. In einer nachträglichen Relegation qualifizierte sich der SV Union Halle-Neustadt aus Sachsen-Anhalt für die Staffel, nachdem er die vergangene Saison als Absteiger der Süd-Gruppe abgeschlossen hatte.
Im Entscheidungsspiel gegen den Bremer Vertreter von der TS Woltmershausen gewannen die Spielerinnen aus den neuen Bundesländern beim 24:14-Erfolg mit zehn Toren Vorsprung. Das Hinspiel hatten sie knapp mit 20:24 verloren.
Die Qualifikationsrunde zwischen den beiden Absteigern war nötig geworden, nachdem DJK Würzburg seine Frauen-Mannschaft aus der Bundesliga zurückgezogen hatte. Für das Team des VfL Oldesloe bedeutet diese Ergänzung eine zusätzliche weite Auswärtsfahrt in der kommenden Serie.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.7.1995
Sonntag, 13. August 1995
Nur Nord Harrislee war stärker
Oldesloer Handballerinnen Zweiter beim 4. Adelby-Cup
(mth). Als ersten ernsthaften Test für die Saison wollte Claus Schilk, nach dem Weggang von Otto Sternberg wieder in Doppelfunktion als Trainer und Manager aktiv, den 4. Adelby-Cup für die Handball-Damen des VfL Oldesloe noch nicht ansehen. Obwohl mit dem Erstligisten TSV Nord Harrislee und den Zweiliga-Konkurrenten HSG Marne/Brunsbüttel, SC Germania List und SV Neubrandenburg klangvolle Gegner aufgeboten waren.
„Für uns war das Turnier eine Gelegenheit zum Kennenlernen, zur Integration der neuen Spielerinnen und um vor den nun anstehenden harten Trainings-Wochen gemeinsam Spaß zu haben“, wollte Schilk die sportliche Bedeutung für sein Team heruntergewertet wissen.
Dennoch konnte er mit den Leistungen durchaus zufrieden sein. Nur gegen den TSV Nord Harrislee verloren die Stormarnerinnen. Allerdings gleich zweimal: In der Vorrunde (zweimal 20 Minuten) mit 15:17 noch ziemlich knapp, im Endspiel (zweimal 30) 21:28 recht deutlich.
Im Finale allerdings setzte Schilk Marion Werner, Birthe Wede und Ivonne Grimm, die alle leicht angeschlagen waren, nicht mehr ein. „Dafür haben wir· uns ganz achtbar geschlagen, auch wenn Harrislee sicher die sieben Tore besser war“, gab sich der Coach zufrieden.
Vorrundenzweiter war der VfL durch Siege über Germania List (18:11) und Gastgeber SV Adelby (23:8) locker geworden. Im Halbfinale am Sonntagmorgen wurde Marne ebenfalls mit 18:11 bezwungen.
Der Zweitliga-Rivale war allerdings zum zweiten Turniertag mit nur noch fünf Feldspielerinnen angereist. Aber auch die VfLerinnen waren „gehandicapt“ ins Spiel gegangen. Hatten sie doch mit den anderen Teams auf dem Harrisleer Stadtfest tüchtig gefeiert und anschließend bei gemeinsamer Übernachtung in der Sporthalle noch bis in die späte Nacht gefachsimpelt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 15.8.1995
Freitag, 18. August 1995
Sternberg kehrt in die Stormarnhalle zurück
(mth). Ein Wiedersehen mit Otto Sternberg können heute die Oldesloer Handballfans feiern. Der Handballtrainer, der kurz vor der Sommerpause überraschend von der Trave zum Bundesligisten SV Buxtehude wechselte, bestreitet heute um 20 Uhr in der Stormarnhalle ein Testspiel mit seinem neuen gegen sein ehemaliges Team, die Zweitliga-Damen des VfL Oldesloe.
Allerdings: Eine ernsthafte sportliche Auseinandersetzung, wie im Pokal Anfang Januar an gleicher Stelle, ist nicht zu erwarten. Beide Teams stehen mehr oder weniger am Anfang der Saisonvorbereitung. Da werden auf beiden Seiten reichlich Experimente angesagt sein. Zudem wollen die VfL-Damen ihrem Ex-Coach, den alle äußerst ungern ziehen ließen, natürlich gern zeigen, was sie bei ihm gelernt haben.
Zsuzsa Nyari und Co. präsentieren sich ihren Fans an diesem Wochenende noch einmal in heimischer Halle. Am Sonnabend (ab 16 Uhr) haben sie mit ZZO Cadca (Slowenien) und der zweiten Mannschaft des dänischen Erstligisten HK Viborg internationale Gäste für ein Turnier in der Stormarnhalle.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.8.1995
Freitag, 18. August 1995
VfL Oldesloe – Buxtehuder SV 22:37 (12:18)
Buxtehuder SV war noch zu stark
VfL-Handballerinnen unterlagen 22:37
(mth). Bundesligist Buxtehuder SV war für das Zweitliga-Handball-Team des VfL Oldesloe in der frühen Phase der Vorbereitung auf die Saison noch ein paar Nummern zu groß. Mit dem neuen Team von Trainer Otto Sternberg hielten die ersatzgeschwächten Oldesloerinnen nur 20 Minuten (9:12) gut mit, um schließlich mit 22:37 (12:18) unter die Räder zukommen.
Torwarttrainer Jens Willhöft, der die abwesenden Claus Schilk und Ulli Meyer allein vertrat, hatte nur wenig Variationsmöglichkeiten. Mit Marion Werner, Ivonne Grimm und Ivonn Bosza (alle drei angeschlagen) fehlten ihm gleich drei Stamm-Spielerinnen. Von den Neuzugängen standen ihm außerdem Anneke Janßen und Annette Gerken nicht zu Verfügung. Für beide liegt dem VfL noch nicht die Freigabe der abgebenden Vereine TSV Sasel, Duwo und SC Buntekuh vor.
Dafür hielt sich die Mannschaft 20 Minuten ganz ansprechend. Als nach der Pause auch noch Birthe Wede und Martina Kattner angeschlagen kürzer treten mußten, war der Spielfluß endgültig dahin. Eike Lange, nach einjährigem Gastspiel in Buxtehude an die Trave zurückgekehrt, machte deutlich, daß sie die VfL-Abwehr stabilisieren kann. Eine Verstärkung für den Rückraum verspricht Birgit Walter (vorher KSV Holstein Kiel) zu werden. In prächtiger Spiellaune präsentierte sich auch Lisa Lüken. Die war am Ende mit sechs Treffern auch erfolgreichste Werferin in der Oldesloer Mannschaft.
Die weiteren Tore teilten sich Jeanette Rochelmeyer (4), Katrin Behnke, Zsuzsa Nyari (je 3), Birthe Wede, Eike Lange und Birgit Walter.
Mit nur acht Feldspielerinnen war auch Buxtehude nicht üppig bestückt. Aber die mit Nationalspielerinnen gespickte Crew ist bestens eingespielt. Mit der Dänin Camilla Andersen hat Otto Sternberg dazu eine überragende Einzelkönnerin in seinen Reihen, die mit zehn Treffern auch erfolgreichste Werferin war.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.8.1995
Sonnabend, 19. August 1995
(mth). … Beim Testturnier zeigte der VfL, daß die hohe Schlappe (Anm.: gegen den Buxtehuder SV) keine bleibenden Schäden hinterlassen hatte. Gegen ZZO Cadca (Slowenien) mit 19:16 und gegen Viborg II (Dänemark) mit 24:17 landete er zwei Siege und wurde Turniersieger.
STORMARNER TAGEBLATT vom 21.8.1995
Donnerstag, 31. August 1995
VfL Oldesloe und Ivonn Bosza trennen sich
(mth). Der Kader der Zweitliga-Damen der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist kleiner geworden. Verein und Ivonn Bosza haben ihren Vertrag aufgelöst. „In gegenseitigem Einvernehmen“, wie Trainer Claus Schilk betont. Kein Geheimnis: Durch die Neu-Verpflichtung von Birgit Walter und Martina Kattner hatte die 20jährige Linkshänderin, die der Vorbereitung für zehn Tage wegen einer Reise fernblieb, übermächtige Konkurrenz bekommen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 31.8.1995
Sonntag, 3. September 1995
Generalprobe ist mißlungen
VfL-Handball-Frauen in Hannover nur Vorletzte
(mth). Die Generalprobe ist den Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der Saison, am 16. September im Pokal bei KSV Holstein Kiel, gründlich danebengegangen. Bei einem hochklassig besetzten Vorbereitungsturnier in Hannover kam das Team von Trainer Claus Schilk über einen vorletzten Platz nicht hinaus.
„Insbesondere die Bundesligisten TSG Wismar (13:22), TSV Nord Harrislee (13:15) und Guths-Muths Berlin (14:19) haben uns deutlich unsere Grenzen aufgezeigt“, räumte Schilk ein. Bedenklicher als diese Schlappen stimmte ihn die 11:18-Niederlage gegen die HSG Herrentrup-Blomberg (zweite Liga Süd). „So hätten wir uns nicht gehen lassen dürfen“, war sich der Coach mit seinen Spielerinnen einig.
Ein Erfolgserlebnis gab es für den VfL nur im Spiel gegen Gastgeber Germania List (zweite Liga Nord), den die Oldesloerinnen mit 15:9 besiegten. „Das Turnier hat gezeigt, daß wir die Wochen bis zum Punktspielstart in Marne intensiv nutzen müssen, wenn wir keinen Fehlstart produzieren wollen“, kündigte Schilk harte Arbeit an.
Er hofft, dann auch personell endlich aus dem Vollen schöpfen zu können. In Hannover war das nicht der Fall. Dort fehlten Zsuzsa Nyari (Trainerausbildung) und Katrin Behnke (erkrankt) ebenso wie die noch nicht freigegebenen Neuzugänge Anneke Janßen und Annette Gerken. Dazu zeigten sich bei Ivonne Grimm und Marion Werner nach Urlaub und Verletzungen noch Trainingsrückstände. Auch deshalb ist die Lücke, die Spielmacherin Roswitha Bein hinterlassen hat, noch nicht gleichwertig ausgefüllt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.9.1995
Sonnabend, 16. September 1995
Die VfL-Damen wollen wieder oben mitmischen
Das Profil der Mannschaft hat sich stark verändert
Manfred Thomsen – Die Vorbereitung ist vorbei. Heute steigt für die Handball-Damen des VfL Oldesloe im Pokal bei Holstein Kiel das erste Pflichtspiel. Eine Woche später beginnt in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord wieder der „Ernst des Lebens“. Für die Stormarnerinnen ist es die fünfte Saison in der zweithöchsten Spielklasse. Stets haben sie dabei in der Spitze mitgespielt, aber zum Sprung in die erste Liga hat es nie ganz gereicht. In diesem Jahr will das Team einen neuen Anlauf nehmen. Mit Ehrgeiz, aber ohne sich unter Druck zu setzen. „Wir wollen, aber wir müssen nicht“, bringt es Trainer und Manager Claus Schilk auf den Punkt.
Der Macher im Oldesloer Damenhandball trägt in dieser Saison wieder auf beiden Schultern. Eineinhalb Jahre nachdem er das Traineramt nach Krach mit der Mannschaft niedergelegt hatte, Manager war er geblieben, sah er sich wieder in die Plicht genommen, als Otto Sternberg im Juni zum Erstligisten Buxtehuder SV wechselte.
Ein Schritt, den Schilk auch im Abstand von drei Monaten mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet: „Das war ein Schlag ins Kontor, der alle unseren Planungen über den Haufen warf.“ Verständnis bringt er dabei für Sternberg insoweit auf „weil es natürlich ein besonderer Reiz ist, in der höchsten Klasse zu trainieren. Dort gibt es schließlich auch erheblich mehr als in Oldesloe zu verdienen.“
Aber der Zeitpunkt, zu dem der frühere DHB-Trainer seinen Wechsel vollzog, liegt ihm im Magen. „Wir haben gut mit ihm zusammengearbeitet und er hatte die Mannschaft bekommen, wie er sie sich gewünscht hatte“, macht er deutlich, daß zum Zeitpunkt des Wechsels schon alle Weichen gestellt waren.
Nicht zuletzt bei Schilk selbst. „Eine Doppelfunktion hatte ich für mich total ausgeschlossen. Ich wollte mich auf meine Tätigkeit als Manager konzentrieren, aber Ersatz für Sternberg war auf dem abgegrasten Markt kurzfristig nicht zu finden“, schildert er seine Zwangslage.
Wie sehr ihm eine neuerliche Übernahme des Traineramtes fernlag, läßt sich auch für Außenstehende nachvollziehen. Im Frühjahr übte Schilk im Umfeld des Gastspiels der Schweizer Nationalmannschaften heftig Kritik am schleswig-holsteinischen Verband. Einige Funktionäre fühlten sich dadurch derart auf den Schlips getreten, daß sie ein Verfahren gegen ihn anstrengten. Folge: Schilk wurde mit einer Sperre (als Trainer) für ein Jahr belegt.
Da er absolut nicht vorhatte, erneut für irgendein Team verantwortlich auf die Bank zu gehen, legte der Oldesloer nicht einmal Widerspruch gegen den Bannspruch ein. Das hat ihn, als der Sternberg-Weggang perfekt war, erst richtig in die Zwickmühle gebracht. Seine Lösung: Er arbeitet ganz eng mit Co-Trainer Jens Willhöft zusammen. Im Training, bei den taktischen Absprachen. Aber auch beim Coaching von der Bank, die für Schilk bis zum 27. Mai 1996 tabu bleibt, will der Manager versuchen, durch geschickte Wahl seines Sitzplatzes auf Tuchfühlung zu seinem Vertreter zu bleiben.
Zum Trainerstab hinzugekommen ist außerdem ein alter Bekannter: Ulli Meyer, Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre Erfolgscoach der VfL-Mädchen und -Damen, kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Nicht zuständig zwar für Training und Coaching engagiert er sich im Umfeld und wird das Bundesliga-Team bei Heimspielen von der Sprecherkabine aus präsentieren.
Ein Team, von dem Claus Schilk überzeugt ist, das nichts an Attraktivität gegenüber den Vorjahren eingebüßt hat. Wohl aber sein Profil verändert hat. Einschneidenster Verlust: Spielmacherin Roswitha Bein legt wegen ihres Studiums eine Pause ein. Sie selbst läßt die Dauer offen, Schilk hofft, sie spätestens im Januar wieder dabei zu haben.
Verlassen haben den VfL außerdem noch Torhüterin Alexandra Hoffmann, Vanessa Schack und Ivonn Bosza. Letztere ist in dieser Woche mit Aufsteiger SV Oldenburg/Holstein über einen Wechsel einig geworden.
Den Abgängen aber stehen auch sechs Neuzugänge gegenüber. Zwei davon sind Rückkehrerinnen: Eike Lange, die nach einjährigem Gastspiel in Buxtehude Abwehr und Kreisspiel verstärken soll, und Torhüterin Annette Schümann, die in den letzten vier Jahren beim TV Eilbek aktiv war.
Mit Birgit Walter von Liga- Konkurrent Holstein Kiel und Martina Kattner (SC Norderstedt) stießen zwei weitere Linkshänderinnen zum VfL. „Das macht unseren Rückraum weniger berechenbar“, freut sich Schilk über mehr Variationsmöglichkeiten.
Die frühere Junioren-Nationalspielerin, zusammen mit Ivonne Grimm und Marion Werner, aus Norderstedt wird allerdings ebenso wie Annette Gerken (SC Buntekuh) und Anneke Jansen (TSV Sasel) erst im Oktober für den VfL spielberechtigt sein. Grund: Mit den abgebenden Vereinen konnte man sich nicht über die Ablösen einigen.
Weiter dabei sind Torhüterin Silke Schwöbken, Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari, Marion Werner, Birthe Wede, Ivonne Grimm, Lisa Lüken und Katrin Behnke. „Das zusammen ergibt ein schlagkräftiges Team, mit dem wir uns hinter keinem Konkurrenten verstecken müssen“, gibt sich Schilk für die Saison optimistisch.
Daß seine Mannschaft wegen des Fehlens von Roswitha Bein in der Liga nicht als Favorit gehandelt wird, sieht der VfL-Coach eher als Vor- denn als Nachteil. Er selbst glaubt an eine breite Spitzengruppe in dieser Saison. Sein Top-Favorit ist der letztjährige Süd-Vizemeister, Süd Braunschweig, der sich mit den russischen Nationalspielerinnen Tatjana Gorb (eingedeutscht) und Tamila Olexiouk im Rückraum enorm verstärkt hat.
VB Berlin, den VfL Oldenburg/Oldenburg und den Hastedter TSV zählt Schilk außerdem zum Favoritenkreis. „Aber in dieser Gruppe wollen und werden wir mitmischen können“, ist sich Schilk sicher, „denn guten Handball hat es in Oldesloe auch vor Sternberg gegeben und wird es auch nach ihm geben.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.9.1995
Sonnabend, 16. September 1995
Ein reizvolles Derby
VfL-Damen im Pokal heute in Kiel
(mth). Zwei Spielerinnen fiebern dem Pokalspiel in der ersten DHB-Hauptrunde zwischen dem KSV Holstein Kiel und dem VfL Oldesloe heute um 16.30 Uhr in der Tallinhalle in der Landeshauptstadt besonders entgegen: Für Melanie Bernecker (jetzt Holstein) und Birgit Walter (jetzt VfL) geht es nicht nur um das Erreichen der nächsten Runde, beide wollen es ihren früheren Vereinen auch besonders zeigen.
Bei Melanie Bernecker liegt der Abgang aus Bad Oldesloe schon einige Zeit zurück, ihr Ehrgeiz wird aber dadurch besonders angeheizt, weil beim VfL nun wieder Claus Schilk Trainer ist. Von ihm war sie seinerzeit wahrlich nicht im Frieden geschieden.
Weit frischer und direkter als bei ihr ist der Wechsel von Birgit Walter in die andere Richtung. Aber da sind die Emotionen eher geringer, denn sie ist von Holstein nicht in Unfrieden geschieden.
Völlig frei von solchen Gefühlen sieht VfL-Trainer Claus Schilk das Pokalspiel: „Wir wollen in die nächste Runde und hoffen, dann ein attraktives Heimspiel zugelost zu bekommen“, ist seine Marschrichtung.
Die Chancen dafür sieht er als groß an. „Wenn wir zu der Leistung finden wie in unserem letzten Test in Wismar – der VfL verlor beim Erstligisten nur knapp mit 24:25, nachdem er nach 57. Minuten noch 24:22 geführt hatte – kann uns Holstein nicht gefährlich werden“, ist er sich sicher, daß sein Team zum Beginn der Pflichtspiele topfit ist.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.9.1995
Sonnabend, 16. September 1995
Holstein Kiel – VfL Oldesloe 18:19 (9:8)
(1. Runde DHB-Pokal)
Kampfgeist stimmte beim VfL schon
Knapper 19:18-Pokalsieg der Oldesloer Handball-Damen bei KSV Holstein Kiel
(Manfred Thomsen). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe haben mit Ach und, Krach die zweite Runde in Pokalwettbewerb des Deutschen Handballbundes (DHB) erreicht. Beim Liga-Konkurrenten KSV Holstein Kiel wurden die Stormarnerinnen erst in der Schlußphase ihrer Favoritenrolle gerecht und siegten nach
hochdramatischem Spielverlauf mit 19:18 (8:9). In den 60 Minuten hatte der VfL bis zur 59. Minute, als Birthe Wede der Siegtreffer gelang, nur dreimal knapp mit einem Treffer geführt, stattdessen mehrfach aber ziemlich deutlich im Rückstand gelegen. Zweimal (8:12/35. Minute und 12:16/46.) sogar mit vier Treffern. Aber das Team bewies, allen spielerischen Startschwierigkeiten zum Trotz, gute Moral und bog das Spiel noch um.
Die Entscheidung in der abwechslungsreichen, aber nur selten hochklassigen Partie fiel just in den vier Minuten, als der VfL seine einzigen Strafminuten abzusitzen hatte. Nach dem zweiten Vier-Tore-Rückstand hatte der VfL gerade zu einer Aufholjagd angesetzt, als Jeanette Rochelmeyer auf die Strafbank mußte.
Aber die Kielerinnen wußten mit der Überzahl nichts anzufangen. Statt ihren Vorsprung, der inzwischen auf 14:16 zusammengeschmolzen war, erneut auszudehnen und dem VfL damit den Todesstoß zu versetzen, agierten sie hilflos und überhastet. Ergebnis: Am Ende der Strafzeit hatten die Oldesloerinnen durch einen Treffer von Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari den Rückstand auf 15:16 verkürzt.
Ganz so optimal verlief weitere 100 Sekunden später die Phase der Zwei-Minuten-Strafe gegen Eike Lange nicht, aber auch in dieser kritischen Spanne kam der VfL glimpflich davon. Mittlerweile hatte Birgit Walter mit ihrem einzigen Treffer gegen ihre ehemalige Mannschaftskameradinnen den Ausgleich besorgt, aber erneut gelang es den Kielerinnen nicht aus der Überzahl entscheidend Kapital zu schlagen.
Das 17:16 für Holstein durch Melanie Bernecker glich Marion Werner umgehend aus, als der VfL wieder vollzählig war (54.). Entschieden war das Spiel auch damit natürlich noch nicht. Der Gastgeber ging durch Tina Assmussen (56.) auch noch einmal in Führung, hatte dann aber sein Pulver endgültig verschossen. Den Ausgleich zum 18:18 markierte Eike Lange in der 58. Minute mit verwandeltem Siebenmeter und nach dem Siegtreffer von Birthe Wede in der Schlußminute ließ der VfL nichts mehr anbrennen. Der Jubel war im Oldesloer Lager dann auch riesengroß. Einsatz- und Kampfbereitschaft hatten in der Partie auch nichts zu wünschen übrig gelassen. Spielerisch allerdings gab es im VfL-Team doch noch erhebliche Mängel und Abstimmungsprobleme.
Die aber werden sich im Verlauf der Saison sicher beheben lassen. Etwas bedenklicher stimmt die mangelhafte Chancenauswertung, die das Team vor allem in der ersten Halbzeit und zu Beginn des zweiten Durchgangs an den Tag legte. Gegen stärkere Gegner als es die Kielerinnen waren, wird das ins Auge gehen.
Aber es gab auch erfreuliche Aspekte: Mit Eike Lange ist die VfL-Abwehr sicherer geworden, Zsuzsa Nyari spielt effektiv und mannschaftsdienlich wie eh und je und Birthe Wede zeigte sich zielstrebig und einsatzfreudig wie selten zuvor.
VfL Oldesloe: Schwöbken (bis 44.), Schümann (ab 44.), Grimm, Lange (4/2), Lüken (n.e.), Wede (4), Werner (3), Walter (1), Rochelmeyer (2/1), Nyari (5) und Kattner.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.9.1995
Sonnabend, 23. September 1995
VfL-Handball-Damen beginnen in Marne
Schilk hat Respekt vor dem Gegner
(mth). Die Wartezeit ist endlich vorbei. An diesem Wochenende nimmt die zweite Handball-Bundesliga der Damen den Spielbetrieb wieder auf. Der VfL Oldesloe beginnt mit einem Landesderby. Am Sonntag um 16 Uhr tritt das Team von Trainergespann Claus Schilk/Jens Willhöft bei der HSG Marne/Brunsbüttel an.
Bei den Dithmarschern handelt es sich dabei nicht etwa um einen Aufsteiger, wie manche vermuten mögen, weil es ein Team mit diesem Namen in der vergangenen Saison in der zweiten Liga nicht gegeben hat. Vielmehr ist der MTV Marne mit Wirkung vom 1. Juli in dieser Spielgemeinschaft aufgegangen. Grund: In Brunsbüttel ist es leichter, Sponsoren in der Industrie zu finden. Außerdem unterstützt die Stadt – wie Marne – das Bundesliga-Team finanziell.
Darum beneidet Claus Schilk seinen Auftaktgegner, zollt ihm auch auf der sportlichen Seite Respekt. „Ein starkes, homogenes Team, das wir nicht unterschätzen dürfen“, lautet sein Urteil.
Dennoch will er dort mit seinem Team, für das er alle Spielerinnen an Bord hat, unbedingt gewinnen, um zur Heimpremiere gegen den Meisterschaftsfavoriten Süd Braunschweig ein volles Haus zu haben. Fans können den VfL nach Marne begleiten. Der Mannschaftsbus fährt um 12.30 Uhr an der Stormarnhalle ab.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.9.1995
Sonntag, 24. September 1995
HSG Marne/Brunsbüttel – VfL Oldesloe 21:27 (11:14)
VfL zeigte großen Siegeswillen
Die Oldesloer Handball-Damen gewannen in Marne 27:21
(mth). Der Start in ihre fünfte Saison in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen ist dem VfL Oldesloe gelungen. Im Landesderby bei der HSG Marne/Brunsbüttel gewann das Team des Trainergespanns Claus Schilk/Jens Willhöft/Ulli Meyer mit 27:21 (14:11). Die Stormarnerinnen sind damit gut gerüstet für ihr erstes Heimspiel am Sonnabend, wenn mit Süd Braunschweig der Titelfavorit in der Stormarnhalle aufkreuzt.
In der Realschul-Sporthalle in Marne brauchte der VfL eine Viertelstunde, ehe sich seine Anfangs-Nervosität gelegt hatte. Als Zsuzsa Nyari und Co. dann aber binnen vier Minuten von 7:5 (15. Minute) auf 11:5 (19.) davonzogen, schien eine erste Vorentscheidung gefallen.
Als der Vorsprung in den nächsten drei Minuten auf 14:6 anwuchs, stach die Stormamerinnen plötzlich der Hafer. Von einer Minute zur anderen ging jegliche Ordnung im Spiel verloren. Das wußten die Dithmarscherinnen zu nutzen. Bis zur Halbzeit waren sie bereits halbwegs auf Tuchfühlung (11:14). Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde es noch enger. Zweimal – 15:14 (37.) und 16:15 (39.) – führte der VfL nur noch mit einem Tor Vorsprung.
Aber wie schon beim Pokalspiel vor Wochenfrist in Kiel, zeigte das Oldesloer Team wieder enormen Siegeswillen. Über 18:15 (43.) hatten sie sich bis zur 45. Minute wieder auf 20:16 abgesetzt. Noch einmal konnte Marne auf 18:20 herankommen, aber dann riß bei ihnen endgültig der Faden. Nach dem 22:19 (53.) spielte der VfL seine Konterfähigkeiten voll aus und zog über ein 26:19 (58.) auf den 27:21-Endstand davon.
Erfolgreichste Werferinnen waren mit je sieben Treffern Zsuzsa Nyari und Marion Werner. Beide überzeugten darüber hinaus mit enormem Einsatz (Werner) und guter Übersicht (Nyari). Zusammen mit Birthe Wede (3) auf der Rückraum-Mittelposition behielten sie vor allem in der Schlußphase die Fäden fest in der Hand.
Zu den Leistungsträgerinnen im VfL-Team zählte außerdem Torhüterin Silke Schwöbken. Sie wehrte unter anderem drei Siebenmeter ab und zeigte auch sonst starke Paraden. Zur Stamm-Sieben, die in der zweiten Halbzeit durchspielte, gehörten außerdem noch Jeanette Rochelmeyer (5), Eike Lange (3) und Birgit Walter (2). Die beiden letzteren hatten mit ihren Würfen nicht sonderlich viel Glück. Birgit Walter traf bei zwölf Wurfversuchen siebenmal Pfosten und Latte, und die Kreisläuferin Lange vergab die Chance, „in einem Spiel Torschützen-Königin zu werden“, so Claus Schilk.
Zu Kurzeinsätzen in der ersten Halbzeit kamen außerdem noch Lisa Lüken und Martina Kattner. Im Tor löste Annette Schümann Silke Schwöbken nur bei einem Siebenmeter ab.
STORMARNER TAGEBLATT vom 25.9.1995
Sonnabend, 30. September 1995
VfL Oldesloe – PSV Braunschweig 20:25 (12:11)
VfL von einer Grippewelle gestoppt
Zweitliga-Handball-Damen unterlagen nach großem Kampf Braunschweig 20:25
(Manfred Thomsen). Eine großartige Leistung in der ersten Halbzeit genügte den Handball-Damen des VfL Oldesloe nicht, um das erste Heimspiel der neuen Saison in der zweiten Bundesliga erfolgreich zu bestehen. Gegen den erklärten Titelanwärter SV Süd/Post Braunschweig hatten die Stormarnerinnen in der Stormarnhalle mit 20:25 (12:11) das Nachsehen.
Aber das VfL-Team braucht die Köpfe nicht hängen zu lassen. Obwohl gleich vier Spielerinnen (Nyari, Werner, Lange und Lüken) grippegeschwächt ins Spiel gegangen waren, hatte es den Favoriten am Rande einer Niederlage und scheiterte letztlich nur an einer überragenden Tamila Olexiouk (228 Länderspiele für die ehemalige UdSSR), die es mit zehn Toren fast allein „abschoß“.
Gegen die langaufgeschossene Rückraumspielerin fand der VfL nur in der Anfangsphase das richtige Mittel. Mit offensiver Deckung – Marion Werner spielte vorgezogen – wurde die linke Angriffshälfte der Braunschweigerinnen lahmgelegt. Das brachte das gesamte Spiel des Gastes durcheinander. Insbesondere die zweite russische Nationalspielerin, Tatjana Gorb (258 Länderspiele) ließ sich völlig aus dem Konzept bringen und blieb mit drei Treffern weit hinter den Erwartungen zurück.
Der VfL nutzte die Verwirrung mit Tempo-Handball und führte nach zehn Minuten mit 4:1. Den Drei-Tore-Vorsprung konnten die Oldesloerinnen bis zur 16. Minute (7:4) halten. Als Olexiouk dann in die Rückraum-Mitte wechselte, drehte sich das Spiel ein wenig und Braunschweig kam auf 7:8 (19.) heran.
Aber noch hatte der VfL zuzusetzen. Insbesondere Marion Werner spielte wie aufgedreht und auch Zsuzsa Nyari zauberte in einigen Szenen. Folge: Der VfL eroberte sich wieder eine Drei-Tore-Führung (1:7 /22.) und verteidigte die bis zur 27. Minute. Dann aber schwächten erste Zeitstrafen (Birthe Wede/Ivonne Grimm) die Oldesloerinnen, so daß der Gast bis zum Seitenwechsel auf 11:12 herankam.
Sechs Minuten nach dem Wechsel geriet der VfL erstmalig in Rückstand (13:14). Die Chancenverwertung ließ nun bei den Stormarnerinnen zu wünschen übrig. Das war auch ein Zeichen von erklärbarem Kraftverlust. Aber noch gab sich das Team nicht geschlagen. Trotz einigen Pechs (fünf Holztreffer), kämpfte es sich noch zweimal (16:17 und 17:18 in der 44. und 47. Minute) auf ein Tor heran, nachdem Braunschweig bis zur 41. Minute bereits auf 17:14 davongezogen war.
Neuerliche Zeitstrafen warfen den VfL in der Schlußphase erneut zurück. Während die Oldesloerinnen nur selten zahlenmäßige Vorteile zu nutzen wußten, spielten die Niedersachsen Überzahlsituationen nun gekonnt aus. Über 21:17 (51.) und 23:19 (57.) zogen sie noch
bis auf 25:20 davon. Auch von allerlei taktischen Experimenten von VfL-Coach Claus Schilk ließen sie sich nicht mehr aufhalten.
Die Tore für den VfL erzielten Marion Werner (5), Zsuzsa Nyari (4/3), Birgit Walter, Jeanette Rochelmeyer (je 3), Birthe Wede, Eike Lange (je 2) und Lisa Lüken. Im Feld kam außerdem noch Ivonne Grimm zum Einsatz. Auch sie ist kräftemäßig nicht voll auf der Höhe, kann sie doch wegen Abschlußprüfungen zur Zeit nicht trainieren. Im Tor glänzte Silke Schwöbken in der Anfangsphase, später pfiffen ihr die Würfe nur so um die Ohren. Annette Schümann (ab 46.) ging das nicht besser.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.10.1995
Freitag, 6. Oktober 1995
Wiedersehen mit lvonn Bosza
Für VfL-Handballerinnen beginnen „Oldenburger Wochen“
(mth). „Oldenburger Wochen“ stehen den Handball-Damen des VfL Oldesloe im Oktober ins Haus. An den kommenden drei Wochenenden geht es für das Team des Trainergespanns Claus Schilk/Jens Willhöft dreimal gegen Gegner, die diesen Städtenamen führen. Dahinter verbergen sich aber nur zwei verschiedene Mannschaften. Zum Oldenburger SV, dem Zweitliga-Aufsteiger aus Holstein, müssen die Stormarnerinnen zweimal hintereinander reisen: Am Sonnabend (16.30 Uhr) zum zweiten Auswärts-Punktspiel der Saison und eine Woche später in der zweiten DHB-Pokalrunde. Noch eine Woche später ist dann der VfL Oldenburg aus Niedersachsen Gast in der Stormarnhalle.
Der Aufsteiger von der Ostseeküste weist wie der VfL nach den ersten beiden Spielen mit 2:2 ein ausgeglichenes Punktekonto auf. Einem 14:13-Erfolg gegen die SG Misburg folgte eine knappe 17:18-Niederlage beim SV Union Halle-Neustadt. In beiden Spielen boten die Holsteinerinnen eine starke kämpferische Leistung.
„Das wird für uns ein schwerer Gang“, zollt auch Claus Schilk dem Neuling Respekt. Er hofft, daß sein Team insbesondere Steffi Obst und die polnische Nationalspielerin Malgorzata Aftyka in den Griff bekommt. Die beiden haben bislang gut zwei Drittel der Oldenburger Treffer erzielt.
Mit besonderem Ehrgeiz wird beim Aufsteiger gewiß auch Ivonn Bosza antreten. Sie wurde erst kurz vor Saisonbeginn beim VfL ausgemustert und heuerte nach Auflösung ihres Vertrages in Ostholstein an.
Ihre Nachfolgerin im halblinken Rückraum beim VfL, Birgit Walter, wird morgen voraussichtlich nicht spielen können. Sie ist inzwischen von dem Grippevirus, der Zsuzsa Nyari, Marion Werner, Eike Lange und Lisa Lüken im Spiel gegen Süd Braunschweig schwächte, eingeholt worden.
Ansonsten sind bei den Stormarnern alle Spielerinnen an Deck. Auf ihr Saisondebüt hoffen Katrin Behnke und Neuzugang Martina Kattner. Fans können den VfL wie stets bei Auswärtsspielen begleiten. Der Mannschaftsbus fährt um 14 Uhr von der Stormarnhalle ab.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.10.1995
Sonnabend, 7. Oktober 1995
Oldenburger SV – VfL Oldesloe 22:23 (12:14)
VfL-Damen nutzten Routine zum Sieg
Handballerinnen siegten mit 23:22 gegen Zweitliga-Aufsteiger Oldenburger SV
(cr). Mit dem Spielverlauf war der Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe nicht zufrieden, doch zumindest mit dem Ergebnis. „Ein Sieg ist ein Sieg, auch wenn er nur mit einem Treffer Vorsprung erzielt wurde“, sagte Claus Schilk nach dem 23:22 (14:12)-Erfolg seiner Zweitliga-Mannschaft gegen den Oldenburger SV.
Die Oldesloerinnen erwischten einen sehr guten Auftakt im Landes-Duell gegen den Aufsteiger. Lediglich einmal, beim Stand von 1:0, gelang den Gastgeberinnen die Führung, danach bestimmte klar das routinierte Oldesloer Team die Partie. Nach einem Blitzstart lagen die Gäste mit 5:2 vorn, ehe die Oldenburgerinnen bis auf einen Treffer herankamen. Trotzdem schafften sie es nicht, die sichere Pausenführung der Gäste-Mannschaft zu gefährden.
In der zweiten Halbzeit änderte sich das jedoch und die Gastgeberinnen hielten besser mit. Die Folge: In der 30. Minute schafften sie den 14:14-Ausgleich und sorgten damit für eine dramatische Schlußphase. Die zeichnete sich vor allem durch Unterzahlspiel der Oldesloerinnen aus: Innerhalb von fünf Minuten kassierten die VfL-Damen drei Zeitstrafen.
Dennoch ließen sie sich nicht unterkriegen und spielten gekonnt ihre Routine aus. Mit vier Spielerinnen auf dem Feld gelang ihnen die wichtige Drei-Tore-Führung zum 23:20. Und auch VfL-Torhüterin Silke Schwöbken bewies sich mit ihren guten Nerven erneut als Stütze der Mannschaft, als sie mit einer Glanzparade den Anschluß verhinderte.
Die Tore für den VfL Oldesloe erzielten Birthe Wede, Jeanette Rochelmeyer (je 5), Zsuzsa Nyari ( 4/2), Marion Werner (4), Eike Lange (3/1), Birgit Walter und Katrin Behnke. Ohne Torerfolg blieben Lisa Lüken und Kattner.
„Vom Ergebnis her geht das Spiel in Ordnung. Immerhin waren die Oldenburgerinnen hochmotiviert, da war es vor allem wichtig, die beiden Punkte zu holen“, resümierte Claus Schilk nach der Partie. Besonders auffällig in der Mannschaft der Gastgeber war erwartungsgemäß Ivonn Bosza, die sich gegen ihr ehemaliges Team besonders auszeichnen wollte. Mit deutlichem Erfolg: Immerhin sieben Treffer gingen auf das Konto der Ex-Oldesloerin. „So gut wie gegen uns hätte ich sie gern auch mal in der Stormarnhalle spielen gesehen“, sagte der VfL-Coach.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.10.1995
Donnerstag, 12. Oktober 1995
Ärger um Hallenzeit: Handball-Frauen sollen weichen
Zweitliga-Mannschaft soll auf dritte Trainingszeit verzichten
Problem seit sechs Monaten bekannt
(cr). Das Oldesloer Sport-Publikum ist anspruchsvoll und verwöhnt. Vor allem von den Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe erwartet es viel: In Heimspielen kommt auf den Rängen nur dann wirklich gute Stimmung auf, wenn die Spielerinnen auf dem Feld mit der entsprechenden Leistung glänzen. Allerdings hatten die Stormarner Zuschauer in den vergangenen Jahren auch häufig Grund zur Begeisterung, die guten Zweitliga-Plazierungen und der mehrfach nur knapp verpaßte Aufstieg in das Oberhaus sprechen eine deutliche Sprache.
Ob die Oldesloerinnen dieses spielerische Niveau in Zukunft allerdings halten können, ist fraglich. Der Grund: Nach Ende der Herbstferien wird ihnen eine ihrer Trainingszeiten gestrichen. „Damit haben wir dann nur noch zweimal pro Woche die Halle zur Verfügung“, sagt VfL-Trainer und Manager Claus Schilk, und das reicht erfahrungsgemäß nicht aus, um weiterhin den hohen Standard der zweiten Bundesliga zu halten.
Jeweils mittwochs muß das Oldesloer Sport-Aushängeschild jetzt die Halle für die Hockeyspieler des THC Blau-Weiß Bad Oldesloe räumen. „Das Problem war den Verantwortlichen seit über sechs Monaten bekannt“, ärgert sich der Coach, „aber bei ihren Überlegungen ist offenbar nichts herausgekommen. Wir haben jetzt von offizieller Seite die Mitteilung bekommen, daß es keine Lösung für uns gäbe.“
Quantität contra Qualität, Breitensport contra Spitzensport, auf diese Formel kann der Konflikt im VfL zusammengefaßt werden. „Wir Handballer haben zwar ein Zweitliga-Team, sind aber wahrscheinlich beim Training zu wenige“, vermutet Claus Schilk, „dabei trainiert keine unserer sieben Mannschaften je allein.“ Anders geht es da der Oldesloer Tanzabteilung. „Die hat mit der entsprechenden Lobby ihre Hallenzeiten in den vergangenen Jahren kontinuierlich aufstocken können.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 12.10.1995
Sonnabend, 14. Oktober 1995
Neue Auflage für VfL-Damen
(cr). „Wir wissen jetzt genau, was für ein Gegner uns erwartet“, ist Handballtrainer Claus Schilk vor der Pokalpartie der Zweitliga-Damen des VfL Oldesloe beim Oldenburger SV zuversichtlich. Denn für die DHB-Zweitrunde treten die Oldesloerinnen heute (Anpfiff 16.30 Uhr) die gleiche Reise wie in der Vorwoche an, als sie den Zweitliga-Aufsteiger knapp mit 23:22 (14:12) bezwingen konnten.
Insofern steht den Stormarnerinnen in der ostholsteinen Halle keine leichte Aufgabe bevor, denn die Oldenburgerinnen werden alles daran setzen, sich für die knappe Niederlage zu revanchieren. „Aber ich setze darauf, daß wir mehr Routine haben“, sagt der Coach. Auf jeden Fall wollen die VfL-Damen verhindern, daß es wie in der Vorwoche zu einer dramatischen Schlußphase
kommt. „Wir wollen nicht wieder in die Verlegenheit kommen, das Spiel über die Zeit retten zu müssen“, gibt Schilk die Marschroute aus.
Wieder mit von der Partie ist Ivonne Grimm, die ihre Prüfungen hinter sich gebracht hat. Dafür wird der Mannschaft Katrin Behnke fehlen. Sie muß zu einem Einsatz beim Bundesgrenzschutz und kann so in Oldenburg nicht dabei sein.
Abfahrt der VfL-Damen ist um 14 Uhr an der Stormarnhalle. Wie gewöhnlich können die Fans die Mannschaft zu dem Spiel begleiten.
STORMARNER TAGEBLATT vom 14.10.1995
Sonnabend, 14. Oktober 1995
Oldenburger SV – VfL Oldesloe 22:29 (12:13)
(2. Runde DHB-Pokal)
VfL-Damen sind eine Runde weiter
29:22-Pokalerfolg beim Oldenburger SV
(cr). Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe haben sich für die nächste Runde im DHB-Pokal qualifiziert. Eine Woche nach ihrem 22:21-Erfolg im Punktspiel gegen den Zweitliga- Neuling Oldenburger SV ließen die Oldesloerinnen nichts anbrennen: Mit 29:22 (13:12) fuhren sie einen nie gefährdeten Sieg ein.
Allerdings war VfL-Trainer Claus Schilk mit der Leistung seiner Mannschaft nicht ganz zufrieden: „Wir waren das klar routiniertere Team, aber wir haben uns wieder eine geistige Auszeit genommen, das können wir uns gegen hochkarätigere Gegner wie gegen den VfL Oldenburg in der kommenden Woche nicht mehr leisten.“
Von Beginn an gingen die Oldesloerinnen konzentriert in die Partie, hatten einen 0:1-Rückstand in der 8. Minute auf ein 5:1 umgedreht. Ein Verdienst vor allem von Marion Werner: Vier der Treffer gingen allein auf ihr Konto. Bis zur l7.Minute blieb sie die wichtigste Spielerin im VfL-Team, legte bis zum 9:4 noch zwei weitere Tore drauf. „Das war für uns am Anfang entscheidend, daß Marion so gut getroffen hat“, lobte der Coach seinen Schützling.
Doch statt die Führung bis zur Pause weiter auszubauen, ließen sich die VfL-Frauen hängen, kassierten vor der Pause sogar den 11:11-Ausgleich: Nach dem Seitenwechsel sollte ihnen das nicht wieder passieren, und nach dem 14:12 zogen sie schnell auf 20:14 davon. Acht Minuten vor Schluß kamen zwar die Gastgeberinnen auf 20:23 heran, doch dann waren sie mit ihrer Kraft am Ende. Vor allem VfL-Keeperin Silke Schwöbken ließ die Gastgeber verzweifeln, fing deren Torwürfe ab und leitete Tempogegenstöße ein. Die Folge: Bis zum Schluß gelangen dem VfL-Team noch sechs Treffer, davon allein drei in nur einer einzigen Spielminute.
Beste Werferinnen waren Jeanette Rochelmeyer (10/1) und Marion Werner (8). Die weiteren Tore holten Birthe Wede, Eike Lange (3/3), Birgit Walter (2), Zsuzsa Nyari (2) und Ivonne Grimm (1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.10.1995
Donnerstag, 19. Oktober 1995
Schweres Los für VfL
Handball-Damen gegen Erstligisten
(cr). Ein schwerer Brocken steht den Handball-Frauen des VfL Oldesloe in der dritten Runde um den DHB-Pokal bevor. Nach ihrem 29:22-Sieg gegen den Zweitliga-Konkurrenten Oldenburger SV müssen die Schützlinge von Trainer Claus Schilk am 25./26. November nun gegen den Bundesliga-Vertreter SG GM/BTSV Berlin ran. Zwar haben die Stormarnerinnen erstmals Heimrecht, doch ob sie diesen Vorteil zu einem Erfolg und den Einzug in die vierte Pokalrunde nutzen können, ist äußerst fraglich.
Die Berliner Spielgemeinschaft, aus den Traditionsvereinen Guts Muths und dem Berliner TSV, rangiert derzeit im Oberhaus des Frauen-Handballs an zehnter Stelle und blieb mit dieser Plazierung klar hinter den selbstgesteckten Zielen zurück. In ihren Reihen stehen einige Spielerinnen mit internationaler Erfahrung, die in dem Stormarner Zweitligisten keine große Hürde vermuten werden. Vielleicht ist genau das die Chance für die Oldesloerinnen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 19.10.1995
Freitag, 20. Oktober 1995
Neue VfL-Sperre
Kattner fehlt gegen die Niedersachsen
(cr). Mit einer Video-Auswertung ihres nächsten Gegners hieß es für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe gestern, sich auf das kommende Heimspiel in der Stormarnhalle (Sonnabend 19.30 Uhr) gegen den VfL Oldenburg vorzubereiten. Für den Zweitliga-Trainer Claus Schilk eine wichtige Vorbereitung, denn „die Niedersachsen sind ein schwerer Brocken für uns. Ich denke, die werden am Ende der Saison ganz weit oben stehen“.
Allerdings zählt sich auch der VfL Oldesloe durchaus zu den besseren Teams der Liga, „deshalb wollen wir auch dieses Heimspiel gewinnen.“
Für die zweite Saison-Partie vor eigenem Publikum kann der Trainer auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Mit einer Ausnahme: Obwohl ihre Wechselsperre bereits vorgestern abgelaufen sein sollte, kann Neuzugang Martina Kattner nicht auflaufen. Der Grund: Sie war beim Pokalspiel gegen den Oldenburger SV eingesetzt worden, und das war nach den neusten Statuten regelwidrig. Für sie persönlich bedeutet das, noch einmal eine zweimonatige Sperre hinzunehmen. Außerdem wird der Mannschaft der 29:22-Erfolg aberkannt. Statt des VfL Oldesloe wird nun voraussichtlich der Oldenburger SV die dritte Pokalrunde bestreiten.
„Aber da steht das letzte Wort noch aus“, sagt Claus Schilk. Für die Punktspiele hatte er die Sperre legal umgangen, indem er Martina Kattner offiziell als Spielerin der zweiten Mannschaft (Kreisliga) angab. „Und als solche darf sie zweimal in der Bundesliga aushelfen.“
Im Vorfeld der Pokalpartien hatte sich Schilk an zwei Stellen des DHB erkundigt, ob auch da ein Einsatz der Spielerin möglich ist, und zweimal positiven Bescheid bekommen. „Aber das Reglement hat sich gerade in dieser Frage geändert. Und das wußten auch die Leute beim Verband nicht. Für Martina tut es mir furchtbar leid.“
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.10.1995
Sonnabend, 21. Oktober 1995
VfL Oldesloe – VfL Oldenburg 26:35
VfL-Frauen kassierten Schlappe gegen Oldenburg
Stormarnerinnen mit 4:4 Punkten jetzt nur noch Mittelmaß
(nup). Der neue Oldesloer Hallensprecher Ulli Meyer hatte sich seine Premiere in der heimischen Stormamhalle mit Sicherheit anders vorgestellt. Denn gegen den Titelaspiranten VfL Oldenburg in Oldenburg hätte der 42jährige Finanzbeamte am liebsten einen Sieg verkündet. Doch trotz der 26:35-Heimschlappe zog er ein positives Fazit: „Tore satt, Handball satt. Wir hoffen, Sie am nächsten Sonnabend wieder in der Stormarnhalle begrüßen zu können“, sagte Ulli Meyer nach dem Ertönen der Schlußsirene über das Mikrophon.
Ob allerdings die 220 Zuschauer nach der wohl schlechtesten Saisonleistung ihres VfL Oldesloe den Weg wieder in die Stormarnhalle finden werden, bleibt abzuwarten. Die erneute, allerdings verdiente, Heimniederlage bestätigte die Einschätzung von VfL-Trainer Claus Schilk, der vor Saisonbeginn den VfL Oldenburg neben dem SV Süd/Post SV Braunschweig zu den Top-Favoriten im Kampf um die Meisterschaft erklärt hatte.
Dagegen muß bereits nach vier Spieltagen der VfL Oldesloe denken, nachdem auch er sich einen vorderen Platz ausgerechnet hatte. Denn in ihrer fünften Zweitliga-Saison sind die Oldesloerinnen mit nunmehr 4:4 Punkten und der zweiten Heimniederlage ins Tabellenmittelmaß abgerutscht und haben den Anschluß an die Tabellenspitze verloren. Gäste-Coach Robert Schumann sprach dagegen von der stärksten Saisonleistung seines Teams aus Niedersachsen. „Oldesloe war auf allen Positionen für uns leicht auszurechnen. Wir haben auch den konditionellen Einbruch der Oldesloer nach der Pause genutzt“, erklärte Robert Schumann.
Lediglich 24 Minuten lang konnten die Oldesloerinnen die Begegnung offen gestalten. Doch als VfL-Kreisläuferin Eike Lange mit einem Heber an Oldenburgs Torhüterin Conny Kuck ebenso kläglich scheiterte wie Augenblicke später die grippegeschwächte Zsuzsa Nyari (sie hatte die Woche über nicht trainiert) mit ihrem vierten Siebenmeter, war die richtungsweisende Handball-Partie zugunsten der Gäste entschieden.
Oldenburgs Neuzugang Heike Schmidt nutzte die Situation und brachte mit zwei Toren ihr diszipliniert und gut spielendes Team mit 13:11 (26. Spielminute) in Führung. Die Leistung der 24jährigen Ex-Nationalspielerin (vorher TuS Walle Bremen) war beeindruckend: Sie erzielte insgesamt elf Treffer (davon fünf Siebenmeter). Einen starken Eindruck hinterließ auch die 25jährige wurfgewaltige, 26fache slowenische Nationalspielerin Fatima Alibegovic (vier Tore). Silke Schwöbken und Annette Schümann (nach dem Seitenwechsel zwischen dem VfL-Pfosten) konnten einem fast leid tun, wenn die Oldenburger Neuzugänge frei zum Wurf kamen.
„Der frühe Rückstand hat Kraft gekostet. Wir werden unter der Woche klären, ob es solche Spiele in Oldesloe noch einmal geben wird“, ärgerte sich ein sichtlich enttäuschter VfL-Manager und Trainer Claus Schilk. Marion Werner kassierte ebenso wie ihre Oldenburger Gegenspielerin Tiziana Göttken (beide lieferten sich ein Privatduell) zwei Zeitstrafen und agierte glücklos. Birthe Wede und die VfL-Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari waren von ihrer Normalform weit entfernt, und blieben an diesem Abend wirkungslos.
Einige Lichtblicke in einem ansonsten schwachen VfL-Team verzeichnete Jeanette Rochelmeyer, die mit ihren zehn Treffern (davon sechs Siebenmeter) zumindest in der Schlußphase gefiel. Nicht nur das Überzahlspiel nutzten die Gäste clever: So war es kein Zufall, daß sie Mitte der zweiten Spielhälfte nur drei Feldspielerinnen auf dem Parkett hatten und in dieser Phase nur einen Gegentreffer (Jeanette Rochelmeyer verkürzte auf 18:24) kassierten.
Die starken Oldenburger Torhüterinnen Conny Kuck und die 19jährige Ines Will (zweite Halbzeit) waren der Garant für den verdienten Erfolg in einem fairen Spiel, der den Gast einen weiteren Schritt an die Tabellenspitze der zweiten Bundesliga heranführte.
Für den VfL Oldesloe trafen: Jeanette Rochelmeyer (10/6), Zsuzsa Nyari (4/4), Birthe Wede (4), Marion Werner, Eike Lange (je 3), Birgit Walter und Lisa Lüken (je 1).
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.10.1995
Freitag, 27. Oktober 1995
Den VfL-Damen drohen nun Punktabzüge
(mth). Bei den Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe macht sich Frust breit. Auf diesen Nenner jedenfalls bringt Trainer/Manager Claus Schilk die Stimmung in seinem Team vor dem dritten Heimspiel der Saison gegen den SC Germania List/Hannover (Sonnabend 19.30 Uhr in der Stormarnhalle).
Die beiden Niederlagen vor heimischer Kulisse sind dabei nur ein Teil der Enttäuschung. Immerhin gab es sie gegen zwei der Top-Favoriten, wobei die Schlappe gegen den VfL Oldenburg am vergangenen Sonnabend mit 26:35 allerdings reichlich deprimierend ausfiel.
Auf's Gemüt schlägt dazu das Pokal-Aus am grünen Tisch wegen des Einsatzes von Martina Kattner. Das, da ist sich Schilk inzwischen sicher, wird noch Weiterungen nach sich ziehen: Er hatte den Neuzugang vom SC Norderstedt im Pokal nicht nur beim Oldenburger SV in der zweiten, sondern auch gegen den KSV Holstein Kiel in der ersten Runde eingesetzt, im Vertrauen darauf, daß früher geltende Regelungen weiter Bestand hätten.
Eine Änderung in der Spielordnung ausschließlich für den Pokalwettbewerb hatte er in dem Wust sonstiger neuer Bestimmungen schlicht übersehen. Das hat Folgen: Natürlich muß nach dem Einspruch der Kieler nun auch das Spiel umgewertet werden und entsprechend vordatiert, so Schilks Erwartung, wird die zusätzliche generelle Sperre (zwei Monate) für Martina Kattner.
Fatale (mutmaßliche) Auswirkung für den VfL: Auch die Zähler aus den gewonnenen Punktspielen in Marne und Oldenburg werden aberkannt. Das hieße: Die Oldesloerinnen rangieren statt mit 4:4 Punkten im Mittelfeld ohne Pluspunkt am Tabellenende. Damit müßte das Team seine Saison-Zielsetzung völlig neu definieren.
Neue Vorgabe ist nun, aus dem Keller herauszukommen, statt in der Spitzengruppe mitzumischen. Kein leichtes Unterfangen, denn „wir können uns wegen der Streichung einer Trainingseinheit nicht bundesligagerecht vorbereiten“ (Schilk). Diesbezüglich vermißt er Rückendeckung und Unterstützung vom Gesamtverein.
Aufgeben aber wollen er und seine Schützlinge noch lange nicht: Gegen Germania List will die Mannschaft mit einem deutlichen Sieg endlich ihre Pechsträhne beenden. …
STORMARNER TAGEBLATT vom 27.10.1995
Sonnabend, 28. Oktober 1995
VfL Oldesloe – SC Germania List 20:19 (9:7)
Bis zur letzten Minute gebangt
Mühevoller 20:19-Sieg der VfL-Damen gegen List / Punktabzug ist jetzt amtlich
(mth). Die Aufholjagd für die Handball-Damen des VfL Oldesloe hat begonnen. Mit einem schwer erkämpften 20:19-Erfolg gegen den SC Germania List holte sich das Team von Trainer/Manager Claus Schilk die ersten regulären Punkte in der neuen Saison. Mit nunmehr 2:8 Punkten, der angedrohte Punktabzug wegen des Einsatzes von Martina Kattner ist inzwischen DHB-amtlich, aber bleiben die Oldesloerinnen vorerst auf dem letzten Platz. Eine ungewohnte Situation für den VfL, die sich in der Zuschauerresonanz wiederspiegelt: Nur 200 Besucher kamen in die Stormarnhalle, „dabei haben wir jetzt massive Unterstützung mehr denn je nötig“, appelliert Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari an die ehedem so treuen Fans.
20 Minuten lang sahen die, die trotz der Misere gekommen waren, einen hochkonzentrierten VfL. Die Abwehr vor der ausgezeichneten Silke Schwöbken stand sicher und auch nach vorn lief das Spiel streckenweise wie am Schnürchen.
Da war kaum zu erkennen, daß mit der schulterverletzten Marion Werner eine der Leistungsträgerinnen in der Stammbesetzung fehlte. Die gute Leistung des VfL schlug sich auch im Ergebnis nieder. 8:3 führte er vor allem Dank der Wurfkraft von Jeanette Rochelmeyer. Die hatte bis dahin schon fünfmal getroffen und war am Ende mit 7/1 Toren auch erfolgreichste Werferin im Team.
„Dann aber haben wir uns aus dem Konzept bringen lassen und sind in Panik verfallen, ohne daß ich dafür einen plausiblen Grund wüßte“, versuchte Claus Schilk das Geschehen danach zu erklären. Die Oldesloerinnen, allen voran Birthe Wede, Birgit Walter und vor dem Wechsel auch Zsuzsa Nyari, vergaben plötzlich Chancen ohne Ende und auch die Abwehrarbeit funktionierte nur noch streckenweise.
Folge: Bis zur Pause kam List auf 7:9 heran. Hektisch und zerfahren verlief dann die gesamte zweite Halbzeit. Auch mehrfache Führungen mit drei und vier Toren Vorsprung reichten nicht, um dem VfL-Spiel Sicherheit zu geben. So mußte um den Erfolg bis zur letzten Minute gebangt werden.
Tore steuerten dazu neben Jeanette Rochelmeyer noch Zsuzsa Nyari (4/2), Birgit Walter, Eike Lange, Ivonne
Grimm, Lisa Lüken (je 2) und Birthe Wede bei. Im Tor vertrat Annette Schümann ab der 40. Minute die nachlassende Silke Schwöbken und rettete mit drei/vier großartigen Reaktionen den Sieg.
Am Montag um 20 Uhr bestreitet die VfL-Mannschaft in der Sportschule Sachsenwald (Wohltorf) ein Testspiel gegen die deutsche Juniorinnen-Nationalmannschaft, die am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Oldesloer Stormarnhalle in einem Freundschafts-Länderspiel auf die Vertretung Dänemarks trifft.
STORMARNER TAGEBLATT vom 30.10.1995
Montag, 30. Oktober 1995
VfL Oldesloe – Nationalmannschaft wJ 22:25 (13:15)
Kein Debakel der VfL-Frauen
22:25 der Handballerinnen gegen Juniorinnen-Nationalteam
(cr). „Solange wir kräftemäßig auf der Höhe waren, haben wir gut mitgehalten“, war Handball-Trainer Claus Schilk mit der Leistung der Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe zufrieden. Nur zwei Tage nach dem Punktspiel gegen SC Germania List/Hannover unterlagen die Stormarnerinnen in der Sportschule Sachsenwald in Wohltorf in einem Testspiel der deutschen Juniorinnen-Auswahl mit 22:25 (13:15).
Vor allem in der ersten Halbzeit boten die Oldesloerinnen mit nur acht Feldspielerinnen sehenswerte Spielzüge. „Wir waren ohne den Druck, unbedingt gewinnen zu müssen. Und das hat dazu geführt, daß wir wirklich schöne Tore herausarbeiten konnten.“
Die Folge: In der ersten Halbzeit brachte Lisa Lüken ihr Team mit 1:0 in Führung und leitete damit eine Serie ein. Bis zur 20. Minute lagen die Stormarnerinnen gegen das Juniorinnen-Nationalteam jeweils mit zwei bis drei Toren vorn. Doch dann erlitt Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari einen Hexenschuß und konnte nicht mehr spielen. „Das war der Knackpunkt im Spiel und die Juniorinnen übernahmen die Führung.“
Nach dem Seitenwechsel machten sich schließlich die Anstrengungen der vergangenen Partien bemerkbar. „Wir hatten konditionelle Probleme ein und konnten nicht mehr richtig mithalten.“ Trotzdem ließen sich die VfL-Frauen nicht überrennen und unterlagen mit nur drei Toren Rückstand.
Die meisten Treffer steuerten Ivonne Grimm (5) und Birgit Walter (4) zum VfL-Ergebnis bei. Die weiteren Tore erzielten Eike Lange, Zsuzsa Nyari, Annette Gerken (je 3), Birthe Wede (2), Lisa Lüken und Katrin Behnke.
STORMARNER TAGEBLATT vom 1.11.1995
Freitag, 3. November 1995
Bereits drittes Heimspiel hintereinander
VfL-Handballerinnen bangen um Einsatz von Zsuzsa Nyari und Marion Werner
(mth). Am Sonnabend bestreiten die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe ihr drittes Heimspiel in Folge. Gegner ist um 19.30 Uhr in der Stormarnhalle mit dem TSV Bremen-Hastedt nach Süd Braunschweig und dem VfL Oldenburg erneut einer der Meisterschaftsanwärter.
Das Team des temperamentvollen Trainers Jörg Franke, seit Jahren in der Zweitliga-Spitze, mit dem sich der VfL in der Vergangenheit manchen heißen Tanz geliefert hat, hat für diese Saison mächtig „aufgerüstet“. Der Stamm der letzten Saison ist geblieben, die lange verletzte Rückraum-Werferin Regina Tesch ist wieder fit und mit Kirsten Johnsen vom SV Woltmershauen und Rückkehrerin Susanne Wöltje vom Bundesligisten SV Buxtehude sind zwei Spielerinnen dazu gekommen, die in der zweiten Liga zur Spitzenklasse zählen.
Allerdings: Ganz einheitlich ist das Bild, das die Bremer Mannschaft in dieser Saison abgibt, noch nicht. Highlights wie dem 28:20-Sieg im Pokal gegen den VfL Oldenburg stehen Ausrutscher wie das 20:20 in heimischer Halle gegen Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt gegenüber.
Für den VfL aber kein Grund, den Gegner zu unterschätzen. Dafür gibt es nach dem Absturz ans Tabellenende durch den Abzug von vier Pluspunkten ohnehin keinen Grund mehr. Jetzt ist die Mannschaft doppelt gefordert, um schnell aus dem Keller wieder herauszukommen.
Ein Anfang wurde mit dem Sieg gegen SC Germania List dafür gemacht. Aber die Leistung der Mannschaft war dabei alles andere als berauschend. Die Nerven liegen bei den meisten Spielerinnen blank. Umso mehr hoffen sie darauf, daß jetzt das Oldesloer Publikum voll hinter ihnen steht.
„Darauf sind wir mehr denn je angewiesen“, unterstreicht Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari. Ob sie morgen mitspielen kann, ist ungewiß. Ein Hexenschuß hat ihr in der Woche heftig zugesetzt und ihre Einsatzchancen sind allenfalls 50/50. Offen ist auch, ob Marion Werner ihre Schulterverletzung auskuriert hat. Fehlen beide Flügelspielerinnen, ist der VfL in eigener Halle sicher nur krasser Außenseiter.
STORMARNER TAGEBLATT vom 3.11.1995
Sonnabend, 4. November 1995
VfL Oldesloe – Hastedter TSV 22:22 (9:9)
Schiedsrichter verpfiffen den VfL
22:22 gegen den TSV Hastedt
Oldesloerinnen gaben die rote Laterne wieder ab
(mth). Der VfL Oldesloe hat in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen die rote Laterne, in deren Besitz er durch die Aberkennung der Punkte seiner ersten beiden Siege (in Marne und Oldenburg/Holstein) unverhofft geraten war, wieder abgeben können. Nach einer hochdramatischen Begegnung trennten sich die Stormamerinnen von TSV Bremen-Hastedt mit einem 22:22 (9:9)-Unentschieden. Über weite Strecken hatte der VfL, der auf seine verletzte Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari verzichten mußte, die Ungarin coachte das Team temperamentvoll von der Bank, in der Begegnung vor kaum mehr als 200 Zuschauern die Nase vorn. Am Ende aber hätten die Oldesloerinnen auch mit leeren Händen dastehen können.
Trainer/Manager Claus Schilk wußte denn, ob er das Remis am Ende als Punktverlust oder Punktgewinn einordnen sollte. „Gemessen an der Leistung von den ersten 50 Minuten ist das Resultat für uns sicher eine leichte Enttäuschung. Aber wenn man gesehen hat, wie uns die Schiedsrichter in den letzten zehn Minuten benachteiligt haben, dann können wir wohl von Glück sagen, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben“, zog er eine gemischte Bilanz.
In der Tat: Das Gespann Hauke/Jansen aus Moormerland/Holtland, das 50 Minuten lang unauffällig, aber berechenbar und konsequent gepfiffen hatte, urteilte plötzlich mit zweierlei Maß. Folge: Der VfL spielte in den letzten zehn Minuten überwiegend in Unterzahl, weil die Unparteiischen Oldesloer Spielerinnen regelmäßig mit Zwei-Minuten-Strafen bedachte, während sie es auf der anderen Seite in vergleichbaren Situationen bei Ermahnungen beließen.
Besonders abgesehen hatten sie es dabei auf Marion Werner und Eike Lange. Insbesondere die beiden letzten Strafen gegen Marion Werner waren nicht vertretbar. Überhaupt entsprach ein Zeitstrafen-Verhältnis von 5:1 zuungunsten der Stormarnerinnen nicht dem Geschehen auf dem Feld. Beide Teams standen sich in Einsatz und Härte nicht nach.
Bedenklich beim VfL war allerdings, daß die Mannschaft in beiden Halbzeiten nach 20 guten Minuten offensichtlich konditionell einbrach und Drei-Tore-Führungen verspielte.
Insgesamt aber überwogen die positiven Ansätze. Überragende Spielerin war Torhüterin Anette Schümann. Erstmalig von Beginn an für die indisponierte Silke Schwöbken (Migräne) eingesetzt, zeigte sie ganze Serien großartiger Paraden.
In prächtiger Form waren auch Ivonne Grimm (3 Tore), Eike Lange (5/2) und Jeanette Rochelmeyer, die mit sieben Toren einmal mehr erfolgreichste Werferin im Team war. Auch Lisa Lüken (2) und Katrin Behnke enttäuschten nicht. Marion Werner (3) könnte effektiver sein, wenn sie sich weniger in Kleinkriege hineinziehen ließe. Birthe Wede (2) fehlt es oft an Selbstvertrauen und Birgit Walter muß mit ihren Würfen variabler werden, um erfolgreich zu sein.
STORMARNER TAGEBLATT vom 6.11.1995
Freitag, 10. November 1995
VfL-Damen wollen ins Mittelfeld vordringen
(mth). Die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe, die am vergangenen Wochenende die rote Laterne abgeben konnten und zwei Plätze in der Tabelle gutmachten, wollen nun wieder Anschluß an das Mittelfeld finden. Dazu soll ein Sieg beim SV Neubrandenburg die Grundlage bilden.
Die Mecklenburgerinnen zählen in dieser Saison zu den Abstiegskandidaten und nehmen inzwischen mit 2:10 Punkten auch den letzten Tabellenplatz ein. Das Team, das in den vergangenen Jahren stets Mittelplätze einnahm hat nach der vergangenen Saison mehrere Spielerinnen abgeben müssen und konnte sich nur aus dem eigenen Nachwuchs ergänzen. Da gebricht es der Mannschaft natürlich an Routine.
Das will der VfL nutzen. Der hofft, seine Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari nach ihrem Hexenschuß wieder einsetzen zu können. Das Team können nach Neubrandenburg wieder Schlachtenbummler begleiten. Der Mannschaftsbus fährt um 11 Uhr an der Stormarnhalle ab. Das Spiel in der Sporthalle der Fachhochschule soll um 16 Uhr angepfiffen werden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 10.11.1995
Sonnabend, 11. November 1995
SV Neubrandenburg – VfL Oldesloe 15:26 (9:10)
VfL-Damen rollen das Feld von hinten auf
Auch ohne Trainer Claus Schllk glatter 26:15-Sieg beim SV Neubrandenburg
(mth). Mit der Damen-Handball-Mannschaft des VfL Oldesloe geht es in der zweiten Bundesliga wieder bergauf. Den Frust über den Abzug von vier Punkten und das Aus im Pokalwettbewerb am grünen Tisch hat das Team endgültig abgeschüttelt und schickt sich an, das Feld von hinten aufzurollen. Beim SV Neubrandenburg knüpften die Stormarnerinnen an ihre gute Leistung aus dem Spiel gegen den Hastedter TSV an und landeten einen glatten 26:15 (10:9)-Erfolg.
Mit ihm konnten sie sich vom zwölften auf dem elften Tabellenplatz verbessern, und mit nun 5:9 Punkten haben sie wieder Anschluß an das Mittelfeld gefunden.
In Neubrandenburg mußten die Oldesloerinnen erneut auf ihre Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari verzichten, die ihren Hexenschuß noch immer nicht ganz überwunden hat. Allerdings nur auf dem Feld. Wie bereits im Heimspiel gegen Hastedt übernahm die temperamentvolle Ungarin das Coaching der Mannschaft auf der Bank.
Trainer Claus Schilk darf dort wegen einer Verbandssperre ein Jahr nicht Platz nehmen. Da er in Neubrandenburg kaum Gelegenheit gehabt hätte, wenigstens indirekt auf das Geschehen Einfluß zu nehmen, dort sind Mannschaftsbänke und Zuschauerraum vollkommen isoliert, hatte er ganz auf die Reise verzichtet, und sich häuslichen Pflichten (Umbau seines neuen Domizils) gewidmet.
Das Vertrauen, das er in seine Mannschaftsführerin gesetzt hatte, wurde nicht enttäuscht. Das Team spielte wie aus einem Guß und landete einen klaren Sieg. Nur eine Halbzeit konnten die Neubrandenburgerinnen dagegen halten. Wenn der VfL dennoch knapp führte, lag das an einer überragenden Leistung von Jeanette Rochelmeyer, die sechs ihrer neun Tore vor der Pause erzielte. Sie ließ auch nach dem Wechsel nicht nach, aber nun waren auch ihre Mannschaftskolleginnen ebenbürtig. Die Folge: Zusammen schossen sie die Mecklenburgerinnen nach allen Regeln der Kunst ab.
Die weiteren Treffer teilten sich Marion Werner (5), Birthe Wede (3), Ivonne Grimm, Eike Lange, Katrin Behnke, Birgit Walter (je 2) und Annette Gerken (1) bei ihrem Debüt in der zweiten Liga. Zum Einsatz kamen außerdem noch Lisa Lüken und die Torhüterinnen Annette Schümann und Silke Schwöbken.
STORMARNER TAGEBLATT vom 13.11.1995
Sonnabend, 18. November 1995
Mit Zsuzsa Nyari auf Aufholjagd
VfL-Handball-Bundesliga-Damen heute in der Stormarnhalle gegen Wandsbek
(mth). Die Aufholjagd der Handball-Damen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord geht weiter. Heute um 19.30 Uhr in der Stormamhalle will das Team versuchen, mit einem Sieg gegen den MTV Wandsbek 72 weiter in der Tabelle nach oben zu klettern. Spielen auch die anderen Mannschaften entsprechend mit, könnten die Stormamerinnen weitere drei Plätze gutmachen.
Die Aussichten dafür stehen nicht schlecht: In den letzten beiden Spielen, gegen den TSV Hastedt und in Neubrandenburg, ist die Formkurve des Teams deutlich nach oben gegangen. Der Frust, der sich in der Mannschaft nach dem Punktabzug und dem Pokal-Aus am grünen Tisch breitgemacht hatte, scheint inzwischen überwunden zu sein.
Großen Anteil daran hat Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari. Wegen eines Hexenschusses hat sie in den beiden letzten Spielen selbst nicht mitwirken können, die Mannschaft aber von der Bank gelenkt und geführt. Und damit eine Lücke ausgefüllt, die seit Saisonbeginn spürbar ist.
Der Versuch von Trainer/Manager Claus Schilk, der durch eine Verbandssperre daran gehindert ist, sein Team von der Bank zu coachen, die Zügel während des Spiels von anderen Plätzen aus in der Hand zu behalten, ist mehr oder weniger gescheitert. „Das klappt nur, wenn das Spiel in ruhigen Bahnen verläuft. In hektischen und spielentscheidenden Situationen ist die Distanz einfach zu groß“, hat auch Schilk erkannt.
Die Ungarin wird ihn deshalb auch in Zukunft diesbezüglich zusammen mit Co-Trainer Jens Willhöft während der Spiele vertreten. Dabei könnte sie heute erstmalig in die Rolle als Quasi-Spielertrainerin schlüpfen, denn in dieser Woche hat sie erstmalig wieder voll mit der Mannschaft mittrainiert.
Dafür braucht sie natürlich Unterstützung von allen Seiten: Von ihren Mitspielerinnen, aber auch vom Oldesloer Publikum. Das hat sich in den letzten Wochen deutlich rarer gemacht, „dabei haben wir zur Zeit mehr als je zuvor Zuspruch und Anfeuerung von den Rängen nötig“, bittet Zsuzsa Nyari die Fans.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.11.1995
Sonnabend, 18. November 1995
VfL Oldesloe – MTV Wandsbek 72 24:19 (14:8)
VfL wieder in sicherem Fahrwasser
Klarer 24:19-Erfolg der Oldesloer Handball-Damen gegen MTV Wandsbek 72
(mth). Die Handballerinnen des VfL Oldesloe befinden sich wieder in sicheren Gefilden in der zweiten Bundesliga. Gegen Wandsbek 72 blieben sie mit einem 24:19 (14:8)-Sieg im vierten Spiel in Folge unbesiegt und verbesserten sich mit nun 7:9 Punkten ins Mittelfeld der Tabelle. Den Schock vom Punkteabzug hat das Team offensichtlich vollständig verwunden.
Der Sieg der Stormamerinnen stand eigentlich zu keinem Zeitpunkt in Frage. Nach dem 0:1 in der 3. Minute zog der VfL schnell auf 4:1 (8.) davon. Damit war das Spiel für den VfL in ruhigen Bahnen. Bis zum 12:5 (21.) wurde der Vorsprung kontinuierlich weiter ausgebaut. Dann folgte ein erster Einbruch. Wandsbek warf bis zum 12:8 (27.) drei Tore in Folge, aber bis zur Pause waren die Kräfteverhältnisse bei einem Zwischenstand von 14:8 wieder zurechtgerückt.
Der Vorsprung wuchs auch in der zweiten Halbzeit weiter an. Über 16:10 (35.) erreichte er in der 43. (19:10) und 44. (20: 11) Minute seinen höchsten Stand. Anschließend ließen es die Oldesloerinnen ruhiger angehen. Der Vorsprung schmolz aber zu keinem Zeitpunkt noch einmal bedrohlich zusammen. Wenn es Not getan hätte, hätte der VfL das Tempo jederzeit anziehen können und die Wandsbeker noch deutlicher in die Schranken verweisen können.
Die meisten Treffer zu dem ungefährdeten Erfolg steuerte einmal mehr Jeanette Rochelmeyer bei. Sie traf achtmal, wobei sie auch zwei Siebenmeter im Wandsbeker Tor unterbrachte. Das wurde im übrigen von der routinierten Dagmar Rindelaub gehütet. Die frühere VfLerin Gudrun Fandrey, die inzwischen beim MTV spielt, hatte in der Woche verletzungsbedingt zweimal nicht trainieren können und das führt beim Trainer-Guru Wolfgang Westphal unausweichlich zur Nicht-Berücksichtigung.
Die weiteren Treffer des VfL gingen auf das Konto von Zsuzsa Nyari (3, darunter ein herrlicher Rückhandwurf nach Tempo-Gegenstoß), Ivonne Grimm (3), Marion Werner (3), Eike Lange, Birthe Wede, Birgit Walter (je 2) und Katrin Behnke. Außerdem kamen Lisa Lüken und Annette Gerken zum Einsatz. Im Tor war Silke Schwöbken 50 Minuten hinter einer stabilen Deckung ein sicherer Rückhalt. Annette Schümann parierte in der 51. Minute einen Siebenmeter.
Auf der VfL-Bank teilten sich Zsuzsa Nyari, die erstmals nach ihrem Hexenschuß wieder mitspielen konnte, und Ulli Meyer das Coaching. Beide werden wohl auch in Zukunft die sportlichen Geschicke der Mannschaft in Training und Spiel in den Händen behalten. Claus Schilk, beim Spiel nicht in der Halle, will sich aus diesem Bereich künftig ganz raushalten.
Ob er das Management in Zukunft in vollem Umfang weiter abdeckt, ist offen. Er hat erklärt, das Team nicht fallen lassen zu wollen, ist aber andererseits verärgert über eine Abmahnung vom Vorstand des Gesamtvereins. Die beanstandet den in einem Programmheft erhobenen Vorwurf, bei der Beschaffung von weiteren Hallenzeiten für die Handballer nichts getan zu haben. Bei der Stellungnahme allerdings hatte Claus Schilk die volle Rückendeckung seiner Abteilungsleitung, wurde aber allein dafür abgestraft.
STORMARNER TAGEBLATT vom 20.11.1995
Donnerstag, 23. November 1995
Claus Schilk zieht Schlußstrich
Oldesloer Handball-Trainer erklärte den Vereinsaustritt aus dem VfL Oldesloe
(cr). Der Schlußstrich ist gezogen: Nach seinem Rückzug vom Traineramt der Oldesloer Zweitliga-Handhallerinnen hat Claus Schilk jetzt auch seine Vereinszugehörigkeit beim VfL Oldesloe aufgekündigt. „Ich habe privat zur Zeit so viel um die Ohren, da habe ich nicht auch noch die Kraft, mich stundenlang mit allen möglichen Leuten auseinanderzusetzen“, begründete er seinen Entschluß. In einem Schreiben teilte er dem Vereinsvorsitzenden Walter Busch jetzt mit, sein Engagement beim VfL einzustellen.
Ob er damit auch seinen Einsatz in der Oldesloer Sportmarketing GmbH (OSM), der Sponsorensuche und -betreuung aufgibt, ist noch unklar. „Darüber kann ich im Moment noch gar nichts sagen“, ist er bislang unentschlossen.
Tatsächlich scheint der Graben zwischen Schilk und dem Gesamtverein unüberwindbar groß. Im Programmheft hatte sich der Coach über die fehlende dritte Hallenzeit für das Training der Bundesliga-Mannschaft beklagt, machte den Vereinsvorstand für die schlechte Situation verantwortlich. „Das Problem war seit sechs Monaten bekannt, aber passiert ist nichts“, sagte Schilk.
Ganz anderer Meinung ist hingegen Walter Busch. „Wir geben ja zu, daß es im Moment schwierig ist, aber an die Öffentlichkeit zu treten und uns vorzuwerfen, daß wir uns nicht bemühen würden, ist einfach unfair. Ich habe ganz klar gesagt, daß ich weiter für eine Bundesliga-Mannschaft im VfL bin.“ In mehreren Sitzungen hätten sich Vorstand und VfL-Abteilungsleiter um eine Lösung bemüht, „das weiß auch Herr Schilk, der bei einer Sitzung sogar persönlich dabei war.“
Doch für Claus Schilk gilt nur das Ergebnis, und da hat sich in der Tat von offizieller Seite noch nichts ergeben. Allerdings haben sich die VfL-Handballer intern geeinigt, mit dem Resultat, daß das Bundesliga-Team eine zusätzliche Hallenzeit gemeinsam mit der vierten Damen-Vertretung nutzt.
Für den VfL-Vorsitzenden Walter Busch war der Artikel im Programmheft Grund genug, Claus Schilk schriftlich abzumahnen. „Dabei war meine Kritik moderat. Ich kann die Reaktion nicht verstehen, mit „geeigneten Schritten“ wollten sie mich mundtot machen“, ärgerte sich der ehemalige Coach über den Brief.
So ist für Schilk der Vereinsaustritt logische Konsequenz. „Ich möchte das Ansehen des Vereins nicht weiter belasten. Denn genau das hat mir Herr Busch in seinem Schreiben vorgeworfen.“ Allerdings hatte sich der Coach bereits in der Vorwoche entschlossen, wegen erheblicher privater Belastung (Umbau eines Hauses und anstehender Umzug) sein Traineramt auf unabsehbare Zeit ruhen zu lassen. Zusätzlich soll es jedoch nach dem Abzug von vier Punkten auch zwischen ihm und dem Team erhebliche Differenzen gegeben haben.
STORMARNER TAGEBLATT vom 23.11.1995
Sonnabend, 2. Dezember 1995
Ohne Zsuzsa Nyari gegen Rostock?
Mannschaftsführerin der VfL-Handball-Damen ist verletzt
(ben). Voraussichtlich ohne Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari werden die Handball-Damen des VfL Oldesloe ihr heutiges Zweitligaspiel beim HC Empor Rostock antreten müssen. Die 32jährige Ungarin leidet nach einem Hexenschuß weiter an starken Rückenschmerzen. Sie wird daher heute in Rostock die Geschicke der Mannschaft wahrscheinlich von der Bank aus leiten und dabei Ulli Meyer unterstützen.
Das Auswärtsspiel bei Empor wird zeigen, ob die Oldesloerinnen die Querelen der vergangenen Wochen und den Abgang von Trainer Claus Schilk bereits verkraftet haben. Konkrete Vorstellungen, wer bis zum Saisonende die sportliche Verantwortung übernimmt, gibt es im VfL Oldesloe noch nicht.
Vor den Mecklenburgern haben die Stormarnerinnen einigen Respekt, obwohl das Team nicht mehr zur Liga-Spitze zählt. Die 20:28-Niederlage aus der letzten Saison hat allerdings nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Besonders der rutschige Boden in der gegnerischen Halle machte den VfL-Damen damals schwer zu schaffen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 2.12.1995
Sonnabend, 2. Dezember 1995
HC Empor Rostock – VfL Oldesloe 30:22 (15:12)
VfL auf glattem Parkett ausgerutscht
Oldesloer Bundesliga-Handballerinnen verloren bei HC Empor Rostock 22:30
(mth). Die Sporthalle in Rostock-Marienehe, eine umgebaute Fischauktionshalle, ist für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe kein gutes Pflaster. Nicht zum ersten Mal rutschte das Team auf dem glatten Parkett aus und kassierte mit 22:30 (12:15) gegen den HC Empor Rostock erneut eine klare Niederlage.
Die Vorzeichen für die Stormarnerinnen standen bereits vor der Partie nicht günstig. Zsuzsa Nyari fiel erneut mit Rückenbeschwerden aus, und Ivonne Grimm stand nach einem Bänderiß, den sie sich im Training zugezogen hat, nicht zur Verfügung. Beide werden voraussichtlich auch in den letzten Spielen in diesem Jahr fehlen.
Dazu gab es Probleme auf der Torhüterposition: Annette Schümann war mit Rückenbeschwerden nur bedingt einsatzbereit und konnte so Silke Schwöbken kaum entlasten. Da machte es sich natürlich doppelt nachteilig bemerkbar, daß die Nummer Eins im Oldesloer Tor einen schlechten Tag erwischt hatte und außer zwei, drei guten Paraden kaum einen Wurf zu fassen bekam.
Besonders augenfällig war das zwischen der 12. und 22. Minute, als Rostock von 4:3 auf 13:6 davonzog. Der VfL aber gab sich damit nicht geschlagen. Bis zur Pause hatte er auf 12:15 verkürzt und drei Minuten nach dem Wechsel war beim 14:15 der Anschluß hergestellt.
Aber die Aufholjagd hatte Kraft gekostet. Bis zur 45. Minute hielten die Oldesloerinnen das Spiel noch halbwegs offen. Dann aber war der Widerstand des VfL, der sich viele technische Fehler leistete, gebrochen und Empor zog auf und davon. Das konnte auch Jeanette Rochelmeyer mit ihren zwölf (davon fünf Siebenmeter) Treffern nicht verhindern. Je drei Tore gingen auf das Konto von Marion Werner und Birgit Walter. Ebenso wie Eike Lange warf auch Birthe Wede an ihrem 25. Geburtstag zwei Tore. Lisa Lüken und Katrin Behnke fanden keine Bande zum Spiel und gingen ebenso leer aus wie die nur kurz eingesetzten Anneke Janßen und Annette Gerken.
STORMARNER TAGEBLATT vom 4.12.1995
Donnerstag, 7. Dezember 1995
Fällt am Sonnabend Bundesliga-Spiel aus?
Berliner VB bat VfL um Verlegung
(cr). „Fair-Play“ wird offenbar auch bei den Handball-Damen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga ganz großgeschrieben. Anfang der Woche erhielten die Stormarner Spielerinnen einen Anruf vom Berlin VB 49 mit der Bitte um Verlegung der für den kommenden Sonnabend in der Stormarnhalle angesetzten Zweitliga-Partie. Die halbe Mannschaft der Berlinerinnen sei erkrankt, hieß es als Begründung für die Anfrage des Tabellenführers.
Nach einer Mannschaftsbesprechung des Oldesloer Teams stand fest: Die Stormarnerinnen sind mit einer Verlegung der Begegnung einverstanden. Für den Nachholtermin steht die Stormarnhalle allerdings erst wieder am 30. März 1996 zur Verfügung. Noch ist die Spielverlegung aber nicht offiziell, denn zuvor muß der Deutsche Handballbund zustimmen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 7.12.1995
Sonnabend, 9. Dezember 1995
DHB bestätigt Spielverlegung
(mth). Das Spiel der zweiten Handball-Bundesliga zwischen dem VfL Oldesloe und Spitzenreiter VB Berlin ist endgültig für heute abgesagt worden. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat mittlerweile der Verlegung der Begegnung auf dem 30. März, auf die sich beide Teams auf Wunsch der Berliner geeinigt hatten, bestätigt.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.12.1995
Sonnabend, 9. Dezember 1995
QUERPASS
Fairplay geht vor
(Manfred Thomsen). Nackenschläge haben die Handballerinnen des VfL Oldesloe wahrlich genug einstecken müssen. Die sportlichen haben dabei Wirkung gezeigt. Der Ausschluß aus dem Pokalwettbewerb, in den sie mit zwei Auswärtserfolgen so erfolgreich gestartet waren, und der Abzug von vier Punkten in der zweiten Liga haben erkenntlich am Nervenkostüm der Spielerinnen gerüttelt.
Minderleistungen wie am vergangenen Wochenende in Rostock sind Ausdruck der Verunsicherung einer Mannschaft, die mit dem Anspruch zu den Spitzenteams der Klasse zu zählen, gestartet war und sich unversehens in den Abstiegskampf gedrängt sieht.
Querelen im eigenen Verein um unzureichende Trainingsmöglichkeiten haben auch nicht dazu beigetragen, das Selbstvertrauen der Spielerinnen nachhaltig zu stärken. Genau so wenig wie die Ungewißheit darüber, wie es mit Bundesliga-Handball in Bad Oldesloe denn weitergehen kann und soll.
Der Rückzug auf Raten von Claus Schilk aus seiner Doppelfunktion als Trainer und Manager hat zur Klärung der Situation nicht wesentlich beigetragen. Mit seinem Vereinsaustritt im Zorn hat der Macher der letzten Jahre vielmehr in der Abteilung Ratlosigkeit hinterlassen.
Das Traineramt ist zwar nicht verwaist, weil Mannschaftsführer Zsuzsa Nyari zusammen mit Betreuer Ulli Meyer und Co-Trainer Jens Willhöft bereit war, mehr Verantwortung auf ihre Schultern zu laden. Aber Schilk hat bislang nicht zu erkennen gegeben, ob er auch die Managertätigkeit aufgibt und, wenn denn das der Fall sein sollte, zu welchen Konditionen er die Fäden, die in der Vergangenheit alle bei ihm persönlich zusammenliefen, in andere Hände zu geben gedenkt.
Angesichts all dieser Irritationen verdient die Fairness, die sich die Mannschaft bewahrt hat, Hochachtung. Die Verlockung war sicher, sich für die genannten Nackenschlägen mit einem leichten Sieg gegen Spitzenreiter VB Berlin schadlos zu halten, als der Anfang der Woche in einer Notlage um die Verlegung des für heute vorgesehenen Spiels bat. Aber die Oldesloerinnen widerstanden der Verlockung und ließen sich ihre Auffassung von Fairplay nicht durch einen billigen Erfolg abkaufen.
STORMARNER TAGEBLATT vom 9.12.1995
Sonnabend, 16. Dezember 1995
Schlechte Erinnerung des VfL an Misburg
In der letzten Saison gelang kein Sieg
(mth). Zum letzten Spiel des Jahres treten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe am Sonntag um 15 Uhr bei der SG Misburg an. Mit einem Sieg wollen sich die Oldesloerinnen aus dem Abstiegsstrudel befreien, in den sie durch die Niederlage vor 14 Tagen in Rostock geraten waren.
Aber das wird für die Stormarnerinnen kein leichtes Unterfangen werden. An das Team aus Hanover haben sie von der vergangenen Saison denkbar schlechte Erinnerungen. Und das nicht nur, weil die Ergebnisse – 23:23 in Misburg, gar 20:22 in der heimischen Stormarnhalle – so gar nicht nach den Wünschen des VfL ausfielen.
Beide Spiele wurden dazu von folgenschweren Unfällen überschattet. Im Auswärtsspiel zog sich Vanessa Schack eine schwere Knieverletzung zu, durch die sich ihre Bundesliga-Karriere im VfL, kaum daß sie begonnen hatte, praktisch erledigte, und im Rückspiel erlitt Birthe Wede einen Nasenbeinbruch. Der ist mittlerweile lange verheilt, aber der VfL-Rückraumspielerin merkt man noch immer eine (verständliche) Zurückhaltung in Zweikämpfen an.
Das beeinträchtigt natürlich die Leistung des VfL-Teams, in dem sie mittlerweile auf der Position der wegen des anstehenden Examens pausierenden Spielmacherin Roswitha Bein spielt. Zur Zeit sogar allein, denn Ivonne Grimm, mit der sie sich sonst diese Rolle teilt, fällt wegen ihrer Knöchelverletzung weiterhin aus.
Ansonsten aber sind beim VfL alle Spielerinnen an Deck. Auch Zsuzsa Nyari hat erstmals nach ihrem Hexenschuß schmerzfrei trainieren können und wird – nicht durchgehend, weil sie noch konditionelle Rückstände hat, wiedermit von der Partie sein.
Über besondere Maßnahmen gegen Misburgs überragende Spielerin, die russische Nationalspielerin Lena Lebedeva, wollen sie und Ulli Meyer, mit dem sie sich wieder das Coaching auf der Bank teilt, kurzfristig entscheiden. Der Mannschaftsbus fährt am Sonntag um 10.15 Uhr von der Stormarnhalle ab. Fans, die mitreisen wollen, sollten sich dort rechtzeitig einfinden.
STORMARNER TAGEBLATT vom 16.12.1995
Sonntag, 18. Dezember 1995
SG Misburg – VfL Oldesloe 27:27 (15:14)
VfL verschenkte einen Punkt
27:25-Führung in Misburg in letzter Minute verspielt
(mth). 90 Sekunden vor Schluß sah die Zweitliga-Handball-Vertretung des VfL Oldesloe bei der SG Hannover-Misburg wie der sichere Sieger aus. Zum dritten Mal war er nach einer ausgeglichenen Begegnung mit zwei Toren in Führung gegangen. 27:25 lautete der Spielstand, der die Stormarnerinnen schon eine Woche vor dem Weihnachtsfest frohlocken ließ.
Aber sie hatten sich zu früh gefreut. Ihre Nerven hielten in der dramatischen Schlußphase nicht stand. In der 60. Minute konnte der Gastgeber zunächst auf 26:27 verkürzen, und nach einem Ballverlust der Oldesloerinnen gelang Ina Wildhagen Sekunden vor dem Abpfiff der von den einheimischen Fans stürmisch gefeierte Ausgleich.
Unter dem Strich entsprach die Punkteteilung durchaus dem Spielverlauf, aber natürlich empfanden die Stormarnerinnen nach dieser Ergebnis-Entwicklung das Remis nicht als einen Punktgewinn, sondern als herben Punktverlust.
Vor der Pause hatten die Misburgerinnen um die sechsfache Torschützin Lena Lebedeva leichte Vorteile gehabt, konnten sich aber nicht entscheidend absetzen. 15:14 stand es zum Seitenwechsel.
Der VfL drehte nach 40 Minuten den Spieß um, als er in Minutenfrist aus einem 18:20-Rückstand eine 22:20-Führungmachte. Die 27 Tore teilten sich Jeanette Rochelmeyer (7/2), Zsuzsa Nyari (6/1), Eike Lange (5), Marion Werner (3), Birthe Wede und Lisa Lüken.
STORMARNER TAGEBLATT vom 18.12.1995
Freitag, 29. Dezember 1995
Düstere Monate des VfL Oldesloe
Otto Sternberg: Wechselte zum Buxtehuder SV
Ulli Meyer und Zsuzsa Nyari: Die Trainer-Nachfolger
Claus Schilk: Manager und Trainer warf alles hin
Vor 450 begeisterten Zuschauern stimmte der Saisonausklang Anfang Mai die Handball-Frauen des VfL Oldesloe noch optimistisch, zumal Bundesliga-Aufsteiger TSG Wismar mit 25:24 bezwungen wurde. Der Optimismus wich schnell, als Trainer Otto Sternberg im Juni aus seinem Vertrag ausstieg und zum Buxtehuder SV wechselte. Danach erlebte der VfL Oldesloe die düstersten Monate während seiner fünfjährigen Zugehörigkeit zur zweiten Bundesliga: Spielmacherin Roswitha Bein konzentrierte sich fortan auf ihr Jura-Examen. „Macher“ Claus Schilk fand als Trainer und Manager in Doppelfunktion nicht mehr genügend Konzentration: Weil er Neuzugang Martina Kattner unberechtigterweise einsetzte, flog der VfL aus dem DHB-Pokal. Zudem wurde die Anfangserfolge gegen Marne und Oldenburg annulliert und als Niederlagen gewertet – erstmals standen die Stormarnerinnen auf einem Abstiegsplatz.
Der überlastete Schilk organisierte im November noch höchst erfolgreich das erste Handball-Länderspiel in der Stormarnhalie: Als der Vorstand danach Kritik an ihm übte - warf er entnervt das Handtuch, trat sogar aus dem Verein aus. Mit wechselndem Erfolg übernahmen Zsuzsa Nyari, Ulli Meyer und Torwarttrainer Jens Willhöft die sportliche Regie. Wer aber 1996 mit profunden Kenntnissen Sponsoren und Spielerinnen anwerben soll, ist bislang offen.
AHRENSBURGER ZEITUNG vom 29.12.1995


