Berichte im 1. Halbjahr der Saison 1994-95 - 2. Bundesliga Nord der Frauen

Frauen-Handball im VfL Oldesloe 

Spielzeit 1994/95 – Zweite Bundesliga 

Sonntag, 31. Juli 1994

Der VfL setzt auf die Jugend

Werner Heuer – Zwölf Tore fehlten den Handball-Frauen des VfL Oldesloe am Ende der vergangenen Saison zur Meisterschaft in der zweiten Bundesliga Nord und damit zum Aufstieg in die erste Liga. Der Sprung ins Oberhaus des deutschen Frauen-Handballs wurde beim VfL Oldesloe als Wunschziel für die neue Saison (vorerst?) zurückgestellt.

Nach den Abgängen von drei Leistungsträgerinnen (Babette Bischof, Eike Lange, Petra Küsel) sowie der Verpflichtung von Trainer Otto Sternberg und vier jungen Spielerinnen steht der Stormarner Klub in der kommenden Saison vor einem Neubeginn.

Bei Null braucht Sternberg, derzeit noch Co-Trainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, in Bad Oldesloe aber keineswegs anfangen: Das Gros der Mannschaft bleibt zusammen. Junge, gleichwohl erfahrene Spielerinnen wie Roswitha Bein (22 Jahre), Marion Werner (21) und Ivonne Grimm (20) sowie die ehemalige ungarische Nationalspielerin Zsuzsa Nyari (32) bilden das Gerüst der neuen Formation. Bein, Werner und Grimm kennen ihren neuen Vereinstrainer Sternberg noch aus gemeinsamen Zeiten in der Juniorinnen-Nationalmannschaft.

Zudem wurde im Rückraum mit der Regionalliga-Torjägerin Birthe Wede (23) vom TSV Ellerbek ein starker Ersatz für Babette Bischof (wechselte zur HT 16) verpflichtet. „Vom Potential her werden wir wohl in der Spitzengruppe mithalten können“, schätzt Otto Sternberg die Chancen für die kommende Spielzeit ein, „aber die Meisterschaft anzupeilen, wäre vermessen.“ Seine Ablehnung der Favoritenrolle scheint keineswegs nur Tiefstapelei: Zum einen ist die zweite Bundesliga durch das Zusammenschrumpfen von drei auf zwei Staffeln (Nord und Süd) erheblich stärker geworden. Künftig kämpfen 14 Mannschaften um Titel und Klassenerhalt.

Zum anderen gemahnt ein Blick auf den weiteren, sehr jungen VfL-Kader zu vorsichtigen Prognosen: Mit Ivonn Bosza (19), Vanessa Schack (20), Katrin Behnke (19), Maren Königsberg (19) Nicole Goldbaum (18) und Lisa Lüken (18) warten sechs norddeutsche Talente auf ihre Bewährungsproben in der zweiten Bundesliga. Außer Ivonn Bosza verfügt kaum eine Spielerin über Erfahrungen in dieser Spielklasse. Gefordert sind nach dem Weggang von Petra Küsel auch die Torhüterinnen Alexandra Hoffmann und Silke Schwöbken. Petra Küsel, zuletzt die unbestrittene Nummer eins zwischen den VfL-Pfosten, mochte einem Zwei-Jahres-Vertrag zu reduzierten Konditionen nicht zustimmen.

Der VfL Oldesloe setzt also in Zukunft – nicht zuletzt aus finanziellen Gründen – auf die Jugend. Denn bundesliga-erfahrene Spielerinnen sind teuer. „Die Sponsorensuche verläuft zur Zeit sehr schleppend. Viele Unternehmen zeigen arge Zurückhaltung“, klagt VfL-Manager Claus Schilk, der als langjähriger Trainer im Winter nach diversen Querelen das Handtuch geworfen hatte.

In der Rückschau betrachtet Schilk, der künftig die Regionalliga-Männer des TSV Ellerbek trainiert, den Hauskrach beim VfL Oldesloe als „reinigendes Gewitter“. Als Manager im Auftrag der Oldesloer Sport-Marketing (OSM) zeichnet er verantwortlich für die Neuverpflichtungen. Schilk, der den VfL Oldesloe von der Oberliga in die zweite Bundesliga geführt hatte, will „seinen“ Handball-Frauen als Manager auch künftig erhalten bleiben. „Alle Differenzen sind ausgeräumt und Schnee von gestern“, sagte er.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 31.7.1994

 

Dienstag, 2. August 1994

Krupic trimmt die VfL-Damen

(mth). Claus Schilk, Manager der Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe ist auf der Suche nach einem Konditionstrainer für die neue Saison im eigenen Verein fündig geworden. Denis Krupic, Sprinter und Trainer in der Leichtathletikabteilung, wird ab Trainingsbeginn (15. August) zusammen mit Trainer Otto Sternberg, der wegen der Damen-EM nicht immer dabei ist, Zsuzsa Nyari und Co. für die kommende Saison in der zweiten Bundesliga fit trimmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.8.1994

 

Mittwoch, 3. August 1994

DHB-Pokal: VfL in Buchholz

(mth). Bis zum Punktspielauftakt der zweiten Handball-Bundesliga der Damen gehen noch knapp zwei Monate ins Land. Deshalb nimmt der VfL Oldesloe seinen Trainingsbetrieb auch erst am 15. August wieder auf. Vier Wochen später wird es dann zum ersten Mal ernst für das Team. Am 10./11. September steht die erste Pokalrunde auf DHB-Ebene ins Haus. Dafür wurden jetzt die Paarungen ausgelost.

Die Oldesloerinnen, in den letzten Jahren nicht vom Losglück verfolgt, trafen es sportlich und finanziell gut. Mit dem TSV Buchholz 09/Nordheide tritt das Team von Trainer Otto Sternberg auf einen schlagbaren Gegner (das Team spielt in der Oberliga Hamburg) und auch eine weite und kostspielige Anreise bleibt dem VfL erspart.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.8.1994

 

Freitag, 12. August 1994

Wechsel von Bundesliga-Spielerin geplatzt

Magdeburgerin Michaela Flacke-Senejev wird VfL Oldesloe nicht verstärken

(cr). Kein weiterer Zuwachs aus dem Oberhaus für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe. Noch im Juli war Claus Schilk, Manager des Stormarner Zweitligisten, zuversichtlich, die ehemalige Junioren-Nationalspielerin Michaela Flacke-Senejev vom SC Magdeburg verpflichten zu können. Das hat sich nun jedoch zerschlagen.

Die Rückraumspielerin hatte bereits in Sachsen-Anhalt für die kommende Saison unterschrieben, bevor sie sich zu einem Wechsel an die Travestadt entschloß. Der VfL hätte bei einer Verpflichtung die Spielerin aus dem bestehenden Vertrag herauskaufen müssen. Der Nachteil: Bei einem solchen Transfer erhöht sich die Ablösesumme erheblich. Das konnte und wollte der VfL Oldesloe nicht aufbringen und verzichtete schweren Herzens auf die Magdeburger Spielerin.

Auch für die 23jährige ist es eine unglückliche Situation. Erst vor wenigen Wochen war sie mit ihrem Mann, Vasile Senejev, nach Hamburg gezogen. Während der rumänische Nationalspieler in der Hansestadt unterschrieb, wollte sie in Stormarn aktiv werden. Das wird die Rückraumspielerin allerdings trotzdem. Nur für die Punktspiele pendelt sie aus Norddeutschland nach Magdeburg, unter der Woche will sie regelmäßig zusammen mit den VfL-Damen trainieren.

Derweil gehen die Ferien für den Zweitligisten zuende. Am Montag steht das erste Training unter Otto Sternberg auf dem Programm.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.8.1994

 

Sonnabend, 20. August 1994

Leichtathlet ist neuer Co-Trainer

Denis Krupic bereitet die VfL-Handball-Frauen auf die Bundesliga-Saison vor

(cr). Wenn Denis Krupic nach der Arbeit nach Hause kommt, geht es für ihn meist gleich weiter: Zum Sport. Doch war es für den Krankenpfleger bisher vor allem das Training in der Leichtathletik, hat sich sein Spektrum nun erweitert: Mit dem Trainingsauftakt der Handball-Frauen des VfL Oldesloe am vergangenen Montag, ist der 27jährige als Co-Trainer von Chef-Coach Otto Sternberg für die Kondition der Bundesliga-Spielerinnen verantwortlich. Bis zum Saisonstart in sechs Wochen liegt die Vorbereitung des Teams vorwiegend in der Hand des gebürtigen Bosniers. Allerdings ist der Trainingsplan detailliert mit Sternberg abgestimmt.

Genaue Trainings-Programme und Taktik, das sind für den 27jährigen Denis Krupic mittlerweile alltägliche Dinge. Bereits seit zwei Jahren trainiert der gebürtige Bosnier die Leichtathleten des VfL Oldesloe, hat bei allen seinen Schützlingen eine deutliche Steigerung in den Leistungen bewirkt. Jetzt hat er eine neue Aufgabe hinzu bekommen: Seit Anfang der Woche ist er als Co-Trainer von Otto Sternberg für die Saison-Vorbereitung der Oldesloer Handball-Frauen verantwortlich.

Dreimal in der Woche arbeitet er mit den Bundesliga-Spielerinnen, versucht vor allem ihre Kondition und Schnellkraft zu verbessern. „Wir kannten ihn schon aus der vergangenen Saison“, erzählt Spielerin Ivonne Grimm, „und er macht seine Sache sehr gut.“

Vor allem auf dem Gebiet Schnellkraft ist Denis Krupic ein Profi. Über 100 Meter stellte er vor sechs Jahren eine Bestzeit von 10, 72 Sekunden auf, sein persönlicher Rekord im Weitsprung liegt bei 7 ,52 Metern. Vor drei Jahren brach er sein Studium in Bosnien ab und kam nach Deutschland. Ein Jahr Pause vom Sport legte der Krankenpfleger ein, ehe er wieder mit dem Training begann. Mit Erfolg: Bei den Landesmeisterschaften wurde er im vergangenen Jahr auf Anhieb Zweiter im Weitsprung, lief vor fünf Wochen die 100 Meter wieder in beachtlichen 11,3 Sekunden.

Doch auch vom Handball versteht der Athlet etwas: In seiner Heimat spielte er im Verein. Als Co-Trainer von Otto Sternberg kann er nun sein Wissen aus beiden Sportarten ideal verbinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.8.1994

 

Sonntag, 21. August 1994

Test für VfL-Damen

Oldesloerinnen bei Handball-Turnier

(cr). Einen ersten anstrengenden Vorbereitungs-Auftakt in die zweite Bundesliga haben die Handball-Frauen des VfL Oldesloe hinter sich. Nach dem Trainingsbeginn in der vergangenen Woche nahmen die Bundesliga-Frauen an einem Handball-Turnier in Ost-Moosheim bei Kassel teil. Wichtiger als ein Erfolgserlebnis war hier jedoch die Spielpraxis. Mit drei Spielen an nur einem Wettkampftag wurde von den Oldesloerinnen Höchstleistungen gefordert.

Die erste wichtige Partie gegen Liga-Konkurrenten Wandsbek 74 gewannen die VfL-Damen, die beiden weiteren Spiele endeten für sie mit einer Niederlage. Allerdings ist dies nicht weiter verwunderlich, denn von den mitgereisten neun Spielerinnen verletzten sich mit Birte Weding (Zerrung), Ivonne Grimm (Fuß) und Roswitha Bein (Schulter) gleich drei Spielerinnen im Kader.

„Das war ein Mörder-Wochenende für die Frauen“, sagte Manager Claus Schilk, „am Ende mußte sogar Keeperin Alex Hoffmann als Feldspielerin herhalten.“

Am kommenden Sonnabend steht der nächste Einsatz bevor. Ab 10 Uhr spielt das VfL-Team bei einem Wohltätigkeitsturnier zur Aktion „Keine Macht den Drogen“ in Henstedt. Das Finale findet gegen 19 Uhr statt. Am Sonntag können die VfL-Frauen ausruhen, da ist Wettkampftag für vier Bezirks- und sechs Oberliga-Teams

Offizieller Saisonauftakt für die Oldesloer Handball-Damen ist am 2. September in der Stormarnhalle mit einem Testspiel gegen den Bramfelder SV. Höhepunkt des Abends ist das anschließende Spiel des VfL Bad Schwartau aus der ersten Bundesliga gegen den schwedischen Slawsten Trelleborg. Im Anschluß daran ist eine Handball-Party im Travestadion geplant.

STORMARNER TAGEBLATT vom 23.8.1994

 

Sonnabend, 27. August 1994

Vorbereitungsturnier in Henstedt-Ulzburg

(cr). Erfreuliche Wochenend-Bilanz für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe. Nach dem unglücklichen Abschneiden in Ost-Moosheim (bei Kassel) in der vergangenen Woche, gewann das Oldesloer Zweitliga-Team das Vorbereitungsturnier in Henstedt-Ulzburg. Lediglich gegen die Oberliga-Mannschaft von FT Neumünster kamen die VfL-Spielerinnen nicht über einen Vorsprung von einem Tor hinaus. In allen anderen Partien der Vorrunde – unter anderem gegen Zweitliga-Absteiger TuS Alstertal – gab es deutliche Siege.

Im Endspiel überzeugten die Oldesloer Handballerinnen mit 16:12 gegen einen möglichen Konkurrenten der zweiten Bundesliga, gegen Holstein Kiel. Allerdings wird deren Liga-Status nach Unstimmigkeiten erst in der kommenden Woche geklärt. …

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.8.1994

 

Dienstag, 30. August 1994

Ein Handball-Fest zum Saisonauftakt

Zwei Höhepunkte in der Stormarnhalle I Oldesloer Damen gegen Bramfelder SV

(cr). … Für die VfL-Frauen steht am Freitag die Saison-Eröffnung in der Stormarnhalle bevor: Um 18.30 Uhr treffen die Schützlinge von Trainer Otto Sternberg auf den Bramfelder SV. Hier gibt es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Im Team des Hamburger Oberligisten steht mit „Uli“ Rühter eine ehemalige VfL-Spielerin, auf der Trainerbank sitzt mit ihrem Ehemann Jens Rühter ein ehemaliger Co-Trainer des VfL Oldesloe:

Als sportlicher Höhepunkt wird um 20.15 Uhr das Männer-Team des Bundesligisten VfB Bad Schwartau gegen den schwedischen Erstliga-Vertreter Slawsten Trelleborg spielen. Anschließend soll im Travestadion mit allen Mannschaften gefeiert werden. Die Zuschauer sind herzlich dazu eingeladen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.8.1994

 

Freitag, 2. September 1994

Schilk hofft auf eine volle Halle

VfL Oldesloe und VfL Bad Schwartau in Bestbesetzung

(mth). Den Versuch, die Saisoneröffnung durch eine Doppelveranstaltung mit der Männer-Bundesliga-Mannschaft des VfL Schwartau besonders attraktiv zu machen, unternehmen die Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe in diesem Jahr zum zweiten Mal.

Im vergangenen Jahr war die Resonanz, als die Oldesloerinnen gegen eine Kreisauswahl und die Schwartauer gegen den Zweitligisten Dersau spielten, keineswegs überwältigend. Das mag auch daran gelegen haben, daß man seinerzeit nach Trittau ausgewichen war.

Heute beim zweiten Anlauf ist die „Heimat“ der VfL-Damen, die Stormarnhalle, Schauplatz der Veranstaltung. Das Team von Trainer Otto Sternberg, der sich damit dem heimischen Publikum vorstellt, trifft um 18.30 Uhr auf den Bramfelder SV (Oberliga Hamburg), anschließend spielen um 20.15 Uhr die Sehwartauer Herren gegen den schwedischen Erstliga-Club Slawsten Trelleborg.

„Das müßte ein Programm sein, das die Handball-Fans, die seit mehr als drei Monaten auf dem Trockenen sitzen, in Scharen anlockt“, gibt sich VfL-Manager Claus Schilk zuversichtlich. Die Oldesloer Damen-Mannschaft wird voraussichtlich in Bestbesetzung antreten können.

Auch die Schwartauer, deren Vorbereitungsspiele

nicht nach Wunsch liefen, haben ihr stärkstes Team angesagt. Nach dem Spiel der Herren wird im Travestadion mit den Fans der Saisonauftakt zünftig gefeiert.

STORMARNER TAGEBLATT vom 2.9.1994

 

Freitag, 2. September 1994

VfL Oldesloe – Bramfelder SV 30:18 (16:8)

VfL-Damen schon gut in Schuß

30:18-Sieg über Bramfeld zur offiziellen Saisoneröffnung in der Stormarnhalle

(mth). Eine Woche vor dem Pokalspiel beim Oberligisten TSV Buchholz/Nordheide und vier Wochen vor dem ersten Punktspiel in der zweiten Liga (am 1. Oktober bei MTV Wandsbek 72) ist die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe gut in Schuß. Trainer Otto Sternberg jedenfalls war mit Form und Auftreten seines Teams bei der offiziellen Saisoneröffnung angetan: „Meine Arbeit in Oldesloe läßt sich gut an. Die Spielerinnen haben im Training gut mitgezogen und mit ihrer augenblicklichen körperlichen Fitness bin ich sehr zufrieden.“ Spielerisch wird in den kommenden Wochen und Monaten – „die Saison wird schließlich nicht am ersten Spieltag entschieden“ (Sternberg) – aber natürlich noch einige Feinabstimmung nötig sein.

Das Ergebnis gegen den Hamburger Oberligisten SV Bramfeld war Trainer Otto Sternberg gleichgültig. Das Team um die frühere VfLerin Ulrike Rühter konnte dem VfL nicht das Wasser reichen. 30:18 (16:8) hieß es am Ende für die Oldesloerinnen, ohne daß die sich voll ausgegeben hatten. Schließlich fehlten mit Ivonne Grimm, Marion Werner (beide wurden wegen Verletzungen geschont), Katrin Behnke und Lisa Lüken (Lehrgang mit der Landesauswahl) gleich vier Athletinnen. So standen Sternberg nur sieben Feldspielerinnen zu Verfügung.

Von ihnen glänzte besonders Zsuzsa Nyari (7/1 Tore). So fit wie zur Zeit hat sich die Ungarin zu Saisonbeginn in Oldesloe selten gezeigt. Auch Roswitha Bein (7/3) überzeugte und Birthe Wede (5) machte deutlich, daß sie die Lücke, die Babette Bischof hinterließ, voll wird ausfüllen können.

Auch Ivonn Bosza (4) und Vanessa Schack (3) werden beim Kampf um die Stammplätze ein wichtiges Wort mitsprechen. Von den jungen Zugängen ist Maren Königsberg (3) schon ein erhebliches Stück weiter als Nicole Goldbaum. Im Tor wirkten Silke Schwöbken und Alexandra Hoffmann sicher, ohne daß sie dabei vor allzu schwer Aufgaben gestellt worden wären.

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.9.1994

 

Sonntag, 4. September 1994

Dezimierter Kader

VfL-Damen Fünfter in Bremerhaven

(mth). Zu einer Tortur wurde das Turnier um den Nordsee-Cup in Bremerhaven für die Handball-Damen des VfL Oldesloe. Schon am Vorabend bei der Saisoneröffnung gegen den SV Bramfeld hatte Trainer Otto Sternberg nur einen Minimal-Kader.

Aus dem fiel zusätzlich auch noch Vanessa Schack verletzt aus und Torhüterin Alexandra Hoffmann stand erst am zweiten Turniertag zur Verfügung. So mußte der VfL in seinen beiden Sonnabend-Spielen überwiegend in Unterzahl agieren, weil Maren Königsberg· völlig entkräftet war „und ich meine Spielerinnen nicht kaputtspielen will“ (Sternberg).

Trotzdem reichte es gegen den Zweitliga-Aufsteiger MTV Marne zu einem 23:16-Sieg. Gegen TV Herrentrup (ebenfalls zweite Liga) folgte dann aber eine 16:20-Niederlage. Die wirkte am Sonntagmorgen gegen das starke Team aus dem dänischen Fredrikshavn noch nach. Mit 14:20 gab es eine weitere Niederlage.

Im Spiel der Gruppendritten gegen TV Moringen (Regionalliga) hatte der VfL sich endlich erholt und sorgte mit einem 23:16-Sieg für einen versöhnlichen Abschluß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 6.9.1994

 

Freitag, 9. September 1994

Priorität für den Pokal

VfL heute gegen Schweizer Meister

(mth). Auch das zweite September-Wochenende ist für die Handball-Damen des VfL Oldesloe wieder gut „bestückt“. Ganz so dick wie vor Wochenfrist, als nach knüppelhartem Training die offizielle Saisoneröffnung gegen den Bramfelder SV und vier Turnierspiele (zweimal 25 Minuten) in Bremerhaven auf dem Zettel standen, kommt es für das Team von Trainer Otto Sternberg nicht.

Dafür wird es ernster für Zsuzsa Nyari und Co. Nach dem Freundschaftsspiel heute um 18.30 Uhr in der Stormarnhalle gegen den Schweizer Meister Otmar St. Gallen steigt am Sonntag das erste Pflichtspiel: Um 11.30 Uhr tritt das Team in der ersten Hauptrunde des DHB-Pokals bei TSV Buchholz (Oberliga Hamburg) an.

Das Spiel in der Nordheide genießt dabei Priorität. Wie vor Jahresfrist, als der VfL dem Zweitliga-Konkurrenten TSV Hastedt in eigener Halle unterlag, soll der lukrative Wettbewerb nicht gleich wieder nach dem ersten Spiel beendet sein.

Deshalb wird Sternberg, der in der Woche ebenso wie in den kommenden 14 Tagen mit der Nationalmannschaft auf Achse ist, wenn überhaupt frühestens in Buchholz auf zuletzt verletzte Spielerinnen (Marion Werner, Ivonne Grimm, Vanessa Schack, Maren Königsberg) zurückgreifen.

„Wichtig ist, daß die Spielerinnen zum Punktspielstart Anfang Oktober wieder gesund sind“, spielt er die Bedeutung beider Wochenendspiele herunter. Das Ergebnis gegen St. Gallen ist ihm dabei gleichgültig, in Buchholz dagegen erwartet er einen ungefährdeten Sieg seiner Schützlinge.

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.9.1994

 

Freitag, 9. September 1994

VfL Oldesloe – TSV Otmar St. Gallen 27:27 (13:15)

Remis gegen Schweizerinnen

VfL-Frauen spielten 27:27 gegen Schweizer Meister-Team

(cr). Auch Freundschaftsspiele haben ihre Tücken. Das mußten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe bei dem Testspiel gegen den Schweizer Meister TSV Otmar St. Gallen erfahren. Obwohl sie ein mühsames 27:27 (13:15) herauskämpften, hatten sie doch über weite Strecken erhebliche Schwierigkeiten.

Statt nur freundschaftlich gingen die Schweizer Frauen voll zur Sache, spielten ihre ganze Routine aus. Und über die verfügen sie, denn in ihren Reihen stehen immerhin sechs aktive Nationalspielerinnen der Alpen-Republik.

Dabei begannen die Oldesloerinnen mit einer starken Viertelstunde, lagen schnell mit 7:4 vorn. Doch dann kamen die Gäste auf, glichen in der 22.Minute zum 8:8 aus. Bis zum Pausenpfiff änderte sich der anfängliche Eindruck und die Schweizerinnen dominierten. Bis zum Wechsel arbeiteten sie sich eine 15:13-Führung heraus.

Verantwortlich für den Oldesloer Rückstand war unter anderem die katastrophale Siebenmeter-Ausbeute der Oldesloer Spielerinnen. Von sechs zugesprochenen Strafwürfen in der ersten Hälfte gelang es ihnen lediglich zwei zu verwandeln, alle anderen gingen daneben. Auch Routiniers wie Roswitha Bein und Zsuzsa Nyari fanden nicht zu gewohnter Sicherheit.

Die legte schließlich eine andere Spielerin an den Tag: Lisa Lüken. Der erst l 7jährige Zugang im VfL-Team zeigte eiserne Nerven und verwandelte sämtliche ihrer drei Siebenmeter. Am Ende war es auch dieses Talent, das in der Schlußsekunde zum respektablen 27:27 traf.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.9.1994

 

Sonntag, 11. September 1994

TSV Buchholz – VfL Oldesloe 17:25 (6:14)

(1. Runde DHB-Pokal)

„Uns nicht mit Ruhm bekleckert“

VfL-Handball-Frauen gewannen Pokalspiel in Buchholz / Coach unzufrieden

(cr). Die erste Hürde im Pokal des Deutschen Handballbundes (DHB) ist von der Frauen-Mannschaft des VfL Oldesloe genommen. Gegen den Hamburger Oberligisten TSV Buchholz 08 hatten die Stormarnerinnen über die gesamte Spielzeit keine Mühe und siegten verdient mit 25:17 (14:6). Allerdings konnten auch hier, drei Wochen vor Saisonbeginn, noch immer nicht alle Spielerinnen eingesetzt werden: Sowohl Ivonn Bosza als auch Vanessa Schack setzten wegen Verletzungen aus. Dafür war diesmal Trainer Otto Sternberg dabei: Für ein kurzes Gastspiel war der Coach mit der Nationalmannschaft aus Toulouse/Frankreich zurückgekehrt, beobachtete neben dem Oldesloer Spiel noch die Partie Wandsbek 72 gegen Bordesholm. Bereits Montag fährt er wieder los.

Das wichtigste ist ein Sieg, egal wie – lautete das Motto für die Oldesloer Handball-Frauen in der ersten Runde des DHB-Pokals. Gegen das Hamburger Oberliga-Team vom TSV Buchholz 08 erwartete das Stormarner Bundesliga-Team jedoch eine lösbare Aufgabe, denn auch vom Gegner wurden die Gäste als haushohe Favoriten eingeschätzt.

Und so begannen die Stormarnerinnen auch, lagen bereits nach wenigen Minuten mit 0:6 vorn. Dann jedoch schienen die Gastgeber ein wenig Kraft zu schöpfen, kamen bis auf 3:6 wieder heran. Doch vor allem die Siebenmeter erwiesen sich als schlagkräftige Waffe der routinierten Gäste aus Oldesloe: Zehn Treffer erzielten sie jeweils nach Strafwurfentscheiden.

Bis zur Halbzeitpause waren es allein sechs Siebenmeter, die Roswitha Bein verwandelte. Kein Wunder also, daß die Führung der Oldesloerinnen mit 14:6 sehr deutlich ausfiel. Auch in der zweiten Halbzeit dominierten die Gäste vor 65 Zuschauern, ließen die Hamburgerinnen keine Chance. Den Treffer zum 25:17 erzielte in der 56. Lisa Lüken mit einem Strafwurf.

Beste Werferin im VfL-Team war neben Roswitha Bein (8/6) Zsuzsa Nyari, die fünfmal traf. Drei Treffer erzielten jeweils Birthe Wede und Katrin Behnke, zweimal war Lisa Lüken und einmal Marion Werner erfolgreich.

Trotz des Erfolges war Trainer Otto Sternberg mit der Leistung seines Teams nicht ganz zufrieden. „Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert, drei Wochen vor Saisonbeginn müßte mehr drin sein“, sagte er nach der Partie. Vor allem im Abwehrverhalten seiner VfL-Spielerinnen sah der engagierte Coach noch Defizite.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.9.1994

 

NN September 1994

VfL Oldesloe – FSV Harburg 30:27 (13:15)

 

Sonnabend, 24. September 1994

Count-down geht nun zuende

Vorbereitung der VfL-Handball-Damen fast abgeschlossen

(mth). Langsam rückt der Punktspielauftakt für die Zweitliga-Damenmannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe näher. In einer Woche ist es so weit: Das Team um Zsuzsa Nyari tritt dann bei MTV Wandsbek 72 an. Spielbeginn ist in der Sporthalle an der Rüterstraße um 19.30 Uhr.

Auch die letzten Tests dafür bestreitet und bestritt der VfL gegen Teams aus der Hansestadt. Gegen den FSV Harburg war es sogar ein Test in doppeltem Sinn. Auf die Regionalliga-Vertretung treffen die Oldesloer auch in der zweiten Runde des DHB-Pokals. Das wird für den VfL am 26. Oktober um 20.15 Uhr in der Stormarnhalle kein leichter Gang werden. Ursprünglich hatte das Spiel in Harburg stattfinden sollen. Der VfL aber hat sich mittlerweile mit dem Gegner darauf geeinigt, die Partie in die Kreisstadt zu verlegen, da dort mit mehr Zuschauern zu rechnen ist.

Im Testspiel gegen den kommenden Pokal-Gegner mußten sich die Stormarnerinnen mächtig strecken, ehe sie mit 30:27 die Oberhand behielten. Bis zur Halbzeit führte der Gast aus Harburg sogar mit 15:13 und selbst in Bestbesetzung über fast die gesamte zweite Spielhälfte – vorher hatte der Zweitligist viel experimentiert – hatte der VfL in der zweiten Halbzeit einige Mühe, ehe er den Spieß umgedreht hatte.

Erfolgreichste Torwerferinnen bei den Oldesloerinnen waren Birthe Wede mit acht und die groß auftrumpfende Marion Werner mit sieben Treffern. Betreut wurde das VfL-Team erneut von Manager Claus Schilk.

Trainer Otto Sternberg kehrt am Mittwoch nächster Woche zur Mannschaft zurück. Zur Zeit ist er ein letztes Mal Co-Trainer der Damen-Nationalmannschaft, die sich anschickt, nach dem WM-Sieg im letzten Jahr auch die Europameisterschaft im eigenen Land mit großem Erfolg abzuschließen. Das Halbfinale jedenfalls hat sie als Gruppensieger schon erreicht.

Auf den Lorbeeren aber will sich Sternberg nicht ausruhen. Er geht auch mit dem VfL-Team gleich „in die Vollen“. Als letzter Härtetest vor dem Spiel in Wandsbek ist ein Spiel gegen den Eimsbütteler TV vorgesehen. Das Hamburger Oberliga-Team kommt am Mittwoch um 20 Uhr in die Stormarnhalle.

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.9.1994

 

Mittwoch, 28. September 1994

VfL Oldesloe – Eimsbütteler TV 23:16 (10:8)

 

Freitag, 30. September 1994

Sternberg: „Wir spielen auf Sieg“

Auftakt in der zweiten Handball-Bundesliga

VfL-Damen bei Wandsbek 72

(mth). „Wir spielen voll auf Sieg. Und ich bin zuversichtlich, daß wir den auch erreichen können.“ Otto Sternberg, neuer Trainer der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe, strahlt vor der Auftaktpartie seines Teams morgen um 19 Uhr in der Hansestadt gegen den MTV Wandsbek 72 zugleich Gelassenheit und Optimismus aus. Macht sich aber über die Schwere der Aufgabe keine Illusionen: „Die Hamburgerinnen sind dafür bekannt, daß sie von Trainer Wolfgang Westphal optimal vorbereitet in eine Saison gehen. Ein Leistungsknick kommt bei ihnen gewöhnlich erst nach ein paar Spielen. Deshalb wäre es für uns sicher günstiger gewesen, diesen Gegner später in der Saison zu bekommen. Aber wir müssen es nehmen, wie es kommt.“

Von optimaler Vorbereitung hat beim VfL nicht unbedingt die Rede sein können. Wegen der Europameisterschaft, mit der er sein Engagement als Co-Trainer der Nationalmannschaft abschloß, hat er die letzten drei Wochen vor dem Auftaktspiel in der Sporthalle an der Rüterstraße sein Team nicht selbst betreuen und vorbereiten können.

Aber das wußte man in Oldesloe vor seiner Verpflichtung. Damit sich Sternberg noch vor dem ersten Punktspiel ein Bild vom Leistungsstand seiner Mannschaft machen konnte, hatte man eigens für den Mittwoch ein letztes Testspiel gegen den Eimsbütteler TV anberaumt. Das entschieden die Stormarnerinnen mit 23:16 (10:8) für sich.

Dabei wechselten sich Licht und Schatten im VfL-Team ab. Die Deckungsarbeit klappte bei den Oldesloerinnen nur phasenweise und auch im Angriff lief es meist nur dann zufriedenstellend, wenn die erste Garnitur auf dem Parkett stand.

Für Sternberg war das keine neue Erkenntnis. „Das ist deckungsgleich mit dem Konzept, das Manager Claus Schilk und ich zu Beginn unserer Zusammenarbeit abgesprochen haben. Zu der einen Grundbesetzung, die wir, ergänzt durch Birthe Wede, aus der Vorsaison übernommen haben, sind ausschließlich junge Nachwuchstalente gekommen. Die brauchen natürlich noch Zeit, bis sie zu Zweitliga-Niveau heranreifen“, übt er sich in Geduld.

Dabei ist er zuversichtlich, daß mehrere Talente den

Sprung schaffen werden, „aber natürlich kommen auf die Stammbesetzung – Alexandra Hoffmann/Silke Schwöbken im Tor, Zsuzsa Nyari, Ivonne Grimm/lvonn Bosza, Roswitha Bein, Birthe Wede, Vanessa Schack und Marion Werner – erhöhte Verantwortung und hohe Spielanteile zu.“

Gegen den Eimsbütteler TV, in dessen Reihen mit Mona Münstermann und Cathrin Köhnken zwei ehemalige VfLerinnen spielen, fehlte wegen einer Nacken-Versteifung Marion Werner. Sie wird gegen MTV Wandsbek 72 aber aller Voraussicht nach mit von der Partie sein.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.9.1994

 

Sonnabend, 1. Oktober 1994

MTV Wandsbek 72 – VfL Oldesloe 24:24 (10:14)

Sternberg: „Es bleibt viel zu tun“

24:24 bei Wandsbek 72

Punktspiel-Auftakt der VfL-Damen nur halb geglückt

(mth). „Es bleibt für die Saison eine Menge zu tun“, auf diesen Nenner brachte Otto Sternberg, Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe, sein Fazit zum ersten Punktspiel-Auftritt seines Teams in dieser Saison. So recht wußte er nach Spielschluß in der Sporthalle an der Rüterstraße in Hamburg nicht einzuordnen, ob er das 24:24-Unentschieden gegen MTV Wandsbek 72 als Punktgewinn oder Punktverlust einordnen sollte. Enttäuscht war er schon darüber, daß seine Schützlinge einen 14:10-Halbzeit-Vorsprung nicht zu einem Sieg nutzen konnten. Auf der anderen Seite war er froh, daß das Spiel für den VfL nicht noch mit einer Niederlage endete, denn in der Schlußphase war der Gastgeber sogar zweimal in Führung gegangen

„Unter dem Strich geht die Punkteteilung in Ordnung“, waren sich Otto Sternberg und sein Wandsbeker Kollege Wolfgang Westphal einig. Die Stormarnerinnen hatten den ersten Durchgang beherrscht. Nur in den ersten fünf Minuten ging Wandsbek dreimal mit einem· Tor in Führung, dann gab der VfL das Tempo und die Spielführung vor.

Glänzend dirigiert von Roswitha Bein setzten vor allem Zsuzsa Nyari und Ivonne Grimm Akzente. Die vielfache ungarische Nationalspielerin sprühte vor Ehrgeiz und Spielwitz. Dabei spielt sie egoistischer, als man es von ihr gewohnt ist. Sehr oft sucht sie nun direkt den Weg zum Torerfolg und ist nicht vordringlich bemüht, Mannschafts-Kolleginnen in Szene zu setzen. Der Erfolg: Bis zur Halbzeit hat sie schon sechs ihrer insgesamt sieben Treffer erzielt.

Nicht viel schlechter nahm sich die Bilanz von Ivonne Grimm aus, die mit kernigen Würfen bis zum Wechsel vier (von fünf) Treffer zur sicheren Führung beisteuerte. „So stark hat Ivonne in der letzten Saison nie aufgetrumpft“, staunte Babette Bischof in der Halbzeitpause. Sie hatte sich den ersten Punktspiel-Auftritt ihrer früheren Mannschaft nicht entgehen lassen.

Dabei war ihr auch nicht entgangen, daß ihre Nachfolgerin im linken Rückraum, Birthe Wede, Anlaufschwierigkeiten hatte. Die war bei ihrem Bundesliga-Debüt übernervös und blieb mit zwei Toren deutlich unter den Erwartungen.

Das fiel in der ersten Halbzeit aber ebenso wenig ins Gewicht, wie andere Schwächen im VfL-Spiel. So war Marion Werner (3/1 Tore) nach ihrer Halsversteifung unter der Woche noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Kreisläuferin Vanessa Schack (2) arbeitete nach vorn eifrig, hat aber im Abwehrbereich ebenso wie Maren Königsberg deutliche Defizite.

Ivonn Bosza brachte sich durch zwei Zeitstrafen in den letzten vier Minuten vor der Pause selbst aus dem Geschäft. Das engte die Wechselmöglichkeiten von Sternberg nach der Pause ein und schlug zusammen mit den anderen Defiziten durch.

Auch, weil Ivonne Grimm, die nicht voll hat durchtrainieren können, nach 40 Minuten die Kräfte verließen und Zsuzsa Nyari von Inga Schlupp nun konsequent zugedeckt wurde. So stand Roswitha Bein (5/3) oft allein auf weiter Flur und das reichte gegen die ausgeglichener besetzte Wandsbeker Mannschaft nicht, deren Aufholjagd einzudämmen.

Zwei Holztreffer bei Siebenmetern in entscheidender Phase durch die Spielmacherin und eine überflüssige Zeitstrafe von Vanessa Schack (49.), die zwei Gegentreffer kostete, taten ein übriges, daß in der dramatischen Schlußphase der Vorsprung des VfL gänzlich verloren ging und gar der Punktgewinn arg in Frage geriet.

Aber: „Hier werden auch noch andere Teams Federn fassen“, gewann Trainer Otto Sternberg dem Remis auch eine gute Seite ab.

STORMARNER TAGEBLATT vom 4.10.1994

 

Freitag, 7. Oktober 1994

Heimpremiere gegen Holstein Kiel

VfL-Coach Sternberg geht mit Respekt, aber ohne Angst in das Landesderby

(mth). Fast fünf Monate haben sich die Oldesloer Handball-Fans gedulden müssen. So viel Zeit ist vergangen, seit die Zweitliga-Damen-Mannschaft des VfL Oldesloe in der Stormarnhalle ihr letztes Heimspiel bestritt. Am 14. Mai schlugen die Stormarnerinnen im Spitzenspiel den Empor Rostock mit 20:19. Mehr als 500 Fans schöpften damals in der Stormarnhalle neue Hoffnung, „ihr“ VfL könne doch noch Meister werden und den Aufstieg in die erste Liga schaffen. Die hat letztlich wegen elf fehlender Tore getrogen. Jetzt nimmt das allerdings umformierte Team einen neuen Anlauf. In der Stormarnhalle steigt zur Heimpremiere morgen (Beginn 19.30 Uhr) gleich wieder ein Knüller: Zum Landesderby kommt der alte Rivale Holstein Kiel.

Der Verbleib der Kielerinnen in der zweiten Liga hatte bis weit nach Saisonschluß in Frage gestanden. Perfekt war er erst, als alle Rückzüge und Ausschlüsse verschiedener Erst- und Zweitligisten aktenkundig waren. Zum Saisonauftakt haben sie jedoch für eine Überraschung gesorgt. Zumindest in der Höhe (18:13) kam ihr Sieg gegen TS Woltmershausen unerwartet. Ihre gute Verfassung stellten die Kielerinnen, in deren Reihen mit Martina Gliewe eine frühere Oldesloerin mitwirkt, zwei Tage später in Ellerbek unter Beweis: Das Pokalspiel gegen den Regionalligisten entschieden sie mit 23:12 eindeutig für sich.

Das Spiel haben sich auch VfL-Trainer Otto Sternberg und einige seiner Spielerinnen angesehen. „Holstein Kiel verfügt über eine gut eingespielte Stammbesetzung, die nicht leicht aus den Angeln zu heben ist“, zollt er dem Team aus der Landeshauptstadt Respekt.

Angst aber hat er vor der Heimpremiere deswegen nicht. „Wir werden versuchen, die Kielerinnen durch hohes Tempo unter Druck zu setzen. Damit wollen wir sie zu Auswechslungen zwingen und davon profitieren, daß sie über keine zweite, halbwegs gleichwertige Besetzung verfügen.“

Der VfL selbst wird aller Voraussicht nach in gleicher Aufstellung wie beim Punktspiel-Auftakt in Hamburg antreten. Dort ist beim 24:24 gegen den MTV Wandsbek nicht alles rund für die Oldesloerinnen gelaufen.

Sternberg aber ist zuversichtlich, die dort aufgetretenen Probleme eindämmen zu können. „24 Gegentore wollen wir nicht noch einmal einfangen“, macht er deutlich, daß sein Hauptaugenmerk auf einer Stabilisierung der Abwehr liegt.

Steigerungen erwartet er sich auch von Marion Werner, deren Halsversteifung auskuriert ist, und von Birthe Wede. Die erfolgreiche Regionalliga-Torjägerin war bei ihrem Bundesliga-Debüt sehr nervös. Mit dem Publikum im Rücken, das Sternberg mit schnellem, attraktivem Handball für sein Team begeistern will, sollte sie ihre Trefferquote (2) merklich steigern können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 7.10.1994

 

Sonnabend, 8. Oktober 1994

VfL Oldesloe – Holstein Kiel 23:25 (13:12)

Fehlstart der VfL-Damen perfekt

Bittere 23:25-Heimniederlage im Landesderby gegen KSV Holstein Kiel

(mth). Einen klassischen Fehlstart hat die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga hingelegt. Schon der Saisonauftakt beim MTV Wandsbek 72 war mit dem 24:24-Unentschieden nicht wunschgemäß verlaufen. Knüppeldick aber kam es für die Schützlinge von Trainer Otto Sternberg bei der Heimpremiere. Das Landesderby gegen KSV Holstein Kiel verloren die Oldesloerinnen vor knapp 300, bei Spielschluß sichtlich konsternierten Zuschauern mit 23:25 (13:12). Zsuzsa Nyari und Co. Zeigten dabei eine zerfahrene Gesamtleistung und verloren in der Schlußphase gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Gegner verdient. Dem Anspruch, eine Spitzenmannschaft zu sein, wurde der VfL nie gerecht.

Otto Sternberg wollte die Niederlage seines Teams nicht beschönigen. Selbst das Eingeständnis seines Kieler Kollegen Dirk Schlegel: „In der Schlußphase haben wir einiges Glück gehabt, weil wir, begünstigt durch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, die letzten vier Minuten in Überzahl haben spielen können“, wollte er nicht gelten lassen.

„Die Ursachen für die Niederlage müssen wir schon bei unseren eigenen Problemen festmachen“, lehnte er billige Entschuldigungen ab. Probleme, das hatte schon das Spiel in Wandsbek gezeigt, hat der VfL vor allem auf den Außenpositionen in der Abwehr.

Von dort warfen die Kielerinnen ihre Tore fast nach Belieben, und dort wurde auch die Mehrzahl der Siebenmeter gegen den VfL (7) verursacht. „In allen drei Trainingseinheiten in der Woche hat das im Mittelpunkt unserer Arbeit gestanden, aber offensichtlich haben die jungen Spielerinnen das dabei Erlernte nicht umsetzen können“, legte er den Finger in die offene Wunde.

Bei ein paar Treffern sahen auch die Torhüterinnen Alexandra Hoffmann und Silke Schwöbken bei Gegentoren von den Außenpositionen nicht gut aus. Aber an ihnen lag es am allerwenigsten, daß der VfL die Führung, die er zum ersten Mal in der 15. Minute (5:4) eroberte und bis zum 23:23 (56.) behauptete, nicht über die Zeit bringen konnte.

Dafür war schon eher eine fast greifbare Hektik und Unruhe im Spiel der Oldesloerinnen verantwortlich. Die legte sich selbst bei Vorsprüngen von drei Treffern (16:13/33. Minute und 20:17/48.) nicht und betraf die Routiniers Zsuzsa Nyari (5/3 Tore), Roswitha Bein (3) und Marion Werner (2/1) ebenso wie Birthe Wede (trotz sieben Toren), Ivonn Bosza (4), Vanessa Schack (2), Katrin Behnke und Lisa Lüken.

Von Erfolgsdruck, dem seine Spielerinnen ausgesetzt seien, wollte Sternberg nichts wissen: „Den üben weder Manager Claus Schilk noch ich aus. Unter den setzen sich die Spielerinnen allenfalls selbst.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.10.1994

 

Freitag, 14. Oktober 1994

Bei den „Füchsen“ muß erster Sieg her

VfL-Coach Sternberg stellt System um

(mth). Otto Sternberg, Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe, hat den Frust über den verkorksten Start seines Teams in der zweiten Bundesliga schnell überwunden. Nach zwei Spielen ist der VfL noch ohne Sieg und findet sich mit 1:3 Punkten in der unteren Tabellenregion wieder.

Und das, obwohl die Mannschaft bislang die meisten Treffer aller Zweitligisten erzielt hat, allerdings auch die höchste Gegentreffer-Quote aufweist. „Bei den Reinickendorfer Füchsen in Berlin wird uns der erste Saisonsieg gelingen“, macht Sternberg in Optimismus.

Den leitet er auch daher ab, daß das Team aus der Hauptstadt noch schlechter aus den Startlöchern gekommen ist. Die Füchse haben schon zwei Niederlagen einstecken müssen. Bei TS Woltmershausen gab es für sie mit 14:28 am letzten Wochenende sogar eine deprimierende Schlappe. Nach der zieren sie das Tabellenende. Mit sechs Abgängen und nur zwei Zugängen hat das neuformierte Team noch lange nicht zu der Geschlossenheit gefunden, mit der es im letzten Jahr dem VfL in der Rückrunde eine empfindliche Niederlage zugefügt hatte.

Der VfL krankte in den ersten beiden Spielen vor allem an riesengroßen Lücken in der Abwehr. Vor allem auf den Außenpositionen. Deshalb stellt Sternberg die bisherige 1:5-Formation auf eine 6:0-Deckung um.

Um die zuletzt erkennbare Hektik aus seinem Team zu nehmen, hat Sternberg seine Schützlinge außerdem angewiesen, Tempo aus dem Spiel zu nehmen, um die Präzision zu steigern. Im Training, das alle VfLerinnen voll haben mitmachen können – „bei vielen liegen große Reserven brach“ –, habe das schon gut geklappt verbreitet Sternberg Zuversicht für das Spiel, das am Sonnabend um 18.30 Uhr in der Sporthalle Cyclopstraße angepfiffen wird.

Die Mannschaft tritt die Reise nach Berlin um 13 Uhr an. Fans, die mit dem Team reisen wollen, sollten sich rechtzeitig vor der Abfahrt an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.10.1994

 

Sonnabend, 15. Oktober 1994

Talent verläßt den VfL wieder

(mth). Die Saison in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen hat gerade begonnen, da meldet das Team des VfL Oldesloe den ersten Abgang. Maren Königsberg, die erst zum Saisonwechsel vom VfL Bad Schwartau nach Bad Oldesloe gewechselte Nachwuchsspielerin, kehrt zu ihrem Stammverein zurück. Im Punktspiel in Wandsbek sporadisch eingesetzt, blieb sie danach dem Training fern. Manager Claus Schilk ist dem in dieser Woche nachgegangen und hat den Rücktransfer perfekt gemacht. Eine Lücke soll es dadurch beim VfL nicht geben. Schilk hofft, Verhandlungen mit einer Spielerin, die helfen soll, die Abwehr zu stärken, zu Beginn nächster Woche erfolgreich abschließen zu können.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.10.1994

 

Sonnabend, 15. Oktober 1994

Reinickendorfer Füchse – VfL Oldesloe 18:24

Im Endspurt drehten VfL-Damen auf

Bei den Reinickendorfer Füchsen gelang mit 24:18 der erste Saison-Erfolg

(mth). Bei der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe ist endlich der Knoten geplatzt. Bei den Reinickendorfer Füchsen aus Berlin gelang dem Team von Trainer Otto Sternberg endlich der erste Saisonsieg. Nach einem 12:12-Pausenstand siegten die Stormamerinnen am Ende noch deutlich mit 24:18. „In den letzten 20 Minuten haben wir endlich so gespielt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Das war das Beste, was wir in dieser Saison abgeliefert haben“, zeigte sich Sternberg zufrieden. Mit nunmehr wieder ausgeglichenem Punktekonto (3:3) und positiver Tordifferenz ist der VfL nun wieder im grünen Bereich“. „Es geht langsam, wieder aufwärts“, strahlt der Trainer nach dem ersten Saisonsieg Zuversicht aus.

In der engen, dunklen Halle hatte der VfL einige Anlaufschwierigkeiten. Das lag auch daran, daß sich die Abwehrprobleme, die sich in den beiden vorangegangenen Spielen gezeigt hatten, fortsetzten.

Die Unsicherheiten begannen schon im Tor, wo Alexandra Hoffmann mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, und Silke Schwöbken zunächst keine Bande zum Spiel fand. So konnte sich der VfL, obwohl er gegen einen Gegner der „sicher nicht zu den stärksten der Liga zählt“ (Sternberg) deutliche spielerische und technische Vorteile hatte, nie deutlich absetzen.

Kurz vor der Pause führten die „Füchse“ sogar zweimal (9:8 und 11:10) und die wenigen mitgereisten Oldesloer Fans sahen schon die Felle davonschwimmen.

Aber nach kurzer Anlaufzeit im zweiten Spielabschnitt lief es dann plötzlich bei den Oldesloerinnen wie geschmiert. Nach dem 16:16-Zwischenstand in der 37. Minute zog der VfL binnen der nächsten zehn Minuten auf 20:16 davon.

Damit war der Widerstand der Berlinerinnen gebrochen und der VfL konnte den Vorsprung bis zum Abpfiff auf sechs Tore ausbauen. Erfolgreichste Werferin war, wie schon im ersten Auswärtsspiel in Wandsbek, Zsuzsa Nyari. Sie verwandelte ihre Tempogegenstöße konzentriert und brachte es mit zwei verwandelten Siebenmetern auf acht Treffer.

Ihr am nächsten kam Roswitha Bein (6/4). Fünf Tore gingen auf das Konto von Birthe Wede. Die erheblich verbesserte Marion Werner traf dreimal, Katrin Behnke, die laut Sternberg drauf und dran ist, Vanessa Schack den Rang als Kreisläuferin im Team abzulaufen, zweimal. Ivonne Grimm, die in ihrer alten Heimat übermotiviert wirkte, glänzte nur in der Abwehr und blieb nach vorn wirkungslos.

Ohne Tor auch Vanessa Schack, Ivonn Bosza und Sandra Schulte, die in den letzten fünf Minuten ihr Debüt im VfL-Team gab. Silke Schwöbken wußte sich in der zweiten Halbzeit erheblich zu steigern

Ärgerlich ist Otto Sternbergdarüber, daß er mit dem Training in den kommenden zwei Wochen wegen der Ferien in Oldesloe in kleine Hallen ausweichen muß. „Das ist beschämend für die Stadt, auch wenn man berücksichtigt, daß unser Antrag wohl zu spät eingereicht wurde“, macht er seinem Ärger Luft.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.10.1994

 

Sonnabend, 22. Oktober 1994

Oldesloer Handball-Frauen ausgesperrt

Zweitligist des VfL konnte vor dem heutigen Punktspiel nur einmal trainieren

(cr). Keine guten Vorzeichen für das Heimspiel der Handball-Frauen des VfL-Oldesloe: Wenn der Stormarner Zweitligist heute abend (19.30 Uhr) zum Spiel gegen den SV Neubrandenburg aufläuft, haben die Frauen in der Woche zuvor lediglich eine Trainingseinheit hinter sich. Grund für die Misere: Die Stormarnhalle stand den Oldesloerinnen in der ersten Ferienwoche nicht zur Verfügung.

„Dabei haben wir das schon im September angemeldet“, ist Manager Claus Schilk sauer. Tatsächlich hatte der Oldesloer Verein den Handball-Frauen in einer kleinen Halle der Integrierten Gesamtschule Asyl angeboten. Doch auch da konnten die Frauen nicht trainieren, denn die Koronarsport-Gruppe absolvierte in den angestammten Räumen zeitgleich ihre Übungen. „Eine Doppelbelegung“, sagte VfL-Trainer Otto Sternberg, „da haben wir natürlich zurückstecken müssen.“

Statt des offiziellen Trainings hat der Coach seinen Spielerinnen ein Laufpensum aufgebrummt. Lediglich einmal war ein Training möglich: Allerdings nur in der Turnhalle in Leezen. „Das hat Zsuzsa Nyari kurzfristig für uns möglich gemacht.“

Gegen die Neubrandenburger hofft Trainer Sternberg trotzdem auf einen Erfolg. „Ich hoffe der Sieg gegen die Reinickendorfer Füchse hat meiner Mannschaft gut getan.“ Vor allem in den letzten 20 Minuten der Partie hatte das Oldesloer Team erstmals unter dem neuen Coach gezeigt, was es spielerisch leisten kann. „Allerdings darf man die Schlußphase nicht überbewerten. Wir hatten die Berlinerinnen abgekämpft.“

Heute abend wird der Trainer auf Birthe Wede verzichten müssen. Der Neuzugang hat sich beim Teekochen schwere Verbrennungen zugezogen, muß erst einmal aussetzen. „Aber ich hoffen, daß sie beim Pokalspiel am kommenden Mittwoch gegen den FSV Harburg wieder dabei ist“, ist der Trainer für ihre Genesung optimistisch.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.10.1994

 

Sonnabend, 22. Oktober 1994

VfL Oldesloe – SV Neubrandenburg 18:20 (10:10)

Nur zwei VfL-Frauen in Normalform

Oldesloer Zweitligist unterlag Zuhause mit 18:20 gegen Neubrandenburg

(cr). Zuhause zu spielen, das ist für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in dieser Saison alles andere als einfach. Mit einigen neuen Akteurinnen im Kader versucht der Zweitligist weiterhin, die Erwartungen des verwöhnten Oldesloer Publikums zu erfüllen. Doch gegen den SV Neubrandenburg gelang das nur in der ersten Halbzeit, als die Gastgeberinnen über lange Strecken führten und erst kurz vor dem Pausenpfiff das 10:10 kassierten. In der zweiten Hälfte trumpften die Mecklenburgerinnen auf, lagen bis zu drei Tore vorn. Die Gastgeber gaben dennoch nicht auf, schafften es aber nur, den Rückstand auf ein 18:20 zu verkürzen. „Wir brauchen noch Zeit und Spielpraxis, um richtig zu unserer Form zu finden“, sagte Trainer Otto Sternberg.

Bereits in der vergangenen Woche mußte der Oldesloer Zweitligist ohne Birthe Wede auskommen, die sich an der Hand schwere Verbrennungen zugezogen hatte. „Das war eine schwere Hypothek für uns, denn Ivonne Grimm, die für sie auf dem Feld stand, spielte erheblich unter ihren Möglichkeiten“, analysierte der VfL-Trainer Otto Sternberg. Entsprechend war es für die Oldesloer Frauen auch sehr schwierig, denn auch Marion Werner fand nicht ihre Form. „Bei den vielen jungen Spielerinnen ist es unbedingt notwendig, daß zumindest die Routiniers so spielen, wie sie es können.“

Lediglich in der ersten Halbzeit überzeugten die Oldesloer Spielerinnen, lagen zeitweise mit zwei Toren in Führung. Doch bereits hier schlichen sich technische Fehler ein, die dem Gast aus Neubrandenburg begünstigten, bis zur Pause auf 10:10 aufzuschließen. „Wir haben es versäumt, in den ersten 30 Minuten einen Vorsprung herauszuspielen, das war einer unser Fehler.“

Statt sich nach dem Seitenwechsel mehr zu konzentrieren, bauten die Gastgeber sichtbar ab. Die technischen Probleme auf Seiten der VfL-Frauen häuften sich und der Gast glich aus. „Nur Roswitha Bein und Zsuzsa Nyari fanden zu ihrer Normalform,

alle anderen nicht.“ Für die Gäste war es entsprechend leicht, sich mit ihrer Abwehr darauf einzustellen. Die Folge: Jeweils nur ein Feldtor gelangen Bein und Nyari. Dennoch gehörten die beiden zu den erfolgreichsten Schützinnen im Oldesloer Team. Die Ungarin Nyari traf fünf-, Roswitha Bein viermal. Die restlichen Tore teilten sich Ivonn Bosza (3), Marion Werner, Katrin Behnke (je 2), Ivonne Grimm und Vanessa Schack (je 1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 24.10.1994

 

Mittwoch, 26. Oktober 1994

Pokalpartie für VfL

Handball-Frauen heute gegen Harburg

(cr). Lediglich vier Tage blieben den Handball-Frauen des VfL Oldesloe nach der 18:20-Niederlage gegen SV Neubrandenburg zum Verschnaufen, bevor sie heute abend um 20.15 Uhr erneut ein Pokalspiel in der Stormarnhalle bestreiten müssen. Als Gast erwartet der Oldesloer Zweitligist die Mannschaft des Hamburger Regionalligisten FSV Harburg.

„Das wird ein harter Brocken, obwohl es von der Papierform her kein Problem für uns sein dürfte“, ist VfL-Trainer Otto Sternberg zurückhaltend. Die Harburger Spielerinnen haben sich für diese Handball-Saison viel vorgenommen und wollen den Aufstieg in die zweite Liga schaffen. „Entsprechend hoch motiviert werden sie auch in dem Pokalspiel sein“, weiß Coach Sternberg.

Ob Birthe Wede nach ihrer Handverletzung gegen die Hamburgerinnen wieder eingesetzt werden kann, wird sich heute kurzfristig entscheiden. Nach der vergangenen Heim-Schlappe müssen sich die Oldesloer Handball-Frauen auch psychologisch aufbauen. Vor allem bei Marion Werner hofft Sternberg auf eine bessere Leistung. „Sie hat bisher noch nicht zu ihrer Form gefunden.“

Nachdem dem Oldesloer Team in der vergangenen Woche keine Trainingshalle zur Verfügung stand, können sich die VfL-Frauen wieder in der angestammten Stormarnhalle vorbereiten. „Ein Entgegenkommen der Hausmeister, uns auch in den Ferien spielen zu lassen“, sagte Sternberg.

Zuvor konnte die Oldesloer Zweitliga-Mannschaft nur nach Leezen ausweichen, nutzte die dortige Halle zum Training. „Die Leezener haben uns schon mehrfach geholfen“, ist Otto Sternberg dankbar. Für diese Unterstützung will sich das Oldesloer Team am kommenden Freitagabend revanchieren. Zu einem Freundschaftsspiel tritt die VfL-Mannschaft um 20.30 Uhr gegen das Segeberger Frauen-Team an.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.10.1994

 

Mittwoch, 26. Oktober 1994

VfL Oldesloe – FSV Harburg 29:12 (12:9)

(2. Runde DHB-Pokal)

Patient auf dem Weg der Besserung

Handball-Damen des VfL Oldesloe gewinnen Pokal-Partie gegen FSV Harburg

(cr). Aufatmen bei den Handball-Frauen des VfL Oldesloe. Im Pokalspiel gegen den FSV Harburg gewann der Stormarner Zweitligist sicher mit 29:12 (12:9) Toren und hat sich damit für die nächste Runde qualifiziert. Nach der knappen Niederlage gegen den SV Neubrandenburg war es für das Oldesloer Team vor allem psychologisch bedeutsam, endlich einen Heimsieg einzufahren. „Das war ein wichtiger Schritt nach vorn“, sagte VfL-Trainer Otto Sternberg. Allerdings dürfe der Sieg gegen den Regionalligisten nicht überbewertet werden: „Der Patient ist auf dem Weg der Besserung, aber noch nicht endgültig geheilt.“

Obwohl sie mit dem FSV Harburg einen klassentieferen Gegner beim Pokalspiel zu Gast hatten, begannen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe nervös: Schnell lagen die Stormarnerinnen mit 3:5 zurück, verwarfen zwei Siebenmeter. „Doch mit einer guten Abwehr stabilisierte sich das Team“, freute sich VfL-Trainer Otto Sternberg nach der Partie. Sechs Treffer erzielte das VfL-Team in Folge, ging mit 9:5 in Führung. Ein Sonderlob bekam in dieser Phase Marion Werner, die den ersten Strafwurf für den VfL verwandelte.

In der zweiten Hälfte hielten die VfL-Frauen anfangs die Führung, lagen mit 16:12 vorn. Als Parallele zum ersten Durchgang drehten sie auf, gingen durch vier Tore mit 20:12 in Führung. „Von da an war alles klar.“

Hatte der Coach in den Punktspielen die mangelhafte Leistung seiner routinierten Spielerinnen beklagt, belehrten die ihn in der Pokal-Partie eines Besseren. Jeweils sieben Treffer steuerten Roswitha Bein, Zsuzsa Nyari und auch Marion Werner zum Erfolg bei. Viermal traf Ivonn Bosza, zweimal Birthe Wede und je einmal Katrin Behnke und Vanessa Schack.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.10.1994

 

Freitag, 28. Oktober 1994

Leezener SC – VfL Oldesloe 14:30 (5:14)

Als Dankeschön eine Schlappe verteilt

Handball-Frauen siegten gegen Leezen

(cr). Ein sehr ungewöhnliches Dankeschön, das die Handball-Frauen des VfL Oldesloe für das Bezirksliga-Team des SC Leezen parat hielten. In dem Freundschaftsspiel fertigte der Zweitligist die Segebergerinnen glatt mit 30:14 (14:5) ab, ließ ihnen in der Partie keine Chance. Auf Seiten des um drei Klassen tiefer spielenden Leezener war man jedoch keineswegs enttäuscht: Trotz der klaren Niederlage waren sie sehr zufrieden.

Die Vorgeschichte: In der ersten Woche der Herbstferien hatten die Oldesloer Handball-Frauen in der Kreisstadt keine Trainingshalle. Mit persönlichen Verbindungen von Zsuzsa Nyari gelang es dem VfL-Team, zweimal nach Leezen auszuweichen. Die VfL-Mannschaftsführerin betreut als Trainerin das Segeberger Team, nahm auch bei dem Freundschaftsspiel ihren Platz auf deren Bank ein.

Für die Gastgeber ein erheblicher Vorteil, denn ihre Trainerin kannte erwartungsgemäß den Gegner wie keine Zweite. Entsprechend konnte Zsuzsa Nyari die Bezirksliga-Mannschaft taktisch optimal auf den übermächtigen Gegner einstellen. Lange Zeit ließ sie so die Oldesloer Spielmacherin Roswitha Bein eng beschatten und stellte damit das VfL-Team vor Probleme. Trainer Otto Sternberg war jedoch mit den Lösungen seiner Mannschaft zufrieden: „Andere Spielerinnen haben Verantwortung übernommen und ihre Freiräume genutzt.

Auffälligste Spielerin im VfL-Trikot war Birthe Wede mit zehn Toren, gefolgt von Marion Werner (8) und lvonn Bosza (5). Nächstes Testspiel der VfL-Damen ist am 8. November beim TSV Ellerbek.

STORMARNER TAGEBLATT vom 1.11.1994

 

Dienstag, 8. November 1994

SV Ellerbek – VfL Oldesloe 19:35

 

Freitag, 11. November 1994

VfL will seine Fans versöhnen

TSV Hastedt in der Stormarnhalle

(mth). „Wir wollen endlich unseren Oldesloer Fans zeigen, daß wir noch gut Handball spielen und auch gewinnen können“, macht Otto Sternberg vor dem Heimspiel der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe gegen TSV Hastedt/Bremen in Optimismus.

Bislang war sein Team in den Heimspielen dieser Saison noch ohne Sieg. Der Niederlage gegen Holstein Kiel folgte auch gegen den SV Neubrandenburg ein doppelter Punktverlust. Für die Stormarner Handball-Fans war das eine neue Erfahrung. Vorher hatte der VfL drei Jahre lang in Punktspielen nur eine Niederlage (in diesem Frühjahr, ebenfalls gegen Neubrandenburg) vor eigenem Publikum kassiert.

Seit der letzten Schlappe hat das Team intensiv trainiert und damit auch Defizite abgebaut, die durch Sternbergs Abwesenheit wegen der Europameisterschaft in der Vorbereitungsphase aufgelaufen waren.

In Testspielen beim SC Leezen und beim SV Ellerbek lief es bei den Oldesloerinnen schon wesentlich runder. 35:19 gewann der VfL in Ellerbek und die Leistung, die seine Schützlinge dabei bot, bestärkt Sternberg in seiner Zuversicht. „Die Gegner haben sicherlich nicht die Klasse des morgigen Gegners TSV Hastedt. Aber es wurde deutlich, daß wir auf dem Weg sind, unsere Stärken besser einsetzen zu können“, war er mit seinem Team zufrieden.

Die Hastedter hat er in einem Punktspiel unter die Lupe nehmen können. „Die stehen zurecht in der Spitzengruppe, aber wenn wir unser Potential ausschöpfen, können wir da mithalten.“

Unterschätzen werden seine Spielerinnen den Gegner gewiß nicht. Schon gar nicht die, die im vergangenen Jahr dabei waren. Im Pokal kassierte der VfL am Bußtag 1993 als Favorit in der Stormarnhalle nach Verlängerung eine Niederlage, wo morgen um 19.30 Uhr das Spiel angepfiffen wird.

Zur Revanche dafür hat Sternberg voraussichtlich alle Spielerinnen seines Kaders dabei. Fraglich ist nur Lisa Lüken, die Rückenprobleme plagen. Dafür kann eventuell erstmals Susanne Mack eingesetzt werden, die vom VfL Bad Schwartau nach Oldesloe wechseln will. Allerdings ist ihre Freigabe noch nicht abschließend geregelt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.11.1994

 

Sonnabend, 12. November 1994

VfL Oldesloe – Hastedter TSV 32:23 (17:9)

TSV Hastedt aus der Halle gefegt

32:23-Erfolg: Oldesloer Handballerinnen beim ersten Heimsieg in prächtiger Form

(Manfred Thomsen). Zwei Niederlagen in den ersten Heimspielen gegen Kiel und Neubrandenburg hatten ziemlich an den Nerven der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe gezerrt. Die fast dreiwöchige Pause, die nach der letzten Pleite folgte, kam deshalb dem Team und vor allem Trainer Otto Sternberg gerade recht. Sie hatten sich vorgenommen, in dieser Phase Defizite im Zusammenspiel der Mannschaft aufzuarbeiten. Das ist offenbar ganz prächtig gelungen. Gegen den TSV Hastedt/Bremen, einen der erklärten Meisterschaftsfavoriten, präsentierte sich eine ganz andere, hochmotivierte Mannschaft ihrem Anhang. Mit 32:23 (17:9) fegte sie den Gegner von der Platte und spielte sich den ganzen Frust über den verkorksten Heimstart von der Seele.

Die Hastedter hatten die Reise nach Oldesloe ohne Illusionen angetreten. „Wir wußten, daß auf uns kein leichter Gang zukommen würde und hatten uns entsprechend eingestellt. Aber das hat der VfL alles beiseite gewischt und uns in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen“, räumte deren Co-Trainer Andreas Schütte freimütig ein.

Seinem Chef, dem temperamentvollen Jörn Franke, hatte es die Sprache verschlagen. Er verschwand nach dem Spiel in den Katakomben der Stormarnhalle und war zu keinem Kommentar zu bewegen. Sein Gegenüber Otto Sternberg dagegen war natürlich bester Laune. „Ich freue mich, daß wir endlich unserem Publikum haben zeigen können, daß wir das Handballspielen nicht verlernt haben. Die intensive Arbeit in der Pause ist belohnt worden“, zog er zufrieden Bilanz.

Insbesondere lobte er die Gegenstöße seines Teams, die schulbuchmäßig vorgetragen wurden. Aber auch sonst war die Variationsbreite im offensiven Spiel des VfL deutlich verbessert.

Steigerungen trotz der 23 Gegentore gab es aber auch im Deckungsbereich. Die hatte ihren Rückhalt in einer vorzüglichen Leistung von Torhüterin Silke Schwöbken. „Ganz auf sie zu setzten, war sicher ein Risiko. Aber sie hat das in sie gesetzte Vertrauen voll und ganz erfüllt“, hob Sternberg seine Torhüterin heraus.

In der Tat: Von den Hastedterinnen in der ersten Halbzeit glänzend warm geschossen, lief die kräftige Keeperin zu Höchstform auf. Sie parierte fast zwei Dutzend Würfe, darunter auch jede Menge „Knaller“ der wurfgewaltigen Hastedterin Birte Tesch. Die gerade erst 18 Jahre alt gewordene Rückraum-Schützin war mit neun Treffern erfolgreichste Werferin des Spiels, konnte allein aber den Siegeswillen des VfL nicht brechen.

Der ging auch nicht unter, als das Schiedsrichtergespann Becker/Schäpsmeier – wahrlich keine Heimschiedsrichter – in der zweiten Halbzeit sechs Zeitstrafen gegen den VfL und keine gegen den Gast verhängte. Die Oldesloerinnen waren an diesem Tag so gut drauf, daß sie auch das ohne mit der Wimper zu zucken wegsteckten.

Erfolgreichste Werferin war in der ausgeglichenen Mannschaft Birthe Wede (8/1). Zsuzsa Nyari (7/3), Marion Werner (5) und Roswitha Bein (4/2) standen ihr nur wenig nach. Aber auch Katrin Behnke, lvonn Bosza, Vanessa Schack und Ivonne Grimm (je 2) zeigten ansprechende Leistungen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 14.11.1994

 

Sonntag, 13. November 1994

Sponsoring im Sport

Eine Serie der Lübecker Nachrichten (5)

Familienvater baut auf Handball

Der Spitzensport ist heute ohne die finanzielle Hilfe von Sponsoren nicht mehr lebensfähig. In einer Serie beschäftigen sich die Lübecker Nachrichten mit diesem Thema.

(Uwe Nesemann). Gestern war er mal wieder dabei. Irgendwo zwischen all den Fans, die Woche für Woche in die Stormarnhalle pilgern, um die Handball-Damen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga anzufeuern. Einen festen Platz hat er nicht, schon gar keinen auf irgendeiner Ehrentribüne. Hans-Hinrich Denkena mischt sich statt dessen unter die „normalen“ Fans. Dabei wäre ohne ihn Zweitliga-Handball in Bad Oldesloe wohl gar nicht möglich.

Denkena ist Niederlassungsleiter des VfL-Sponsors „Hass & Hatje“. Und das Geld, mit dem die Mädchen auf dem Feld für ihre Mühen belohnt werden, kommt zum großen Teil aus seiner Kasse.

Eine Beziehung, so Denkena, die sich bislang für beide Seiten rechnet. „Der VfL könnte ohne Sponsoren nicht in dieser Klasse spielen“, sagt der 40jährige, „und wir haben im VfL einen Werbepartner, mit dem wir uns sehen lassen können.“ Der Verein trete ordentlich auf, genieße Respekt und werde in den Medien positiv dargestellt. „Die Mannschaft“, so Denkena, „war es einfach wert, unterstützt zu werden.“

Rund 20.000 Mark im Jahr läßt „Hass & Hatje“ sich die Trikot-Werbung in Oldesloe kosten, auch die anderen Filialen des Baustoffhändlers und Heimwerkermarktes unterstützen regionale Vereine. „Wir verdienen unser Geld hier am Ort“, erklärt Denkena, „deshalb werden wir auch nur hier als Sponsor aktiv.“

Wie lange die „Ehe“ mit dem VfL hält, weiß zwar niemand – der derzeitige Vertrag läuft nur über eine Saison – aber sollte sich beim Verein nichts wesentliches ändern, würde Denkena ihn bedenkenlos verlängern. „Alles, was VfL-Manager Claus Schilk bislang gemacht, hat Hand und Fuß“, meint er. Vor vier Jahren stieg Denkena beim VfL ein, damals ließ er rund 1000 Mark für die Bandenwerbung springen. Fortan steigerte sich das Engagement Jahr für Jahr.

Die Gefahr, daß Denkena irgendwann einmal aufgrund seiner finanziellen Zuwendungen Mitsprache im Verein fordern würde – wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird – besteht in Bad Oldesloe übrigens nicht. Der Familienvater hat nie aktiv Sport getrieben und beschränkt sich auf das Zusehen. Und auch das nur, wenn es seine Zeit zuläßt: „Normalerweise haben meine beiden kleinen Kinder mich mit Beschlag belegt.“ Und dann tritt selbst der VfL ins zweite Glied zurück.

LÜBECKER NACHRICHTEN vom 13.11.1994

 

Freitag, 18. November 1994

Die Auswärtsserie soll verteidigt werden

Vor dem Spiel in Oldenburg: VfL-Damen in fremden Hallen noch ohne Niederlage

(Manfred Thomsen). „Auswärts sind wir in dieser Saison noch ungeschlagen und nach der überzeugenden Leistung gegen den TSV Hastedt bin ich davon überzeugt, daß wir diese Serie auch beim VfL Oldenburg fortsetzen können.“ Otto Sternberg, Trainer der Zweitliga-Handball-Damen des VfL Oldesloe gibt sich vor dem Auswärtsspiel am Sonnabend um 19 Uhr in Oldenburg optimistisch. Dabei unterschätzt er die Niedersachsen keineswegs.

Die hat er bei ihrem Spiel gegen Germania List/Hannover unter die Lupe genommen und stuft sie als ernstzunehmenden Gegner ein. „In der schlagkräftigen Mannschaft stehen zu etwa gleichen Teilen ganz junge Spielerinnen und erfahrene Kräfte, die für den Verein schon in der ersten Bundesliga (bis Sommer 1993) gespielt haben“, zollt Sternberg dem Namensvetter Respekt.

Angst aber hat er deshalb nicht vor ihm. „In der Form vom Hastedt-Spiel müssen wir uns vor keinem Gegner verstecken und ich bin zuversichtlich, daß wir in Oldenburg ähnlich stark auftrumpfen können.“ Auch deshalb, weil er auf seinen gesamten Stamm zurückgreifen kann.

Lediglich Nachwuchsspielerin Lisa Lüken, die von Sonntag- bis Donnerstagabend auf einem Lehrgang der Juniorinnen-Nationalmannschaft in Teilfing (schwäbische Alb) weilte, wird er wohl schonen.

Der Mannschaftsbus wird am Sonnabend um 15 Uhr an der Stormarnhalle abfahren. Schlachtenbummler, die den VfL begleiten wollen, sollten sich rechtzeitig vor der Abfahrt dort einfinden

STORMARNER TAGEBLATT vom 18.11.1994

 

Sonnabend, 19. November 1994

VfL Oldenburg – VfL Oldesloe 21:21 (9:9)

Den Sieg in letzter Sekunde verspielt

VfL-Handballerinnen beim 21:21 in Oldenburg nicht so stark wie gegen Hastedt

(Manfred Thomsen). Die Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe bleibt in der zweiten Bundesliga/Gruppe Nord in dieser Saison in Auswärtsspielen weiter ohne Niederlage. Beim VfL Oldenburg erreichten die Stormarnerinnen ein 21:21 (9:9)-Unentschieden. So recht glücklich aber waren die Spielerinnen im Team von Trainer Otto Sternberg mit diesem Teilerfolg nicht. Denn die Leistung von der Vorwoche beim haushohen Sieg gegen den TV Hastedt hat die Oldesloer Mannschaft in Oldenburg bei weitem nicht wiederholen können. Und doch lag ein Sieg bis zur letzten Sekunde im Bereich des Möglichen. Erst ein Siebenmeter der Gastgeber unmittelbar vor dem Abpfiff „raubte“ den Oldesloerinnen ihren knappen Vorsprung.

Die Zweitliga-Partie stand für den VfL Oldesloe von Beginn an unter keinem günstigen Stern. Als problematisch erwies sich bereits die Anreise zum VfL Oldenburg: Staus auf der Umgehung Hamburg-Ost, seit Wochen an der Tagesordnung, hatte die Oldesloer nicht auf der Rechnung. So benötigte das Team gut zwei Stunden Busfahrt, ehe die Elbe überquert war. Die Folge: Die Stormarnerinnen erreichten die Oldenburger Halle erst 45 Minuten vor dem Anpfiff.

Da war an eine optimale Spielvorbereitung natürlich nicht mehr zu denken, zumal das Entgegenkommen des Dortmunder Schiedsrichtergespanns Kupke-Bahl und Schmutte, die Partie fünf Minuten später anzupfeifen, minimal ausfiel.

Damit ließen es die Unparteiischen mit ihrer Nachsicht bewenden. In dem Spiel legten sie von der ersten Minute an eine rigorose Regelauslegung an den Tag. Selbst Nichtigkeiten wurden mit drastischen Strafen belegt. So schlugen am Ende einer Partie, die keiner der 100 Zuschauer als besonders hart empfand, 15 Zeitstrafen zu Buche. Neun für die Oldenburgerinnen, sechs für den VfL Oldesloe. Direkt benachteiligt wurde dadurch keine der beiden Mannschaften. Doch die kleinliche Pfeiferei führte dazu, daß die Begegnung von der ersten bis zur letzten Sekunde zerfahren und eher niveauarm blieb.

Immerhin war sie spannend. Zu keinem Zeitpunkt gelang es einer der beiden Mannschaften, dem Gegner um mehr als zwei Tore davonzuziehen. Meist lagen sie sogar noch enger zusammen.

Die Oldesloerinnen erwischten den besseren Start lagen mit 2:0 nach acht und 4:2 nach zwölf Minuten vorn. Dafür versagten sie oft in Überzahl-Situationen und hatten eine verheerende Siebenmeter-Bilanz. Von sechs Strafwürfen konnte lediglich Zsuzsa Nyari zwei verwandeln.

Daneben scheiterte die Mannschaftsführerin jedoch auch mit zwei Siebenmetern, Marion Werner und Roswitha Bein je einmal.

Während Marion Werner, die von kleinen Aussetzern abgesehen eine tadellose Leistung bot, trotzdem auf acht Treffer kam, ging Spielmacherin Roswitha Bein gänzlich leer aus. Sie fand mit ihren Ideen selten ein Echo bei ihren Mitspielerinnen.

Vor allem über den Kreis lief wenig zusammen. Dort gab in der Grundaufstellung Susanne Mack, Neuzugang vom VfL Bad Schwartau, ihr Debüt. Das fiel, weil ihr noch die Bindung zum Team fehlte, nicht berauschend aus.

Hinzu kam, daß Rückraumschützin Birthe Wede nach drei Holztreffern in der ersten Viertelstunde lange das Selbstvertrauen fehlte. Sie kam zu ihren drei Treffern erst in der zweiten Halbzeit. Da traf auch Ivonne Grimm zweimal, nachdem vor der Pause lediglich Ivonn Bosza (2) aus dem Rückraum erfolgreich gewesen war.

Ohne Fortune blieben in der zweiten Halbzeit die Torhüterinnen Silke Schwöbken (bis zur 45. Minute) und Alexandra Hoffmann, nachdem Schwöbken bis zur Pause eine ordentliche Leistung gezeigt hatte. Insbesondere auf die zehnfache Torschützin Kristine Schröder wußten sie sich nicht einzustellen. Mit Würfen von Grazyna Wilczewska (5) erging es ihnen in der zweiten Halbzeit genau so.

Beide waren auch am für die Stormarnerinnen unglücklichen Ausgleich in der Schlußsekunde beteiligt. Wilczewska provozierte bei ihrem einzigen Ausflug auf die Außenposition Marion Werner erfolgreich zu einem siebenmeterreifen Foul; Schröder verwandelte den Strafwurf so sicher wie ihre drei zuvor.

Unmittelbar zuvor war Zsuzsa Nyari mit einem Tempogegenstoß an Torhüterin Tanja Büsing gescheitert. Die Ungarin hätte eine Vorentscheidung auch schon in der 58. Minute besorgen können, als sie ihren zweiten Siebenmeter verwarf.

VfL Oldesloe: Schwöbken (bis 45. Minute), Hoffmann (ab 46.) im Tor; Wede (3), Grimm (2), Bein, Bosza (2), Werner (8), Behnke, Nyari (6/2) und Mack. Vanessa Schack und Sandra Schulte wurden nicht eingesetzt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 21.11.1994

 

Freitag, 25. November 1994

Mit Sieg nach oben aufrücken

Oldesloer Handballerinnen heute um 20.15 Uhr gegen Aufsteiger Marne Favorit

Zwei Ziele hat Otto Sternberg, Trainer der Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga für das heutige Spiel (20.15 Uhr in der Stormamhalle) gegen den Landesrivalen MTV Marne. Mit einem überzeugenden Sieg will er zum einen die Heimbilanz im vierten Spiel endlich wieder ausgleichen und erstmals in dieser Saison in den positiven Punktbereich aufrücken. Zur Zeit sind die Stormamerinnen mit 6:6 Punkten nur auf Platz zehn. Bis auf Spitzenreiter TSG Wismar, der sich schon etwas abgesetzt hat, ist der VfL dennoch auf Tuchfühlung den anderen Teams der Spitzengruppe und könnte mit einem Sieg einen großen Sprung nach vorn machen. Dafür aber darf der Aufsteiger aus Dithmarschen nicht unterschätzt werden.

Sternberg hat sich die Marnerinnen am letzten Sonntag bei deren 23:20-Erfolg gegen Woltmershausen angeschaut und war von ihrer Spielstärke angetan. „Das junge Team hat sich in der zweiten Liga inzwischen voll akklimatisiert und muß von meinen Spielerinnen von der ersten Minute an ernst genommen werden“, warnt er vor der heutigen Partie.

Nur wenn sein Team an die Leistung des letzten Heimspiels vor 14 Tagen gegen TSV Hastedt anknüpfen kann, wird der VfL der Favoritenrolle, die er natürlich einnimmt, gerecht werden können.

Personell plagen Sternberg keinerlei Sorgen. Auch Zsuzsa Nyari, die sich beim Spiel in Oldenburg verletzt hatte und deshalb Anfang der Woche nicht trainieren konnte, ist wieder fit.

Gespannt ist man in Oldesloe auf die beiden Neuzugänge vom VfL Bad Schwartau. Das Kreisläuferin Susanne Mack in Oldenburg noch nicht voll überzeugen konnte, schiebt der VfL-Coach auf verständliche Nervosität. „Auf Sicht ist sie bestimmt eine Verstärkung“, gibt sich Sternberg zuversichtlich. Auch von Jeanette Rochelmeyer, die auf allen Rückraumpositionen einsetzbare Spielerin wurde am letzten Wochenende noch geschont, hält er große Stücke.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.11.1994

 

Freitag, 25. November 1994

VfL Oldesloe – MTV Marne 35:21 (17:11)

Gäste-Taktik voll daneben

VfL stieß beim 35:21 gegen Marne kaum auf Widerstand

(Manfred Thomsen). Der VfL Oldesloe ist in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen auf dem Vormarsch. Gegen Aufsteiger MTV Marne spielten sich Zsuzsa Nyari und Co. vor 350 Zuschauern in einen Spielrausch und landeten mit 35:21 (17:11) einen Rekordsieg. Damit konnte das Team von Trainer Otto Sternberg seine Heimbilanz nach den beiden Auftakt-Niederlagen ausgleichen und ist mit 8:6 Punkten erstmals in dieser Saison im positiven Bereich.

Der Erfolg fiel dem VfL praktisch in den Schoß. Gäste-Trainer Helge Thomsen hatte sich, wie er meinte, einen taktischen Überraschungs-Coup ausgedacht, und lag damit „voll daneben“. Ausgerechnet gegen die Oldesloerinnen, die tempostärkste Mannschaft der Liga, trat er mit total offensiver Deckung an. 15 Minuten mit Pressdeckung „Mann gegen Mann“, danach mit einer immer noch sehr offensiven 4:2-Formation.

Seine entwaffnende Erklärung dafür: „Gegen die auf allen Positionen besser besetzte Oldesloer Mannschaft wollten wir unser Heil in einer Flucht nach vorn suchen. Das schien mir chancenreich, denn schließlich kann man im Damen-Handball damit rechnen, daß Spielerinnen auch frei vom Kreis nicht immer treffen.“

Von einer Überraschung für den VfL konnte dabei al1erdings nicht die Rede sein. Ähnlich offensiv hatte Marne beim Sieg gegen Woltmershausen agiert, und da hatte Sternberg auf der Tribüne gesessen. Entsprechend hatte er seine Spielerinnen eingestellt, und die ließen sich bei der Einladung zu praktisch ungehindertem Torewerfen nicht lange bitten.

So war die Partie schon nach 20· Minuten entschieden, als der VfL mit 15:6 führte. Danach ließ er es etwas ruhiger angehen, so daß der Gast bis zur Pause auf 11:17 herankam. Den Vorsprung bauten die Stormarnerinnen nach der Pause fast nach Belieben aus.

Mit zehn Treffer war Roswitha Bein erfolgreichste Werferin. Achtmal traf sie mit Siebenmetern. Auf je sieben Tore brachten es Zsuzsa Nyari, Marion Werner und Birthe Wede, die zauberten wie in besten Tagen. Je zwei Tore gingen auf das Konto von Ivonne Grimm und Susanne Mack. Zum Einsatz sind auch Silke Schwöbken, Alexandra Hoffmann (je eine Halbzeit im Tor), Katrin Behnke, Ivonn Bosza, Vanessa Schack und erstmalig auch Neuzugang Jeanette Rochelmeyer gekommen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 28.11.1994

 

Sonnabend, 3. Dezember 1994

VfL-Damen heute bei Empor Rostock

Ein paar Fan-Plätze im Bus noch frei

(mth). An das letzte Auswärtsspiel beim HC Empor Rostock haben die Handball-Damen des VfL Oldesloe denkbar schlechte Erinnerungen. Im Januar diesen Jahres traten sie dort zum Abschluß der Hinrunde als ungeschlagener Spitzenreiter an und kassierten mit 16:20 eine erste Niederlage.

Die blieb nicht ohne Folgen. Claus Schilk trat wenig später als Trainer zurück – Manager ist er bis zum heutigen Tag geblieben – und das Team verpaßte schließlich denkbar knapp den angepeilten Aufstieg in die erste Liga.

Der HC Empor Rostock wurde davon allerdings nicht Nutznießer. Obwohl es nach dem Sieg lange so ausgesehen hatte. Auch deshalb nicht, weil dem VfL im Rückspiel in der Stormarnhalle mit 20:19 die Revanche gelang. Lachender Dritter war damals der TSV Nord Harrislee.

Der spielt nun, mit wenig Erfolg, in der ersten Liga. Der VfL und Empor Rostock sind weiter in der zweiten Liga dabei und stehen sich heute um 17.30 Uhr in der mecklenburgischen Hafenstadt (Halle Marienehe) erneut gegenüber. Für beide steht wieder eine Menge auf dem Spiel. Vor Saisonbeginn waren sie dem Favoritenkreis zugerechnet worden, haben den Erwartungen bisher aber nicht voll entsprechen können.

Allerdings hat sich der VfL, der durch anfängliche Heimniederlagen arg zurückgeworfen wurde, mittlerweile, gefangen und liegt nach dem haushohen Sieg über MTV Marne erstmals im positiven Bereich (8:6 Punkte). Diese Tendenz auszubauen hat sich Trainer Otto Sternberg mit seinem Team vorgenommen.

„In der Form der letzten Heimspiele sollten wir auch in Rostock eine Siegchance haben“, gibt sich der VfL-Coach, der auf alle Spielerinnen seines Kaders zurückgreifen kann, gewohnt optimistisch. Sein Team tritt die Reise nach Rostock um 13 Uhr an. Im Mannschaftsbus sind noch ein paar Plätze frei. Fans, die die Mannschaft begleiten wollen, sollten sich rechtzeitig vor der Abfahrt an der Stormarnhalle einfinden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.12.1994

 

Sonnabend, 3. Dezember 1994

HC Empor Rostock – VfL Oldesloe 28:20 (14:8)

So sind die VfL-Damen Mittelmaß

Desolate Vorstellung der Oldesloerinnen beim 20:28 bei HC Empor Rostock

(Manfred Thomsen). Die Handball-Damen des VfL Oldesloe sind in diesem Jahr in der zweiten Bundesliga Nord ganz offensichtlich nur Mittelmaß. Obwohl sie selten „mittelmäßig“ spielen. Vielmehr wechseln sich bei dem Team von Trainer Otto Sternberg hervorragende Leistungen – zuletzt in den beiden Heimspielen gegen TSV Hastedt und MTV Marne – mit ausgesprochen schlechten ziemlich regelmäßig ab. Eine solche, der VfL-Coach bezeichnete sie gar als „grottenschlecht“, bot sie beim HC Empor Rostock. Mit 20:28 (8:14) kassierte sie in der mecklenburgischen Hafenstadt eine derbe Schlappe. Mit dieser ersten Auswärtsniederlage dümpelt der VfL mit nun 8:8 Punkten im Mittelfeld der Tabelle. Der Zug in Richtung Tabellenspitze ist auf absehbare Zeit abgefahren

Wie schon vor zwei Wochen beim Spiel in Oldenburg war schon die Anreise nach Rostock eine mittlere Katstrophe. Gut vier Stunden benötigte der Bus. Der Umweg (knapp 80 Kilometer) über die Autobahn erwies sich als totaler Flop. So kam das Team kaum eine halbe Stunde vor dem geplanten Spielbeginn in der Halle an. Da war an eine ordentliche Vorbereitung nicht mehr zu denken

Daran änderte auch ein um 20 Minuten verzögerter Anpfiff – das Schiedsrichtergespann Bierla/Frey aus Hannover war noch später angekommen – nichts. Aber die schlechte Vorbereitung kann allenfalls ein wenig die miserable Vorstellung der Oldesloerinnen

erklären, entschuldigen kann sie das ganze Ausmaß niemals.

Besonders bezeichnend die Leistung von Marion Werner. In den letzten Spielen in Topform war sie in Rostock ein Totalausfall. Ihr gelang nicht ein einziger Treffer und ihre Einstellung ließ mächtig zu wünschen übrig.

Aber sie stand mit ihrer Minderleistung nicht allein. Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari (3 Tore, davon zwei verwandelte Siebenmeter) spielte ähnlich effektlos. Spielmacherin Roswitha Bein (6/1) mühte sich immerhin 20 Minuten, System in das Spiel zu bringen, ging nach den zumeist erfolglosen Versuchen danach aber auch unter. Da auch Birthe Wede (5) nach zwei Fehlversuchen in der Anfangsphase – vorher hatte sie bei ihrem ersten Versuch getroffen – eine lange Sendepause einlegte, war die Achse mit den Leistungsträgem lahmgelegt, so daß Rostock nach anfänglichem 1:3-Rückstand (4. Minute) leichtes Spiel hatte.

Dabei besitzen die Mecklenburgerinnen wahrlich keine bessere Mannschaft, aber sie konnten mühelos von Fehlern des VfL profitieren. Insbesondere Maria Mantowski, die von ihren acht Toren sechs bis zur 19. Minute gegen eine völlig desolate VfL-Deckung erzielte.

Bis dahin war das Spiel bei einem Zwischenstand von 9:5 schon deutlich zugunsten des Gastgebers gekippt und der konnte den Vorsprung bis zum Schluß kontinuierlich ausbauen.

VfL Oldesloe: Schwöbken, Hoffmann im Tor; Werner, Behnke (3), Wede (5), Bein (6/1), Grimm (1), Bosza, Mack (1), Rochelmeyer, Nyari (3/2) und Schack (1).

STORMARNER TAGEBLATT vom 5.12.1994

 

Freitag, 9. Dezember 1994

VfL mit Besetzungs-Problemen

Sonnabend (19.30 Uhr) VB Berlin Gast in der Stormarnhalle

(mth). Otto Sternberg, Trainer der Damen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga, redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Im Heimspiel gegen VB Berlin müssen wir die Suppe, die wir uns in Rostock selbst eingebrockt haben, auch selbst wieder auslöffeln“, macht er für seine Schützlinge für das nächste Heimspiel (Sonnabend. 19.30 Uhr in der Stormarnhalle) klare Vorgaben.

In der mecklenburgischen Hafenstadt wurde dem VfL, der nach den guten Leistungen in den Spielen gegen Harburg (Pokal), Hastedt und Marne wieder zu selbstsicher geworden war, bei der 20:28-Niederlage das Fell über die Ohren gezogen.

„Dabei ist Empor, wie alle anderen Teams der Liga, nicht spielstärker oder besser besetzt als wir. Nur müssen wir unser Leistungsvermögen auch umsetzen“, versucht Sternberg die Ursache nicht auf Äußerlichkeiten (verspätete und strapaziöse Anreise) abzuwälzen.

Gegen die Berlinerinnen, in deren Reihen viele frühere Teamkolleginnen von Ivonne Grimm spielen, voll aufzutrumpfen, wird für den VfL nicht leicht werden. Marion Werner plagt sich mit einer Schulterverletzung und Birthe Wede hat Rückenprobleme. Ihr Einsatz ist ebenso ungewiß wie der von Katrin Behnke, die als Angehörige des Bundesgrenzschutzes im Einsatz beim EU-Gipfel in Essen weilt.

Die Berlinerinnen hat Sternberg bei deren Gastspiel in Hastedt als eingespieltes Team erlebt, „das wir nur werden schlagen können, wenn wir ähnlich konzentriert und zielstrebig wie in den letzten Spielen in der heimischen Stormarnhalle zu Werke gehen.“

STORMARNER TAGEBLATT vom 9.12.1994

 

Sonnabend, 10. Dezember 1994

VfL Oldesloe – VB Berlin 27:22

Mitreißendes Finale der VfL-Damen

27:22-Sieg: Gegen VB Berlin 49 ein verloren geglaubtes Spiel noch umgedreht

(Manfred Thomsen). Als die ersten 40 Minuten in der Zweitliga-Begegnung der Handball-Damen zwischen dem VfL Oldesloe und VB Berlin 49 gelaufen waren, gab niemand der knapp 300 Zuschauer in der Stormarnhalle noch einen Pfifferling für die Oldesloerinnen. Gegen einen taktisch diszipliniert agierenden Gegner hatte der VfL bis dahin jede Menge technischer Fehler produziert und „praktisch alles vergessen, was wir im Training geübt hatten“, so Trainer Otto Sternberg. Da wurden selbst von erfahrenen Spielerinnen die einfachsten Bälle leichtfertig vergeben und beste Chancen verstolpert. Aber in der Schlußviertelstunde riß sich das Team dann doch zusammen. Nun lief alles wie am Schnürchen und der Tabellenzweite wurde noch mit 27:22 bezwungen.

Vom Ergebnis her war das Spiel trotz der angesprochenen Defizite im Oldesloer Team bis zur 37. Minute (16:16) fast immer ausgeglichen. Die Führung wechselte dabei mehrfach, wobei es der VfL im Gegensatz zu den Berlinerinnen zu keinem Zeitpunkt schaffte, sich um mehr als ein Tor abzusetzen.

In der Folge zeigten die Oldesloerinnen sogar alle Anzeichen einer Krise: Zunächst scheiterte die ansonsten glänzende Spielmacherin Roswitha Bein mit einem Siebenmeter, dann kassierte der VfL in Überzahl zwei Treffer zum 16:18. Als Anja Josuks gar noch auf 19:16 (41.) für die Gäste erhöhte und Marion Werner nur mit viel Glück nach einer Tätlichkeit einem Ausschluß entging, schien Hopfen und Malz verloren.

Aber urplötzlich platzte bei den Oldesloerinnen der Knoten. Binnen fünf Minuten schafften Birthe Wede (2) und Jeanette Rochelmeyer mit ihrem ersten Tor für den VfL den Ausgleich. Als Roswitha Bein ihr Team in der 47. (20:19) und 49. (21:20) erstmals nach der 23. Minute (11:10) wieder in Führung warf, war der VfL nicht mehr zu halten. Zsuzsa Nyari und Co. spielten sich in einen wahren Spielrausch und zogen bis zur 54. Minute gegen einen nun völlig konsternierten Gegner auf 25:20 davon. Den Vorsprung verteidigte das Team bis zum Endstand von 27:22.

Da paßte ins Bild, daß Silke Schwöbken plötzlich sogar zwei Siebenmeter bravourös abwehren konnte, nachdem vorher sie und Alexandra Hoffmann40 Minuten kaum einen Ball gescheit angefaßt hatten.

Jetzt wurden sie auch von ihrer Deckung nicht mehr schmählich im Stich gelassen. Die größten Lücken hatten sich vorher auf der halbrechten Position aufgetan, wo erst die gesundheitlich angeschlagene Ivonne Grimm mit einer Energieleistung für Ordnung und Sicherheit sorgte.

Birthe Wede und Susanne Mack – in der Offensive allerdings mit eklatanter Abschlußschwäche – bildeten

einen starken Block in der Kreismitte, und Roswitha Bein glänzte mit hartnäckigem, aber durchweg fairem, Einsatz gegen die hochgewachsene Petra Steinbock.

Im Angriff waren sie (5/1 Tore) und Zsuzsa Nyari (8/4) lange auf sich allein gestellt. Doch in der Schlußphase traf auch Birthe Wede (7) wie sie wollte und Jeanette Rochelmeyer machte mit zwei Treffern deutlich, daß ihre Integration in das Team voranschreitet. Je ein Tor ging auf das Konto von Ivonne Grimm und lvonn Bosza.

Nachwuchstalent Lisa Lüken kam nur zu zwei Kurzeinsätzen und ging ebenso wie Susanne Mack und Vanessa Schack leer aus. Verzichten mußte der VfL auf Katrin Behnke, die als Angehörige des Bundesgrenzschutzes beim Euro-Gipfel in Essen Dienst tat.

Zu den schwächsten Akteuren der Partie gehörten die Schiedsrichter Kupke-Bahl (Dortmund) und Dr. Schmutte (Waltrop). Mit ihren Entscheidungen, die Verhältnismäßigkeit und Fingerspitzengefühl vermissen ließen, brachten sie selbst den beherrschten Otto Sternberg in Rage, daß dem die Zornesröte ins Gesicht stieg.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.12.1994

 

Montag, 12. Dezember 1994

Fans, die auch Gefühle zeigen

Drei Stepkes sorgten in der Stormarnhalle für Stimmung

(mth). Das Oldesloer Handball-Publikum zählt zu den treuesten in der zweiten Bundesliga der Frauen. Nur in Wismar werden im Schnitt mehr Zuschauer gezählt, als in der Stormarnhalle bei den Spielen der VfL-Damen.

Aber so treu die Oldesloer Fans auch sind, so temperamentlos gebärden sie sich in der Regel. Nicht nur auswärtige Besucher vermuten gelegentlich, sie befänden sich in einer Theatervorstellung und nicht bei einem Sportereignis. So still und vornehm ist es auf der Tribüne.

„Das muß anders werden“, haben sich Johannes Lasse Fellensiek, Henner und Jan Philipp Witt, drei Stepkes aus Sehmsdorf, vorgenommen. Denn richtige Fans machen aus ihren Gefühlen keinen Hehl. Also hatten sie sich für das Spiel gegen VB Berlin 49 buchstäblich ins Gesicht gemalt, wem ihre Zuneigung und Sympathie gehört.

Wangen, Kinn und Stirn prangten in sattem Blau-Weiß, den Vereinsfarben des VfL, und mit Sprechchören versuchten sie ihre Lieblinge „Rossi“ und Zsuzsa auf Sieg zu programmieren.

Anfangs mit wenig Erfolg. Da standen sie gegen eine Handvoll Berliner auf verlorenem Posten. Aber sie verzagten nicht. Daß die Stimmung schließlich umschlug und am Ende ausgelassen war, wie lange nicht mehr in der Stormarnhalle, war nicht zuletzt ihr Verdienst.

STORMARNER TAGEBLATT vom 12.12.1994

 

Dienstag, 13. Dezember 1994

Höhepunkte für Handball-Fans

(mth). Auf zwei besondere Höhepunkte zu Beginn des nächsten Jahres können sich Stormarns Handball-Fans schon jetzt freuen. Am 4. Januar (19.30 Uhr, Stormarnhalle) steigt das Pokalspiel des VfL Oldesloe gegen den Erstligisten SV Buxtehude. Knapp zwei Monate später kommt dann noch prominenterer Besuch an die Trave. Die Damen-Nationalmannschaft und das Juniorinnen-Team der Schweiz weilen zur Vorbereitung auf Länderspiele gegen Italien vom 26. Februar bis zum 2. März in Bad Oldesloe. Für den 1. März ist ein Spiel der Nationalmannschaft gegen den VfL vorgesehen. Die Juniorinnen treffen im Vorspiel auf ein Team des Handball-Bezirks Süd.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.12.1994

 

Sonnabend, 17. Dezember 1994

Sternberg: „Die nächsten Spiele richtungsweisend“

Die Oldesloer Damen spielt zweimal nacheinander in Hannover

(mth). „Nach den beiden Spielen in Hannover – am morgigen Sonntag bei der SG Misburg und am 7. Januar nach der kurzen Weihnachtspause bei der SG Germania List – werden wir wissen, wo wir in dieser Saison in der zweiten Liga wirklich einzuordnen sind“, gibt Otto Sternberg, Trainer der Handball-Damen des VfL Oldesloe, den beiden nächsten Punktspielen seines Teams wegweisende Bedeutung.

„Bleiben wir in den beiden Spielen ohne Niederlage und holen daraus wenigstens drei Punkte, können wir uns auf Sicht in der Spitzengruppe hinter Tabellenführer TSG Wismar fest etablieren“, schätzt der Coach die Lage ein. Andernfalls, so ist er sich sicher, wird der VfL Oldesloe in dieser Saison über einen Mittelplatz in der Tabelle nicht hinauskommen.

Über die Schwere der Aufgabe in Hannover-Misburg macht sich Sternberg keine Illusionen. Er hat das Team am letzten Wochenende unter die Lupe nehmen können und dabei das sensationelle 23:23 der Niedersachsen gegen Spitzenreiter Wismar miterlebt.

Dabei kam der Punktgewinn nicht von ungefähr. Nach schlechtem Saisonstart hat sich das Team seit der Verpflichtung der russischen Rückraumspielerin Elena Lebedewa sprunghaft verbessert. Die ist pro Spiel für sechs bis acht Treffer gut und für den VfL wird viel davon abhängen „wie wir sie in den Griff bekommen“.

Aber das ist nicht die einzige Sorge von Sternberg. Er bangt um den Einsatz von seiner Haupttorschützin aus dem Rückraum, Birthe Wede. Die hat sich im Spiel gegen VB Berlin eine Schulterverletzung zugezogen und der behandelnde Arzt beziffert ihre Chancen für einen Einsatz allenfalls mit 40:60.

Nicht trainieren hat in die Woche auch Ivonne Grimm können. Auch ihr Einsatz ist noch ungewiß. „Nur wenn dafür alle anderen Spielerinnen – insbesondere die, die zuletzt zu unbeständig und ineffektiv spielten – mehr Verantwortung übernehmen, werden wir in Misburg eine Chance haben“, blickt Sternberg voraus.

Dabei muß die Mannschaft nicht nur mit einem engagiert kämpfenden Gegner rechnen, sondern sich auch auf sechs- bis siebenhundert ihre Mannschaft leidenschaftlich anfeuernde Zuschauer einrichten. Damit der VfL in Misburg nicht gänzlich allein dasteht, besteht für Fans die Möglichkeit, im Mannschaftsbus mitzufahren. Der fährt am Sonntag um 11 Uhr an der Stormarnhalle ab. Das Spiel soll um 15 Uhr angepfiffen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 17.12.1994

 

Sonntag, 18. Dezember 1994

SG Misburg – VfL Oldesloe 23:23 (11:14)

23:23 in Misburg

VfL-Damen brachen nach 15:11-Führung ein

(mth). 23:23 hat vor Wochenfrist TSG Wismar in der zweiten Bundesliga der Handball-Damen bei der SG Hannover/Misburg gespielt. Mit demselben Ergebnis ist der VfL Oldesloe von dort zurückgekehrt. Rein rechnerisch steht das Team von Trainer Otto Sternberg also mit dem Tabellenführer auf einer Ebene.

Aber dieser optimistischen Betrachtungsweise mochte sich im Oldesloer Lager niemand mit Überzeugung anschließen, obwohl unmittelbar nach dem Schlußpfiff keiner mit der Punkteteilung unzufrieden war. Schließlich hatte Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari den Ausgleichstreffer erst in der letzten Minute geschafft, als der VfL wegen zweier Zwei-Minuten-Strafen gegen Misburger Spielerinnen in doppelter Überzahl agierte.

Aber im letzten Spiel des Jahres war mehr für die Oldesloerinnen drin gewesen. Bis zur 26. Minute war das Spiel ausgeglichen verlaufen. Misburg war zu Beginn 2 :0 (3. Minute) in Führung gegangen, aber mit zwei Toren hatte Birthe Wede, die trotz ihrer Schulterverletzung auflaufen konnte, bald (8.) ausgeglichen.

Bis zum 10:10 konnte keines der beiden Teams bei wechselnder Führung sich je um mehr als ein Tor absetzen. In den letzten vier Minuten vor der Pause aber erhöhte der VfL das Tempo und zog auf 14:11 davon.

Als Marion Werner unmittelbar nach dem Wechsel auf 15:11 erhöhen konnte, schien der Weg für einen Oldesloer Sieg geebnet zu sein. Aber ohne ersichtlichen Grund brach das Sternberg-Team danach total ein. Bis zur 41. Minute glich der Gastgeber zum 15:15 aus. Anschließend gab es bis zum Abpfiff das gleiche Wechselspiel wie zwischen der 8. und 26. Minute. Allerdings auf schwächerem Niveau als vor der Pause.

Das konnte über die gesamte Distanz beim VfL nur die überragende Roswitha Bein halten. Sie war nicht nur beste Torwerferin (7/3), sie glänzte auch in der Deckung und erlaubte der Russin Lebedewa nur zwei Tore.

Die weiteren Treffer für den VfL erzielten Birthe Wede, Marion Werner (je 5), Zsuzsa Nyari (4), Katrin Behnke und Susanne Mack. Ivonn Bosza, Jeanette Rochelmeyer und Vanessa Schack, die schon nach zehn Minuten verletzt ausschied, blieben ohne Tor. Lisa Lüken wurde nicht eingesetzt und auf Ivonne Grimm mußte Otto Sternberg verzichten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 19.12.1994

 

Dienstag, 20. Dezember 1994

Vanessa Schack fällt mit Kreuzbandriß aus

Verletzungspech bei den VfL-Damen

(mth). Für Vanessa Schack von der Zweitliga-Mannschaft der Handballabteilung des VfL Oldesloe ist die Saison frühzeitig beendet. Die Untersuchung ihrer Verletzung, die sie sich beim Spiel in Hannover-Misburg bereits in der 10. Minute zuzog, übertraf die schlimmsten Befürchtungen: Die 20jährige Oldesloerin hat einen Abriß des Kreuzbandes im rechten Knie.

Die Kreisläuferin, die in dieser Saison auf dem Sprung in die VfL-Stammformation stand, fällt damit für viele Monate aus. Selbst bei günstigem Heilungsverlauf dauert die Rekonvaleszenzzeit gewöhnlich mindestens ein halbes bis Dreiviertel-Jahr.

STORMARNER TAGEBLATT vom 20.12.1994

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