GAME OVER ?

Die Zeitungen unserer Region beschäftigten sich in den letzten Monaten intensiv mit der Zukunft des Bundesligahandballs in Bad Oldesloe, die tatsächlich aufgetretene Finanzmisere ließ bei manchen berechtigten Zweifel am Fortbestand des Leistungshandballs im VfL Oldesloe aufkommen. Ein Abmelden der Mannschaft aus dem Spielbetrieb ist bei realistischer Betrachtung der Umstände zum Jahreswechsel selbst für Insider keine Illusion mehr gewesen, doch heute, nur wenige Wochen nach dem „Offenbarungseid“, können wir wieder mit mehr Optimismus in die Rückrunde blicken.

Ursache des neuerlichen positiven Trends ist nach meiner Auffassung nicht in erster Linie das neu gebildete Gremium im administrativen Umfeld der Mannschaft, sondern das Team an sich. Ohne eine Marion Werner, Birthe von Jagow, Anja Kramer oder Silke Schwöbken - um nur einige der bedeutenden Abgänge der vergangenen Saison zu nennen, haben sich unsere Spielerinnen durch handballerisches Geschick, enormen Kampfeswillen und außerordentliche Disziplin auf Rang vier in die Tabellenspitze gespielt - wer hätte dies insbesondere nach dem katastrophalen Fehlstart am Anfang der Serie zu vermuten gewagt ?

Aufbauend auf Spitzenleistungen unser beiden Torhüterinnen zeigt die Mannschaft um Trainerin Zsuzsa Nyari wieder absoluten Spitzenhandball und blieb im Norden trotz erheblicher Aufrüstungsversuche des Ortsrivalen VfL Bad Schwartau die unangefochtene Nr. 1 ! Diese Mannschaft verdient uneingeschränkte Unterstützung aller Handballbegeisterten in Bad Oldesloe und Umgebung, sei es durch aufmunternden Beifall der Fans bei Heim- und Auswärtsspielen oder finanzielle Mittel von Förderern und Sponsoren. Hier kämpfen keine hochbezahlte Halb- oder Vollprofis, sondern zehn junge Frauen, die trotz erheblicher schulischer oder beruflicher Belastung einen Großteil ihrer Freizeit für den Handballsport aufopfern und wöchentlich ihre Gesundheit auf der Spielfläche für die begehrten zwei Punkte riskieren.

Um diesen im Sportgeschehen des Kreis Stormarn einmaligen Zustand erhalten zu können, haben sich nunmehr zu den bisher Verantwortlichen fünf engagierte Bekannte aus der Handballszene Bad Oldesloes gesellt, die schon durch Ihren Namen und Ihre Vorbildung für einen erfolgreichen dauerhaften Bestand des Leistungshandballs im VfL Oldesloe bürgen.
 

  • An der Spitze des neuen Gremiums findet sich als Sprecher der frühere Torwarttrainer und Betreuer Jens Willhöft wieder, Bankkaufmann mit vielen heißen Drähten zu Sponsoren und in die Handballwelt.
  • Jens wird bei der Sponsorenbetreuung von Jork Reppin - Spieler der ersten Herrenmannschaft - unterstützt; der kaufmännische Angestellte ist Vertriebsprofi und bereichert das Team durch seine kompetente umgängliche Art ganz erheblich.
  • Peter Stäcker, bisher für die Bandenwerbung und das Handballecho sowie unsere Internet-Homepage zuständig, wird seine Aktivitäten noch ausbauen und kann bei der Sponsorenaquise des letzten Jahres erstaunliche Ergebnisse vorweisen.
  • Zur Sicherung der wirtschaftlichen Basis der Mannschaft wird auch in Zukunft der bisherige alleinige Manager Wilfried Koslowski beitragen, dem die neue Aufgabenverteilung aufgrund seiner beruflichen Umorientierung recht willkommen ist.
  • Zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Talent- und Spielerinnensuche freuen wir uns ganz besonders, einen echten Oldesloer Handball-Haudegen begeistern zu können, Silke Schwöbken bleibt der Mannschaft nach mehreren Jahren als Torhüterin für die vorgenannten Aufgabenfelder erhalten.
  • Zusammen mit Knut Kupper - wie Jork Spieler der ersten Herrenmannschaft - wird sie die zukunftsorientierten Maßnahmen für das Team vorbereiten und durch verstärkte Pressearbeit versuchen, die Attraktivität des Bundesligahandballs in Stormarn noch zu fördern.


Diese klaren Zuständigkeiten, verbunden mit den Verantwortlichen hinter den Funktionen, sollten ein guter Anfang in das Jahr 1999 und in die Rückrunde der laufenden Saison sein. Natürlich besitzt keiner der genannten Persönlichkeiten Zauberkräfte und es wird noch eine ganze Weile bis zum Eintritt der Normalität in den Finanzbelangen dauern, dennoch ist ein großer Schritt in Richtung Kontinuität, Transparenz und Vertrauensgewinn getan. Ich möchte Sie ermutigen, die ehrenamtlich tätigen Kräfte im Bundesligabereich nach Ihren Möglichkeiten zu unterstützen.
Wie gesagt, unsere Mannschaft hat es verdient!!

Holger Orlowski  - OSM
Quelle: Handball-Echo Ausgabe 10 / Jahrgang 1999

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